Marsupilami 2 – Salsa Palombia im Test: Rayman trifft Sonic

    (Bildquelle: Microids)

    Mit Marsupilami 2 – Salsa Palombia kehren die drei quirligen Dschungelbewohner zurück. Die Entwickler setzen dabei erneut auf klassisches 2.9D-Jump’n’Run-Gameplay, kombinieren dieses aber mit modernen Mechaniken, abwechslungsreichen Welten und einem starken Fokus auf Musik und Rhythmus. Ob das Abenteuer rund um die Mummy Queen überzeugen kann, haben wir uns genauer angesehen.

    Marsupilami 2 – Salsa Palombia erscheint am 3. September 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch und PC. Entwickelt wird das Jump’n’Run von Ocellus Services und veröffentlicht von Microids. Neben dem Einzelspieler-Abenteuer bietet das Spiel auch einen lokalen Koop-Modus für zwei Spieler.

    Vielen Dank an Microids für die Bereitstellung des Keys.

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    Was ist eigentlich ein Marsupilami?

    Das Marsupilami ist eine französisch-belgische Comicfigur, die erstmals 1952 in den Spirou und Fantasio-Comics auftauchte. Das auffälligste Merkmal des gelb-schwarz gefleckten Dschungelbewohners ist sein extrem langer Schwanz, der nicht nur als markantes Erkennungszeichen dient, sondern auch zahlreiche praktische Einsatzmöglichkeiten bietet.

    Die Geschichten rund um das Marsupilami spielen überwiegend in der fiktiven Region Palombia. Dort erlebt das neugierige und energiegeladene Tier gemeinsam mit seinen Artgenossen zahlreiche Abenteuer. Neben den Comics wurde die Figur im Laufe der Jahre auch in verschiedenen Animationsserien und Spielen aufgegriffen.

    Die Videospiele orientieren sich dabei deutlich am humorvollen und familienfreundlichen Charakter der Vorlage. Marsupilami 2 – Salsa Palombia rückt dabei gleich drei junge Marsupilamis in den Mittelpunkt. Ihre unterschiedlichen Fähigkeiten bilden die Grundlage für das Gameplay und werden gleichzeitig genutzt, um die Welt von Palombia spielerisch abwechslungsreich zu gestalten.

    (Bildquelle: Microids)

    Rayman trifft Sonic

    Schon nach den ersten Minuten wird deutlich, in welche Richtung Marsupilami 2 – Salsa Palombia geht: Das Spiel fühlt sich ein wenig wie eine Mischung aus Rayman und Sonic an. Einerseits erwartet uns klassisches Jump’n’Run-Gameplay mit Sprüngen, Gegnern, Sammelobjekten und versteckten Bereichen, andererseits sorgen das flotte Bewegungstempo und die dynamischen Passagen für ordentlich Geschwindigkeit.

    Wer mit klassischen Plattformern aufgewachsen ist, dürfte sich entsprechend schnell zurechtfinden. Gleichzeitig fühlt sich das Spiel keineswegs altbacken an, sondern transportiert das klassische Spielgefühl in eine moderne Umgebung.

    Bei Grafik und Steuerung orientiert sich der zweite Teil stark am Vorgänger. Das ist allerdings keineswegs ein Kritikpunkt. Die Steuerung reagiert präzise und direkt, was gerade bei den teilweise anspruchsvollen Sprungpassagen wichtig ist. Die Bewegungen der Marsupilamis lassen sich gut kontrollieren und auch schnelle Richtungswechsel gehen problemlos von der Hand.

    Drei Marsupilamis, drei Fähigkeiten

    Ein wichtiger Bestandteil des Leveldesigns sind die drei spielbaren Marsupilamis. Twister, Hope und Punch verfügen jeweils über eine eigene Spezialfähigkeit, die nicht nur im Kampf, sondern vor allem beim Überwinden der Level zum Einsatz kommt.

    • Twister: Turbo Glide
    • Hope: Spin Jump
    • Punch: Bouncy Ball

    Je nach Abschnitt gibt es Bereiche, die nur mit einem bestimmten Marsupilami erreicht oder durchquert werden können. Dadurch werden die unterschiedlichen Fähigkeiten sinnvoll in das Leveldesign integriert. Immer wieder stoßen wir auf Stellen, an denen gezielt das passende Marsupilami eingesetzt werden muss.

