Das Lexar THOR RGB DDR5-6000 32GB Kit im Test

    Mit der THOR RGB DDR5-Serie betritt Lexar einen Markt, der traditionell von etablierten RAM-Herstellern wie Corsair, G.Skill oder Kingston dominiert wird. Während Lexar ursprünglich vor allem für Flash-Speicherprodukte bekannt war, versucht das Unternehmen seit einigen Jahren, auch im DRAM-Segment Fuß zu fassen. Die THOR RGB DDR5-Serie ist dabei klar auf Gaming- und Enthusiasten-Systeme ausgerichtet und kombiniert moderne DDR5-Technologie mit auffälliger RGB-Beleuchtung und einem vergleichsweise aggressiven Preis-Leistungs-Ansatz.

    Vielen Dank an Lexar für die Bereitstellung des Testmusters.

    Über Lexar:..

    Das Unternehmen gibt es nun seit über zwei Jahrzehnten und hat sich stetig weiterentwickelt – von einem Startup hin zu einer Marke, die andere Unternehmen aufkaufte, ihre Marktanteile ausbaute und ihr Produktportfolio erweiterte. Lexar ist aktuell auch kaum zu stoppen und haut einen Banger nach dem anderen raus. Stand aktuell 26.03.2025… die neuen RAM-Kits Ares RGB mit CL26/CL28, die neue Hoffnung am Overclockingmarkt.

    Technische Daten:..

    Schon ein Basis-DDR5-Kit mit 4800 MT/s übertrifft in puncto Datenübertragungsrate die meisten DDR4-Module deutlich. Wirklich mithalten können hier nur hochwertige DDR4-Kits mit ausgezeichneten Speicherchips und Overclocking-Potenzial. Zwar bietet DDR5 insgesamt höhere Bandbreiten, dies geht jedoch oft mit gesteigerten Latenzen einher. Ohne aktiviertes XMP/EXPO-Profil arbeiten viele DDR5-Kits mit nur 1,1 Volt – ein Vorteil gegenüber DDR4 in Sachen Energieeffizienz. Dazu trägt auch die Integration des PMIC (Power Management Integrated Circuit) direkt auf dem Modul bei, was zudem die Signalqualität verbessert. On-Die-ECC (ODECC) ermöglicht darüber hinaus das Erkennen und Korrigieren von Speicherfehlern.

    Wir sind gespannt, wie sich das Lexar THOR RGB DDR5-6000 32GB Kit in unserem Test schlagen wird. Zum Vergleich haben wir weitere 32 bis 64-GB-Kits mit 6000 MT/s herangezogen. Und auch ein 6400er, 7200er und 8000er Kit liegen parat. Und ich spoiler schon mal vorweg, ihr werdet euch wundern, was das Lexar RAM-Kit zu leisten imstande ist.

    Die Integration von PMIC (Power Management Integrated Circuit) direkt auf dem Modul ist ein wesentlicher Unterschied zu DDR4. Sie ermöglicht eine präzisere Spannungsregelung und trägt zur Stabilität bei – besonders beim Overclocking.

    Technologie: DDR5
    Geschwindigkeit: DDR5-6000 MT/s
    PC-Geschwindigkeit: PC5-48000U
    Kapazität: 2x 16 GB
    Modultyp: UDIMM
    Latenzen: 38-48-48-96
    Spannung: 1.35 V
    Garantie: 10 Jahre in Deutschland
    Modellnummer: LD5U16G60C38BG-RGD

    Verpackung und Lieferumfang:..

    Schon auf den ersten Blick wirkt die Verpackung typisch für DRAM-Produkte: kompakt, leicht und ohne überflüssige Größe. Lexar setzt hier nicht auf besonders aufwendige Premium-Verpackungen mit magnetischen Klappmechanismen oder dicken Kartonlagen, wie man sie teilweise von High-End-Serien anderer Hersteller kennt. Stattdessen kommt ein schlichter Karton zum Einsatz, der die wichtigsten Produktinformationen direkt auf der Vorderseite präsentiert. Dazu gehören in der Regel die Speicherkapazität, die Taktfrequenz (z. B. 6000 MT/s) sowie Hinweise auf RGB-Beleuchtung und XMP-/EXPO-Unterstützung.

    Im Inneren findet man die Module selbst üblicherweise in einer transparenten Kunststoff-Blisterverpackung. Diese erfüllt ihren Zweck sehr zuverlässig: Sie schützt die empfindlichen RAM-Riegel vor mechanischen Einflüssen, statischer Aufladung und Transportschäden. Gerade bei DDR5-Modulen, die durch ihre höhere Integrationsdichte etwas empfindlicher sein können, ist dieser Schutz wichtig. Lexar folgt hier einem bewährten Industriestandard, der sich seit Jahren etabliert hat.

