Phantom Blade Zero Preview – Ein spielbares Wuxia-Kino-Erlebnis

    Quelle: S-GAME

    Phantom Blade Zero gehört für mich seit der Gamescom 2025 zu den spannendsten Actionspielen der kommenden Monate. Damals konnte ich S-Games düsteres Wuxia-Abenteuer erstmals selbst spielen – und war schnell angefixt. Nicht, weil hier einfach nur ein gut aussehendes Soulslike um die Ecke kommt, sondern weil sich die Kämpfe tatsächlich so anfühlten, wie sie in den Trailern aussahen: schnell, präzise, flüssig und vor allem verdammt cineastisch. Der neue, elf Minuten lange Trailer macht meine Vorfreude sogar noch größer und bestätigt meinen ersten Eindruck.

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    Kein Sekiro-Klon – und das ist gut so

    Natürlich liegt der Vergleich mit From Software’s Sekiro nahe: düsteres Setting, Schwerter, knackige Bossgegner, Paraden und Fehler, die durchaus bestraft werden. Irgendwo im Hintergrund lauert also ständig der Begriff „Soulslike“. Ganz falsch ist das nicht. Schon meine Bosskämpfe auf der Gamescom verlangten gutes Timing, das Lesen von Angriffsmustern und bewusst gesetzte Konter. Trotzdem fühlte sich Phantom Blade Zero für mich nie wie ein klassisches Soulslike an.

    Dafür ist das Kampfsystem zu schnell, zu offensiv und zu stark auf fließende Kombinationen ausgelegt. Ein bisschen Sekiro, sicherlich. Ein bisschen Ninja Gaiden ebenso. Vor allem aber entwickelt Phantom Blade Zero zunehmend eine eigene Identität. S-GAME nennt diese Mischung „Kungfupunk“: Wuxia trifft auf Dark Fantasy, industrielle Ruinen, mechanische Prothesen, Stahl und moderne Musik. Und erstaunlicherweise beschreibt dieser Begriff die Atmosphäre ziemlich gut.

    Kämpfe wie choreografierte Filmszenen

    Was mir von der Gamescom besonders im Gedächtnis geblieben ist, war die Bewegung. Schwertschläge gingen fließend ineinander über, Paraden waren Teil des Angriffsrhythmus und selbst kleinere Begegnungen wirkten stellenweise wie choreografierte Martial-Arts-Szenen. Die Animationen basieren dabei auf Motion Capture mit echten Kampfkünstlern – und das merkt man.

    Leichte und schwere Angriffe, Fähigkeiten, Blocks und Konter greifen organisch ineinander. Besonders spannend sind die unterschiedlichen unblockbaren Attacken. Crimson- und Azure-Angriffe verlangen jeweils eine andere Reaktion und zwingen dazu, Farben, Animationen und Timing genau zu lesen. Gerade in Bosskämpfen kann aus anfänglichem Chaos dadurch plötzlich ein beinahe eleganter Rhythmus entstehen: erkennen, parieren, kontern, weiterdrücken.

    Wenn das funktioniert, sieht Phantom Blade Zero nicht nur spektakulär aus. Es fühlt sich spektakulär an.

    Mehr als 50 Waffen

    Mittlerweile wissen wir auch, wie umfangreich das Kampfsystem werden soll. S-GAME spricht von mehr als 30 Hauptwaffen und über 20 sogenannten Phantom Edges, die Soul im Verlauf des Spiels nutzen kann.

    Die reine Zahl ist für mich dabei weniger wichtig als die Frage, ob sich diese Waffen tatsächlich unterschiedlich spielen. Phantom Blade Zero lebt gerade davon, dass seine Kämpfe bewusst choreografiert wirken. Wenn S-GAME diese Qualität auf mehrere Dutzend Waffen übertragen kann, könnte hier ein Kampfsystem entstehen, mit dem man sich sehr lange beschäftigen möchte.

    Quelle: press kit

    Der 11-Minuten-Trailer macht Lust auf mehr

    Der neue 11-Minuten-Trailer erinnert ziemlich wirkungsvoll daran, warum Phantom Blade Zero seit der Gamescom auf meiner persönlichen Liste steht. Wir sehen neue Figuren, mehr von Souls Reise, große Bossbegegnungen und Kämpfe, die beinahe nahtlos zwischen Gameplay und Inszenierung wechseln. Besonders spannend: Martial-Arts-Star Donnie Yen arbeitet seit 2023 als kreativer Berater am Spiel und übernimmt zusätzlich Performance Capture für Mó Yuan, Souls Vater.

    Damit wird noch deutlicher, wie ernst es S-GAME mit dem filmischen Anspruch meint. Phantom Blade Zero möchte Wuxia-Kino nicht einfach nur zitieren, es möchte dessen Bewegung und Rhythmus spielbar machen.

