Wilderings: The Lost Spring Preview: Roguelite trifft Naturmagie

    Wilderings: The Lost Spring wirkt wie eines dieser Spiele, die man erst wegen des hübschen Looks anklickt und dann plötzlich merkt: Moment, hier steckt vielleicht deutlich mehr drin. Zwischen Roguelite, Creature Collecting, Naturmagie, aktivem Kampfsystem und einer kaputten Welt, die langsam wieder atmen soll, könnte hier ein ziemlich charmantes Abenteuer entstehen.

    Eine verlorene Welt wartet auf Heilung

    Was wäre, wenn die Natur nicht einfach nur still leidet, sondern sich wehrt? Genau mit dieser Idee spielt Wilderings: The Lost Spring. Entwickelt wird das Spiel von Herobeat Studios, den BAFTA-prämierten Machern von Endling, während Kabam Games als Publisher an Bord ist. Ein konkretes Release-Datum gibt es aktuell noch nicht, auf Steam wird der Titel weiterhin mit „Coming soon“ gelistet. Geplant ist zunächst ein Early-Access-Release, der laut Entwicklerangaben ungefähr von September 2026 bis März 2027 laufen soll.

    Im Mittelpunkt steht Abi, die sich in eine korrumpierte Welt wagt, um das zurückzubringen, was dort verloren gegangen ist: Leben. Die Biome sind verdorben, feindliche Kreaturen durchstreifen die Umgebung und die einst heimischen Wesen, die sogenannten Hântu, wurden aus ihrer Welt verdrängt. Abi soll Quellen reaktivieren, Ökosysteme wiederherstellen und so Stück für Stück dafür sorgen, dass die Natur zurückkehrt.

    Das klingt im ersten Moment fast gemütlich, aber Wilderings scheint deutlich mehr zu wollen als ein süßes Naturabenteuer mit niedlichen Begleitern. Die Welt ist nicht einfach nur hübsch kaputt, sie ist gefährlich, lebendig und offenbar stark darauf ausgelegt, euch immer wieder neu herauszufordern.

    Story mit leiser Melancholie

    Auch wenn bisher noch nicht alle Story-Details bekannt sind, lässt die Grundidee schon eine ziemlich klare Stimmung erkennen. Wilderings erzählt von einer Welt, die durch eine gescheiterte Gesellschaft beschädigt wurde. Aus dieser Zerstörung sind verdrehte Kreaturen entstanden, während die ursprünglichen Bewohner, die Hântu, fast ausgelöscht wurden.

    Das gibt dem Spiel direkt eine etwas melancholische Note. Es geht nicht nur darum, Gegner zu besiegen oder den nächsten Boss umzuhauen. Jeder Run wirkt auf dem Papier wie ein kleiner Schritt in Richtung Wiederaufbau. Ihr kämpft nicht einfach durch die Wildnis, ihr versucht, ihr etwas zurückzugeben.

    Gerade dieser Ansatz könnte Wilderings emotionaler machen, als man es von einem klassischen Roguelite erwarten würde. Wenn das fertige Spiel seine Story-Momente gut setzt, könnte aus dem Fortschritt in der Welt mehr entstehen als nur ein mechanischer Upgrade-Kreislauf. Dann fühlt sich ein gereinigtes Gebiet nicht nur nach „mehr Loot“ an, sondern nach einem echten kleinen Erfolg.

    Gameplay: Zwischen Erkundung, Roguelite-Sog und aktivem Kampfsystem

    Vom Gameplay her klingt Wilderings: The Lost Spring nach einem Mix aus dynamischem Actionspiel, Roguelite und offener Erkundung. Jeder Run führt Abi ins Mainland, wo sie kämpft, sammelt, neue Wege entdeckt und sich durch wechselnde Gegner, Belohnungen und Herausforderungen bewegt.

    Besonders spannend ist dabei die Bewegung. Mit Gleiter, Wall-Run und Grappling Hook soll Abi neue Pfade, Biome und Geheimnisse erreichen können, wodurch Wilderings einen leichten Metroidvania-Einschlag bekommt. Gleichzeitig setzt das Kampfsystem nicht nur auf simples Draufhauen: Abi kann ausweichen, blocken und gegnerische Angriffe kontern. Zusammen mit Nahkampf-, Fernkampf- und Spezialangriffen klingt das nach einem System, bei dem Timing und Reaktion wichtig werden.

