ACE COMBAT 8: WINGS OF THEVE im Test

    Seit fast drei Jahrzehnten gehört die ACE-COMBAT-Reihe zu den bekanntesten Vertretern des Arcade-Flugkampf-Genres. Was 1995 unter dem Namen Air Combat auf der ersten PlayStation begann, entwickelte sich über mehrere Generationen zu einer Serie, die zugängliche Flugsteuerung mit spektakulären Luftkämpfen, bekannten Kampfflugzeugen und einer umfangreichen, miteinander verbundenen Welt kombiniert.

    Vielen Dank an Bandai Namco für die Bereitstellung des Keys.

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    Eine lange Geschichte

    Mit ACE COMBAT 4: Shattered Skies, ACE COMBAT 5: The Unsung War und ACE COMBAT Zero: The Belkan War etablierte sich insbesondere das fiktive Universum Strangereal als wichtiger Bestandteil der Reihe. ACE COMBAT 6: Fires of Liberation setzte diese Tradition fort, bevor die Serie mit ACE COMBAT 7: Skies Unknown 2019 ihre Rückkehr auf moderne Plattformen feierte.

    Sieben Jahre nach dem letzten Hauptteil erscheint nun ACE COMBAT 8: WINGS OF THEVE. Das von PROJECT ACES entwickelte Spiel führt die Geschichte von Strangereal fort und bringt uns erneut nach Usea. Die Föderation von Zentral-Usea wird im Jahr 2029 von der Republik Sotoa überrannt. Die eigene Heimat ist besetzt, das Militär weitgehend zerschlagen und die Hoffnung auf eine Wende scheint zunächst gering.

    In dieser Situation übernehmen wir die Rolle eines Piloten, der nach seiner Rettung an Bord des Flugzeugträgers Endurance einen besonderen Namen erhält: „Schwinge von Theve“. Die legendäre Figur soll zum Symbol der Hoffnung für die Bevölkerung werden. Gemeinsam mit seinen Kameraden gilt es nun, die Heimat zurückzuerobern.

    ACE COMBAT 8 bleibt dabei den grundlegenden Wurzeln der Serie treu. Im Mittelpunkt stehen rasante Arcade-Luftkämpfe, bei denen nicht nur die Beherrschung des eigenen Flugzeugs, sondern auch die Wahl der richtigen Waffen und der Umgang mit zahlreichen Gegnern entscheidend sind. Gleichzeitig hebt der neue Teil die technische und atmosphärische Präsentation deutlich an.

    Für unseren Test haben wir ACE COMBAT 8: WINGS OF THEVE auf der PlayStation 5 und am PC gespielt. Auf der PS5 kamen sowohl der DualSense als auch der T.Flight HOTAS NEO Ace Combat 8 Edition von Thrustmaster zum Einsatz. Am PC haben wir mit dem NACON Revolution X Unlimited und ebenfalls mit dem T.Flight HOTAS NEO gespielt.

    Eine packende Kampagne

    ACE COMBAT 8 legt einen klaren Fokus auf seine Kampagne, und genau hier spielt das Spiel eine seiner größten Stärken aus. Die Geschichte wird mit aufwendig inszenierten Zwischensequenzen erzählt und entwickelt schnell eine eigene Dynamik. Die kinoreife Präsentation passt hervorragend zum Geschehen in der Luft und sorgt dafür, dass die einzelnen Einsätze nicht einfach wie aneinandergereihte Missionen wirken.

    Die Kampagne ist insgesamt sehr abwechslungsreich. Die Missionen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Aufgaben und des jeweiligen Szenarios und sorgen dadurch für ausreichend Abwechslung. Gleichzeitig zieht der Schwierigkeitsgrad im Verlauf der Kampagne spürbar an. Gegner werden zunehmend anspruchsvoller und auch die KI-Gegner agieren im späteren Spielverlauf cleverer.

    Auch bei der Länge der Missionen findet ACE COMBAT 8 ein angenehmes Maß. Die Einsätze sind weder unnötig langgezogen noch nach wenigen Minuten bereits wieder vorbei. Dadurch entsteht ein guter Spielfluss, bei dem sich Luftkämpfe, Missionsziele und erzählerische Elemente sinnvoll abwechseln. Vor jeder Mission steht zunächst ein ausführliches Briefing an. Hier erfahren wir, was uns im kommenden Einsatz erwartet und welche Aufgaben unsere Staffel übernehmen soll. Anschließend gilt es, die eigene Ausrüstung passend auf die bevorstehende Mission abzustimmen.

