Agent 64: Spies Never Die – Test / Review

    Die Welt ist nicht genug. In Agent 64: Spies Never Die des Soloentwicklers Replicant D6 schlüpfen wir in die Rolle eines Geheimagenten, der im nostalgischen Retrocharme die Welt retten muss. Worum es in Agent 64 geht, wie es sich spielt und ob sich ein Kauf lohnt, haben wir uns bei Game2Gether genauer angeschaut.

    Story

    In Agent 64 schlüpfen wir in die Rolle des etwas in die Jahre gekommenen Secret Agents John Walter. Dieser wird plötzlich in seinem Penthouse von zahllosen Gegnern angegriffen. Nachdem er sich mit der Pistole voran den Weg freigekämpft hat, steht er plötzlich vor seinem totgeglaubten Erzfeind – Dominic Pulp. An der Seite seiner Tochter Dana muss Agent Walter nun herausfinden, wie Pulp von den Toten auferstehen konnte, welche finsteren Pläne er dieses Mal verfolgt und natürlich, wie er seinem Widersacher das Handwerk legen kann.

    Die Geschichte von Agent 64: Spies Never Die wird in vier Kapiteln erzählt, die jeweils drei bis vier in sich geschlossene Level beinhalten. Ein einzelner Durchlauf ist dabei recht kurz. Wir konnten die Geschichte in etwa zwei bis drei Stunden abschließen. Die Level bieten jedoch einen enormen Wiederspielwert. Jeder der drei Schwierigkeitsgrade erhöht nicht nur den Schaden unserer Gegner, sondern bringt auch zusätzliche Ziele mit sich. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto mehr Aufgaben müssen erfüllt werden. Wer danach noch nicht genug hat, kann sich in die Contracts stürzen, bei denen wir mit verschiedenen Einschränkungen gegen die Uhr spielen.

    Als Secret Agent John Walter müssen wir die Welt retten.

    Gameplay

    Das Gameplay orientiert sich an den klassischen Konsolenshootern der 90er-Jahre und erinnert dabei stark an GoldenEye 007 aus dem Jahr 1997 für den Nintendo 64. Der Entwickler Replicant D6 ist laut eigenen Angaben großer Fan des Klassikers. Das fällt zunächst vor allem durch die Retrooptik auf, aber auch spielerisch orientiert sich Agent 64 an den Meisterwerken einer vergangenen Zeit.

    Meist ballern wir uns durch Horden von Gegnern in den schlauchartigen Leveln. Zwischendrin müssen wir verschiedene Ziele erfüllen. Dazu gehören unter anderem Geiselrettungen, das Finden und Sammeln von Schlüsselkarten, das Hacken von Terminals oder das Stehlen geheimer Pläne. Ab und an gibt es auch Passagen, bei denen wir zunächst eine Verkleidung finden müssen, um uns anschließend unentdeckt an den Wachen vorbei zu unserem Ziel zu schleichen.

    Agent 64 liefert klassische Retroaction.

    Ähnlich wie schon bei GoldenEye wird gutes Aiming dabei weniger großgeschrieben. Es genügt, wenn wir unsere Waffe grob in die richtige Richtung halten und abdrücken und Agent Walter übernimmt den Rest. Im Kampf können wir auf verschiedene Waffen zurückgreifen: von der agententypischen schallgedämpften Pistole über Maschinenpistolen und MGs bis hin zur experimentellen Plasmawaffe. Unser Agent hat zwar auch typische Gadgets dabei, diese sind jedoch eher für die Erfüllung bestimmter Ziele gedacht. Dazu gehören unter anderem ein Hacking-Tool, Peilsender, EMP-Bugs oder eine Kamera.

    Mit jedem erstmaligen Levelabschluss auf dem jeweiligen Schwierigkeitsgrad erhalten wir Cypher, die wir wiederum zur Freischaltung der nächsten Storykapitel benötigen. Es ist also des Öfteren notwendig, dass wir uns entweder an den höheren Schwierigkeitsgraden versuchen oder die Contracts angehen.

