The Mound: Omen of Cthulhu Review: Lohnt sich der Koop-Horror?

    The Mound: Omen of Cthulhu klang für mich eigentlich nach einer richtig guten Idee: Gemeinsam mit Freunden in einen verfluchten Dschungel aufbrechen, Schätze suchen und dabei langsam feststellen, dass man weder der Umgebung noch der eigenen Wahrnehmung wirklich vertrauen kann. Lovecraft-Horror trifft Koop-Expedition. Was soll da schon schiefgehen?

    Leider eine ganze Menge.

    Der Koop-Horror von ACE Team ist am 15. Juli 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erschienen. Wir haben uns zu zweit in den Dschungel gewagt und nach rund drei bis vier Stunden hatten wir vor allem ein Gefühl: Wir wussten häufig nicht so richtig, was das Spiel eigentlich von uns möchte. Und noch schlimmer, irgendwann hatten wir auch nicht mehr besonders viel Lust, es herauszufinden.

    Willkommen im Dschungel. Viel Glück.

    Das Grundprinzip von The Mound ist schnell erklärt. Vom eigenen Schiff aus stellt ihr eure Ausrüstung zusammen und begebt euch anschließend allein oder mit bis zu drei weiteren Spielern in den verfluchten Dschungel. Dort warten Schätze, Monster und übernatürliche Ereignisse auf euch. Je tiefer ihr vordringt, desto stärker soll die Realität selbst aus den Fugen geraten.

    Gerade diese Idee hat eigentlich viel Potenzial. Das Problem ist nur, dass uns The Mound kaum dabei geholfen hat, seine Systeme wirklich zu verstehen.

    Schon zu Beginn fühlten wir uns ziemlich, nein, eigentlich komplett allein gelassen. Was müssen wir beachten? Welche Mechaniken sind wichtig? Was können wir gegen bestimmte Gefahren tun? Vieles wirkte weniger wie bewusstes Entdecken und mehr wie simples Ausprobieren, bis irgendwann etwas funktioniert.

    Ganz ohne Onboarding ist das Spiel technisch zwar nicht. In den ersten Abschnitten werden durchaus Hinweise eingeblendet. Bei uns blieb davon allerdings erschreckend wenig hängen. Wenn zwei Spieler nach mehreren Expeditionen noch regelmäßig das Gefühl haben, grundlegende Systeme nicht verstanden zu haben, funktioniert die Einführung für mich schlicht nicht besonders gut.

    Wenn der Dschungel mit dir spielt

    Was The Mound dagegen wirklich gut kann, ist Atmosphäre.

    Der Dschungel wirkt bedrückend und gefährlich, die Kreaturen sehen teilweise herrlich unangenehm aus und sowohl Grafik als auch Sounddesign haben bei uns einen richtig guten Eindruck hinterlassen. Gerade akustisch schafft es das Spiel immer wieder, ein ungutes Gefühl zu erzeugen und die Frage aufkommen zu lassen, ob da gerade wirklich etwas im Gebüsch war.

    Auch technisch lief unsere Expedition erfreulich problemlos. Während unserer rund drei bis vier Stunden hatten wir weder Abstürze noch größere Bugs oder auffällige Performance-Probleme. Zumindest in diesem Bereich gab es für uns also wenig zu meckern.

    Spannender wird es allerdings bei der vielleicht interessantesten Idee des Spiels: Ihr könnt euch nicht darauf verlassen, dass beide Spieler gerade dasselbe sehen.

    So verwandelte sich mein Mate für mich plötzlich in ein Monster. Natürlich habe ich draufgehauen. Andersherum ist uns das ebenfalls passiert. In diesem Moment funktioniert die Idee hinter The Mound fantastisch, weil plötzlich selbst der eigene Koop-Partner zur potenziellen Gefahr wird.

    Genau solche Momente machen das Wahrnehmungssystem spannend. Während mein Mitspieler möglicherweise einfach nur ganz normal vor mir steht, sehe ich etwas vollkommen anderes und muss innerhalb weniger Sekunden entscheiden, ob ich meiner Wahrnehmung überhaupt noch trauen kann.

    Auch nach dem Tod spielt The Mound mit diesem Misstrauen. Verstorbene Spieler können in Form einer Kreatur wieder auftauchen, ohne diese selbst kontrollieren zu können. In unserem Fall war das allerdings deutlich weniger bedrohlich, als es hätte sein können. Sobald klar war, dass diese Gestalten nicht sprechen, ließ sich relativ schnell erkennen, dass man gerade nicht mit seinem echten Mate zu tun hatte.

    Gerade hier hätte ich mir gewünscht, dass das Spiel noch einen Schritt weitergeht. Wenn so ein Wesen plötzlich auch noch mit der Stimme meines Mitspielers sprechen würde, wäre das Ganze direkt eine vollkommen andere Nummer.

    Lieber rennen als kämpfen

    Weniger gut wurde es, sobald uns etwas töten wollte. Und das passiert schneller, als uns lieb war.

