Der Beelink ME Pro 2-Bay Hybrid NAS Mini-PC im Test

    Mit dem ME Pro erweitert Beelink sein Portfolio um ein ungewöhnliches Hybrid-Gerät, das die Funktionen eines Mini-PCs mit denen eines kompakten NAS (Network Attached Storage) kombiniert. Im Gegensatz zu klassischen Netzwerkspeichern setzt das System auf eine vollständige x86-Plattform mit Intel-Prozessor, Windows 11 als Betriebssystem und einer flexiblen Hardwareausstattung. Dadurch eignet sich das Gerät nicht nur als zentraler Datenspeicher, sondern auch als Heimserver, Medienserver, Virtualisierungsplattform oder kompakter Office-PC. Dank der Kombination aus zwei SATA-Laufwerksschächten, drei M.2-Steckplätzen und schneller Netzwerkanbindung möchte der Beelink ME Pro eine vielseitige All-in-One-Lösung für ambitionierte Heimanwender, Content Creator und kleine Unternehmen sein.

    Vielen Dank an Beelink für die Bereitstellung des Testmusters.

    Ausstattung und Features

    Der Beelink ME Pro ist kein klassisches NAS, sondern ein Hybrid-System, das die Grenzen zwischen Mini-PC und Netzwerkspeicher verschwimmen lässt. Während herkömmliche NAS-Geräte häufig auf speziell angepasste ARM- oder Embedded-Prozessoren setzen, arbeitet im ME Pro ein Intel N95 oder Intel N150 der Alder-Lake-N beziehungsweise Twin-Lake-Serie. Dadurch lässt sich das Gerät nicht nur als Datenspeicher nutzen, sondern auch für zahlreiche weitere Aufgaben wie Docker-Container, virtuelle Maschinen, Home Assistant, Plex, Nextcloud oder als kleiner Server für Entwickler.

    Ab Werk wird das Gerät mit Windows 11 Home ausgeliefert. Wer möchte, kann stattdessen jedoch auch TrueNAS, Unraid, OpenMediaVault, Proxmox oder eine Linux-Distribution installieren. Damit richtet sich der ME Pro sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Homelab-Anwender.

    Besonders interessant ist das Speicherkonzept. Neben zwei SATA-Einschüben für 2,5- oder 3,5-Zoll-Festplatten stehen insgesamt drei M.2-2280-Steckplätze für NVMe-SSDs zur Verfügung. Dadurch können Betriebssystem, Cache und Datenspeicher voneinander getrennt werden. Je nach verwendeten Laufwerken sind Gesamtkapazitäten von bis zu 72 TB möglich.

    Auch bei der Netzwerkausstattung hebt sich der ME Pro von vielen Konkurrenzprodukten seiner Preisklasse ab. Statt eines einzelnen Gigabit-Ports besitzt das System einen 5-GbE- sowie einen 2,5-GbE-Anschluss. Hinzu kommen Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4. Für schnelle Dateiübertragungen oder mehrere gleichzeitige Benutzer bietet dies deutlich mehr Reserven als klassische Gigabit-NAS-Systeme.

    Das Gehäuse besteht überwiegend aus Metall und fällt mit Abmessungen von lediglich 166 × 121 × 112 mm ausgesprochen kompakt aus. Gleichzeitig sorgt ein speziell entwickeltes Kühlsystem für die Kühlung sowohl der CPU als auch der installierten Laufwerke. Eine Besonderheit stellt das modulare Mainboard dar, das sich als komplette Einheit herausziehen lässt und zukünftige Hardware-Upgrades erleichtern soll.

