WD_BLACK C50 Expansion Card 1 TB – Test/Review

    In Zeiten immer größer werdender Spiele wird besonders in der Konsole Speicher schnell rar. Zum Glück bietet die aktuelle Konsolengeneration hier die Möglichkeit, den Systemspeicher mit vollwertigen Speichermodulen zu vergrößern. Microsoft setzt bei der Xbox Series X|S hierbei auf ein spezielles Format und WD_BLACK bietet mit der C50 hier nun auch kompatible Speichermodule in den Größen 512 GB und 1 TB an. Wir haben die WD_BLACK C50 mit 1 TB Speicher an einer Xbox Series X getestet.

    Vielen Dank an WD_BLACK für die Bereitstellung des Testmusters.

    Technische Daten:

    Da für die Xbox Series X|S ein spezieller Formfaktor der Speicher erforderlich ist, gibt es hier nur wenige Modelle zur Auswahl und WD_BLACK tritt so lediglich in Konkurrenz zu Seagate. Es handelt sich um keine intern installierbare SSD, sondern die SSD ist in Form eines Cartiages aufgebaut, quasi eine Art PCIe-Speicherstick. Dementsprechend spricht WD_BLACK hier auch von einer Erweiterungskarte. Diese wird über die Xbox Velocity Architektur eingebunden. Verfügbar ist die WD_BLACK C50 in den Größen 512 GB und 1 TB. Mit Blick auf die stetig wachsenden Spiele wäre es natürlich schön, wenn hier nach und nach noch größere Erweiterungskarten erscheinen werden.

    Anbindung: Xbox Velocity
    Kapazität: 512 GB, 1 TB
    Abmessungen (LBH): 55,6 mm x 31,6 mm x 7,7 mm
    Gewicht: 25 g
    Garantie: 5 Jahre

    Über WD_BLACK:

    Unter dem Markennamen WD_BLACK vertreibt Western Digital, ein Unternehmen mit langjährigen Erfahrungen im Bereich der Speichertechnologien, nun seit einigen Jahren speziell für das Gaming optimierte Speichersysteme. Dazu zählen aktuell für die Integration in PC-Systemen, NVMe-SSDs und PCIe-SSDs, sowie externe SSDs und HDDs für den Einsatz mit PC und Konsole. Neu im Portfolio ist auch eine Docking-Station für Gaming-Notebooks mit integrierter SSD.
    Neben der hohen Leistung ist auch das Design der Produkte an die Zielgruppe angepasst. Man erkennt die Produkte an der passend zum Markennamen schwarze Farbgebung und dem typischen Gehäuse-/Kühlkörperdesign. Ergänzt wird dieses bei einigen Produkten mit einer softwareseitig einstellbaren RGB-Beleuchtung.

    Verpackung und Lieferumfang:

    Die Umverpackung der WD_BLACK C50 folgt dem klar erkennbaren WD_BLACK-Design mit einem schwarzen Hintergrund und Text in Orange und Weiß. Optisch ist jedoch auch direkt erkennbar, dass es sich um ein Xbox-lizenziertes Produkte handelt, denn darauf weist ein Logo unten rechts auf der Vorderseite hin und an der Unterseite zieht sich ein grüner Streifen rings um die Umverpackung.

    Im Inneren wird die Erweiterungskarte durch einen Kunststoffblister geschützt, dabei ist die Schutzkappe nicht aufgesteckt, sondern findet sich links neben der Erweiterungskarte.

    Design und Verarbeitung:

    Auch die Erweiterungskarte selber zeigt eindeutig die Designsprache von WD_BLACK. Hier erkennen wir direkt das Industriedesign, welches wir auch von den SSD-Kühlkörpern oder externen Speichermedien kennen. Der Teil, der später aus dem Gehäuse der Xbox ragen wird, ist dabei entsprechend zum Farbschema von WD_BLACK in Schwarz gehalten, ebenso die Schutzkappe. Der Griffbereich der Erweiterungskarte erlaubt es auch ein Band anzubringen, um sie beim Transport nicht zu verlieren. Im eingesteckten Zustand wird der größte Teil der Erweiterungskarte in der Konsole stecken. Dieser Bereich ist aus Metall gefertigt und wird vermutlich als Heatspreader fungieren und die Abwärme der SSD so über eine Struktur in der Konsole abführen.

    Inbetriebnahme:

    Bei der Xbox muss man nicht wie bei der PlayStation das Gehäuse der Konsole öffnen, um die SSD dann fest zu verbauen. Sie ist als Erweiterungskarte ausgelegt und kann daher wie ein USB-Stick ein- und ausgesteckt werden. Daher ist die Montage schnell erledigt, denn die Erweiterungskarte muss nur in den freien Slot auf der Rückseite der Konsole gesteckt werden, der sich neben dem LAN-Anschluss befindet. Die WD_BLACK C50 fügt sich hier sehr gut in die Optik der Konsole ein. Fast schon schade, dass man durch die Positionierung an der Rückseite nichts von der Erweiterungskarte sieht.

