Expeditions: Samurai – Vorschau / Preview

    Reist nach Japan und werdet zum Samurai. In Expeditions: Samurai erleben wir einen alternativen Zeitverlauf, verpackt in ein CRPG. Worum es im Spiel geht, wie sich Expeditions: Samurai spielt und ob sich ein Blick zum Early-Access-Start lohnt, haben wir uns bei Game2Gether genauer angeschaut.

    Story

    In Expeditions: Samurai schlüpfen wir in die Rolle des selbsterstellten Charakters Flynn. Das Setting ist eine alternative Zeitlinie, in der William Adams niemals England verließ und somit nie zum ersten europäischen Samurai wurde. Stattdessen erreichen wir mit unserer Crew nach einem Gefecht mit der portugiesischen Flotte das japanische Festland.

    Noch bevor unsere bunte Truppe richtig angekommen ist, werden wir in einen Bürgerkrieg hineingezogen, in dem unsere Entscheidungen das feudale Japan massiv mitprägen werden.

    Da sich das Spiel noch im Early Access befindet, ist der genaue Umfang der Story schwer abzuschätzen. Derzeit können Spieler 14 Orte besuchen, fünf Hauptquests sowie drei Nebenquests erledigen. Laut Roadmap soll dieser Umfang mit den nächsten Updates nach und nach erweitert werden.

    Gameplay

    Doch bevor wir uns in das feudale Japan aufmachen können, muss zunächst ein Charakter erstellt werden. Hier stehen uns einige Optionen zur Verfügung, von Geschlecht über Kopf- und Haaroptionen bis hin zu Tattoos. Die Anpassungsmöglichkeiten sind derzeit recht überschaubar, reichen jedoch aus, um Flynn seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Mit kommenden Patches soll die Auswahl hier noch ausgeweitet werden. Ist das Aussehen unseres Charakters festgelegt, können wir im Anschluss noch eine Klasse wählen. Hier stehen uns vier zur Auswahl: Guardian, Marauder, Scoundrel und Tactician.

    Die Klassen unterscheiden sich in ihren Stats, ihrer Schwierigkeit, Spielweise und Startausrüstung voneinander. So ist der Guardian etwa eine Tankklasse, welche an vorderster Front die Gegner auf sich zieht und mit mächtigen Angriffen Schaden austeilt.

    Haben wir alles gewählt, kann unsere Reise beginnen. Im „Tutorial-Level“ auf dem Schiff De Albatros bekommen wir die wichtigsten Mechaniken wie Schleichen, Dialoge und deren Konsequenzen, Skillchecks und die ersten Kämpfe beigebracht. Während das Schleichen in Echtzeit abläuft und dessen Erfolg unter anderem von der Geschwindigkeit abhängig ist, mit der wir unseren Charakter bewegen, laufen die Kämpfe CRPG-typisch rundenbasiert ab. Statt unseren Charakter wie etwa in Baldur’s Gate 3 und Co. frei bewegen zu können, wird die Karte hier in Hexagone aufgeteilt. Unsere Charaktere verfügen gleich zu Beginn über ein kleines Set aus Skills, mit denen wir entweder unseren Gegnern einheizen oder unsere Verbündeten unterstützen können.

    Im Kampf ist optimale Positionierung und der richtige Einsatz von Skills gefragt.

    So setzt der Marauder etwa auf gezielte Flintenschüsse aus der Entfernung. Skills sind unter anderem von der Wahl unserer Ausrüstung abhängig. Wer also etwa von der Flinte auf ein Schwert oder einen Bogen wechselt, bekommt im nächsten Kampf eine völlig neue Fähigkeitenpalette. Das sollte man beim Ausrüsten von Flynn und seiner Crew stets im Auge behalten, wenn man im Kampf nicht von fehlenden Skills überrascht werden möchte.