    Im Einzelspieler können wir dabei jederzeit zwischen den verfügbaren Marsupilamis wechseln. Das funktioniert unkompliziert und ermöglicht es, die unterschiedlichen Fähigkeiten direkt miteinander zu kombinieren.

    Noch interessanter wird das System im lokalen Koop-Modus. Hier können zwei Spieler ihre unterschiedlichen Fähigkeiten gleichzeitig einsetzen. Gerade die Bereiche, die gezielt auf die Fähigkeiten der einzelnen Marsupilamis ausgelegt sind, machen zu zweit besonders viel Spaß.

    (Bildquelle: Microids)

    Abwechslungsreiche Welten

    Die Kampagne führt uns durch insgesamt vier Welten: den Dschungel von Palombia, eine Stadt, die verschneiten Berge und schließlich die Unterwelt der Mummy Queen. Die einzelnen Gebiete unterscheiden sich dabei nicht nur optisch voneinander, sondern bringen auch eigene Plattforming-Mechaniken mit.

    Die Level sind sehr schön und detailreich gestaltet. Durch den regelmäßigen Wechsel der Themen kommt trotz des grundsätzlich gleichbleibenden Spielprinzips keine Langeweile auf. Mehrere Level bilden jeweils eine Einheit, bevor wir am Ende gegen einen Endboss antreten müssen.

    Teilweise benötigen wir zudem eine bestimmte Anzahl gesammelter Früchte, um weitere Level freizuschalten. Dadurch lohnt es sich, die einzelnen Abschnitte nicht einfach nur bis zum Ziel durchzuspielen.

    Sammeln und Erkunden

    In den Leveln sind verschiedene Sammelobjekte versteckt. Dazu gehören vor allem Früchte und Noten. Die Früchte können für den weiteren Spielfortschritt relevant sein, wobei einige Exemplare sogar mehrfach zählen.

    Die Noten sind dagegen an verschiedenen Stellen in den Leveln versteckt und animieren dazu, die Umgebung genauer zu erkunden. Wer lediglich dem direkten Weg zum Ziel folgt, wird entsprechend nicht automatisch alles finden.

    Das passt gut zum klassischen Jump’n’Run-Konzept: Wer möglichst schnell durch das Level kommen möchte, kann dies tun. Wer dagegen möglichst viele Sammelobjekte finden will, muss sich etwas intensiver mit dem Aufbau der Abschnitte beschäftigen.

    (Bildquelle: Microids)

    Herausfordernd, aber fair

    Beim Schwierigkeitsgrad zeigt sich Marsupilami 2 durchaus von seiner fordernden Seite. Gerade im späteren Spielverlauf verlangen die Level eine gute Beherrschung der Steuerung und ein gewisses Timing.

    Positiv ist dabei das Kontrollpunktsystem. Scheitern wir an einer Passage, müssen wir nicht den gesamten Levelabschnitt wiederholen, sondern werden in der Regel einfach zum letzten Kontrollpunkt zurückgesetzt. Das hält den Schwierigkeitsgrad angenehm hoch, ohne unnötig für Frust zu sorgen.

    Dadurch entsteht ein schönes klassisches Jump’n’Run-Gefühl: Die Level dürfen durchaus anspruchsvoll sein, Fehler werden aber nicht übermäßig hart bestraft.

    Musik als wichtiger Bestandteil

    Eine Besonderheit von Salsa Palombia ist der starke Fokus auf Musik und Rhythmus. Das passt natürlich hervorragend zur Geschichte, in der eine mysteriöse Melodie die Tiere von Palombia zum unkontrollierten Tanzen bringt.

    Die Musik ist dabei nicht ausschließlich Hintergrundbeschallung. Teilweise werden musikalische Elemente sogar mit den Bewegungen und Fähigkeiten der Marsupilamis beziehungsweise den jeweiligen Levelabschnitten verbunden.

    Dadurch entsteht eine sehr lebendige Atmosphäre, die das Spiel von vielen anderen klassischen Plattformern unterscheidet. Der musikalische Schwerpunkt fügt sich zudem gut in den humorvollen und familienfreundlichen Stil des Spiels ein.