    Technische Daten

    Merkmal Spezifikation
    Prozessor Intel Processor N150 (Twin Lake) oder Intel Processor N95 (Alder Lake-N)
    CPU-Kerne / Threads 4 Kerne / 4 Threads
    Maximale Taktfrequenz bis 3,6 GHz (N150) / bis 3,4 GHz (N95)
    Grafikeinheit Intel UHD Graphics
    Arbeitsspeicher 12 GB oder 16 GB LPDDR5-4800 (verlötet)
    Betriebssystem Windows 11 Home
    Laufwerksschächte 2 × SATA für 2,5- oder 3,5-Zoll HDD/SSD
    M.2-Steckplätze 3 × M.2 2280 PCIe NVMe SSD
    Maximale Speicherkapazität bis zu 72 TB (2 × 30 TB HDD + 3 × 4 TB SSD)
    RAID Software-RAID (abhängig vom Betriebssystem)
    Netzwerk 1 × 5 Gigabit Ethernet, 1 × 2,5 Gigabit Ethernet
    WLAN Wi-Fi 6
    Bluetooth Bluetooth 5.4
    Videoausgänge HDMI 2.1 (4K@60 Hz), USB-C mit DisplayPort
    USB-Anschlüsse 2 × USB 3.2 Gen 2, 2 × USB 2.0
    Audio 3,5-mm-Klinke
    Kühlung Aktives Kühlsystem für CPU und Laufwerke
    Abmessungen 166 × 121 × 112 mm
    Gewicht ca. 2,1 kg
    Netzteil 120 Watt extern

     

    Über Beelink

    Beelink ist ein chinesischer Hersteller, der sich auf kompakte Mini-PCs und leistungsfähige Embedded-Systeme spezialisiert hat. In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen vor allem mit seinen Ryzen- und Intel-basierten Mini-PCs einen Namen gemacht, die ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Mit der neuen ME-Serie erweitert Beelink sein Portfolio erstmals gezielt in Richtung NAS- und Homelab-Lösungen und kombiniert dabei die Flexibilität eines Mini-PCs mit den Funktionen eines modernen Netzwerkspeichers. Durch den Fokus auf kompakte Bauformen, aktuelle Hardware und modulare Konzepte richtet sich Beelink sowohl an Privatanwender als auch an professionelle Nutzer, die leistungsfähige Systeme auf kleinem Raum benötigen.

    Verpackung und Lieferumfang

    Der Beelink ME Pro wird in einem schlichten, stabilen Karton geliefert, der das NAS während des Transports zuverlässig schützt. Im Inneren sorgen passgenaue Schaumstoffeinlagen dafür, dass sowohl der Mini-PC als auch das Zubehör sicher fixiert sind. Das Verpackungsdesign fällt insgesamt funktional aus und verzichtet auf überflüssige Elemente.

    Zum Lieferumfang gehören neben dem ME Pro ein externes 120-Watt-Netzteil inklusive Netzkabel, ein HDMI-Kabel zur direkten Inbetriebnahme sowie eine kurze Bedienungsanleitung. Darüber hinaus legt Beelink Montagematerial für die Installation von 2,5- beziehungsweise 3,5-Zoll-Laufwerken bei, sodass sich das NAS ohne zusätzliches Zubehör bestücken lässt.

    Der Lieferumfang enthält damit alles, was für die erste Inbetriebnahme benötigt wird. Lediglich die Massenspeicher müssen, je nach gewählter Variante, separat erworben beziehungsweise nachgerüstet werden.

    Design und Verarbeitung

    Mit seinem würfelförmigen Gehäuse hebt sich der Beelink ME Pro deutlich von klassischen Mini-PCs ab. Trotz der kompakten Abmessungen von lediglich 166 × 121 × 112 mm wirkt das Gerät hochwertig und modern. Das überwiegend aus Metall gefertigte Gehäuse vermittelt einen robusten Eindruck und sorgt gleichzeitig für eine gute Wärmeableitung. Die matte Oberfläche ist unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken und verleiht dem Hybrid-NAS eine dezente, professionelle Optik, die sich sowohl im Wohnzimmer als auch im Büro oder Homelab gut einfügt.

    Die Front wird von einer dezenten Status-LED sowie dem Einschalter dominiert. Hinter einer magnetisch befestigten Frontabdeckung befinden sich die beiden SATA-Laufwerksschächte, die ohne Werkzeug zugänglich sind und den Einbau von zwei 2,5- oder 3,5-Zoll-Laufwerken ermöglichen. Die magnetische Blende sitzt sauber und passgenau, lässt sich bei Bedarf jedoch mit einem Handgriff entfernen.

