Corsair Nightsword V2 Wireless SD im Test: Komfort-Maus mit Stream-Deck-Funktion – aber nicht ohne Kompromisse
Mit der Nightsword V2 Wireless SD wagt Corsair einen ungewöhnlichen Spagat: Die neue Gaming-Maus soll nicht nur ein präzises Eingabegerät für Spiele sein, sondern gleichzeitig zur kleinen Kommandozentrale für Gaming, Streaming und Produktivität werden. Dafür kombiniert Corsair eine ergonomische Rechtshänderform mit elf programmierbaren Eingaben, einem modernen 33.000-DPI-Sensor, 8.000-Hz-Hyper-Polling, drei Verbindungsarten und – als eigentliches Highlight – einer dedizierten Taste für das virtuelle Elgato Stream Deck.
Auf dem Papier klingt das nach einer ziemlich üppig ausgestatteten High-End-Maus. Gleichzeitig kostet die Nightsword V2 Wireless SD aktuell 129,99 Euro direkt bei Corsair. Damit tritt sie in eine Preisklasse ein, in der Käufer nicht mehr nur eine gute Maus erwarten, sondern ein wirklich durchdachtes Gesamtpaket. Und genau hier wird die neue Nightsword interessant: Technisch ist sie ausgesprochen modern, doch ausgerechnet gegenüber ihrem Vorgänger hat Corsair eine Funktion gestrichen, die die ursprüngliche Nightsword besonders gemacht hat.
Ein vertrautes Konzept, aber deutlich moderner:..
Die Nightsword-Familie war schon immer etwas anders als die typischen ultraleichten Esports-Mäuse. Statt möglichst wenig Material und möglichst wenig Gewicht steht hier die Ergonomie im Vordergrund. Die V2 setzt diese Philosophie fort. Mit Abmessungen von rund 130 × 78 × 41 Millimetern und einem Gewicht von etwa 89 Gramm ist sie keineswegs eine Leichtbau-Maus, sondern ein vergleichsweise substantielles Eingabegerät. Corsair richtet sie ausdrücklich an Rechtshänder und insbesondere an Nutzer aus, die eine Handballenauflage beziehungsweise eine ausgeprägte Daumenablage schätzen.
Genau diese Form dürfte letztlich stärker über die Kaufentscheidung bestimmen als die beeindruckenden technischen Daten. Wer große, ergonomisch geformte Mäuse bevorzugt, bekommt eine Konstruktion, die die Hand vergleichsweise natürlich aufnimmt. Die Daumenauflage verhindert, dass der Daumen permanent über das Mauspad schleift, während die leicht nach rechts geneigte Form eine klassische Palm-Grip-Haltung unterstützt. Auch für einen Claw Grip kann die Form funktionieren. Für einen ausgeprägten Fingertip-Grip ist sie dagegen naturgemäß weniger interessant.
Beim Gehäuse hat Corsair gleichzeitig einige optische Änderungen vorgenommen. Die auffälligen Vertiefungen des ursprünglichen Nightsword-Designs sind verschwunden. Stattdessen kommt die Oberfläche unter der Hand deutlich reduzierter daher, während strukturierte Bereiche an den Seiten zusätzlichen Halt bieten sollen. Das wirkt moderner und dürfte langfristig auch praktischer sein, weil sich tiefe Rillen naturgemäß schneller mit Staub und Hautpartikeln füllen können.
89 Gramm sind kein Leichtgewicht – und das ist Absicht:..
Der Trend bei aktuellen Gaming-Mäusen geht eindeutig in Richtung Gewichtsreduktion. Modelle unter 60 Gramm sind längst keine Ausnahme mehr, und manche Hersteller versuchen sogar, die 40-Gramm-Marke zu unterbieten. Die Nightsword V2 spielt dieses Spiel nicht mit. Mit rund 89 Gramm ist sie beinahe doppelt so schwer wie einige aktuelle Esports-Mäuse.
Das muss allerdings kein Nachteil sein. Im Gegenteil: Für viele Nutzer fühlt sich eine etwas schwerere, ergonomische Maus kontrollierter und souveräner an. Gerade bei Spielen, bei denen nicht ständig hektisch über das Mauspad gerissen wird, kann das zusätzliche Gewicht angenehm sein. Auch im Alltag – etwa beim Arbeiten, bei Bildbearbeitung oder beim Navigieren durch umfangreiche Anwendungen – kann die größere und stabilere Bauform Vorteile haben.