    Mit dem Fortschritt der Kampagne werden nach und nach weitere Optionen freigeschaltet. Ergänzt wird dieses System durch einen Technologiebaum, über den sich neue Flugzeuge, Waffen und Verbesserungen erwerben lassen. Dabei kann allerdings nicht einfach jede verfügbare Verbesserung gleichzeitig ausgerüstet werden. Für die jeweilige Mission steht nur eine begrenzte Anzahl an Upgrade-Möglichkeiten zur Verfügung. Dadurch entsteht eine kleine taktische Komponente: Je nach bevorstehendem Einsatz muss abgewogen werden, welche Verbesserungen tatsächlich den größten Nutzen bringen.

    (Bildquelle: Bandai Namco Entertainment Europe)

    Zwischen Arcade und Flugsimulation

    Beim Gameplay bewegt sich ACE COMBAT 8 bewusst zwischen Arcade-Action und Flugsimulation. Das Spiel möchte keine vollständige Simulation eines modernen Kampfjets sein, berücksichtigt aber deutlich mehr physikalische Eigenschaften als ein reines Arcade-Spiel. So werden beispielsweise Strömungsabriss und Vereisung berücksichtigt. Wer zu aggressiv mit dem eigenen Flugzeug umgeht oder die jeweiligen Bedingungen unterschätzt, kann dadurch durchaus die Kontrolle verlieren. Gleichzeitig bleibt die Steuerung zugänglich genug, damit auch Spieler ohne umfangreiche Erfahrung mit Flugsimulationen schnell ins Cockpit finden.

    Bei der Bewaffnung nimmt es ACE COMBAT 8 dagegen erwartungsgemäß nicht mit der Realität auf. Die verfügbare Munitionsmenge fällt deutlich großzügiger aus, als es bei einem realen Kampfflugzeug möglich wäre. Für das Konzept des Spiels ist das allerdings genau die richtige Entscheidung. ACE COMBAT 8 versteht sich in erster Linie als Arcade-Flugsimulation, bei der actionreiche Luftkämpfe im Mittelpunkt stehen.

    Gerade dadurch können wir uns über längere Zeiträume mit zahlreichen Gegnern anlegen, verschiedene Waffen einsetzen und spektakuläre Luftkämpfe austragen, ohne ständig zur nächsten Versorgungsmöglichkeit zurückkehren zu müssen. Die bewusste Abkehr von einer vollständigen Simulation kommt hier letztlich dem Spielspaß zugute.

    Spektakuläre Luftkämpfe

    Und genau diese Luftkämpfe sind eine der großen Stärken von ACE COMBAT 8. Sobald mehrere Maschinen gleichzeitig am Himmel unterwegs sind, entsteht schnell ein hektisches, aber trotzdem gut kontrollierbares Gefecht. Raketen werden abgefeuert, Gegner versuchen Ausweichmanöver und immer wieder gilt es, die eigene Position neu zu bestimmen.

    Dabei entsteht ein angenehmes Gefühl von Geschwindigkeit. Gerade bei niedrigen Flügen oder engen Kurven wird deutlich, wie schnell sich die Situation verändern kann. Gleichzeitig bleibt das Spiel zugänglich genug, um auch in intensiveren Gefechten nicht in eine unübersichtliche Simulation auszuarten.

    Mit zunehmendem Kampagnenfortschritt steigt dabei nicht nur die Zahl und Stärke der Gegner. Auch deren Verhalten wird anspruchsvoller. Dadurch müssen wir unsere Flugmanöver immer besser beherrschen und können uns nicht dauerhaft auf dieselben Angriffsmuster verlassen.

    (Bildquelle: Bandai Namco Entertainment Europe)

    Flugzeuge, Waffen und Technologiebaum

    Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Kampagne ist die große Auswahl an Flugzeugen. Neben bekannten Maschinen finden sich auch moderne Kampfjets wie der Eurofighter oder die F-35 im Spiel. Dadurch gibt es ausreichend Anreiz, den Technologiebaum weiter auszubauen und neue Maschinen freizuschalten.