    An den Seiten und auf der Rückseite sorgen zahlreiche Lüftungsöffnungen für eine ausreichende Frischluftzufuhr. Die Anschlüsse sind sinnvoll angeordnet und gut erreichbar. Neben zwei Ethernet-Ports (5 GbE und 2,5 GbE) stehen mehrere USB-Anschlüsse, HDMI 2.1, USB-C mit DisplayPort sowie der Stromanschluss zur Verfügung. Durch diese Anordnung eignet sich der ME Pro sowohl für den stationären Einsatz als NAS als auch als kompakter Desktop-PC.

    Ein besonderes Merkmal ist der modulare Aufbau. Das komplette Mainboard kann nach dem Lösen weniger Schrauben aus dem Gehäuse herausgezogen werden, wodurch sich Wartungsarbeiten oder der Einbau von M.2-SSDs deutlich einfacher gestalten als bei vielen vergleichbaren Mini-PCs. Für letzteres muss lediglich eine Abdeckung an der Unterseite entfernt werden. Insgesamt hinterlässt die Verarbeitung einen sehr guten Eindruck. Spaltmaße, Materialqualität und Stabilität bewegen sich auf einem hohen Niveau und passen zum Anspruch eines vielseitigen Hybrid-Systems.

    Anschlüsse und Ausstattung

    Bei der Ausstattung zeigt sich der Beelink ME Pro erfreulich vielseitig. Auf der Rückseite stehen zwei Ethernet-Anschlüsse zur Verfügung – ein 5-Gigabit- sowie ein 2,5-Gigabit-Port. Dadurch eignet sich das System sowohl für schnelle Dateiübertragungen als auch für komplexere Netzwerkkonfigurationen mit Link-Trennung oder verschiedenen Netzwerksegmenten. Für Anwender, die bereits über einen 5-GbE-Switch verfügen, lassen sich selbst große Datenmengen in kurzer Zeit übertragen.

    Ergänzt wird die Netzwerkausstattung durch Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4, sodass der ME Pro bei Bedarf auch kabellos betrieben oder mit Bluetooth-Peripherie verbunden werden kann.

    Für den Anschluss externer Geräte stehen mehrere USB-Anschlüsse unterschiedlicher Standards bereit. Hinzu kommen HDMI 2.1 sowie ein USB-C-Port mit DisplayPort-Unterstützung, wodurch sich problemlos ein oder mehrere Monitore anschließen lassen. Da Windows 11 bereits vorinstalliert ist, kann der ME Pro jederzeit auch als klassischer Desktop-PC genutzt werden.

    Insgesamt bietet die Anschlussvielfalt kaum Anlass zur Kritik und fällt für ein Gerät dieser Größenklasse überdurchschnittlich umfangreich aus.

    Montage und Inbetriebnahme

    Die Inbetriebnahme des Beelink ME Pro gestaltet sich insgesamt unkompliziert. Bereits ab Werk ist Windows 11 Home vorinstalliert, sodass nach dem Anschließen von Netzteil, Monitor sowie Tastatur und Maus lediglich der übliche Windows-Einrichtungsassistent durchlaufen werden muss. Wer den ME Pro stattdessen als NAS oder Homeserver nutzen möchte, kann problemlos ein alternatives Betriebssystem wie TrueNAS, Unraid, OpenMediaVault oder Proxmox installieren.

    Vor der ersten Inbetriebnahme empfiehlt es sich, die gewünschten Massenspeicher einzubauen. Hierfür wird zunächst die magnetische Frontabdeckung entfernt, wodurch die beiden SATA-Laufwerksschächte zugänglich werden. Die Festplatten oder SSDs werden mit den beiliegenden Halterungen befestigt und anschließend in die Einschübe eingesetzt. Der Einbau gelingt ohne großen Aufwand und ist auch für weniger erfahrene Anwender problemlos möglich.

    Die Installation von M.2-NVMe-SSDs ist ebenfalls einfach gelöst. An der Unterseite des Gehäuses befindet sich eine Abdeckung, die nach dem Lösen der Schrauben entfernt werden kann. Anschließend sind die drei M.2-2280-Steckplätze direkt zugänglich, sodass die SSDs wie gewohnt eingesetzt und verschraubt werden können. Ein vollständiges Zerlegen des Geräts ist hierfür nicht erforderlich, was spätere Aufrüstungen oder einen SSD-Wechsel deutlich erleichtert. Einer der Slots ist werksseitig bereits mit einer M.2-SSD ausgestattet, die als Systemplatte dient.

