Bus Simulator 27 im Test – Entspannt unterwegs in Felicia Bay

    (Bildquelle: Astragon)

    Mit dem Bus Simulator 27 geht die bekannte Simulationsreihe von astragon Entertainment und Entwickler Simteract in die nächste Runde. Statt möglichst schnell von A nach B zu kommen, steht erneut das entspannte und möglichst realistische Befördern von Fahrgästen im Mittelpunkt. Dabei richtet sich der Simulator sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Simulationsfans. Der Grund dafür liegt vor allem im flexibel anpassbaren Schwierigkeitsgrad. Zahlreiche Aspekte des Busbetriebs lassen sich einzeln konfigurieren, sodass sich das Spielerlebnis sehr genau an die eigenen Vorlieben anpassen lässt.

    Im Test zeigt sich schnell, dass Bus Simulator 27 kein hektisches Spiel sein möchte. Vielmehr geht es darum, eine Route zu planen, Fahrgäste zu befördern und dabei entspannt durch Felicia Bay zu fahren. Wer möchte, kann das Ganze durch zusätzliche Simulationselemente deutlich anspruchsvoller gestalten. Wie gut dieses Konzept funktioniert und wo der neue Bus Simulator seine Grenzen erreicht, zeigt der folgende Test.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Felicia Bay wartet auf neue Busfahrer

    Die Spielwelt des Bus Simulator 27 hört auf den Namen Felicia Bay und umfasst die beiden Städte Alcaztelar und Mequina sowie die umliegenden Gebiete. Insgesamt ist die Welt in 20 Distrikte aufgeteilt und bietet damit ausreichend Raum für unterschiedliche Buslinien. Optisch orientiert sich Felicia Bay an südeuropäischen Regionen. Städte, Straßen und Landschaften ergeben zusammen eine abwechslungsreiche Kulisse, die durch Verkehr, Fußgänger, wechselnde Tageszeiten und dynamisches Wetter zusätzlich belebt wird. Gerade während längerer Fahrten entsteht dadurch ein überzeugendes Gefühl einer lebendigen Region.

    Die Welt dient dabei nicht ausschließlich als Kulisse. Durch die Möglichkeit, eigene Linien zu planen, kann Felicia Bay aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt werden. Je nach Route geht es durch dichter bebaute Stadtbereiche oder über längere Verbindungen zwischen verschiedenen Regionen. Wer möchte, kann den Bus außerdem verlassen und die Umgebung zu Fuß erkunden. Sehenswürdigkeiten und Sammelobjekte bieten dabei zusätzliche Beschäftigung, bleiben aber ein optionales Extra.

    (Bildquelle: Astragon)

    Einsteigerfreundlich und trotzdem anspruchsvoll

    Eine der größten Stärken des Spiels ist der frei konfigurierbare Schwierigkeitsgrad. Neben verschiedenen vorgegebenen Einstellungen lassen sich zahlreiche Bestandteile des Busbetriebs individuell anpassen. Wer beispielsweise keinen Fahrkartenverkauf möchte, kann diesen deaktivieren, während andere Simulationsaspekte weiterhin aktiv bleiben. Auch Fahrhilfen, Verkehrsregeln und Fahrgast-Ereignisse können entsprechend der eigenen Vorstellungen eingestellt werden. Dadurch lässt sich Bus Simulator 27 sowohl als sehr zugängliche Fahrsimulation als auch als deutlich anspruchsvollerer Simulator spielen.

    Das ausführliche Tutorial unterstützt dabei insbesondere Einsteiger. Neben den grundlegenden Fahrabläufen wird auch die Routenplanung detailliert erklärt, sodass man sich schnell zurechtfindet. Gerade für Spieler, die bisher wenig Erfahrung mit Bus-Simulationen haben, ist der Einstieg dadurch angenehm unkompliziert.

    (Bildquelle: Astragon)

    Unterschiedliches Fahrgefühl

    Die verschiedenen Busse unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch beim Fahrverhalten. Beschleunigung, Geräuschkulisse und Abmessungen machen sich während der Fahrt bemerkbar. Besonders deutlich wird das beim Gelenkbus, bei dem das Nachlaufen des hinteren Fahrzeugteils berücksichtigt werden muss. Beim Abbiegen reicht es daher nicht, lediglich die Position der Fahrzeugfront im Blick zu behalten. Auch bei den Reisebussen spielen die größeren Abmessungen eine Rolle. Grundsätzlich fahren sie sich zwar wie eine größere Variante der Stadtbusse, benötigen beim Rangieren und Abbiegen aber entsprechend mehr Platz.

    Wie anspruchsvoll sich das Fahren anfühlt, hängt dabei stark von den gewählten Einstellungen ab. Mit aktivierten Fahrhilfen bleibt die Steuerung sehr zugänglich, während sich das Fahrverhalten bei höherem Anspruch deutlich realistischer anfühlt. Diese Flexibilität ist eine der gelungensten Eigenschaften des Spiels.