    Dabei unterscheiden sich die Flugzeuge nicht nur optisch voneinander. Auch beim Flugverhalten gibt es spürbare Unterschiede. Noch wichtiger ist jedoch die unterschiedliche Bewaffnung. Je nach Maschine stehen andere Waffenoptionen zur Verfügung, wodurch die Wahl des passenden Flugzeugs durchaus Einfluss auf die Vorgehensweise in einer Mission nehmen kann.

    Das Freischaltsystem fügt sich dadurch sinnvoll in die Kampagne ein. Neue Maschinen sind nicht nur Sammelobjekte, sondern eröffnen gleichzeitig neue Möglichkeiten für die bevorstehenden Einsätze. Zusammen mit den begrenzten Upgrade-Slots entsteht so eine angenehme zusätzliche Ebene bei der Vorbereitung der Missionen.

    Gamepad oder HOTAS?

    ACE COMBAT 8 lässt sich grundsätzlich sehr gut mit einem klassischen Gamepad spielen. Getestet wurde das Spiel auf der PlayStation 5 mit dem DualSense sowie am PC mit dem NACON Revolution Unlimited. Beide Controller wurden problemlos erkannt und konnten ohne zusätzliche Einrichtung verwendet werden.

    Zu Beginn haben wir die Standard-Steuerung verwendet. Diese ist bewusst zugänglich gehalten und eignet sich hervorragend für den Einstieg. Gerade wer bisher wenig Erfahrung mit Flugspielen hat, findet sich damit schnell zurecht. Die Maschine lässt sich direkt steuern und auch in hektischen Luftkämpfen bleibt die Kontrolle gut beherrschbar.

    Anschließend haben wir auf die Experten-Steuerung gewechselt. Hier wird die Steuerung deutlich anspruchsvoller, da der linke Stick stärker dem klassischen Flugzeug-Steuerknüppel nachempfunden ist. Gerade in Kombination mit dem HOTAS ist diese Einstellung aus unserer Sicht die bessere Wahl. Wer den T.Flight HOTAS NEO (zum Test) verwendet, sollte daher unbedingt die Experten-Steuerung ausprobieren.

    Überraschend gut funktioniert ACE COMBAT 8 allerdings auch mit einem normalen Gamepad. Selbst bei anspruchsvolleren Luftkämpfen lässt sich die Maschine präzise bewegen und gegnerischen Raketen kann man mit etwas Übung zuverlässig ausweichen. Wer keinen HOTAS besitzt, muss also keineswegs auf ein gutes Flugerlebnis verzichten.

    Der HOTAS macht das Spiel allerdings spürbar immersiver. Durch den separaten Schubhebel und den eigenständigen Steuerknüppel fühlt sich das Fliegen deutlich mehr nach einem echten Cockpit an. Gerade bei längeren Missionen entsteht dadurch ein anderes Spielgefühl, das hervorragend zur Präsentation von ACE COMBAT 8 passt.

    Bei der reinen Präzision ist der Unterschied dagegen kleiner als zunächst erwartet. Auch mit dem Gamepad lassen sich Flugmanöver sehr genau ausführen. Der entscheidende Vorteil des HOTAS liegt daher weniger darin, dass sich das Spiel plötzlich nur noch damit vernünftig steuern lässt, sondern vielmehr in der zusätzlichen Kontrolle und vor allem in der Immersion.

    Bereich Gamepad T.Flight HOTAS NEO
    Einstieg Wenig Eingewöhnung erforderlich Etwas Eingewöhnung erforderlich
    Steuerung Direkt und präzise Sehr direkt und differenziert
    Schubkontrolle Über Trigger Separater Schubhebel
    Yaw-Steuerung Über Gamepad Stick-Drehung oder Yaw-Hebel
    Präzision Sehr gut Sehr gut
    Immersion Gut Sehr hoch
    Komfort Sehr hoch Hoch

    ACE COMBAT 8 auf der PlayStation 5

    Auf der PlayStation 5 haben wir ACE COMBAT 8 sowohl mit dem DualSense als auch mit dem T.Flight HOTAS NEO gespielt. Dabei lag der Fokus bei den Grafikeinstellungen bewusst auf einer möglichst hohen Framerate. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In diesem Modus präsentiert sich das Spiel sehr ansprechend und läuft gleichzeitig angenehm flüssig.