    Nach dem ersten Start werden die eingebauten Laufwerke vom Betriebssystem automatisch erkannt. Unter Windows müssen neue Datenträger lediglich über die Datenträgerverwaltung initialisiert und formatiert werden. Bei alternativen NAS-Betriebssystemen erfolgt die Einrichtung der Speicherpools und Freigaben über die jeweilige Weboberfläche. Insgesamt präsentiert sich der Beelink ME Pro sowohl bei der Hardwaremontage als auch bei der Softwareeinrichtung angenehm benutzerfreundlich und ermöglicht einen schnellen Einstieg, unabhängig davon, ob er als Mini-PC oder als leistungsfähiges NAS-System eingesetzt wird.

    Erfahrungen im Einsatz

    Bereits nach kurzer Zeit wird deutlich, dass der Beelink ME Pro weit mehr als ein klassisches NAS ist. Da es sich um einen vollwertigen x86-Mini-PC handelt, sind Anwender nicht auf ein proprietäres NAS-Betriebssystem oder einen festen Funktionsumfang beschränkt. Stattdessen lässt sich das Gerät vollständig an die eigenen Anforderungen anpassen, angefangen beim Betriebssystem bis hin zu den eingesetzten Anwendungen und Diensten.

    Wer den ME Pro als klassischen Netzwerkspeicher einsetzen möchte, kann beispielsweise TrueNAS SCALE, OpenMediaVault oder Unraid installieren und erhält damit ein leistungsfähiges NAS mit umfangreichen Verwaltungsfunktionen. Ebenso problemlos lässt sich das System mit Proxmox VE als Virtualisierungshost betreiben, um mehrere virtuelle Maschinen oder Linux-Container parallel auszuführen. Dank der x86-Plattform stehen praktisch alle Möglichkeiten offen, die man von einem modernen Mini-PC erwartet.

    Auch unter Windows 11 macht der ME Pro eine gute Figur. Anwendungen wie Plex Media Server, Jellyfin, Docker Desktop, Nextcloud oder Home Assistant lassen sich ohne Einschränkungen installieren. Dadurch kann das Gerät gleichzeitig als Medienserver, Backup-Lösung, Cloud-Speicher oder Smart-Home-Zentrale dienen. Selbst kleinere Entwicklungsumgebungen oder Testserver lassen sich problemlos realisieren.

    Die Kombination aus zwei SATA-Laufwerksschächten und drei M.2-NVMe-Steckplätzen eröffnet zudem zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten. So können beispielsweise die NVMe-SSDs als Systemlaufwerk und Cache genutzt werden, während die beiden Festplatten den eigentlichen Datenspeicher übernehmen. Ebenso ist es möglich, sämtliche Steckplätze ausschließlich mit SSDs zu bestücken, um ein besonders schnelles All-Flash-System aufzubauen. Welche Speicherkonfiguration letztlich zum Einsatz kommt, hängt vollständig vom verwendeten Betriebssystem und dem jeweiligen Einsatzzweck ab.

    Positiv fiel im Test außerdem die insgesamt unkomplizierte Handhabung auf. Die Hardware arbeitet zuverlässig, alle Laufwerke wurden problemlos erkannt und sowohl Netzwerk als auch Anschlüsse funktionierten ohne Auffälligkeiten. Gerade diese Offenheit unterscheidet den Beelink ME Pro von vielen klassischen NAS-Systemen: Statt sich an die Vorgaben eines Herstellers anpassen zu müssen, entscheidet der Anwender selbst, welche Software installiert wird und welche Aufgaben das Gerät übernehmen soll. Diese enorme Flexibilität macht den ME Pro besonders für Technik-Enthusiasten, Homelab-Betreiber und Anwender interessant, die ihre Hardware möglichst vielseitig einsetzen möchten.

    Leistung

    Für unseren Test stand die Variante des Beelink ME Pro mit dem Intel Processor N95 zur Verfügung. Der Quad-Core-Prozessor mit einer maximalen Taktfrequenz von bis zu 3,4 GHz richtet sich in erster Linie an sparsame Mini-PCs und Home-Server und bietet für typische NAS-Aufgaben mehr als ausreichend Leistung. Im Geekbench erreichten wir 864 Punkte im Single-Core- und 2366 Punkte im Multi-Core-Test. Neben dem NAS-Einsatz eignet sich so das System auch im Desktop-PC-Einsatz für einfache Office-Arbeiten.