    Einmal eingesteckt erscheint auf der Konsole direkt der Hinweis, ob man die Erweiterungskarte alleine an einer festen Konsole nutzen will oder ob man sie mitnehmen möchte. Denn die Erweiterungskarte bietet die praktische Möglichkeit auf diesem Weg Spiele nur einmal herunterladen zu müssen, selbst wenn man zwischendurch die Konsole wechseln sollte. Damit ist die Konfiguration auch schon abgeschlossen, ansonsten muss nichts konfiguriert werden. Auch ein Benchmark-Durchlauf zu Überprüfung der Eignung entfällt, da es nun lizenzierte Erweiterungskarten gibt.

    Leistungsfähigkeit:

    Das restriktive Vorgehen seitens Microsoft bei den Speicherweiterungen für die Xbox Series X|S hat einen Vorteil, denn so erscheinen nur Speichermedien, die auch wirklich die volle Leistungsfähigkeit der Xbox Velocity-Architektur unterstützen. Daher muss man sich auch keine großen Sorgen machen, dass Spiele von der Erweiterungskarte langsamer geladen werden, als vom internen Speicher der Xbox, denn diese sind in der Leistungsfähigkeit annähernd gleich aufgestellt. Microsoft selber hält sich zu den wirklichen Datenraten bedeckt, es gibt hier zwar einige Zahlen, die online kursieren, aber davon ist nichts bestätigt.

    Datentransfer:

    Beim Verschieben eines Spiels vom internen Speicher auf die Erweiterungskarte hat die Xbox eine Datenrate von 6 GB/s angezeigt. um dies zu überprüfen haben wir die Zeit gestoppt und die Speichergröße des Spiels durch diesen Wert dividiert. Für die Übertragung von 73,19 GB von der internen SSD auf die Erweiterungskarte haben wir 100 Sekunden gebraucht, was einen Durchschnittswert von 750 MB/s, entsprechend 5,85 Gbit/s, ergibt. Dementsprechend scheint die Konsole nicht die Übertragungsrate in Gigabyte pro Sekunde, sondern Gigabit pro Sekunde anzuzeigen. Für den umgekehrten Transfer, also von der Erweiterungskarte auf die interne SSD brauchten wir 155 Sekunden, was 484 MB/s entspricht. Ein Transfer auf die Erweiterungskarte läuft also deutlich schneller, wie ein Transfer auf die interne SSD. Die Ursache hierfür kann in der Datenrate der Quelle oder der Datenrate des Ziels liegen, naheliegend wäre in diesem Fall, dass die Erweiterungskarte eine höhere Schreibrate erlaubt, als die interne SSD.

    Bei unseren Transfertests wurde der aus dem Gehäuse ragende Teil der SSD nicht spürbar warm. Die Wärme scheint hier zuverlässig über die Metalloberfläche des eingesteckten Teils der Erweiterungskarte abgeführt zu werden.

    Im Spiel:

    In der Regel wird man natürlich nicht regelmäßig Daten zwischen der internen SSD und der Erweiterungskarte nur hin und her transferieren wollen, sondern auch direkt von der Erweiterungskarte spielen. Hier konnten wir in den Ladezeiten keine reproduzierbar messbaren Unterschiede feststellen. Es spielt sich von der Erweiterungskarte genau so, wie von der internen SSD.

    Fazit:

    WD_BLACK bietet mit der C50 eine hervorragende Erweiterungskarte für die Xbox Series X|S. Bei den Speichergrößen aktueller Spieletitel und dem notwendigen freien Speicher, für die regelmäßig ebenfalls großen Updates, ist eine Vergrößerung des doch recht begrenzten internen Speichers eine Wohltat. Optisch fügt sich die Erweiterungskarte unauffällig in das Design der Xbox ein. Durch das ansprechende Design macht sie aber auch neben der Konsole eine gute Figur. Nicht ganz unwesentlich, wenn man mehrere Erweiterungskarten nutzt oder die Erweiterungskarte als portabler Speicher dient, um eine Spieleinstallation mit zu einer anderen Konsole zu nehmen.
    Installation und Konfiguration sind dank der nahtlosen Einbindung in das Xbox System völlig unproblematisch und unterscheiden sich kaum von einem USB-Stick. Hier sind keine besonderen Hardware-Erfahrungen erforderlich.

    Aktuell (Stand: 26.09.2023) kostet die Erweiterungskarte mit einer Kapazität von 1 TB laut idealo.de ab 157,99 € zzgl. Porto und liegt damit in etwa gleich auf mit dem einzigen Konkurrenzprodukt. Natürlich enthält der Preis einen nicht grad unerheblicher Aufpreis für den speziellen Formfaktor der Erweiterungskarten im Vergleich zu M.2-SSDs, allerdings ist die Einbindung in die Konsole so auch deutlich einfacher, wie es bei der PlayStation gelöst ist. Wer also den knappen Speicher seiner Konsole erweitern möchte, ist hier goldrichtig.

    Die Xbox SSD C50 wurde Game2Gether von WD_BLACK für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers oder Händlers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Quelle: Produktseite WD_BLACK

    Alexander Schaaf
    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich bin hier eigentlich in allen Bereich aktiv. Mit einem Schwerpunkt auf Hardware.