Ein Hauch von The Long Dark auf Skiern
Der Survival-Markt ist heiß umkämpft, doch das am 12. Mai frisch erschienene POLYARIS schickt uns direkt in die Schockfrostung. Die kostenlos spielbare Demo wirft uns in ein unbarmherziges, arktisches Setting, das Genrefans sofort an The Long Dark erinnern wird. Doch statt gemütlichem Basebuilding steht hier der nackte, unbarmherzige Realismus im Fokus. Wir haben uns die Skier angeschnallt und die Demo auf Herz und Nieren – oder eher auf Frostbeulen – getestet.
Realismus, der unter die Haut (und in die Limo) geht
POLYARIS will vor allem eins sein: verdammt realistisch. Das fängt beim extrem limitierten Inventar an. Wo man in anderen Spielen halbe Wälder mit sich herumschleppt, zwingt uns das Spiel hier zu harten Entscheidungen. Tauschen wir die aktuelle Hose gegen ein Modell mit mehr Kälteschutz, büßen wir im selben Moment wertvollen Stauraum ein.
Das absolute Highlight der Spielmechanik zeigt sich jedoch beim Proviant: Lebensmittel haben dynamische Zustände. Wer eine gefundene Limonade trinken will, guckt dumm aus der Wäsche, wenn diese tiefgefroren ist. Erst wenn wir einen Ofen anheizen und die Dose mühsam auftauen, mutiert sie zum Lebensretter. Zusammen mit den peitschenden arktischen Winden, die dem Spieler auch akustisch permanent um die Ohren pfeffern, erzeugt das Spiel eine grandiose, dichte Atmosphäre. Zur Fortbewegung nutzen wir übrigens Skier – ein extrem cooles Feature, das die langen Wege im Tiefschnee spürbar auflockert.
Story-Teaser und die Tierwelt
Vom Plot her deutet die Demo durch Poster und die triste Umgebung einen nuklearen Vorfall an. Ganz allein sind wir in der Eiswüste allerdings nicht: Wir bekommen recht früh ein Repetiergewehr in die Hand gedrückt, denn aggressive Wildtiere sind (und werden) ein zentrales Problem in der Welt von POLYARIS.
Die Kehrseite: Eine Demo, die noch viel Liebe braucht
Man darf und muss es ganz klar sagen: POLYARIS ist noch lange nicht fertig. Die Welt wirkt stellenweise noch sehr unfertig und „verbaut“. Viele Häuser sind komplett verriegelt, und die betretbaren Gebäude bieten oft nur das nötigste Interieur, um die Spielmechaniken zu testen – von organischer Dekoration fehlt hier noch jede Spur.
Auch die Technik funkte im Test dazwischen. Ein Bug verdammte unsere Spielfigur dazu, nur noch rückwärtszulaufen. Viel schwerwiegender war jedoch ein Fehler beim Repetiergewehr: Die Nachlade-Animation setzte zwar optisch an, die Patrone wurde aber nicht geladen. Wer in einem Survival-Kampf nur einen einzigen Schuss hat und danach ins Leere triggert, zieht unweigerlich den Kürzeren. Positiv muss man den Entwicklern aber anrechnen, dass sie direkt ein gut erreichbares Bug-Reporting-Tool im Menü eingebaut haben. Sie wissen, dass sie Hilfe der Community brauchen.
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Fazit: Ein heißer Kandidat für die Wunschliste?
POLYARIS ist ein zweischneidiges Schwert, das aber enorm viel Potenzial zeigt. Der extreme Fokus auf Realismus und der innovative Ansatz mit den aggregierten Zuständen von Lebensmitteln ist erfrischend ungemütlich. Hardcore-Survival-Fans, die kein Problem mit spielerischen Ecken und Kanten haben, sollten den Titel definitiv auf ihre Steam-Wunschliste setzen. Da die Demo kostenlos ist, kann sich hier jeder selbst ein Bild machen – vorausgesetzt, man bringt ein dickes Fell für das knallharte Mikromanagement mit.