    Im Test arbeitete das System jederzeit flüssig und zuverlässig. Dateifreigaben, Backups sowie der Betrieb mehrerer Dienste parallel stellten den ME Pro vor keine Probleme. Auch Anwendungen wie Docker, Home Assistant, Nextcloud oder ein Medienserver wie Plex oder Jellyfin lassen sich problemlos betreiben, solange keine besonders hohen Anforderungen an die Rechenleistung gestellt werden.

    Dank der Unterstützung von NVMe-SSDs reagiert das System insgesamt sehr schnell. Das Betriebssystem startet zügig, Programme werden ohne spürbare Verzögerungen geöffnet und auch größere Dateikopien profitieren von den hohen Transferraten der SSDs. In Kombination mit den 5-Gigabit- und 2,5-Gigabit-Ethernet-Anschlüssen ist der ME Pro bestens für schnelle Netzwerkübertragungen gerüstet – vorausgesetzt, die entsprechende Netzwerkinfrastruktur ist vorhanden.

    Auch für kleinere Virtualisierungsszenarien eignet sich der Intel N95. Einzelne virtuelle Maschinen oder Linux-Container lassen sich problemlos betreiben, wodurch sich der ME Pro hervorragend als Homelab-Server oder Testsystem nutzen lässt. Für rechenintensive Aufgaben wie umfangreiche Virtualisierung, professionelle Videobearbeitung oder KI-Anwendungen ist der Prozessor hingegen nicht ausgelegt. Für seinen vorgesehenen Einsatzzweck als vielseitiger NAS- und Mini-PC bietet der Intel N95 jedoch ein ausgewogenes Verhältnis aus Leistung und Energieeffizienz.

    Intel Processor N150 vs. Intel Processor N95

    Neben der von uns getesteten Variante mit Intel Processor N95 bietet Beelink den ME Pro auch mit dem neueren Intel Processor N150 an. Beide Prozessoren verfügen über vier Kerne und vier Threads sowie eine TDP von lediglich 6 Watt und basieren auf Intels effizienten E-Cores. Die grundlegende Ausstattung und der Funktionsumfang unterscheiden sich daher kaum.

    Der Intel N150 gehört zur neueren Twin-Lake-Generation und arbeitet mit etwas höheren Taktraten. Der maximale Turbotakt steigt von 3,4 GHz beim N95 auf bis zu 3,6 GHz, wodurch je nach Anwendung ein Leistungsplus von etwa 5 bis 15 Prozent möglich ist. Auch die integrierte Intel UHD Graphics profitiert von leicht höheren Taktraten, was sich insbesondere bei grafikbeschleunigten Anwendungen und der Medienwiedergabe bemerkbar machen kann.

    Für klassische NAS-Aufgaben wie Dateifreigaben, Backups, Docker-Container oder den Betrieb eines Medienservers fallen die Unterschiede im Alltag jedoch gering aus. Wer den ME Pro hauptsächlich als Netzwerkspeicher oder Homeserver einsetzen möchte, erhält bereits mit dem Intel N95 eine mehr als ausreichende Leistung. Die N150-Variante empfiehlt sich vor allem dann, wenn das Gerät zusätzlich häufiger als Mini-PC genutzt wird oder möglichst viel Leistung innerhalb der energieeffizienten 6-Watt-Klasse gefragt ist.

    Lautstärke und Temperaturen

    Im täglichen Betrieb arbeitet der Beelink ME Pro angenehm unauffällig. Im Leerlauf ist der Lüfter kaum wahrnehmbar und selbst unter höherer Last bleibt die Geräuschentwicklung auf einem angenehmen Niveau. Deutlich präsenter sind, abhängig vom verwendeten Modell, die eingebauten Festplatten, deren Zugriffsgeräusche naturgemäß hörbar sein können.

    Das Kühlsystem erfüllt seine Aufgabe zuverlässig und hält sowohl Prozessor als auch Massenspeicher auf unkritischen Temperaturen. Auch bei längeren Dateiübertragungen oder dauerhaft aktiven Diensten traten im Test keine thermischen Probleme oder Leistungseinbrüche auf.