    Besonders auf den höheren der insgesamt vier Schwierigkeitsgrade sind die optimale Positionierung und der Einsatz der richtigen Skills entscheidend für den Sieg. Während Nahkämpfer problemlos in die Bresche springen können, sind Fernkämpfer verwundbarer. Gleichzeitig können sie die Rüstung der meisten Einheiten problemlos überwinden und massiv Schaden austeilen.

    Abseits davon können wir unseren Charakter in Dialogen nach unseren Wünschen prägen. Für gewöhnlich stehen mehrere Antwortmöglichkeiten und Fragen zur Auswahl. Man sollte jedoch beachten, dass sich jede Entscheidung auf das Vertrauen unserer Begleiter auswirkt. Davon gibt es insgesamt acht und jeder von ihnen hat eine eigene Geschichte zu erzählen, deren Zugang jedoch von unserem Vertrauenslevel abhängig ist. Sollte man also an der Geschichte eines bestimmten Charakters besonders interessiert sein, sollte man dessen Interessen und Werte bei den Dialogentscheidungen berücksichtigen.

    Für abgeschlossene Quests gibt es Erfahrungspunkte, welche wir in neue Perks und Charakter-Stats investieren können. So können wir etwa für unsere Charaktere die Möglichkeit freischalten, leichte oder schwere Rüstung zu tragen. Das Verbessern der Charakter-Stats wirkt sich wiederum auf Skillchecks aus und erleichtert etwa das Knacken von Schlössern.

    Die Werte und Fähigkeiten unseres Charakters lassen uns Einfluss auf die Gespräche nehmen.

    Expeditions: Samurai kann allein oder im Koop-Modus gespielt werden. Das hat auch leichte Auswirkungen auf die Geschichte. Während man im Singleplayer-Modus die Rolle von Kapitän Flynn übernimmt, spielt man im Koop-Modus ein Zwillingspaar. Spieler können zudem gleichzeitig mit Charakteren sprechen und sich bei Kämpfen und Schleichpassagen geschickt abstimmen, was noch mehr taktische Tiefe bietet.

    Ton & Technik

    Was spielerisch schon sehr vielversprechend klingt, wird auf Seiten der Technik etwas nach unten gezogen, denn hier steht sich das Spiel selbst im Weg. Die Kameraführung gestaltet sich hier und da als etwas sperrig, was besonders in Schleichpassagen problematisch ist, in denen auch die Sichtlinien und Positionen unserer Gegner entscheidend sind.

    Die UI gestaltet sich vor allem beim Einsatz eines Controllers etwas unintuitiv und schwerfällig. Besonders hier fallen die zahlreichen Untermenüs ins Gewicht und mindern den Spielfluss, da wir uns teilweise nur langsam durch die verschiedenen Menüs arbeiten können.

    Eine offene Welt gibt es nicht, stattdessen können wir die derzeit 14 Orte über die Karte direkt ansteuern. Diese ist liebevoll und malerisch gestaltet. Doch nicht nur die Oberlandkarte ist detailliert, auch die Spielwelt selbst glänzt mit kräftigen Farben, abwechslungsreichen Orten und vielen Details. Dem gegenüber stehen die oft steifen, nicht für Quests oder die Story relevanten NPCs in der Spielwelt. Diese stehen, sitzen oder liegen an fixen Punkten und bewegen sich so gut wie gar nicht. Dadurch wirken die ansonsten liebevoll gestalteten Areale etwas steif.

    Das Spiel hat noch ein paar Bugs. So konnten wir etwa durch Böden laufen, es gab vereinzelt schwebende Objekte und auch im Dialog hat sich der Ton manchmal überlagert. Zudem sind uns Kleinigkeiten aufgefallen, wie etwa fehlende Charakteranimationen beim Streicheln von Katzen. Abstürze konnten wir hingegen keine verzeichnen.

    Die Spielwelt glänzt mit Liebe zum Detail.