    Das Kampfsystem hat uns überhaupt nicht abgeholt. Auseinandersetzungen fühlten sich unpräzise und wenig befriedigend an, wodurch unsere bevorzugte Strategie irgendwann hauptsächlich daraus bestand, Probleme möglichst zu umgehen oder einfach davonzurennen.

    Nicht, weil Flucht in einem Horrorspiel grundsätzlich etwas Schlechtes wäre. Ganz im Gegenteil. Wenn ein Gegner so bedrohlich ist, dass ich lieber die Beine in die Hand nehme, kann das fantastisch funktionieren.

    Bei The Mound fühlte es sich für uns aber weniger nach Angst und mehr nach „Bitte nicht schon wieder“ an.

    Auch in negativen Steam-Bewertungen taucht genau dieser Kritikpunkt häufiger auf. Spieler bemängeln unter anderem das langsame beziehungsweise unpräzise Kampfsystem sowie Gegnerbegegnungen, bei denen man sich eher ausgeliefert als wirklich handlungsfähig fühlt.

    Und genau dadurch ging bei uns schnell die Spannung verloren. Ich möchte überlegen, ob ich kämpfe oder fliehe. Ich möchte Risiken abwägen. Ich möchte Panik bekommen, weil gerade etwas völlig Unerwartetes passiert.

    Ich möchte aber nicht einfach nur rennen, weil sich das Kämpfen noch schlechter anfühlt.

    Und jetzt nochmal von vorne

    Spätestens nach einigen Expeditionen kam ein weiteres Problem dazu: Die Missionen begannen zunehmend miteinander zu verschwimmen.

    Ausrüstung auswählen, in den Dschungel gehen, Ziel verfolgen, Dinge einsammeln, Gegner vermeiden oder bekämpfen und irgendwie wieder zurückkommen. Grundsätzlich kann daraus ein extrem motivierender Gameplay-Loop entstehen. Gerade Extraction-Spiele zeigen schließlich, wie gut dieses Risiko-Belohnungs-Prinzip funktionieren kann.

    Bei The Mound fehlte uns dafür aber schnell die Abwechslung.

    Schon innerhalb unserer vergleichsweise kurzen Spielzeit stellte sich nicht das gewünschte „Okay, noch eine Runde“-Gefühl ein. Stattdessen kam irgendwann eher die Frage auf: Machen wir jetzt wirklich noch einmal mehr oder weniger das Gleiche?

    Auch andere Spieler kritisieren eine geringe Abwechslung, wenig spürbare Progression und sich wiederholende Abläufe. Natürlich ist möglich, dass spätere Abschnitte noch mehr aus den vorhandenen Systemen herausholen. Wir haben die Kampagne schließlich bewusst nicht komplett durchgespielt.

    Nach rund vier Stunden war bei uns allerdings einfach die Luft raus.

    Und das ist für ein Spiel, dessen Gameplay davon leben sollte, dass man immer wieder in den Dschungel zurückkehren möchte, kein besonders gutes Zeichen.

    Eine coole Idee reicht leider nicht

    Das Frustrierende an The Mound: Omen of Cthulhu ist vor allem, dass an einigen Stellen sichtbar wird, was für ein gutes Koop-Horrorspiel hier hätte entstehen können.

    Atmosphäre, Grafik, Sounddesign und Kreaturendesign funktionieren. Auch die verzerrte Wahrnehmung hat uns einige wirklich gute Momente beschert. Wenn ich meinen eigenen Mate plötzlich für ein Monster halte und erstmal draufhaue, hat The Mound mich eigentlich genau da, wo es mich haben möchte.

    Und genau deshalb landet das Spiel für mich auch nicht komplett im Wertungskeller.

    Nur bringt mir die beste Atmosphäre wenig, wenn der eigentliche Gameplay-Loop keinen Spaß macht. Nach wenigen Stunden waren wir mehr verwirrt als neugierig, mehr genervt als verängstigt und häufiger auf der Flucht, als dass wir das Gefühl hatten, wirklich interessante Entscheidungen zu treffen.

    Dass andere Spieler deutlich mehr Spaß mit der Expedition haben, zeigen die Steam-Bewertungen durchaus. Zum Zeitpunkt unseres Reviews fallen rund 70 Prozent der englischsprachigen Nutzerrezensionen positiv aus. The Mound scheint sein Publikum also gefunden zu haben. Wir gehörten nur leider nicht dazu.

    Vielleicht funktioniert das Ganze gerade mit einer vollständigen Vierergruppe und etwas mehr Geduld deutlich besser. Für uns hat die Expedition allerdings schon wesentlich früher geendet.

    Hinweis: Für diese Review wurde uns ein Steam-Key für The Mound: Omen of Cthulhu zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf unsere Meinung oder die Wertung.

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    Jessi
    Hi, ich bin Jessi! Schon seit meiner Kindheit begleitet mich Gaming und für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als in die verschiedensten Welten einzutauchen und die verrücktesten Geschichten zu erleben. Ob Shooter, RPG, Roguelike oder Visual Novel: Vor mir ist kein Genre sicher.