Wuchtiges Gemetzel mit Story-Dämpfer – Gears Of War: E-Day im Ausführlichen Test!

    Mit Gears of War: E-Day wagen Microsoft und The Coalition den ultimativen Schritt zurück zu den Anfängen der legendären Action-Reihe. Als düsteres Prequel beleuchtet der Titel den schicksalhaften Emergency Day, an dem die Horden der Locust erstmals an der Oberfläche des Planeten Sera auftauchten. Wir haben den Blockbuster auf der Xbox Series X auf Herz und Nieren geprüft. Das Ergebnis ist ein grafisch und spielerisch grandioser Shooter, der erzählerisch und beim Spieldesign jedoch einige Wünsche offenlässt.

    Grafik und Gameplay in Höchstform: Die Kettensäge Röhrt wieder!!!

    Technisch zeigt sich der Titel von seiner Schokoseite. Auf der Xbox Series X liefert das Spiel ein visuelles Festfeuerwerk ab. Die Umgebungen wirken sehr plastisch, die Beleuchtung setzt Maßstäbe und das Gemetzel erstrahlt in brillanter Schärfe. Auch beim Gameplay bleibt die Reihe ihren Stärken treu. Das Deckungssystem greift gewohnt präzise, das Trefferfeedback ist brachial und die ikonische Kettensägen-Action am Lancer sorgt für echtes, blutiges Gears-Feeling. Wer auf der Suche nach kompromisslosem, geilem Geballer ist, wird in den ersten Spielstunden absolut begeistert sein. Ebenfalls positiv fällt die KI der eigenen Truppe auf, die KI-Partner agieren clever, unterstützen in brenzligen Situationen spürbar und verhalten sich in Gefechten stets hilfreich.

    Enttäuschte Story-Erwartungen: Wo bleiben Marcus und Dom?

    Die Ernüchterung stellt sich erst nach längerer Spieldauer ein. Im Marketing wurde den Fans eine emotionale Geschichte rund um die Fanlieblinge Marcus Fenix und Dominic Santiago versprochen. Die Realität sieht leider jedoch anders aus. Obwohl man die beiden Protagonisten steuert, rücken sie erzählerisch stark in den Hintergrund. Stattdessen stehen überraschenderweise die neuen Nebencharaktere Mags Carter und Lucas Reyes im Fokus der Handlung. Diese Schwerpunktverlagerung nimmt der Story spürbar das Potenzial und lässt Fans, die sich auf tiefgründige Einblicke in die Freundschaft von Marcus und Dom gefreut hatten, mit einem sehr unbefriedigten Gefühl zurück.

    Open-World-Experiment, Eintönige Nebenmissionen und Backtracking

    Auch beim Spieldesign zeigt der Titel leider seine Schwächen, die erst nach einigen Stunden so richtig auffallen. Der Versuch, offene Map-Abschnitte einzubauen, fühlt sich merkwürdig deplatziert an und will nicht so recht zum gewohnt geradlinigen Schlauch-Design der Reihe passen. Die darin enthaltenen Nebenmissionen fallen eintönig aus, sodass man sehr schnell die Lust verliert, weitere Zusatzaufgaben zu absolvieren. Zudem leidet der Spielfluss unter zu wenig Abwechslung in der Spielwelt wie z.b fehlenden Fahrzeug-Passagen und ständigem Hin- und Her Gerenne, bei dem man viel zu oft in bereits gesäuberte Areale zurückgeschickt wird.

    Fazit: Oberer Durchschnitt ohne Highlight-Status

    Unter dem Strich bleibt Gears of War: E-Day ein zweischneidiges Schwert. Wer reine High-End-Grafik und kompromisslose Action sucht, kommt voll auf seine Kosten. Fans der ersten Stunde werden jedoch beim Spieldesign und insbesondere bei der Story spürbar ausgebremst. Ein grundsolides Spiel im oberen Durchschnitt, aber leider kein absolutes Highlight.

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    Quelle: Microsoft Press Kit

    Daniel Spies (MUTINITUM)
    Gaming-Journalist & Strategie-Analyst. Hinter dem Projekt MutinituM, blicke ich über den Tellerrand der Spieleindustrie hinaus, immer kritisch, immer fundiert und mit einem besonderen Auge für die Strategie der Publisher. Mein Ziel: Die Geschichten hinter den Pixeln zu finden, die wirklich zählen.