    Letztere sind dabei besonders abwechslungsreich, da sie mit besonderen Bedingungen und Einschränkungen auf die Spieler warten. So mussten wir  uns etwa in einem der ersten Contracts durch das erste Level ballern und hatten dafür nur 60 Sekunden Zeit. Für jeden eliminierten Gegner kamen jeweils zwei Sekunden oben drauf. Hier ist also Schnelligkeit gefragt.

    Die Story kann dabei komplett im Koop-Modus gespielt werden – entweder klassisch im Splitscreen oder online. Nach der Story und den Contracts können sich Spieler außerdem alleine oder zu zweit in den Challenge-Modus wagen. Dieser teilt sich in fünf Ligen auf und bietet jeweils verschiedene Level mit besonderen Parametern, etwa Deathmatch oder Waffenbeschränkungen.

    Eines unserer Ziele ist es Dominic Pulp aufzuhalten.

    Ton & Technik

    Optisch fängt Agent 64: Spies Never Die den Retrocharme perfekt ein. Level und Objekte sind gewohnt kantig und die Gesichter der Charaktere wirken wie angeklebt. Da kommt Nostalgie auf. Wie bereits erwähnt, sind die Level eher schlauchartig aufgebaut, öffnen jedoch mit steigendem Schwierigkeitsgrad neue Bereiche.

    Eine Vertonung gibt es nicht. Die Dialoge laufen vollständig über Untertitel ab. Die Texte werden dabei auf Englisch, Französisch und Japanisch angeboten. Eine deutsche Übersetzung fehlt bislang.

    Musikalisch wird ebenfalls der Retrocharme versprüht. Basslastige, futuristische Klänge begleiten uns durch die einzelnen Missionen und unterstreichen dabei das Flair der 90er-Jahre.

    Agent 64 hat aufgrund seines Retroanspruches sehr niedrige Systemanforderungen. Wer als John Walter die Welt retten möchte, sollte folgendes mitbringen:

    Empfohlene Systemanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 10
    • Prozessor: Intel Core i5-7500, AMD Ryzen 5 1600
    • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1050Ti
    • Speicherplatz: 4 GB verfügbarer Speicherplatz

    Während unseres Tests lief Agent 64: Spies Never Die sehr stabil. Wir konnten weder FPS-Einbrüche noch Abstürze oder nennenswerte Bugs feststellen. Auch auf dem Steam Deck kann man problemlos in den Agentenanzug schlüpfen. Das Spiel läuft hier ebenfalls problemlos mit 60 FPS.

    Jedes Level ist abwechslungsreich gestaltet und bietet unterschiedliche Ziele und Herausforderungen.

    Fazit

    Agent 64: Spies Never Die ist eine gelungene Hommage an die klassischen Konsolenshooter der 90er-Jahre. Die kantige Retrooptik, das einfache Gunplay und die abwechslungsreichen Missionen versprühen jede Menge Nostalgie und liefern Shooteraction der alten Schule. Besonders die verschiedenen Schwierigkeitsgrade, Contracts und der Challenge-Modus sorgen dafür, dass auch nach dem ersten Durchlauf noch einiges zu tun ist. Die kurze Kampagne und die fehlende deutsche Übersetzung trüben den Gesamteindruck jedoch etwas. Wer nostalgischen Shootern etwas abgewinnen kann oder GoldenEye 007 vermisst, bekommt mit Agent 64 dennoch einen unterhaltsamen Retro-Shooter geboten.

    Agent 64: Spies Never Die ist seit dem 11. August 2026 für den PC über Steam verfügbar. Neugierig? Dann schaut euch hier den aktuellen Trailer an:

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Wir bedanken uns bei Replicant D6 für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens des Entwicklers ist nicht erfolgt.

    Dennis Witzmann
    Seit meiner Jugend bin ich begeisterter Spieler. Ob PC oder Konsolen, ich bin überall Zuhause. Doch in den Bereichen MMO und JRPG findet man mich am meisten.