EPOS H6PRO Headset – Test

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    Die dänische Marke EPOS hat mittlerweile Fuß gefasst im Bereich hochwertiger Gaming- Headsets. Kürzlich erschien das EPOS H6PRO in zwei unterschiedlichen Varianten. Eine davon stellen wir hier in unserem Test vor und zeigen euch die Vor- und Nachteile des edlen Stücks.

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    Testumgebung für das EPOS H6PRO

    Um das schicke Headset in all seinen Facetten unter die Lupe nehmen zu können, nutzen wir unterschiedliche Testumgebungen:

    • Sound & Voice auf Playstation 5
    • Sound & Voice auf Xbox Series S
    • Sound auf Nintendo Switch
    • Sound & Voice am PC (Skype, Zoom)
    • Sound & Voice am Smartphone (Telefonie, Google Duo)
    • Sound an Musikanlage
    So sieht es aus, wenn ihr die Packung öffnet. Schick & schlicht!

     

    Für den Test auf den Spielkonsolen Playstation 5, Xbox Series S und Nintendo Switch nutzen wir unterschiedliche Spiele (Call of Duty Vanguard, World of Warships: Legends, Mario Party Superstars), um Eindrücke bei der Tonwiedergabe und der Sprachqualität zu bekommen. Lediglich bei der Switch konnten wir keine Voice-Umgebung checken, da Nintendo ja leider nach wie vor keine gescheiten Sprachfunktionen anbietet.

    Am PC wechselte die Umgebung rein auf die Sprachfunktionen. Hier wollten wir wissen, wie gut unser Gegenüber die Qualität über die beiden Kommunikationsplattformen Skype und Zoom beurteilt. Gleiches gilt für unseren Einsatzort am Smartphone.

    Zu guter Letzt sollte das Headset zeigen, was es bei reiner Musikwiedergabe hergibt. Hierzu nahmen wir einen Saba Verstärker Modell 9240 aus den frühen 80er Jahren. Normalerweise hängen an ihm Klipsch Standboxen und/oder diese Edifier Regallautsprecher, für den Test mussten sie für das H6PRO (inkl. Adapterstecker) weichen. Als Audioquellen gab es CDs und Vinyl, von Klassik über Elektro bis Heavy Metal waren unterschiedliche Stile mit ebenso unterschiedlichen Dynamiken vertreten.

     

    Inhalt und technische Daten zum EPOS H6PRO

    Ihr habt die Wahl, denn das H6PRO gibt es in verschiedenen Ausführungen. Mit Blick auf die Farben könnt ihr euch zwischen Schwarz, Weiß und Dunkelgrün entscheiden. Alle Versionen gibt es in einer offenen und geschlossenen Version. Der Unterschied liegt in der Bauweise der Ohrmuschel. Während ihr bei der offenen Variante auch Geräusche aus der Umgebung mitbekommt, schirmt die geschlossene Version diese möglichst alle ab.

    Für unseren Test hier haben wir das Headset in der Farbe Weiß als geschlossene Version ausgesucht.

    Wenn man den Karton öffnet, erblickt man direkt das Headset in all seiner Strahlkraft. EPOS hält es minimalistisch, das Headset ist stabil und sicher in eine Schaumstoff-Umgebung eingehüllt – mehr soll es beim ersten Anblick auch nicht sein. Außerdem findet ihr in der Verpackung zwei Kabel: ein Standard-Klinkenkabel 3,5mm mit ca. 1,5m Länge und ein weiteres 3,5mm Doppel-Klinkenkabel für den PC, was etwa 2,5m lang ist.

    Art Over-Ear, geschlossen
    Impedanz 28 Ohm
    Frequenz Output 20-20000 Hz
    Frequenz Input 10-10000 Hz
    Anschlüsse 3,5mm Klinke
    Übertragungsart Kabel
    Gewicht ca. 320 Gramm
    Inhalt H6PRO Headset, 2x 3,5mm Kabel, Schnellanleitung

     

    Die Bügel des H6PRO bestehen aus Kunststoff, um das Eigengewicht zu reduzieren. Diese sind mit Kunstleder umgeben, wobei der Look an Wildleder erinnert. Gleiches gilt für beide Ohrmuscheln, die ebenfalls in diesen Mix eingefasst sind. Im Inneren der Muscheln setzt sich ein Stoffgeflecht fort. Zum Einsatz kommt Memory-Foam, der sich längst bei allen Arten von Headsets etabliert hat. Außerdem sind die beiden Verstellbügel aus leichtem Aluminium zwar auffallend glänzend, aber wenig dominant. Überhaupt ist das weniger-ist-mehr Gefühl allseits bemerkbar. Schlichte Eleganz steht hier im Fokus, ein Hinweis zu den Ursprüngen von Epos, der im Hause Sennheiser liegt.