Interessanterweise fehlt der Nightsword V2 aber eine Funktion, die gerade dieses Gewicht besonders flexibel gemacht hätte: das variable Gewichtssystem des Vorgängers. Die ursprüngliche Nightsword RGB besaß mehrere Positionen für kleine Gewichte, sodass sich nicht nur das Gesamtgewicht, sondern auch die Balance der Maus verändern ließ. Corsair hat dieses System bei der V2 vollständig gestrichen.
Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Nightsword ihren Namen und ihre Identität gerade über dieses Feature mitdefiniert hatte. Eine neue Nightsword mit modernerem Sensor, Wireless-Technik und Stream-Deck-Integration ist technisch zweifellos fortschrittlicher – gleichzeitig ist sie weniger individuell konfigurierbar als das alte Modell.
Elf Tasten machen die Nightsword v2 zur Multifunktionsmaus:..
Bei der Anzahl der Eingaben spielt Corsair dagegen ganz vorne mit. Insgesamt stehen elf programmierbare Eingaben zur Verfügung. Neben den beiden Haupttasten gibt es das klickbare Mausrad inklusive Links-/Rechts-Neigung, eine zusätzliche Taste hinter dem Mausrad, drei seitliche Daumentasten sowie zwei weitere Tasten im vorderen Bereich, die standardmäßig zur DPI-Anpassung dienen.
Damit ist die Nightsword V2 deutlich vielseitiger als typische Shooter-Mäuse mit fünf oder sechs Tasten. Besonders bei MMOs, MOBAs, Strategiespielen oder komplexen Simulations- und Produktivitätsanwendungen kann eine solche Tastenvielfalt enorm praktisch sein. Auch für Streaming-Setups bietet sie sich an, weil häufig verwendete Aktionen direkt auf der Maus liegen können.
Das ist ein klassischer Zielkonflikt ergonomischer Gaming-Mäuse: Je mehr Funktionen man unterbringen möchte, desto schwieriger wird es, jede einzelne Taste eindeutig erreichbar zu machen. Bei der Nightsword V2 ist deshalb etwas Eingewöhnung nötig. Wer seine Maus ohnehin gerne individuell konfiguriert, dürfte die Tasten letztlich so belegen können, dass die Bedienung gut funktioniert. Die werkseitige Belegung ist dagegen nicht für jeden Nutzer optimal.
Optische Schalter und ein Sensor ohne echte Schwächen:..
Technisch gibt sich Corsair bei den Kernkomponenten keine Blöße. Die Nightsword V2 Wireless SD verwendet den Marksman-S-Sensor mit bis zu 33.000 DPI, einer Tracking-Geschwindigkeit von 750 IPS und einer Beschleunigung von bis zu 50 G. Das sind Werte, die für praktisch jeden normalen Gaming-Einsatz mehr als ausreichend sind.
33.000 DPI klingen zunächst nach einer Zahl, die hauptsächlich fürs Datenblatt interessant ist. In der Praxis werden die wenigsten Spieler tatsächlich mit einer derart hohen Empfindlichkeit spielen. Entscheidend ist vielmehr, dass der Sensor bei den üblichen DPI-Stufen präzise arbeitet und schnelle Bewegungen zuverlässig erkennt. Genau hier zeigt sich die Stärke der modernen High-End-Sensoren: Der Unterschied zwischen einem guten aktuellen Sensor und einem sehr guten aktuellen Sensor ist im normalen Gaming kaum noch wahrnehmbar.
Auch die optischen Hauptschalter passen zum Anspruch der Maus. Corsair gibt eine Lebensdauer von bis zu 100 Millionen Klicks an. Der Vorteil optischer Schalter liegt dabei nicht nur in der Haltbarkeit, sondern auch in der schnellen Erkennung der Betätigung. In der Praxis bescheinigen Tests den Haupttasten ein knackiges, direktes und hochwertiges Gefühl.
Damit ist die Nightsword V2 vor allem für Spieler interessant, die eine direkte Eingabe mögen, ohne dass die Tasten unangenehm hart oder schwammig wirken. Die Klickcharakteristik wird allerdings subjektiv immer etwas polarisieren. Wer besonders leise oder extrem leichtgängige Tasten bevorzugt, sollte die Maus vor dem Kauf möglichst selbst ausprobieren.
8.000 Hz: technisch beeindruckend, praktisch nicht für jeden relevant:..
Ein weiteres großes Schlagwort lautet 8.000-Hz-Hyper-Polling. Die Maus kann sowohl kabellos als auch kabelgebunden mit bis zu 8.000 Hz arbeiten. Damit wird die Position der Maus theoretisch bis zu 8.000-mal pro Sekunde an den Rechner gemeldet. Corsair weist allerdings selbst darauf hin, dass die tatsächliche Nutzung von 8.000 Hz von der CPU und dem jeweiligen System abhängt. Standardmäßig läuft die Maus deshalb zunächst mit 1.000 Hz.
