Hubert – Test / Review

    Kratzt euch hinter dem Ohr und treibt die Schafe zusammen! In Hubert werden wir zu einem Schäferhund, der eine ganz besondere Reise erlebt. Wir verraten euch, welche Geschichte auf unseren Vierbeiner wartet, wie sich das narrative Abenteuer spielt und ob sich ein Kauf lohnt.

    Story: Hinaus aufs Land

    Da die Story einen großen Teil von Hubert ausmacht, halten wir uns an dieser Stelle möglichst vage. Wir schlüpfen in die Rolle des titelgebenden Schäferhundes Hubert, der als kleiner Welpe von seiner zukünftigen Besitzerin Lynn gerettet und von ihr aufgezogen wird.

    Gemeinsam begeben wir uns auf eine Farm, auf der wir die Arbeit eines waschechten Hütehundes übernehmen. Gleichzeitig entdecken wir im Wald ein Geheimnis, das das Leben unseres Vierbeiners gehörig auf den Kopf stellt.

    Was zunächst vielversprechend klingt und eine spannende Prämisse bietet, wird leider schnell durch das Writing ausgebremst. Auf der einen Seite hören wir von Hubert One-Liner und Kommentare zu typischen Hundethemen wie Gassigehen oder Stöckchenholen. Auf der anderen Seite wirft unser Schäferhund mit popkulturellen Anspielungen um sich, die uns immer wieder aus der Immersion reißen. So fragt sich Hubert etwa bei einem Besuch in einer Mine, was hier wohl gecraftet wird.

    Gemeinsam mit Lynn beginnen wir ein neues Leben auf der Farm.

    Auch das grundlegende Storytelling bietet wenig Tiefe und wirkt stellenweise zusammenhangslos. Es scheint, als hätte man sich nicht entscheiden können, ob man eine tiefgründige Geschichte durch die Augen eines Hundes erzählen oder uns eine oberflächliche Story voller One-Liner und Anspielungen vorsetzen möchte. Hubert versucht beides, kann aber in keinem der beiden Aspekte wirklich überzeugen.

    Unterbrochen wird die Haupthandlung durch regelmäßige Traumsequenzen, in denen wir einer leuchtenden Kugel hinterherjagen und dabei über Hindernisse klettern oder anderen Tieren ausweichen müssen. In diesen Abschnitten möchte das Spiel nach und nach Huberts Vergangenheit aufarbeiten. Diese ist allerdings so vorhersehbar, dass wir bereits nach der ersten Sequenz erahnen, was dem armen Schäferhund zugestoßen ist.

    Gameplay: Viel Gassi, wenig Abwechslung

    Auch spielerisch fehlt es Hubert an Tiefe. Das ließe sich grundsätzlich noch verschmerzen, schließlich spielen wir einen Hund und kein Allroundtalent. Die Aufgaben, die wir erledigen, ähneln sich jedoch zu häufig und bestehen im Wesentlichen aus kleineren Fetch-Quests und dem Zusammentreiben von Schafherden.

    Zwischendurch gibt es auch Schleichpassagen, die uns durch Bugs und die gegnerische KI das Leben schwer machen. So sollen wir uns an einer Stelle beispielsweise in einen Garten schleichen. Dessen Besitzer verfügt über einen Sichtkegel, den wir mithilfe unseres Hundesinns erkennen können. Die Funktion erinnert an den Hexersinn von Geralt aus The Witcher 3, denn auch in Hubert werden wir dadurch zu unserem Ziel geführt und können Fährten aufnehmen.

    Durch unseren Sinn wird der Weg zum Ziel hervorgehoben. Auch Collectibles können wir dadurch leichter finden.

    In der besagten Sequenz wurden wir allerdings erwischt. Zunächst war das kein großes Problem, da wir uns automatisch an den Ausgangspunkt zurücksetzen lassen konnten. Hier fingen die Schwierigkeiten jedoch erst an: Während wir im „Gescheitert“-Bildschirm festhingen, lief das Spiel im Hintergrund weiter – inklusive des Sichtkegels unseres Verfolgers.