    Stromverbrauch

    Ein wesentlicher Vorteil des Beelink ME Pro ist seine hohe Energieeffizienz. Im Test mit dem Intel Processor N95 zeigte sich das System ausgesprochen sparsam und eignet sich damit hervorragend für den dauerhaften 24/7-Betrieb als NAS oder Homeserver. Die CPU besitzt eine TDP von lediglich 6 Watt und benötigt im Leerlauf nur wenig Energie.

    Der tatsächliche Stromverbrauch hängt allerdings maßgeblich von der verbauten Hardware ab. Insbesondere mechanische 3,5-Zoll-Festplatten haben einen deutlich größeren Einfluss auf die Leistungsaufnahme als die CPU selbst. Je nach Anzahl und Typ der eingesetzten Laufwerke kann der Verbrauch daher spürbar variieren. Auch zusätzliche USB-Geräte oder eine hohe Auslastung durch Docker-Container, virtuelle Maschinen oder Medienserver wirken sich auf den Energiebedarf aus.

    Im Vergleich zu einem selbstgebauten Server auf Desktop-Hardware arbeitet der Beelink ME Pro dennoch deutlich effizienter. Gerade Anwender, die ihr NAS rund um die Uhr betreiben möchten, profitieren von den niedrigen Betriebskosten und der geringen Abwärme. Damit stellt der ME Pro eine interessante Alternative zu klassischen NAS-Systemen dar, ohne deren Energieeffizienz aus den Augen zu verlieren.

    Laufwerkstyp Leerlauf Lesen/Schreiben Anlauf (Peak)
    3,5″ HDD (5.400 U/min) 3–5 W 5–7 W 15–20 W
    3,5″ HDD (7.200 U/min) 4–6 W 7–10 W 20–30 W
    2,5″ HDD 0,8–1,5 W 2–3 W 4–6 W
    2,5″ SATA SSD < 0,1 W 2–4 W
    M.2 NVMe SSD (PCIe 3.0) 0,05–0,5 W 3–6 W
    M.2 NVMe SSD (PCIe 4.0) 0,1–1 W 5–9 W

    Beispielrechnung für den Beelink ME Pro

    Bestückung Typischer Mehrverbrauch
    2 × 3,5″ HDD ca. 10–18 W
    2 × 2,5″ HDD ca. 4–6 W
    2 × SATA SSD ca. 4–8 W
    3 × NVMe SSD ca. 9–18 W unter Last

    Hinweis: Im Leerlauf reduzieren moderne SSDs ihren Energieverbrauch deutlich. Die höchsten Verbrauchswerte treten meist nur während intensiver Schreib- oder Lesevorgänge auf. Bei klassischen NAS-Systemen sind hingegen häufig die verbauten 3,5-Zoll-Festplatten die größten Stromverbraucher – nicht die CPU. Genau deshalb macht es beim Beelink ME Pro einen deutlich größeren Unterschied, ob zwei große HDDs oder ausschließlich SSDs verbaut werden, als ob der N95 oder der N150 zum Einsatz kommt.

    Erweiterbarkeit

    Ein großer Pluspunkt des Beelink ME Pro ist seine hohe Flexibilität. Neben den beiden SATA-Laufwerksschächten stehen drei M.2-2280-Steckplätze für NVMe-SSDs zur Verfügung. Dadurch lassen sich unterschiedlichste Speicherkonfigurationen realisieren, vom klassischen NAS mit großen Festplatten bis hin zum vollständig SSD-basierten All-Flash-System.

    Ebenfalls positiv ist die freie Wahl des Betriebssystems. Ob Windows 11, Linux, TrueNAS, Unraid, OpenMediaVault oder Proxmox, der Anwender entscheidet selbst, welche Software auf dem Gerät zum Einsatz kommt. Dadurch bleibt der ME Pro auch langfristig flexibel und kann jederzeit an neue Anforderungen angepasst werden. Bei der Neuinstallation von Windows 11 war uns allerdings aufgefallen, das Windows nicht alle Treiber selbstständig beziehen kann und diese nicht auf der Webseite von Beelink bereitgestellt werden.

    Eine kleine Einschränkung stellt lediglich der verlötete Arbeitsspeicher dar. Dieser kann nachträglich nicht erweitert werden, weshalb bereits beim Kauf die passende Speicherausstattung gewählt werden sollte.