    Was den Lieferumfang betrifft, fällt dieser bewusst minimalistisch aus – was allerdings in dieser Produktkategorie völlig normal ist. Neben den beiden RAM-Modulen selbst (bei einem typischen 32-GB-Kit bestehend aus 2×16 GB) liegt in der Regel lediglich ein kleines Informationsblatt oder eine Kurzanleitung bei. Diese enthält grundlegende Hinweise zur Installation sowie Informationen zu Garantie und Support. Eine ausführliche gedruckte Anleitung sucht man hingegen vergeblich, was jedoch kein wirklicher Nachteil ist, da der Einbau von RAM ohnehin zu den einfachsten Upgrades im PC-Bereich gehört.

    Design und Verarbeitung:..

    Optisch setzt der Lexar THOR RGB stark auf Gaming-Ästhetik. Der RAM ist mit einer dynamischen RGB-Beleuchtung ausgestattet, die sich individuell anpassen lässt. Laut Hersteller soll dies eine „immersive Gaming-Erfahrung“ unterstützen. Das Design selbst ist relativ kantig und aggressiv gehalten, was gut zu typischen Gaming-PC-Builds passt. Besonders interessant ist der Low-Profile-Ansatz mit nur etwa 40 mm Höhe, wodurch der RAM auch in kompakteren Builds oder bei großen CPU-Kühlern keine Probleme verursacht.

    Der Heatspreader besteht aus Aluminium und ist etwa 1,6 mm dick, was für eine solide Wärmeableitung sorgt. In der Praxis bedeutet das: Auch unter Last bleibt der RAM thermisch stabil, ohne dass zusätzliche Kühlung notwendig ist.

    Performance:..

    Für den Performance-Test haben wir den RAM in folgendem System verbaut und den dort genutzten RAM als Vergleichswert angesetzt:

    CPU: AMD Ryzen 5 8600G
    CPU-Kühler: Alphacool Core Ocean T38 AIO 360mm
    Mainboard: ASUS ROG STRIX B850-I Gaming WiFi
    RAM: Lexar THOR RGB DDR5-6000 CL38
    GPU: N/A
    PSU: Corsair RM750e
    m.2-SSD: Lexar NM790
    Gehäuse: Mainboardkarton 🙂
    OS: Windows 11

     

    Für spezielle RAM-Tests ist die Auswahl an Benchmark-Tools insgesamt recht überschaubar. Wir haben uns hier für folgende Tools entschieden:

    • AIDA64
      Sicherlich eins der umfangreichsten System-, Diagnose- und Benchmark-Programme, die verfügbar sind. Hier sind Benchmarks für verschiedene Hardwarekomponenten separat möglich, unter anderem auch für den Arbeitsspeicher.
    • MaxxMem²
      Dieses Benchmark-Tool konzentriert sich rein auf die Überprüfung von Arbeitsspeicher. Neben der Lese- und Schreibgeschwindigkeit kann man hier auch die Zugriffszeiten messen.
    • Passmark Performance Test
      Auch Passmark ist ein umfangreiches System-, Diagnose- und Benchmark Programm. Es lassen sich alle zentralen Komponenten eines PC-Systems testen und auch zum Arbeitsspeicher werden mehrere Werte erfasst.

    Prinzipiell gibt es natürlich auch einen Effekt des RAMs auf Benchmark-Ergebnisse in CPU lastigen Tools, wie beispielsweise Cinebench. Jedoch ist dieser Effekt teilweise < 1 % und liegt somit im Bereich der Schwankung zwischen einzelnen Durchläufen. So auch in unseren Tests mit diesem RAM-Kit. Daher gehen wir hierauf nicht weiter ein.

    Benchmark-Durchläufe:..

    Nachfolgend schauen wir uns die Ergebnisse der Benchmark-Durchläufe im Standard-Betrieb an. Die eingestellten Timings sind ebenfalls in der Tabelle mit eingetragen. Als Vergleich haben wir diverse andere RAM-Kits mit im Test aufgenommen und in eine kleine übersichtliche Tabelle gepackt. Zusätzlich auch noch unser altes optimiertes DDR4 Kit vom Projektsystem. Vergleichswerte JEDEC vs. EXPO Profil.

    AIDA64:..
    RAM-Konfiguration Lesen Schreiben Kopieren Latenz
    Corsair Vengeance
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 40-40-40-77
    78.080 MB/s 82.580 MB/s 70.059 MB/s 72,7 ns
    Kingston Fury Renegade
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 32-38-38-82
    79.064 MB/s 83.879 MB/s 73.471 MB/s 71,3 ns
    Lexar ARES Gen2 RGB
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 26-36-36-68
    75.773 MB/s 93.477 MB/s 77.443 MB/s 60,2 ns
    Lexar THOR RGB
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 38-48-48-96
    75.562 MB/s 93.494 MB/s 74.259 MB/s 67,0 ns
    Crucial Ballistix Max
    3733 MT/s (PC4-32000U)
    Timings: 15-16-16-38
    57.252 MB/s 56.643 MB/s 53.997 MB/s 60,1 ns
    MaxxMem²:..
    RAM-Konfiguration Lesen Schreiben Kopieren Latenz
    Corsair Vengeance
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 40-40-40-77
    54.575 MB/s 44.960 MB/s 64.682 MB/s 89,1 ns
    Kingston Fury Renegade
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 32-38-38-82
    58.499 MB/s 43.937 MB/s 65.246 MB/s 88,7 ns
    Lexar ARES Gen2 RGB
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 26-36-36-68
    63.463 MB/s 39.301 MB/s 74.109 MB/s 62,7 ns
    Lexar THOR RGB
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 38-48-48-96
    58.245 MB/s 39.166 MB/s 70.512 MB/s 70,9 ns
    Crucial Ballistix Max
    3733 MT/s (PC4-32000U)
    Timings: 15-16-16-38
    43.247 MB/s 29.297 MB/s 59.389 MB/s 67,6 ns

    Passmark:..

    RAM-Konfiguration Rank
    Corsair Vengeance
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 40-40-40-77
    4062
    Kingston Fury Renegade
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 32-38-38-82
    4162
    Lexar ARES Gen2 RGB
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 26-36-36-68
    4152
    Lexar THOR RGB
    6000 MT/s (PC5-48000U)
    Timings: 38-48-48-96
    3917
    Crucial Ballistix Max
    3733 MT/s (PC4-32000U)
    Timings: 15-16-16-38
    3901
    Auswertung der Benchmarks:..

    Im direkten Leistungsvergleich wird klar, dass DDR5 gegenüber DDR4 einen deutlich höheren Datendurchsatz bietet. Zum Vergleich wurde ein optimiertes DDR4-RAM-Kit von Crucial herangezogen. Innerhalb der DDR5-Kategorie haben wir drei unterschiedliche DDR5-6000-Kits mit abweichenden Latenzen getestet: Das Corsair-Kit mit CL40-40-40 und das Kingston-Kit mit CL32-36-36 und ein weiteres Lexar Kit mit CL26. Ohne manuelle Anpassungen lieferten die Kits ähnlich starke Ergebnisse. Am Endepositioniert sich das Lexar THOR RGB Kit ziemlich auf der gleichen Ebene. Nur dem Lexar ARES Gen2 RGB unterliegen die Kits.

    Fazit:..

    Lexar liefert mit dem 32 GB (2×16 GB) DDR5-6000 Kit ein Kit, welches vor Leistung nur so strotzt. Preislich im Vergleich zu anderen DDR5 6000 MT/s Kits eher teuer. Für den begeisterten Hardwareanwender ist dieses Kit ideal geeignet, da es eine hohe Kompatibilität mit einer Vielzahl von Mainboards bietet. Einstecken, XMP oder EXPO aktivieren – und das System läuft stabil. Und das Kit ist für 6000 MT/s richtig flott unterwegs.

    Aktuell ist das RAM-Kit laut geizhals.de (Stand: 09.04.2026) ab 669,00 € (zzgl. Porto) erhältlich. Nicht gerade ein Schnäppchen. Wer sich nicht mit BIOS-Settings herumägern möchte um seinen RAM, deutlich außerhalb der Spezifikationen betreiben möchte, für den ist das Lexar Kit genau das richtige, auspacken, einstecken und EXPO Profil laden und ein solides und performantes RAM-KIT genießen. Preislich muss man aber auch sagen, dass es das Kit aktuell nirgends zu kaufen gibt und regulär um die 100 Euro kosten dürfte.

    AWARD

    Das THOR RGB DDR5-6000 32GB Kit wurde game2gether von Lexar für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers oder Händlers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Weitere Hardware-Reviews findest Du hier -> KLICK

    Patrick
    Nun bin ich knapp 10 Jahre bei game2gether als Autor tätig und berichte über aktuelle Spiele und teste diese auch. Die Projektleitung habe ich vor knapp 7 Jahren übernommen. Mein Hauptaufgabenbereich ist hier die Hardware-Redaktion und das PR-Management. Online erkennt man mich unter dem Pseudonym "eXilitY", "Dr. Radical" oder "RaketenJohnny"