    Gerade bei einem schnellen Flugspiel ist eine stabile Darstellung besonders wichtig. Wenn sich die eigene Maschine mit hoher Geschwindigkeit durch enge Täler bewegt oder mehrere Flugzeuge gleichzeitig am Himmel kämpfen, profitieren die Luftkämpfe deutlich von einer flüssigen Darstellung. Während unseres Tests konnten wir hier keine störenden Einbrüche feststellen. Auch die Ladezeiten fallen erfreulich kurz aus. Zwischen den einzelnen Spielabschnitten muss nicht lange gewartet werden, wodurch der Spielfluss kaum unterbrochen wird.

    Der DualSense passt ebenfalls sehr gut zum Spiel. Die klassische Controller-Steuerung funktioniert ohne Einschränkungen und auch die Rückmeldung des Controllers unterstützt das Fluggefühl. Wer ACE COMBAT 8 auf der PS5 spielt, benötigt also keinesfalls zusätzliches Zubehör, um das Spiel sinnvoll genießen zu können.

    Wer allerdings einen HOTAS besitzt, bekommt auf der PS5 noch einmal ein deutlich intensiveres Flugerlebnis. Gerade auf dem Sofa spielt der T.Flight HOTAS NEO seine flexible Bauweise aus und ermöglicht eine sehr komfortable Steuerung.

    ACE COMBAT 8 am PC

    Auch am PC hinterlässt ACE COMBAT 8 einen sehr guten technischen Eindruck. Für unseren Test kam ein System mit AMD Ryzen 9 7950X3D, Radeon RX 9070 XT und 32 GB Arbeitsspeicher zum Einsatz. Die Grafikeinstellungen wurden vom Spiel automatisch gewählt und lagen dabei bereits auf einem sehr guten Niveau.

    Das Ergebnis überzeugt sowohl optisch als auch bei der Performance. Die Darstellung wirkt detailliert und läuft während unseres Tests stabil. Gerade angesichts der teilweise aufwendigen Landschaften, der Wettereffekte und der zahlreichen Flugzeuge auf dem Bildschirm ist die Performance erfreulich konstant.

    Auch am PC wurden sowohl der NACON Revolution Unlimited als auch der T.Flight HOTAS NEO problemlos erkannt. Eine aufwendige Konfiguration war nicht erforderlich. Der HOTAS wird direkt vom Spiel erkannt und die vorgesehenen Bedienelemente sind bereits sinnvoll belegt.

    Damit zeigt sich ACE COMBAT 8 auf beiden Plattformen erfreulich unkompliziert. Wer einfach starten und fliegen möchte, kann Controller oder HOTAS anschließen und praktisch direkt loslegen.

    Eine beeindruckende Spielwelt

    Auch optisch kann ACE COMBAT 8 überzeugen. Die Landschaften gehören definitiv zu den Highlights des Spiels. Berge, Küsten und größere Wasserflächen wirken detailliert und sorgen insbesondere aus größerer Höhe für beeindruckende Panoramen.

    Auch die Vegetation kann sich sehen lassen. Wälder und bewachsene Landschaftsbereiche wirken ausreichend abwechslungsreich und tragen dazu bei, dass die Spielwelt aus der Luft nicht zu steril erscheint. Hinzu kommen markante Gebäude und größere Bauwerke, die sich gut in die jeweiligen Gebiete einfügen und bei niedrigen Überflügen für zusätzliche Orientierung sorgen.

    (Bildquelle: Bandai Namco Entertainment Europe)

    Bei den kleineren Details am Boden fällt allerdings auf, dass nicht jeder Bereich den gleichen Detailgrad erreicht. Abseits der auffälligen Landschaftsformen und wichtigen Gebäude wirkt die Umgebung teilweise etwas aufgefüllt. Wirklich störend ist das allerdings nicht. Schließlich verbringen wir den Großteil der Zeit nicht auf Straßenniveau, sondern mehrere hundert Meter über dem Boden und ein Kampfjet hat ohnehin wenig Grund, sich längere Zeit zwischen Wohnhäusern herumzutreiben.

    Insgesamt entsteht dadurch ein sehr stimmiger Eindruck. Besonders während der Missionen sorgt die Kombination aus detaillierter Landschaft, Wettereffekten, Geschwindigkeit und den zahlreichen Flugzeugen am Himmel für eine beeindruckende Kulisse.

    Sound und Sprachausgabe

    Auch akustisch liefert ACE COMBAT 8 eine starke Vorstellung ab. Die Geräusche der Flugzeuge, Waffen und Explosionen passen hervorragend zu den schnellen Luftkämpfen und tragen viel zur Atmosphäre bei.