Der technische Vorteil einer höheren Polling-Rate besteht darin, dass Bewegungen häufiger aktualisiert werden und sich die zeitliche Auflösung der Eingabe verbessert. Auf dem Papier klingt das nach einem gewaltigen Fortschritt. In der Realität ist der Unterschied zwischen 1.000 und 8.000 Hz allerdings wesentlich subtiler, als die Marketingzahlen vermuten lassen.
Wir konnten zwischen 1.000 und 8.000 Hz im praktischen Einsatz keinen großen Unterschied feststellen, obwohl die Maus unabhängig davon als ausgesprochen reaktionsschnell gilt. Das ist ein wichtiger Punkt: Die Nightsword V2 ist nicht deshalb eine gute Gaming-Maus, weil sie 8.000 Hz beherrscht. Sie ist eine gute Gaming-Maus, weil Sensor, Schalter, Funkübertragung und Mechanik insgesamt schnell und zuverlässig arbeiten.
Für ambitionierte Spieler mit sehr schnellen Monitoren, hoher Bildrate und entsprechend leistungsfähiger Hardware kann 8.000 Hz dennoch interessant sein. Für den überwiegenden Teil der Spieler ist es eher ein Zukunfts- beziehungsweise Enthusiasten-Feature als ein Muss.
Kabellos, Bluetooth oder Kabel: Die Konnektivität überzeugt:..
Deutlich praktischer als 8.000 Hz dürfte für viele Käufer die Tri-Mode-Konnektivität sein. Die Nightsword V2 kann per Corsair Slipstream Wireless mit 2,4 GHz, über Bluetooth oder klassisch per USB-C-Kabel betrieben werden. Damit eignet sie sich nicht nur für einen Gaming-PC, sondern kann beispielsweise auch mit einem Notebook oder einem zweiten Gerät verwendet werden.
Für den Gaming-Einsatz ist Slipstream Wireless die interessanteste Variante. Der mitgelieferte Adapter kann so positioniert werden, dass der Funkempfänger möglichst nah an der Maus steht. Zusätzlich lässt sich der Dongle bei Transporten direkt an der Maus verstauen. Das ist ein kleines Detail, das im Alltag deutlich praktischer sein kann als ein irgendwo im USB-Anschluss steckender Mini-Empfänger.
Die Funkverbindung selbst wird in den bisherigen Praxistests als zuverlässig und latenzarm beschrieben. Wir konnten selbst im 1.000-Hz-Modus keine auffällige Eingabeverzögerung feststellen.
Die Akkulaufzeit ist stark – aber 170 Stunden sind ein Idealwert:..
Corsair spricht von bis zu 170 Stunden im 2,4-GHz-Slipstream-Modus. Dieser Maximalwert gilt allerdings bei deaktivierter Beleuchtung und 1.000 Hz Polling. Mit aktivierter Beleuchtung und höherer Polling-Rate fällt die Laufzeit deutlich niedriger aus. Corsair nennt beispielsweise rund 42 Stunden bei 1.000 Hz mit LED-Beleuchtung und nur etwa 25,5 Stunden bei 8.000 Hz und aktivierter LED-Beleuchtung.
Das ist trotzdem kein schlechtes Ergebnis. Vielmehr zeigt es, wie stark moderne RGB-Beleuchtung und insbesondere hohe Polling-Raten den Energieverbrauch beeinflussen. Wer die Beleuchtung nicht benötigt und bei 1.000 Hz bleibt, dürfte nur selten zum Ladekabel greifen müssen.
Das eigentliche Highlight: Virtual Stream Deck direkt an der Maus:..
Die wohl ungewöhnlichste Funktion der Nightsword V2 ist ihre spezielle Stream-Deck-Starttaste. Ein Druck auf die entsprechende Taste öffnet das virtuelle Stream Deck von Elgato direkt auf dem Bildschirm. Dadurch wird die Maus gewissermaßen zu einer Erweiterung des Stream-Deck-Ökosystems.
Das Konzept ist durchaus clever. Ein klassisches Stream Deck benötigt zusätzliche Hardware auf dem Schreibtisch. Bei der Nightsword V2 erscheint stattdessen eine virtuelle Oberfläche auf dem Monitor, über die zahlreiche Aktionen ausgelöst werden können. Corsair positioniert das Ganze ausdrücklich nicht nur für Streamer, sondern auch für Gaming und Produktivität.