    Expeditions: Samurai ist bislang nur auf Englisch verfügbar. Das betrifft sowohl die Vertonung als auch Texte und UI. Ob und wann andere Sprachen nachgereicht werden, geht nach aktuellem Stand nicht aus der Roadmap hervor.

    Die Vertonung selbst ist hochwertig und trägt gut zur Immersion bei. Dabei sei angemerkt, dass das Spiel vollvertont ist. Zwar kann man nicht mit jedem NPC eine tiefgründige Unterhaltung führen oder diese gar ansprechen, dafür sind die questrelevanten NPCs umso zugänglicher.

    Die Musik setzt durch den Einsatz entsprechender Instrumente wie der Koto auf typische Klänge der Ära und bleibt dabei eher dezent im Hintergrund. Sie sorgt jedoch für zusätzliche Immersion und zieht uns weiter ins feudale Japan hinein. Während der Kämpfe nimmt die Intensität etwas zu und untermalt die Bedrohlichkeit des Geschehens passend.

    Expeditions: Samurai hat moderate Systemanforderungen. Wer sich als Kapitän Flynn in den japanischen Bürgerkrieg stürzen möchte, sollte auf dem PC Folgendes mitbringen:

    Mindestanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 10/11
    • Prozessor: Intel Core i5-8400K, AMD Ryzen 5 2600X
    • Arbeitsspeicher: 12 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1070, AMD Radeon RX Vega 56
    • Speicherplatz: 15 GB verfügbarer Speicherplatz

    Empfohlene Systemanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 10/11
    • Prozessor: Intel Core i5-12400, AMD Ryzen 5 5600
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce RTX 2060 Super, AMD Radeon RX 6700
    • Speicherplatz: 15 GB verfügbarer Speicherplatz

    Das Spiel wurde sowohl auf dem PC als auch auf dem Steam Deck getestet. Auch auf Valves Handheld läuft das Spiel bei mittleren Einstellungen mit etwa 30 FPS.

    Auf der Roadmap lässt sich der volle Umfang des Spiels bereits erahnen.

    Fazit

    Expeditions: Samurai hinterlässt zum Start des Early Access einen vielversprechenden Eindruck. Das taktische, rundenbasierte Kampfsystem bietet durch die verschiedenen Klassen, Skills und die Ausrüstung bereits einiges an taktischer Tiefe. Auch die Entscheidungen in Dialogen und das Vertrauenssystem der Begleiter sorgen dafür, dass wir unsere Reise durch das feudale Japan auf unterschiedliche Weise gestalten können. Abgerundet wird das Ganze durch eine stimmige Spielwelt und eine passende musikalische Untermalung.

    Noch nicht ganz auf der Höhe ist das Spiel hingegen bei der Technik. Die sperrige Kameraführung, die teilweise umständliche Menüführung mit Controller sowie kleinere Bugs trüben das ansonsten positive Gesamtbild. Auch der aktuell noch überschaubare Umfang sollte bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden.

    Wer taktische CRPGs mag und sich nicht an den typischen Kinderkrankheiten eines Early-Access-Titels stört, bekommt mit Expeditions: Samurai bereits jetzt einen interessanten Genrevertreter geboten. Wer hingegen ein rundes und umfangreiches Spielerlebnis erwartet, sollte die weitere Entwicklung abwarten.

    Expeditions: Samurai ist am 7. August auf dem PC in den Early Access gestartet. Wann dieser wieder verlassen wird, ist bislang noch nicht bekannt. Neugierig geworden? Anbei haben wir den aktuellen Trailer für euch:

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    Mehr Informationen

    Wir bedanken uns bei THQ Nordic und Campfire Cabal für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens Entwickler oder Publisher ist nicht erfolgt.

    Dennis Witzmann
    Seit meiner Jugend bin ich begeisterter Spieler. Ob PC oder Konsolen, ich bin überall Zuhause. Doch in den Bereichen MMO und JRPG findet man mich am meisten.