    Beim Zurücksetzen wurde unser Hund wortwörtlich am Rücksetzpunkt abgeworfen. Dadurch wurden wir sofort wieder entdeckt und landeten in einer Endlosschleife, aus der es zunächst kein Entkommen gab. Solche Probleme sind besonders ärgerlich, wenn sie einen ohnehin wenig abwechslungsreichen Spielablauf zusätzlich ausbremsen.

    Neben diesen grundlegenden Mechaniken gibt es auch einige Collectibles zu finden, die gut ins Setting passen. Dazu gehören Bäume, an denen wir unser kleines Geschäft verrichten, Büsche für das große Geschäft und Felsen, von denen wir ausgiebig heulen können. Auch das Hüten der Schafe funktioniert grundsätzlich gut, wird jedoch durch die häufigen Wiederholungen und die störrische Schafs-KI immer wieder ausgebremst.

    Die Schleichpassagen sind wenig fordernd und werden eher durch die undurchsichtige KI erschwert.

    Ton & Technik: Ein guter Sprecher auf vier Pfoten

    Wo Hubert hingegen glänzt, ist beim Voice-over. Dieses gibt es zwar ausschließlich auf Englisch, doch vor allem der Sprecher unseres Vierbeiners holt das Beste aus dem eher schwachen Writing heraus. Mit einigen gut platzierten One-Linern bringt er uns zumindest zum Schmunzeln. Neben der englischen Sprachausgabe gibt es Textübersetzungen in insgesamt sieben Sprachen, darunter auch Deutsch.

    Die Charakteranimationen wirken abseits unseres Protagonisten ziemlich hölzern, was besonders bei den menschlichen Figuren ins Gewicht fällt. Die Spielwelt ist hingegen hübsch und abwechslungsreich gestaltet, auch wenn uns das ein oder andere schwebende Asset begegnet ist. Das kommt allerdings nicht allzu häufig vor. Überwiegend schafft es die Spielwelt, eine gemütliche Cozy-Atmosphäre zu erzeugen und unseren Entdeckerdrang zumindest ein wenig zu wecken.

    Beim Schafe hüten kommt richtiges Hundefeeling auf.

    Technisch ist Hubert wenig fordernd. Wer Huberts Reise auf dem PC miterleben möchte, sollte folgende Systemanforderungen erfüllen.

    Mindestanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 10
    • Prozessor: Intel Core i5-6600K
    • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1060
    • Speicherplatz: 12 GB verfügbarer Speicherplatz

    Empfohlene Systemanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 11
    • Prozessor: Intel Core i7-14700KF
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce RTX 3060
    • Speicherplatz: 12 GB verfügbarer Speicherplatz

    Getestet haben wir Hubert auf dem PC, wo das Spiel butterweich lief. Abstürze oder größere technische Probleme konnten wir während unseres Durchlaufs nicht feststellen. Die gelegentlichen Bugs im Gameplay trüben den Gesamteindruck allerdings trotzdem.

    Fazit

    Hubert möchte uns auf eine emotionale Reise durch die Augen eines Schäferhundes mitnehmen, stolpert dabei jedoch über die eigenen Pfoten. Während die hübsch gestaltete Spielwelt zum Erkunden einlädt und die englische Sprachausgabe mit ein paar gut platzierten One-Linern punktet, können weder die vorhersehbare Story noch das repetitive Gameplay wirklich überzeugen. Hinzu kommen Bugs und eine störrische Schafs-KI, die den Spielspaß immer wieder ausbremsen. Wer ein gemütliches Abenteuer mit Hund sucht, könnte hier durchaus ein paar schöne Stunden verbringen. Insgesamt fehlt Hubert jedoch der nötige Feinschliff, um aus seiner vielversprechenden Prämisse ein rundum gelungenes Erlebnis zu machen.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Wir bedanken uns bei Brocap Studio s.r.o. für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens Entwickler oder Publisher ist nicht erfolgt.

    Dennis Witzmann
    Seit meiner Jugend bin ich begeisterter Spieler. Ob PC oder Konsolen, ich bin überall Zuhause. Doch in den Bereichen MMO und JRPG findet man mich am meisten.