    Besonders positiv fällt die Sprachausgabe während der Missionen auf. Während eines Luftkampfes erhalten wir laufend Informationen und Anweisungen von unseren Kameraden. Das wirkt nicht nur deutlich immersiver, sondern kann gleichzeitig dabei helfen, den Überblick über die aktuelle Situation und die Missionsziele zu behalten.

    Die Sprachausgabe liegt dabei auf Englisch vor, während deutsche Untertitel zur Verfügung stehen. Eine deutsche Synchronisation gibt es nicht. Gerade im hektischen Luftkampf sollte man allerdings nicht permanent auf die Untertitel schauen müssen, weshalb die gut verständlichen Funksprüche hier die bessere Lösung darstellen.

    Zusammen mit der Musik und den dynamischen Geräuscheffekten entsteht dadurch eine sehr stimmige akustische Kulisse, die hervorragend zur kinoreifen Inszenierung der Kampagne passt.

    Umfangreicher Multiplayer

    Neben der Kampagne bietet ACE COMBAT 8 einen deutlich umfangreicheren Online-Modus als seine Vorgänger. Im Mittelpunkt steht dabei die virtuelle Air Base, die als zentrale Lobby für bis zu 100 Spielerinnen und Spieler dient. Hier können sich Piloten treffen, miteinander chatten und ihre nächsten Einsätze vorbereiten. Auch eine virtuelle Spielhalle mit klassischen Bandai-Namco-Arcade-Spielen sowie eine Jukebox mit Musik aus früheren ACE-COMBAT-Teilen sind integriert.

    Der Multiplayer verfügt über ein eigenes Fortschrittssystem und separate Speicherdaten, sodass der Online-Fortschritt unabhängig von der Kampagne bleibt. Dank Cross-Play können PC-, PlayStation-5- und Xbox-Series-Spieler gemeinsam beziehungsweise gegeneinander antreten. Zusätzlich lässt sich ein eigener Avatar erstellen und im Laufe des Spiels mit freigeschalteten kosmetischen Gegenständen individuell gestalten.

    (Bildquelle: Bandai Namco Entertainment Europe)

    Kooperativ oder gegeneinander

    Für die regulären Online-Gefechte stehen mit Co-Op Assault und Co-Op Warfare zwei zentrale Modi zur Verfügung. In Co-Op Assault treten zwei Viererteams gemeinsam gegen computergesteuerte Gegner an. Unterschiedliche Missionsziele sollen dabei für Abwechslung sorgen und das gemeinsame Vorgehen in den Mittelpunkt stellen.

    Co-Op Warfare kombiniert dagegen PvE- und PvP-Elemente. Zwei Viererteams treten gegeneinander an, während gleichzeitig computergesteuerte Einheiten bekämpft werden müssen. Über Mechaniken wie Threat Level und Aces wird das Geschehen zusätzlich beeinflusst. Am Ende entscheidet die erreichte Gesamtpunktzahl über den Sieg.

    Gemeinsame Einsätze gegen besondere Gegner

    Für zusätzliche Abwechslung sorgen zeitlich begrenzte Online-Missionen. Bei den Scramble-Missionen tritt ein Viererteam beispielsweise gegen ein besonders gefährliches NPC-Luftgeschwader an. Noch größer fällt die Herausforderung bei den Emergency-Sortie-Missionen aus, bei denen sich bis zu acht Piloten gemeinsam gegen kolossale Waffen aus der Geschichte der ACE-COMBAT-Reihe stellen.

    Damit richtet sich der Online-Modus nicht ausschließlich an Spieler, die gegeneinander antreten möchten. Gerade die kooperativen Missionen bieten auch Fans der Kampagne die Möglichkeit, gemeinsam spektakuläre Luftkämpfe zu bestreiten. Zeitlich begrenzte PvP-Events mit 4-gegen-4-Gefechten oder Deathmatches mit bis zu acht Teilnehmern sollen zusätzlich regelmäßig für neue Herausforderungen sorgen.

    (Bildquelle: Bandai Namco Entertainment Europe)

    Die Air Base als sozialer Mittelpunkt

    Interessant ist dabei, dass die Air Base mehr als eine klassische Multiplayer-Lobby sein soll. Neben Chat und Matchmaking können sich Spieler dort auch abseits eines laufenden Einsatzes aufhalten. Über den Militärtrainingsmodus können beispielsweise bis zu fünf Personen gemeinsam trainieren. Weitere Air Bases lassen sich im Verlauf des Online-Fortschritts freischalten und dienen als zusätzliche Lobbys.