    (Bildquelle: Astragon)

    Großer und abwechslungsreicher Fuhrpark

    Der Fuhrpark gehört zu den umfangreichsten Bereichen des Spiels. Über 45 lizenzierte Busse von 13 Herstellern stehen zur Verfügung. Neben klassischen Stadtbussen finden sich Gelenkbusse, Doppelstockbusse sowie Elektro- und Wasserstoffbusse. Erstmals gehören auch Reisebusse zum Fuhrpark. Gerade die unterschiedlichen Antriebskonzepte sorgen für zusätzliche Abwechslung. Die Elektrobusse fallen beispielsweise durch ihre sehr leise Geräuschkulisse auf und vermitteln dadurch ein anderes Fahrgefühl als klassische Verbrenner.

    Auch die Individualisierungsmöglichkeiten sind eine nette Ergänzung. Busse können optisch angepasst werden, wodurch sich insbesondere im Mehrspielerbetrieb ein individueller Fuhrpark zusammenstellen lässt. Insgesamt ist die Auswahl sehr gelungen und sorgt dafür, dass auch nach mehreren Spielstunden noch verschiedene Fahrzeuge ausprobiert werden können.

    (Bildquelle: Astragon)

    Linienplanung und Unternehmensaufbau

    Die Routenplanung ist übersichtlich aufgebaut und schnell verstanden. Neue Spieler werden nicht mit unnötig komplizierten Menüs konfrontiert, gleichzeitig bietet das System genügend Freiheiten, um eigene Linien durch Felicia Bay zu planen. Dadurch entsteht auch langfristig etwas Abwechslung, da nicht ausschließlich vorgegebene Strecken abgefahren werden müssen. Eigene Routen können kreativ zusammengestellt und an die verschiedenen Bereiche der Spielwelt angepasst werden.

    Neben dem eigentlichen Fahren spielt der Aufbau des eigenen Busunternehmens eine Rolle. Neue Busse müssen finanziert und weitere Möglichkeiten über Geldverdienen beziehungsweise Karrierestufen freigeschaltet werden. Das Management bleibt dabei bewusst überschaubar. Personal kann eingestellt und eingesetzt werden, während Fahrer eigene Linien übernehmen können. Für einen Bus Simulator ist dieser Umfang vollkommen ausreichend, denn die Verwaltung ergänzt das eigentliche Fahren, ohne selbst zum Hauptbestandteil zu werden. Besonders motivierend ist dabei der Fortschritt: Wer genügend Geld verdient oder neue Karrierestufen erreicht, kann weitere Busse und Möglichkeiten freischalten.

    (Bildquelle: Astragon)

    Fahrgäste und Ereignisse

    Das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste funktioniert problemlos und vermittelt einen passenden Eindruck vom normalen Linienbetrieb. Auch der Fahrkartenverkauf ist eine gute und realistische Ergänzung, gehört spielerisch allerdings nicht zu den abwechslungsreichsten Aufgaben. Wer sich darauf konzentrieren möchte, kann ihn nutzen, während Spieler mit einem stärkeren Fokus auf das Fahren entsprechende Funktionen deaktivieren können.

    Zusätzliche Fahrgast-Ereignisse sorgen für etwas Abwechslung. Gerade die verschiedenen Störenfriede können insbesondere zu Beginn durchaus unterhaltsam sein. Mit zunehmender Spielzeit wiederholen sich die Situationen allerdings zwangsläufig. Positiv ist daher erneut die Möglichkeit, solche Ereignisse bei Bedarf abzuschalten.

    (Bildquelle: Astragon)

    Grafik und Atmosphäre

    Grafisch hinterlässt Bus Simulator 27 einen guten Eindruck. Vor allem die Städte und Busse sind gelungen und wirken detailliert. Auch Beleuchtung, Wetter und Tag-/Nachtwechsel tragen zur Atmosphäre bei. Das simulierte Stadtleben mit Verkehr und Fußgängern vermittelt während der Fahrten ein lebendiges Umfeld. Die Charaktere fallen gegenüber den ansonsten überzeugenden Fahrzeugen allerdings etwas ab. Ihre Bewegungen sind ordentlich umgesetzt, optisch wirken sie jedoch teilweise sehr plastisch und erinnern etwas an Puppen.

    Insgesamt erreicht die Grafik im Test 8/10 Punkten. Gerade während einer längeren Fahrt spielt die visuelle Qualität ihre Stärken aus, da Felicia Bay abwechslungsreich genug gestaltet ist, um nicht nach wenigen Stunden eintönig zu wirken.

    (Bildquelle: Astragon)

    KI-Verkehr mit kleinen Schwächen

    Der KI-Verkehr sorgt grundsätzlich für ein glaubwürdiges und lebendiges Straßenbild. Die Fahrzeuge verhalten sich in vielen Situationen nachvollziehbar, allerdings gibt es auch einige auffällige Aussetzer. Besonders an Ampeln kann die KI teilweise sehr stur reagieren und nimmt dabei sogar einen Unfall in Kauf, anstatt auf den Bus zu reagieren. Das wirkt entsprechend wenig glaubwürdig und kann während einer ansonsten entspannten Fahrt durchaus störend sein.