In Spielen könnten beispielsweise Inventaraktionen, Fähigkeiten, Makros oder Profilwechsel hinterlegt werden. Beim Streaming lassen sich Szenen, Audiofunktionen oder andere Stream-Deck-Aktionen aufrufen. Und im Büro kann die virtuelle Oberfläche beispielsweise Programme starten, häufig verwendete Befehle ausführen oder Workflows vereinfachen.
Das macht die Nightsword V2 zu einer ungewöhnlich flexiblen Maus. Allerdings ist die Stream-Deck-Funktion gleichzeitig kein Feature, das jeder Nutzer braucht. Wer ausschließlich kompetitive Shooter spielt und möglichst wenige Ablenkungen möchte, dürfte von der virtuellen Kommandozentrale kaum profitieren. Wer dagegen ohnehin Elgato beziehungsweise Stream Deck nutzt oder viele wiederkehrende Aktionen automatisieren möchte, bekommt einen echten Mehrwert.
Genau deshalb ist die Nightsword V2 weniger eine klassische „bessere Gaming-Maus“ als vielmehr eine Hybridlösung zwischen Gaming-Peripherie und Produktivitätswerkzeug.
Web Hub statt Software-Zwang:..
Eine weitere interessante Neuerung betrifft die Konfiguration. Corsair ermöglicht die Anpassung der Maus über den browserbasierten Corsair Web Hub, sodass nicht zwingend eine klassische Softwareinstallation erforderlich ist. DPI-Werte, Tastenbelegung und Makros können darüber angepasst werden.
Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Gerade bei Gaming-Peripherie ist es inzwischen üblich, dass Hersteller für jede Kleinigkeit eine umfangreiche Hintergrundsoftware installieren möchten. Ein browserbasierter Konfigurator ist wesentlich unkomplizierter, insbesondere wenn man ein Gerät nur gelegentlich konfigurieren möchte.
Gleichzeitig ist der Web Hub zum Start noch nicht in allen Bereichen so umfangreich wie eine ausgewachsene Peripherie-Suite. Corsair kündigt zusätzliche Funktionen wie Anpassungen der Lift-Off-Distanz, Ripple Control und Motion Sync erst für die Zukunft an. Für die grundlegende Konfiguration reicht das Angebot bereits aus. Wer allerdings sehr tief in Sensorparameter, Profile und Spezialfunktionen einsteigen möchte, sollte im Hinterkopf behalten, dass die Plattform noch weiterentwickelt wird.
Und dann ist da noch die fehlende Gewichtsverstellung:..
Die größte Kritik an der Nightsword V2 ist für mich weniger eine technische Schwäche als eine Frage der Produktpositionierung. Corsair hat eine neue Nightsword entwickelt, die technisch fast alles bietet, was man von einer modernen High-End-Gaming-Maus erwartet. Doch gleichzeitig wurde ausgerechnet jenes Feature gestrichen, das die ursprüngliche Nightsword von vielen Konkurrenten unterschied.
Die Gewichtsverstellung war keine belanglose Spielerei. Nutzer konnten damit die Balance der Maus an ihre persönlichen Vorlieben anpassen. Gerade bei einer ergonomischen Maus mit vergleichsweise hohem Grundgewicht hätte eine solche Möglichkeit hervorragend zur Produktidee gepasst.
Stattdessen ist die V2 nun eine deutlich konventionellere Gaming-Maus. Sie ist technisch schneller, kabellos und deutlich moderner ausgestattet, aber eben weniger individuell. Wir denken das die Entfernung des Gewichtssystems deshalb als einen wesentlichen Rückschritt und kommen insgesamt zu dem Urteil, dass die Maus dadurch weniger eigenständig wirkt.
Das ist vermutlich der wichtigste Punkt, den Käufer kennen sollten: Die Nightsword V2 ist nicht einfach die ursprüngliche Nightsword mit besserer Hardware. Sie ist konzeptionell ein etwas anderes Produkt.
Für wen lohnt sich die Nightsword V2 Wireless SD:..
Die Zielgruppe lässt sich relativ klar eingrenzen. Wer eine ergonomische Rechtshändermaus mit Daumenauflage sucht und Wert auf viele programmierbare Eingaben legt, bekommt mit der Nightsword V2 ein sehr leistungsfähiges Gesamtpaket. Die Maus eignet sich besonders für Nutzer, die nicht nur Shooter spielen, sondern auch MMOs, Strategiespiele oder andere Titel mit vielen Befehlen nutzen.