    Auch die eigene Ausstattung lässt sich weiterentwickeln. Die während der Online-Missionen verdiente Ingame-Währung kann im Versorgungsladen beziehungsweise ACE COMBAT STORE für neue Flugzeuge, kosmetische Anpassungen, Boosts und weitere Gegenstände eingesetzt werden. Damit verbindet ACE COMBAT 8 die klassischen Luftkämpfe mit einem eigenständigen Fortschrittssystem.

    Den Multiplayer selbst haben wir im Rahmen unseres Tests nicht ausführlich gespielt. Die umfangreiche Ausstattung zeigt allerdings, dass Bandai Namco den Online-Bereich deutlich stärker als festen Bestandteil des Gesamterlebnisses positioniert. Besonders die Kombination aus Cross-Play, kooperativen Missionen, PvP, der großen Air Base und wechselnden Events verspricht langfristig einiges an Abwechslung.

    Fazit

    ACE COMBAT 8: WINGS OF THEVE ist eine sehr gelungene Fortsetzung der traditionsreichen Flugkampfserie. Das Spiel bleibt seinen Wurzeln treu, entwickelt das Konzept aber an den richtigen Stellen weiter. Im Mittelpunkt stehen weiterhin spektakuläre Luftkämpfe und eine zugängliche Flugsteuerung, gleichzeitig sorgen zusätzliche Simulationselemente, das Fortschrittssystem und die große Auswahl an Flugzeugen für mehr Tiefe.

    Besonders die Kampagne kann überzeugen. Die abwechslungsreichen Missionen besitzen eine angenehme Länge, die Geschichte wird mit kinoreifen Zwischensequenzen erzählt und der steigende Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass die Herausforderung im späteren Verlauf zunimmt. Auch die zunehmend anspruchsvolleren KI-Gegner tragen dazu bei, dass die Luftkämpfe nicht langweilig werden.

    Das Flugmodell findet dabei einen guten Mittelweg zwischen Arcade und Simulation. Strömungsabriss und Vereisung sorgen für zusätzliche Tiefe, ohne den Einstieg unnötig kompliziert zu machen. Die großzügige Munitionsausstattung entspricht zwar nicht der Realität, passt aber hervorragend zum actionorientierten Spielprinzip.

    Auch bei der Steuerung zeigt sich ACE COMBAT 8 erfreulich flexibel. Mit dem Gamepad lässt sich das Spiel überraschend präzise und komfortabel spielen. Der HOTAS ist daher kein Muss, macht das Erlebnis aber deutlich immersiver. Besonders mit der Experten-Steuerung kommt das Gefühl eines echten Steuerknüppels deutlich stärker zur Geltung.

    Technisch hinterlässt das Spiel sowohl auf der PlayStation 5 als auch am PC einen sehr guten Eindruck. Die Grafik ist überzeugend, die Spielwelt aus der Luft beeindruckend und die Performance während unseres Tests stabil. Hinzu kommen kurze Ladezeiten und eine starke akustische Untermalung.

    Damit liefert ACE COMBAT 8 genau das, was man von einem modernen Teil der Serie erwartet: spektakuläre Luftkämpfe, eine packende Kampagne und eine beeindruckende Inszenierung. Wer Arcade-Flugspiele mag, bekommt hier ein umfangreiches und sehr unterhaltsames Gesamtpaket. Und wer einen HOTAS besitzt, kann das Flugerlebnis noch einmal deutlich intensivieren.

    Ace Combat 8: Wings of Theve wurde Game2Gether von Bandai Namco für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers oder Händlers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Alex
    Meine Leidenschaft für PC-Hardware begleitet mich seit meiner Jugend. Über viele Hardware-Generationen hinweg habe ich eigene Systeme aufgebaut, getestet und weiterentwickelt – später kamen auch Konsolen und Gaming-Equipment hinzu. Bei Game2Gether bin ich vielseitig unterwegs: von Hardware und Technik über Gaming und Reviews bis hin zu aktuellen News. Mein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Hardware, wobei mich vor allem die Technik hinter den Produkten und deren praktischer Nutzen interessieren.