    Abseits solcher Situationen funktioniert der Verkehr jedoch ausreichend gut und erfüllt seinen Zweck. Die Straßen wirken dadurch deutlich lebendiger, ohne dass die KI permanent negativ auffällt.

    Sound und Steuerung

    Akustisch kann Bus Simulator 27 ebenfalls überzeugen. Die verschiedenen Busse besitzen unterschiedliche Geräuschcharakteristiken und gerade Elektrobusse unterscheiden sich durch ihren sehr leisen Antrieb deutlich von klassischen Fahrzeugen. Auch die Umgebungsgeräusche passen gut zum Spielgeschehen und unterstützen die Atmosphäre, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen.

    Getestet wurde die PC-Version mit einem Controller. Die Steuerung funktioniert problemlos und lässt sich durch die verschiedenen Einstellungen an die eigenen Vorlieben anpassen. Auch die Vibration beziehungsweise das Force Feedback unterstützt das Fahrgefühl. Ein Lenkrad dürfte die Immersion zwar noch einmal steigern, zwingend notwendig ist es für ein gutes Spielerlebnis aber nicht.

    Technik und Performance

    Getestet wurde Bus Simulator 27 auf einem PC mit AMD Ryzen 9 7950X3D und Radeon RX 9070 XT. Während des Tests lief das Spiel problemlos und stabil. Ruckler, Abstürze oder längere Ladeprobleme traten nicht auf. Auch nach längeren Spielsessions blieb der Simulator zuverlässig. Lediglich beim Fahrverhalten kam es gelegentlich zu Situationen, die etwas ungewöhnlich wirkten. Insgesamt hinterlässt die technische Umsetzung jedoch einen guten Eindruck.

    Auch die Benutzeroberfläche ist übersichtlich aufgebaut. Die wichtigsten Informationen lassen sich schnell erfassen und die Navigation funktioniert grundsätzlich gut. Einzelne Anzeigen fallen während der Fahrt allerdings etwas klein aus. Insgesamt findet man sich trotzdem schnell zurecht und muss sich nicht lange durch Menüs arbeiten.

    Für wen eignet sich Bus Simulator 27?

    Bus Simulator 27 richtet sich vor allem an Spieler, die Freude an ruhigen Fahrsimulationen haben. Wer Spaß daran hat, eine Route abzufahren, den Verkehr zu beobachten, Haltestellen anzufahren und sich langsam durch die Karriere zu arbeiten, findet hier ein passendes Gesamtpaket. Besonders interessant ist der flexibel anpassbare Schwierigkeitsgrad, durch den jeder selbst bestimmen kann, wie viel Unterstützung und Simulation gewünscht ist.

    Wer dagegen permanent neue Herausforderungen oder actionreiches Gameplay sucht, dürfte mit dem eher entschleunigten Spielprinzip weniger anfangen können. Bus Simulator 27 lebt davon, dass man sich auf das Fahren einlässt und Freude daran hat, immer neue Routen und Fahrzeuge auszuprobieren.

    Fazit

    Bus Simulator 27 konzentriert sich auf das, was eine gute Bus-Simulation ausmacht: Bus fahren. Die große Auswahl an lizenzierten Fahrzeugen, die abwechslungsreiche Spielwelt und die Möglichkeit, eigene Linien zu planen, sorgen für ausreichend Abwechslung. Besonders die Elektro- und Wasserstoffbusse sowie die erstmals enthaltenen Reisebusse erweitern den Fuhrpark sinnvoll.

    Eine der größten Stärken ist der frei konfigurierbare Schwierigkeitsgrad. Zahlreiche Aspekte lassen sich einzeln aktivieren oder deaktivieren, wodurch das Spiel sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Simulationsfans interessant bleibt. Die KI hat allerdings einige Schwächen, insbesondere an Ampeln. Auch die Charaktere wirken im Vergleich zu den ansonsten gelungenen Fahrzeugen etwas plastisch und die Fahrgast-Ereignisse wiederholen sich mit der Zeit.

    Trotz dieser kleineren Schwächen bleibt der Gesamteindruck positiv. Bus Simulator 27 ist kein hektisches Spiel, sondern eine entspannte Simulation, bei der das eigentliche Fahren im Mittelpunkt steht. Wer gerne ruhig durch eine virtuelle Stadt fährt, eigene Routen plant und dabei seinen Fuhrpark Schritt für Schritt erweitert, findet hier ein umfangreiches und flexibel anpassbares Gesamtpaket.

    Der Key von Bus Simulator 27 wurde Game2Gether für den Test von Astragon zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Alex
    Meine Leidenschaft für PC-Hardware begleitet mich seit meiner Jugend. Über viele Hardware-Generationen hinweg habe ich eigene Systeme aufgebaut, getestet und weiterentwickelt – später kamen auch Konsolen und Gaming-Equipment hinzu. Bei Game2Gether bin ich vielseitig unterwegs: von Hardware und Technik über Gaming und Reviews bis hin zu aktuellen News. Mein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Hardware, wobei mich vor allem die Technik hinter den Produkten und deren praktischer Nutzen interessieren.