    Beelink ME Pro vs. klassisches NAS

    Der größte Unterschied zu klassischen NAS-Systemen besteht darin, dass der Beelink ME Pro keine geschlossene Plattform ist. Während Hersteller wie Synology, QNAP oder Asustor auf eigene Betriebssysteme mit fest definiertem Funktionsumfang setzen, handelt es sich beim ME Pro um einen vollwertigen Mini-PC mit frei wählbarem Betriebssystem.

    Dadurch ergeben sich deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten. Neben klassischen NAS-Funktionen kann der ME Pro gleichzeitig als Medienserver, Docker-Host, Virtualisierungssystem, Home-Assistant-Server, Entwicklungsumgebung oder sogar als normaler Desktop-PC genutzt werden. Der Anwender ist nicht auf die Software des Herstellers angewiesen und kann jederzeit das Betriebssystem wechseln oder neue Anwendungen installieren.

    Demgegenüber bieten klassische NAS-Geräte häufig eine besonders komfortable Einrichtung sowie umfangreiche, perfekt aufeinander abgestimmte Apps. Wer eine möglichst einfache Plug-and-Play-Lösung sucht, ist dort oftmals besser aufgehoben. Technikaffine Anwender, die maximale Freiheit und Flexibilität wünschen, finden im Beelink ME Pro hingegen eine ausgesprochen interessante Alternative.

    Fazit

    Mit dem ME Pro verfolgt Beelink einen etwas anderen Ansatz als klassische NAS-Hersteller, und genau darin liegt die größte Stärke des Systems. Statt auf ein geschlossenes Betriebssystem und einen fest vorgegebenen Funktionsumfang zu setzen, erhält der Nutzer einen vollwertigen Mini-PC, der sich je nach Bedarf als NAS, Homeserver, Virtualisierungshost, Medienserver oder sogar als kompakter Desktop-PC einsetzen lässt.

    Im Test überzeugte das Gerät mit einer hochwertigen Verarbeitung, einer einfachen Montage der Laufwerke sowie einer umfangreichen Ausstattung. Besonders die Kombination aus zwei SATA-Laufwerksschächten, drei M.2-NVMe-Steckplätzen und den beiden schnellen Netzwerkanschlüssen mit 5 GbE und 2,5 GbE bietet eine Flexibilität, die in dieser Geräteklasse nur selten zu finden ist. Auch die Möglichkeit, frei zwischen Windows 11 und verschiedenen Linux- beziehungsweise NAS-Betriebssystemen wie TrueNAS, Unraid oder Proxmox zu wählen, eröffnet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten.

    Der in unserem Testgerät verbaute Intel Processor N95 liefert dabei ausreichend Leistung für klassische NAS-Aufgaben, Docker-Container, Home Assistant, Nextcloud, Medienserver oder kleinere Virtualisierungsumgebungen und arbeitet gleichzeitig erfreulich energieeffizient. Wer etwas mehr Leistungsreserven wünscht, kann alternativ zur Variante mit Intel Processor N150 greifen.

    Natürlich richtet sich der ME Pro nicht an Anwender, die eine möglichst einfache Plug-and-Play-Lösung wie bei Synology oder QNAP suchen. Die freie Wahl des Betriebssystems bedeutet gleichzeitig, dass Einrichtung, Wartung und Konfiguration deutlich mehr Eigeninitiative erfordern. Technikaffine Nutzer und Homelab-Enthusiasten werden diese Freiheit jedoch zu schätzen wissen.

    Unterm Strich ist der Beelink ME Pro ein äußerst vielseitiges Hybrid-System, das Mini-PC und NAS auf gelungene Weise miteinander verbindet. Wer maximale Flexibilität sucht und sein System individuell an die eigenen Anforderungen anpassen möchte, erhält eine leistungsfähige Plattform mit hervorragenden Erweiterungsmöglichkeiten und einem insgesamt überzeugenden Preis-Leistungs-Verhältnis.

    Der ME Pro wurde Game2Gether von Beelink für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers oder Händlers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Eneco
    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich bin hier eigentlich in allen Bereich aktiv. Mit einem Schwerpunkt auf Hardware.