Noch interessanter wird sie für Streamer und Power-User. Die Kombination aus elf Eingaben und Virtual Stream Deck kann den Funktionsumfang enorm erweitern, ohne dass ein physisches Stream Deck zwingend auf dem Schreibtisch stehen muss. Auch für die tägliche Arbeit kann das Konzept sinnvoll sein.
Weniger attraktiv ist die Nightsword dagegen für Spieler, die möglichst leichte Mäuse bevorzugen. Wer von einer 50-Gramm-Maus kommt, wird die 89 Gramm wahrscheinlich deutlich spüren. Ebenso sollten Nutzer mit Fingertip-Grip eher zu einer flacheren, leichteren Form greifen. Linkshänder müssen ebenfalls passen, denn die Nightsword V2 ist konsequent auf Rechtshänder ausgelegt.
Auch wer bereits eine funktionierende Nightsword RGB besitzt, hat weniger Gründe für ein Upgrade, als man zunächst denken könnte. Sensor, Wireless-Funktionalität, Akkulaufzeit und Software sind zwar deutliche Modernisierungen, aber das weggefallene Gewichtssystem kann für bestehende Besitzer ein echter Grund sein, beim alten Modell zu bleiben.
Fazit: Eine starke Maus mit einem ungewöhnlichen Extra:..
Die Corsair Nightsword V2 Wireless SD ist eine interessante Gaming-Maus, gerade weil sie nicht versucht, dem aktuellen Trend zur maximalen Gewichtsreduzierung hinterherzulaufen. Stattdessen setzt Corsair auf Ergonomie, viele Eingaben, lange Akkulaufzeit und einen Funktionsumfang, der Gaming und Produktivität miteinander verbindet.
Der Marksman-S-Sensor mit 33.000 DPI ist technisch mehr als ausreichend, die optischen Schalter überzeugen mit direktem Feedback und die Slipstream-Funkverbindung bietet eine moderne, schnelle Wireless-Lösung. Dazu kommen Bluetooth, USB-C, bis zu 8.000 Hz Polling und eine theoretische Akkulaufzeit von bis zu 170 Stunden. Auf der technischen Seite gibt es deshalb wenig Anlass zur Kritik.
Das Alleinstellungsmerkmal ist aber ohne Frage die Stream-Deck-Taste. Sie macht aus einer normalen Gaming-Maus ein wesentlich vielseitigeres Eingabegerät. Für Streamer und Nutzer, die viele Aktionen automatisieren möchten, kann das ein ausgesprochen praktisches Feature sein. Für den klassischen Shooter-Spieler ist es dagegen eher ein nettes Extra.
Die größte Schwäche liegt deshalb ausgerechnet in der Produktstrategie. Bei 129,99 Euro ist die Nightsword V2 kein Schnäppchen, und für diesen Preis muss sie sich gegen eine große Auswahl etablierter High-End-Mäuse behaupten. Gleichzeitig fehlt ihr die einstellbare Gewichtsverteilung des Vorgängers, während die Positionierung der Daumentasten nicht perfekt gelungen ist.
Unterm Strich ist die Nightsword V2 Wireless SD deshalb eine sehr gute ergonomische Gaming-Maus, aber keine uneingeschränkte Empfehlung für jeden Spieler. Ihre eigentliche Stärke liegt nicht darin, dass sie in einer einzelnen Kategorie alles übertrifft. Sie überzeugt vielmehr als Gesamtpaket aus komfortabler Maus, Wireless-Gaming-Gerät und virtuellem Stream Deck.
Wer genau diese Kombination sucht, bekommt eine ausgesprochen spannende Alternative. Wer dagegen einfach nur die schnellste, leichteste und kompromissloseste Gaming-Maus für kompetitive Shooter möchte, findet für das Geld wahrscheinlich passendere Lösungen.
Mein persönliches Urteil:..
Die Nightsword V2 Wireless SD ist technisch modern, komfortabel und ungewöhnlich vielseitig. Die Stream-Deck-Integration ist tatsächlich mehr als ein Marketing-Gimmick, sofern man sie nutzt. Der Wegfall der variablen Gewichtsverteilung und einige ergonomische Detailprobleme verhindern allerdings, dass aus der guten Maus eine wirklich herausragende Neuauflage der Nightsword wird. Corsair hat hier weniger eine perfekte V2 des Originals gebaut als eine interessante Neuinterpretation – und genau das macht sie zugleich spannend und etwas schwerer zu empfehlen.