    (Bildquelle: Microids)

    Grafik: moderner Comic-Look

    Optisch bleibt Marsupilami 2 der Linie des Vorgängers treu. Uns erwartet ein moderner und detaillierter Comic-Look, der hervorragend zur Vorlage passt.

    Die verschiedenen Welten sind farbenfroh gestaltet und bieten trotz des comichaften Stils zahlreiche Details. Besonders die Marsupilamis selbst sind schön animiert. Ihre Bewegungen wirken flüssig und passen gut zum schnellen Plattforming.

    Insgesamt entsteht eine gelungene Mischung aus klassischem Comic-Stil und moderner 3D-Technik. Das Spiel versucht dabei gar nicht erst, realistisch zu wirken, sondern bleibt konsequent seinem eigenen visuellen Stil treu.

    Lokaler Koop

    Wer das Abenteuer nicht alleine bestreiten möchte, kann die Kampagne auch gemeinsam mit einem Freund spielen. Der lokale Zwei-Spieler-Koop ist dabei mehr als nur eine nette Ergänzung.

    Da die drei Marsupilamis über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen, können die Spieler ihre Stärken miteinander kombinieren. Gerade bei den Abschnitten, die auf bestimmte Fähigkeiten ausgelegt sind, macht sich das bemerkbar.

    Zusätzlich gibt es mit den Battle Dojos eigene Wettbewerbe, in denen wir uns mit Freunden messen können. Damit bietet das Spiel neben der gemeinsamen Kampagne auch Möglichkeiten für kompetitives Spielen.

    Flow Mode und Dojos

    Wer nach der Kampagne noch nicht genug hat, bekommt mit dem Flow Mode eine weitere Herausforderung geboten. Hier geht es vor allem darum, verschiedene Prüfungen möglichst ohne einen einzigen Tod hintereinander zu bewältigen.

    Darüber hinaus warten verschiedene Solo- und Koop-Herausforderungen, Zeitprüfungen und Battle Dojos. Erfolgreiche Herausforderungen können dabei zusätzliche Inhalte und kosmetische Extras freischalten.

    Damit bietet Marsupilami 2 auch abseits der eigentlichen Kampagne genügend Anreize, bereits bekannte Spielmechaniken erneut unter Beweis zu stellen.

    (Bildquelle: Microids)

    Fazit

    Marsupilami 2 – Salsa Palombia ist ein gelungenes klassisches Jump’n’Run in modernem Gewand. Wer eine Mischung aus Rayman und Sonic interessant findet, dürfte sich mit dem Abenteuer schnell wohlfühlen.

    Besonders gut gefallen uns die abwechslungsreichen und detailreichen Level, die präzise Steuerung und der durchaus fordernde, aber faire Schwierigkeitsgrad. Die drei Marsupilamis bringen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten zusätzliche Abwechslung ins Spiel und werden sinnvoll in das Leveldesign eingebunden.

    Auch der lokale Koop-Modus ist eine schöne Ergänzung. Gerade das Zusammenspiel der unterschiedlichen Fähigkeiten macht gemeinsam noch einmal mehr Spaß. Mit Flow Mode, Zeitprüfungen und Battle Dojos gibt es außerdem zusätzliche Herausforderungen für alle, die nach der Kampagne noch weiter spielen möchten.

    Optisch überzeugt das Spiel mit seinem modernen Comic-Look und flüssigen Animationen. Der musikalische Schwerpunkt passt hervorragend zum verrückten Szenario und sorgt zusätzlich für eine eigene Atmosphäre.

    Marsupilami 2 – Salsa Palombia erfindet das Jump’n’Run sicher nicht neu. Das muss es aber auch gar nicht. Stattdessen liefert es genau das, was man von einem modernen Vertreter des Genres erwartet: abwechslungsreiche Level, präzise Steuerung, Sammelobjekte, versteckte Bereiche und einen ordentlichen Schwierigkeitsgrad, verpackt in eine charmante Comic-Welt.

    Der Key von Marsupilami 2 – Salsa Palombia wurde Game2Gether für den Test von Microids zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Alex
    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich bin hier eigentlich in allen Bereich aktiv. Mit einem Schwerpunkt auf Hardware.