    Der Mikrofonarm ist seitlich unterhalb der Ohrmuschel angebracht. Per Magnetverschluss ist dieser binnen einer Sekunde angebracht und auch wieder abmontiert. Sofern ihr das Headset als reinen Kopfhörer nutz, könnt ihr eine Abdeckung anbringen, so dass für Außenstehende nicht erahnbar ist, dass es sich hier eigentlich um ein Headset handelt. Der Magnet hat genügend Zugkraft, damit der Arm beim Verstellen nicht abgeht. Fürs Gaming könnt ihr das Mikro auch einfach nach oben heben, um euch zu muten. Als User bzw. Userin verrät euch ein sanfter Klickton, ob euer Mikro offen oder geschlossen ist. Auf der gegenüberliegenden Seite findet ihr ein graues Drehrad, mit dem ihr die Lautstärke lauter und leiser drehen könnt.

    Der bequeme Sitz des Headsets ist eine Klasse für sich. Das relativ geringe Eigengewicht in Kombination mit den weichen Ohrmuscheln lässt euch fast vergessen, dass ihr was auf dem Kopf sitzen habt.

    Memory Foam und weicher Stoff bieten perfekten Sitz
    Das Mikrofon samt Arm mit dezenten Applikationen
    Mittels Magnet hält das Mikro sicher an der seitlichen Hörmuschel

     

    Möchte man das EPOS H6PRO als reinen Kopfhörer nutzen, dann verdeckt ein kleiner Clip die Halterung des Mikros

     

    Die Größeneinstellung ist stufenlos regulierbar

     

    Lauter oder leiser: Einfach drehen

     

    Klingt gut und sitzt noch besser

    Gaming:

    Echte Freaks bevorzugen am PC ein Headset, das per USB angeschlossen wird. Schließlich wird es so möglich, über die hauseigene Software unterschiedliche Audio-Profile anlegen zu können, die bestenfalls auf das jeweilige Spiel abgestimmt sind. Für Spieler:innen an der Konsole entfällt dieser „Luxus“, ein Anschluss per 3,5mm Klinge ist hier der absolute Standard. Das EPOS H6PRO schlägt sich ganz wunderbar und zeigt, dass es auch ohne Konfiguration geht. Besonders bei Multiplayer-Shootern (Battlefield 2042 und Call of Duty Vanguard) konnten wir feindliche Aktivitäten jederzeit sicher lokalisieren. Wuchtige Soundeffekte (Motoren bei Forza 5, Geschützfeuer bei World of Warships: Legends) mit starken Bässen brachte das H6PRO klasse rüber und erzeugte ein Mittendrin-Feeling. Höhen, Mitten und Tiefen befinden sich also in guter Balance.

    Voice:

    Um die Sprachqualität zu testen, nutzen wir am Skype (PC, Smartphone), Zoom (PC, Smartphone) und über die Nintendo App auf dem Handy den Voice Chat. Auch hier eine nahezu einhellige Meinung: Unser Gegenüber verstand uns fast immer glasklar, die Stimmqualität bewerteten alle als natürlich. Einzig über die App von Nintendo gab es vereinzeltes Feedback über ein leichtes Rauschen. Nichts, was wirklich stört, aber mit einem anderen Headset gab es in der gleichen Session keine Auffälligkeiten.

    Musik:

    Ein ganz ähnlich positives Bild können wir dem EPOS H6PRO in puncto musikalische Wiedergabequalität bescheinigen. Egal, ob Streaming, CD oder Vinyl: Die Klangqualität ist top! Natürlich kann man das Headset auch hier überbelasten, etwa bei fetten Bässen in Kombination mit zu hoher Lautstärke. Am Anschlagpunkt angekommen wird es blechern und kratzig. Wohlgemerkt befinden wir uns hier im ungesunden Bereich, rein für den Test haben wir die Laustärke an ihre Grenzen gebracht.

    Die verschiedenen Stecker bzw. Anschlussmöglichkeiten
    Das Kabel sitzt tief im Anschluss – und somit bombensicher
    Die Verarbeitung aller Elemente ist wirklich toll
    Ob Playstation, Xbox oder Switch – das EPOS H6PRO harmoniert mit allen Konsolen hervorragend

     

     

    Fazit

    Das EPOS H6PRO ist ein verdammt schicker Allrounder unter den Headsets. Betörende Optik und eine erstklassige Verarbeitung lassen euch sofort wissen, dass ihr ihr ein ganz feines Stück Hardware auf den Ohren sitzen habt. Die Magnet-Mechanik macht im Handumdrehen aus dem Headset einen reinen Kopfhörer. Von Hause aus bietet das Epos H6Pro eine hervorragende Soundqualität und punktet nahezu identisch gut bei der Wiedergabe von Sprache.

    Zugegeben sind 179€ UVP kein Pappenstil. Wer Wert auf Verarbeitungsqualität setzt und damit leben kann, dass es „nur“ per 3,5mm Anschlüssen eingestöpselt werden kann, der sollte in jedem Fall einen Blick riskieren.

    offizielle Webseite EPOS H6PRO

    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur