beyerdynamic MMX300 2nd Generation – Test / Review

    Einleitung:..

    Jeder der viel Wert auf einen guten Klang legt, dem wird die Firma beyerdynamic sicher nicht Fremd sein. Höchste Qualität und Ansprüche der Marktführer zu sein sind nur zwei Dinge die beyerdynamic auszeichnen. Bei beyerdynamic gibt es für jedermann das Passende, egal ob High-End Hifi Kopfhörer, Gaming Headset oder Kopfhörer und Mikrofone für Mixing und Studiomonitoring. Wir haben nun aktuell gleich zwei Modelle im Test und werden diese auch miteinander vergleichen. In dieser Review testen wir die zweite Generation vom beyerdynamic MMX300 Gaming Headset, welches einen sehr guten Ruf durch die erste Generation hat, doch ist die zweite Generation viel besser? Dies werden wir nun in diesem Test herausfinden.

    Vielen Dank an beyerdynamic für die Bereitstellung der Testmuster um diesen Vergleich zu ermöglichen. Vergleichen werden wir das MMX300 im Übrigen mit dem DT 990 Pro 250 Ohm.

    Über beyerdynamic:..

    Mit dem Tonfilm fing alles an: 1924 gründete der Elektroingenieur Eugen Beyer in Berlin sein eigenes Unternehmen – um Kinolautsprecher zu bauen. Die damals üblichen Grammophone genügten nur bescheidenen akustischen Ansprüchen und der Audiopionier sah eine Chance, den aufkommenden Tonfilm auch klanglich zum Erlebnis zu machen. Seine „Elektrotechnische Fabrik Eugen Beyer“ legte den Grundstein für einen der weltweit führenden Hersteller von Kopfhörern, Mikrofonen und Konferenzsystemen – und für die heutige beyerdynamic GmbH & Co. KG.

    Das Unternehmen entwickelte sich vom Start weg prächtig, denn Töne spielten im Deutschland der 1920er- und 1930er-Jahre eine zunehmend wichtigere Rolle. Der öffentliche Rundfunkbetrieb hatte begonnen und preiswerte Empfänger machten Radios für viele Menschen erschwinglich. So blieb es nicht lange bei den Lautsprechern: 1937 erschien der Urvater aller beyerdynamic-Kopfhörer, der DT 48. Als erster dynamischer Kopfhörer – die Typenbezeichnung DT steht für „Dynamisches Telefon“ – begleitete er Generationen von Toningenieuren und Reportern. Die DT 48-Serie wurde bis 2013 fast unverändert gebaut und dürfte zu den am längsten erhältlichen Produkten in der Geschichte der Unterhaltungselektronik gehören. 1939 folgte mit dem ersten studioreifen dynamischen Mikrofon M 19 das Gegenstück zur Tonaufnahme und ein Meilenstein der Elektroakustik. Die Übertragungskette war geschlossen und ist es bis heute geblieben: Millionen Kunden vertrauen bei der Aufnahme und Wiedergabe von Audiosignalen auf die hohe Qualität von beyerdynamic-Produkten.

    Datenblatt:..

    Hörer

    • Bauart: Kopfhörer (Over-Ear)
    • Bauform: Kopfbügel
    • Wandlerprinzip: Dynamisch
    • Arbeitsprinzip: Geschlossen
    • Schnittstelle: Vergoldeter Klinkenstecker (3.5mm)
    • Frequenzbereich: 5Hz-35kHz
    • Impedanz: 250Ω
    • Kennschalldruck: 96 dB
    • Klirrfaktor: < 0,2%
    • Isolierung: ca. 18 dBA
    • Kabel: 1,2 m Kabel mit Kabelfernsteuerung für Konsolennutzung
    • Kabel: 2,5 m Kabel mit Kabelfern-steuerung für PC-Nutzung
    • Farbe: schwarz
    • Besonderheiten: Lautstärkeregler
    • Gewicht: 332 Gramm
    • Materialien: Aluminium, Kunstoff

    Mikrofon

    • Wandlerprinzip: Kondensator (Back-Elektret)
    • Arbeitsprinzip: Druckgradientenemp fänger
    • Richtcharakteristik: Niere
    • Art der Stromversorgung: Tonaderspeisung
    • Versorgungsspannung: 1,5 – 9 V
    • Stromaufnahme: < 0,5 mA
    • Nennimpedanz: ca. 1,5 k Ω
    • Feldübertragungsfaktor bei f = 1 kHz: 20 mV / Pa
    • Übertragungsbereich: 30 – 18.000 Hz
    • Klirrfaktor: 0,2% bei f = 1 kHz
    • Max. Grenzschalldruckpegel: 120 dB
    • Mikrofonausgang: unsymmetrisch

    Verpackung, Unboxing und Lieferumfang:..

    Bilder oder besser gesagt, ein Video sagt mehr aus wie Tausend Worte. Gibt es an dieser Stelle nun ein Unboxingvideo anstelle einer ewig langen Wall of Text. Viel Spaß mit dem Video.

    Design und Verarbeitung:..

    Viele „Gaming“ Headsets zeichnen sich heute durch extravagante Designs, RGB-Beleuchtung und sonstigen unnützen Schnickschnack aus. Vielen Headsets sieht man dass „Gaming“ förmlich an. Da die inneren Werte aber wichtiger sind wie das Optische, bin ich wirklich froh, dass man den Trend beim MMX300 nicht folgt und am Grundprinzip im Vergleich zum MMX300 der ersten Generation nichts am Design verändert hat. So gibt es ein Gaming Headset im klassischen Design, wie man sie eher im Hifi-Segment vorfindet. Die Änderung bei der zweiten Generation sind eher kleine Feinheiten, auf welche wir gleich noch kurz eingehen werden.

    Klassisches Design auch bei der Farbwahl, denn das MMX300 ist in der normalen Ausführung komplett in Schwarz gehalten. Wer nun aber lieber bei dem einen oder anderen Bauteil ein bisschen Akzente setzen will, der sollte sich das MMX300 Manufaktur mal anschauen, hier kann man für wenig Aufpreis diverse Dinge am MMX300 austauschen lassen und sich sein Headset individuell gestalten.

    Bevor wir uns das Headset nun im Detail anschauen, wollen wir ein paar Worte zu den Veränderungen sagen, welche das MMX300 nun den Zusatz „Zweite Generation“ verpasst haben. Im Großen und Ganzen ist die Basis komplett identisch, und doch gibt ein paar Kleinigkeiten, die anders sind. Zum einen ist das MMX300 rund 50 Gramm leichter geworden und die Polster fühlen sich ein bisschen weicher und somit angenehmer an. Des Weiteren ist das Kabel nun abnehmbar und ermöglicht so auch das tauschen zum passenden Kabel und das MMX300 der zweiten Generation zum Beispiel an der PS4 nutzen zu können. Wie man merkt, die zweite Generation ist also ein Facelift des MMX300 Klassikers und dennoch haben es die Veränderungen in Sich.

    Die Hörmuscheln und die Verbindungsstücke sind aus schwarzen Kunststoff gefertigt. Die Gabel und der Kopfbügel sind aber für die maximale Stabilität aus Metall gefertigt und das kommt dem MMX300 auch optisch zu Gute, denn es wirkt alles sehr Edel und ist durchaus durchdacht designed. Hier erkennt man sofort, dass es sich hier um ein Premium Headset handelt. Weniger ist eben manchmal mehr.

    Der Headsetverstellbügel ist mehrstufig verstellbar und rastet ganz leicht ein, aber nicht so leicht, dass es sich ständig wieder verstellen würde. Die Ohrpolster sind aus Velour und sorgen so für den perfekten Sitz auf dem Kopf, denn es ist angenehm weich und ist meiner Meinung nach, dass beste Material für Kopfhörer/Headsets. Kunstleder ist für mich mittlerweile schon zum Ausschlusskriterium geworden.

    Das Mikrofon vom MMX300 der zweiten Generation lässt sich wie schon bei der ersten Generation leider nicht abnehmen, dies wäre noch so eine Kleinigkeit, die man sich hätte, gewünscht für ein perfektes Facelift. Bei einigen Headsets auf dem Markt wird das Mikrofon gemuted, wenn man dieses hochklappt, doch beim MMX300 bedarf es ein kleiner Griff zum Bedienelement am Kabel und sich zu muten. Das MMX300 kann man beidseitig aufsetzen und daher kann man das Mikro auch in beide Richtung drehen, wenn man nun das Mikro auf der Rechten Seiten haben möchte, kann man dies ohne Probleme machen, doch dann sollte man beachten, dass man die Soundkanäle für links und rechts in der Software vom Soundchip vertauschen muss.

    Tragekomfort:..

    Bei jedem Produkt, welches man sich fürs Gaming kauft, spielen diverse Faktoren eine Rolle. Bei dem Headset spielt der Tragekomfort neben dem perfekten Klang eine durchaus wichtige Rolle. Die ultimate Waffe muss jeder für sich finden, wie gut das MMX300 bei uns abschneidet, werden wir nun für euch herausfinden. Wir sind hier besonders darauf gespannt, wie sich die 50-Gramm-weniger schlagen werden, denn das MMX300 der ersten Generation war ja schon verdammt angenehm zu tragen und das, obwohl es mit knapp 380 Gramm alles andere als leicht ist.

    Das MMX300 der zweiten Generation ist mit seinen 332 Gramm noch immer kein Leichtgewicht, doch im Vergleich zur ersten Generation merkt man sofort den Unterschied, wenn man beide einmal hochhebt. Das neue MMX300 liegt extrem angenehm und kaum spürbar auf dem Kopf auf, dass liegt natürlich an den weicheren Velourpolster. Die Polster sind so angenehm und weich, dass es für nahezu jeden Anwender geeignet sein sollte. Auch am Wochenende bei einer privaten Zockersession von knapp 8 Stunden, hatte ich nie das Gefühl etwas Störendes auf dem Kopf sitzen zu haben, manchmal hat man schon fast vergessen, dass man ein Headset aufhat.

    Wer nun auf der Suche nach einem bequemen Headset ist, sollte dich das MMX300 in jedem Fall anschauen, wem das noch nicht genug ist, der sollte sich die Tage unsere Review zum DT 990 Pro durchlesen, denn das DT 990 Pro ist noch eine Ecke bequemer, so viel möchte ich an dieser Stelle schon mal Spoilern.

    Soundqualität:..

    Hinweis: Es sollte euch bewusst sein, dass unser Test auf rein subjektiver Basis geschieht und ihr das berücksichtigen solltet. Jeder von uns und auch euch nimmt Geräusche unterschiedlich wahr und bestimmt, was für einen selbst als angenehm oder unangenehm gilt.

    In diesem Part des Testparkours musste sich das MMX300 der zweiten Generation einer kleinen feinen Auswahl an Games stellen. Mit dem MMX300 haben wir die aktuelle Alpha von Battlefield V, die Beta von Call of Duty Black Ops 4, Call of Duty World War II, Fortnite, Islands of Nyne, PUBG, Quake Champions, Rainbow Six Siege, The Crew 2 und The Division gezockt um ein breites Spektrum an Games zum Beurteilen des Klangbildes zu haben.

    Wenn man Ego-Shooter auf einem hohen Niveau spielt, dann darf ein gutes Headset oder gute Kopfhörer nicht fehlen, denn nur so wird sichergestellt, dass man die Gegner perfekt orten kann. Daher sind wir nun sehr gespannt, wie sich das MMX300 schlagen wird.

    Gerade in Shootern wie Islands of Nyne, PUBG, Quake oder Rainbow Six ist es enorm wichtig die perfekte Balance zwischen Höhen, mittleren Tönen und dem Bass zu haben, denn zum einen möchte man seine Gegner so früh wie möglich hören und zum anderen möchte man auch nicht auf einen etwas knackigeren Bass verzichten. Also muss das Headset perfekt ausgewogen sein, damit diese Faktoren zutreffen.

    Die Höhen und Mitten sind nahezu perfekt eingestellt, denn die Gegner sind schnell und leicht zu orten und wir hatten nie das Gefühl planlos auf der Map zu stehen und nicht zu wissen, wo die Gegner gerade umherlaufen. Der Sound ist dabei schon nahezu glasklar und macht definitiv Lust auf mehr.

    Der Bass ist richtig knackig beim MMX300, die Explosionen der Granaten in Battlefield oder Call of Duty sind einfach unglaublich und dabei bleibt das MMX300 richtig klar im Klang, nicht wie bei anderen Headsets, wo alles ein wenig dumpf wirkt. Der Bass ist dank der geschlossenen Bauweise vom MMX300 natürlich nicht ohne, denn der Bass kann nur in eine Richtung und das sind die Ohren und das merkt man auch. Wir hatten schon lange kein Headset mehr im Test, wo der Bass so eindrucksvoll war. Hier hat beyerdynamic mal wieder ein perfektes Ergebnis erzielt.

    Getestet haben wir das MMX300 im übrigen nicht mit dem Onboard Chip, sondern mit einer Creative Sound Blaster ZxR.

    Mikrofonqualität:..

    Wenn man oft im Team spielt, gibt es neben dem perfekten Klang noch eine weitere Eigenschaft eines Headsets, welche sehr wichtig ist. Die Rede ist selbstverständlich vom Mikrofon. Bei einem ordentlichen Headset erwartet man auch ein gutes Mikrofon, doch hier wird man bei vielen Herstellern meistens eher enttäuscht.

    Bei einem „Kampfpreis“ von 300€ darf man hier sicher etwas ordentlich erwarten, oder etwa nicht? Dies haben wir in verschiedenen Spielesessions ebenfalls für euch herausgefunden. Gespielt wurden auch hier wieder diverse Spiele und an Kommunikationsprogramm kam entweder Discord oder Teamspeak 3 zum Einsatz.

    Das Mikrofon machte hier einen recht guten Eindruck. Alle Sprachbefehle kamen bei unseren Mitspielern präzise und schnell an. Der einzige negative Punkt ist der gleiche wie schon bei der ersten Generation. Hat man eine etwas lautere und tiefere Stimme, wirkt es sehr Basslastig. Hier kann man aber mit Freeware Tools wie zum Beispiel VB Cable und Voicemeter entgegenwirken. Wenn man nun ein paar Regler verstellt, entfacht das Mikrofon auch bei tiefen Stimmen sein volles Potential. Aber auch hier gilt wieder, es gibt kein Kopfhörer, Headset oder Mikrofon, was ab Werk für jeden perfekt ist, daher ist dies ein Punkt, den man verkraften muss.

    Fazit:..

    Stolzer Preis, brachialer Klang und goldener Award. Dies wäre vermutlich genau die richtige kurze Version unseres Fazit. Doch holen wir das Thema etwas weiter aus.

    Das MMX300 2nd Gen. vereint schon wie bei der ersten Generation das Beste vom besten in einem Headset und setzt noch durch das Facelift einen oben drauf. Leichteres Gewicht, abnehmbares Kabel und weichere Polster machen das MMX300 noch besser.

    Das Design ist klassisch, dezent, geil. Technisch hat sich nichts geändert, wieso auch, denn etwas Perfektes muss man nicht verändern. Es werden auch die gleichen hochwertigen Materialien verwendet wie bei der ersten Generation vom MMX300. Auch die Verarbeitung ist wieder typisch beyerdynamic. Hier gibt es einfach nichts zu meckern.

    Was wir ebenfalls gut finden, dass das MMX300 der zweiten Generation nicht teurer geworden ist. Die einzige Sache am MMX300 die wieder etwas schade ist, ist das nicht abnehmbare Mikrofon, aber das ist nicht weiter wild.

    Im Großen und Ganzen ein sehr gut gelungenes Facelift vom MMX300, welches wieder vollstens überzeugt hat, auch wenn wir hier von einem Headset sprechen, was mit 300€ zu Buche schlägt.

    Patrick
    Nun bin ich knapp 5 Jahre bei game2gether als Redakteur tätig und berichte über aktuelle Spiele und teste diese auch. Die Projektleitung teile ich mir mit meiner Kollegin Kathrin. Mein Hauptaufgabenbereich ist hier die Hardware-Redaktion und das PR-Managment. Online erkennt man mich unter dem Pseudonym "eXilitY" oder RaketenJohnny.