    Monster aus Phantom Blade Zero
    Quelle: press kit

    Die Lore – Eine Geschichte mit Ablaufdatum

    Dabei interessiert mich das Spiel längst nicht nur wegen seiner Kämpfe. Wir spielen Soul, einen Krieger, dem der Mord an seinem Meister angehängt wird. Während der anschließenden Jagd wird er tödlich verletzt und erhält durch eine mysteriöse Behandlung noch genau 66 Tage zu leben. Diese verbleibende Zeit nutzt er, um die Verschwörung hinter seinem Schicksal aufzudecken.

    Das klingt zunächst nach einer klassischen Rachegeschichte. Interessanter finde ich allerdings die Atmosphäre dahinter. Schon auf der Gamescom hatte Phantom Blade Zero eine Atmosphäre geschaffen, die zwischen Schönheit und permanenter Bedrohung hin und her pendelt. Dazu kommen schön inszenierte verfallene Orte, seltsame Maschinen, dunkle Figuren – und mittendrin ein Protagonist, dessen Zeit buchstäblich abläuft.

    Gerade hier bin ich gespannt, ob die Geschichte am Ende mit der Qualität der Inszenierung mithalten kann.

    Zugänglich oder brutal? Offenbar beides

    Es wird unterschiedliche Schwierigkeitsgrade geben. Phantom Blade Zero scheint sich nicht unnötig auf eine bestimmte Art von Spieler festlegen zu wollen. Auf leichteren Schwierigkeitsgraden soll sich das Spiel stärker wie ein schnelles Actionspiel anfühlen. Auf höheren Stufen gewinnen dagegen Timing, Paraden und das Lesen von Gegnern deutlich an Bedeutung.

    Das gefällt mir als Ansatz. Nicht jedes Actionspiel mit anspruchsvollen Bossen muss zwangsläufig die komplette Designphilosophie von einem Sekiro oder Dark Souls übernehmen. Phantom Blade Zero darf seine Souls-Einflüsse ruhig zeigen, ohne sich von ihnen definieren zu lassen.

    Screenshot aus dem Spiel Phantom Blade Zero
    Quelle: S-GAME

    Meine Vorfreude ist seit der Gamescom eher größer geworden

    Was mich mittlerweile besonders optimistisch stimmt, ist die Entwicklung seit meinem Gamescom-Termin.

    Damals war Phantom Blade Zero bereits eines dieser Spiele, bei denen ich nach wenigen Minuten wusste, dass ich es im Auge behalten werde. Seitdem wirken neue Builds technisch ausgereifter, strukturierter und deutlich näher am fertigen Produkt. Das Entscheidende ist für mich aber etwas anderes: S-GAME scheint die Identität seines Spiels inzwischen genau definiert zu haben.

    Der neue Trailer setzt genau dort an: Phantom Blade Zero will ein düsteres Wuxia-Action-RPG sein, das Martial-Arts-Kino nicht nur optisch nachahmt, sondern tatsächlich spielbar macht. Der cineastische Look, die butterweichen Übergänge zwischen Angriff und Parade, die Souls-angehauchten Bosskämpfe und vor allem die Kampfchoreografien machen einen sehr starken Eindruck.

    Natürlich bleiben Fragen. Wie gut trägt die Story über die komplette Spielzeit? Wie abwechslungsreich wird die Erkundung? Und schafft es das Kampfsystem, seine Eleganz langfristig zu bewahren?

    Phantom Blade Zero erscheint am 29. Oktober 2026 – und könnte für mich einer der großen Action-Höhepunkte dieses Herbstes werden.

    Phantom Blade Zero – Hard Facts

    • Entwickler: S-GAME Studio
    • Publisher: S-GAME Publishing
    • Genre: Action-RPG / Wuxia-Action
    • Setting: Dark Wuxia / „Kungfupunk“
    • Engine: Unreal Engine 5
    • Spielmodus: Singleplayer
    • Plattformen: PlayStation 5 und PC
    • Release: 29. Oktober 2026
    • Protagonist: Soul
    • Besonderheiten: über 30 Hauptwaffen, mehr als 20 Phantom Edges, Martial-Arts-Motion-Capture, mehrere Schwierigkeitsgrade
    Andreas Danner
    Ich liebe Games seit die ersten Pentium Rechner das Licht der Welt erblickten. Ob Soulslikes, narrative RPGs oder Indie-Perlen mit neuen Perspektiven, mich faszinieren spannende Kompositionen aus Design, Gameplay und Story, auch in VR und KI-getriebenen Welten. Games sind für mich nicht nur Unterhaltung, sondern auch Kunst und Kultur.