StartNewsDie Faszination Minigame: Was In-Game-Kartenspiele & Angeln in AAA-Titeln so erfolgreich macht

Die Faszination Minigame: Was In-Game-Kartenspiele & Angeln in AAA-Titeln so erfolgreich macht

Ein Königreich wartet darauf, gerettet zu werden, eine Verschwörung muss aufgedeckt oder gleich die ganze Welt vor der Verdammnis bewahrt werden. Blöd, wenn in der virtuellen Taverne um die Ecke Gwent wartet oder das Angeln im Spiel genau so viel Spaß macht wie die Main-Storyline. Eines ist klar: Minigames sind jetzt mehr als Lückenfüller und wachsen hin und wieder weit über diese Rolle hinaus. Manche ziehen einen so rein, dass die Hauptquest erstmal warten kann.

Es ist eines dieser Gaming-Phänomene, das sich einfach nicht einplanen lässt und mit dem Spiel selber wächst. Minigames brauchen keine 30 Stunden Story, keinen riesigen Skilltree und oft nicht einmal eine durchgestylte Präsentation. Das Game muss nur gut genug sein, damit aus „kurz ausprobieren“ eine halbe Stunde wird.

Kartenspiele sind der Klassiker, aber auch Angeln, Karaoke, Spielautomaten, Rennen, Brettspiele oder komplette Retro-Games landen jetzt mitten in AAA-Titeln. Die spannende Frage ist, warum man an diesen Nebenbeschäftigungen häufig länger hängt als an der Hauptquest?

Wie das Kartenspiel „Gwent“ dem Helden die Show stahl

In The Witcher 3: Wild Hunt war das Kartenspiel „Gwent“ zunächst eine Nebenbeschäftigung für den Helden Geralt, zwischen Monsterjagd und dem Begleichen von offenen Rechnungen. Händler, Wirte und andere NPCs ließen sich herausfordern, neue Karten kamen ins Deck und irgendwann führte der nächste Weg eben mal nicht zur Hauptquest, sondern zum nächsten Gwent-Gegner.

Dass CD Projekt RED mit dem Kartenspiel einiges vorhatte, zeichnete sich früh ab. Schon vor Veröffentlichung von The Witcher 3 wurde Gwent als echtes „Spiel im Spiel“ vorgestellt.

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Was danach kam, dürfte selbst die Entwickler überrascht haben.

Als CD Projekt RED 2016 die eigenständige Version ankündigte, verwies das Studio auf Hunderte Mails und Anrufe, unzählige Forenbeiträge und mehr als 40 von Fans gebaute Gwent-Versionen. Mitgründer Marcin Iwiński brachte es damals ziemlich trocken auf den Punkt: „This game simply had to come into existence.“

Aus einer Beschäftigung in Tavernen wurde damit ein eigenes Free-to-play-Spiel. Ein Minigame kann kaum weiter aus seiner ursprünglichen Rolle herauswachsen.

Schnell verstanden & schwer wieder loszulassen

Karten ausspielen, einen Fisch einholen, im richtigen Moment eine Taste drücken oder ein kurzes Rennen gewinnen. Nach wenigen Minuten weiß man meistens, was zu tun ist.

Das heißt aber nicht, dass danach nichts mehr zu lernen wäre. Bei Gwent kommen Deckbau und Taktik dazu. Rennspiele belohnen Streckenkenntnis, Karaoke Timing und beim Angeln geht es plötzlich doch um Köder, seltene Fische oder den perfekten Spot.

Aus der kurzen Ablenkung wird schnell ein eigenes kleines System.

Games greifen dabei ganz besonders gerne auf Dinge zurück, die so gut wie jeder sofort versteht: Karten, Würfel, Rennen oder Automaten. Solange alles mit virtueller Währung innerhalb des Spiels passiert, bleibt das schlicht Teil der Spielwelt. Sobald dann aber echtes Geld eingesetzt wird, sieht die Sache anders aus. Wer in diesem Segment die besten Optionen vergleicht, findet auf Online-Vergleichsportalen wie Casino.org Informationen zu Online-Spielautomaten, Spieltypen, RTP-Werten und Anbietern. Die Orientierung im stetig wachsenden digitalen Angebotsdschungel kann dadurch erleichtert werden. Vergleiche betreffen hier reale finanzielle Risiken und sind etwas völlig anderes als ein Automaten-Minispiel innerhalb eines Videospiels.

Im Minigame steckt manchmal fast ein zweites Spiel

Die Like a Dragon-Reihe treibt das Prinzip seit Jahren besonders weit. Ein paar dekorative Automaten in irgendeiner Ecke wären dort fast schon enttäuschend.

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In Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name wartet neben der eigentlichen Story einiges, das mit der Hauptquest herzlich wenig zu tun hat. Darts, Golf, Karaoke und Arcade-Games können locker mehrere Abende schlucken, wenn man sich darauf einlässt.

Wie weit das inzwischen geht, zeigt Like a Dragon: Infinite Wealth: Neben Karaoke, Darts, Golf, Baseball und Mahjong sind dort sogar komplette SEGA-Klassiker wie SEGA Bass Fishing und SpikeOut spielbar. Der Titel selbst legte ebenfalls einen starken Start hin. Laut SEGA wurden innerhalb der ersten sieben Tage weltweit eine Million Exemplare verkauft.

Damit war Infinite Wealth zu diesem Zeitpunkt der am schnellsten verkaufte Teil der Reihe.

Wenn die Nebenbeschäftigung plötzlich den Abend frisst

Nicht jedes Minigame muss ein halbes Spiel im Spiel sein. Oft reichen ein Kartentisch, ein Angelspot, eine Bowlingbahn oder ein Arcade-Automat. Es sind genau diese kleinen Dinge, die eine große Spielwelt auflockern, weil nicht jede Minute mit Kämpfen, XP oder dem nächsten Questmarker vollgestopft ist.

Angeln ist dafür fast schon der Klassiker: auswerfen, eine Weile warten, den Fang einholen und fertig. Trotzdem kann man sich dabei problemlos länger festfahren als geplant.

Ähnlich läuft es mit Darts, Karaoke, Poker-Runden oder kurzen Rennen. Eigentlich sind das nur Nebenbeschäftigungen, aber darum funktionieren sie auch so gut – kein großer Einstieg, keine zehn Menüs und kein endloses Tutorial.

Wenn Entwickler aus jedem kleinen Zeitvertreib gleich wieder ein eigenes System bauen, kann es jedoch schnell in die Hose gehen: Extra-Währung, tägliche Aufgaben, Belohnungsleisten, saisonale Challenges und noch ein Battle Pass obendrauf. So wird aus „eine Runde noch“ schnell die nächste To-do-Liste.

Gute Minigames brauchen das nicht. Sie lassen sich direkt starten, machen ein paar Minuten Spaß und halten einen manchmal deutlich länger fest als gedacht.

Dann passiert das, was viele Gamer aus Open-World-Titeln kennen: Der Questmarker blinkt weiter, die Hauptstory steht still und man spielt trotzdem noch eine Runde.

Sammy
Sammy
Bis 2010 war ich in einer anderen Redaktion tätig, welche mich mit meinen Ideen und Vorhaben zu sehr einschränkte. Mit der Gründung von game2gether wurde die Idee umgesetzt ein Magazin zu schaffen welches für alle viel Spielraum und Freiheiten beinhaltet. Viele Redakteure sind mittlerweile seit über 10 Jahren dabei was bestätigt das der Grundgedanke funktioniert. Neben der Vermarktung von game2gether streame ich in der Freizeit gerne auf twitch.tv/sami4m
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