    Dazu kommen die Hântu, die Abi im Kampf unterstützen und zusätzliche Fähigkeiten ins Spiel bringen. Gerade in den Bosskämpfen gegen die Tormented Bosses dürfte es also darauf ankommen, das eigene Build zu verstehen und die Begleiter clever einzusetzen. Wenn Bewegung, Kampf und Roguelite-Fortschritt gut ineinandergreifen, könnte Wilderings schnell diesen typischen „nur noch ein Run“-Sog entwickeln.

    Kämpfen mit kleinen Naturwesen

    Ein großer Teil des Gameplays dreht sich um die Hântu. Diese mystischen Kreaturen sind nicht nur süße Begleiter, sondern sollen aktiv in Kämpfe eingebunden werden. Sie bringen eigene Fähigkeiten mit, unterstützen Abi im Gefecht und können dadurch den eigenen Kampfstil deutlich verändern.

    Dadurch könnte Wilderings spielerisch vor allem über Synergien funktionieren. Abi bringt die Grundlage mit: Bewegung, Ausweichen, Blocken, Konter sowie Nahkampf-, Fernkampf- und Spezialangriffe. Die Hântu erweitern dieses System dann um zusätzliche Effekte und Build-Möglichkeiten. Je nachdem, welche Begleiter man findet, füttert, verbessert und ins Team nimmt, könnten sich Runs also wirklich unterschiedlich anfühlen.

    Genau hier liegt viel Potenzial. Wenn die Hântu wirklich mehr sind als kleine passive Buff-Maschinen, kann daraus ein ziemlich spaßiger Kreislauf entstehen: neue Kreatur finden, Fähigkeit ausprobieren, Build anpassen, tiefer in die Welt kommen, scheitern, im Skyship neu planen und direkt wieder runter. Klassischer Roguelite-Sog, nur eben mit mehr Naturmagie und kleinen Begleitern, die vermutlich viel zu niedlich für diese kaputte Welt sind.

    Das Skyship als Ruhepol

    Zwischen den Runs kehrt Abi in ihr Skyship zurück. Dort bereitet ihr neue Ausflüge vor, baut Pflanzen aus gesammelten Samen an, schaltet permanente Verbesserungen frei, entwickelt eure Hântu weiter und plant euren nächsten Build. Laut Steam soll das Skyship außerdem als anpassbarer Rückzugsort funktionieren, der sich nach und nach in einen schwebenden Garten verwandelt.

    Das passt ziemlich gut zur Grundidee des Spiels. Unten wartet eine korrumpierte Welt voller Gefahren, oben entsteht ein sicherer Ort voller Leben. Dadurch könnte das Skyship mehr sein als nur ein Hub-Menü mit schöner Kulisse. Im besten Fall wird es zu einem sichtbaren Zeichen eures Fortschritts.

    Gerade bei Roguelites ist so ein Ruhepol wichtig. Wenn man nach einem verlorenen Run nicht nur frustriert im Menü landet, sondern sieht, dass trotzdem etwas geblieben ist, fühlt sich Scheitern weniger hart an. Wilderings scheint genau darauf zu setzen: fallen, zurückkehren, wachsen, nochmal versuchen.

    Fazit: Vielversprechend, wenn die Mischung aufgeht

    Natürlich lässt sich Wilderings: The Lost Spring aktuell noch nicht final bewerten. Dafür fehlt der echte Hands-on-Eindruck. Aber als Preview macht der Titel schon jetzt einen ziemlich interessanten Eindruck. Die Mischung aus Roguelite-Struktur, Creature Collecting, aktivem Kampfsystem, Metroidvania-Erkundung und ökologischer Wiederherstellung wirkt frisch genug, um aus der Masse herauszustechen.

    Besonders stark könnte Wilderings dann werden, wenn sich Story und Gameplay wirklich gegenseitig tragen. Wenn jeder Run nicht nur neue Belohnungen bringt, sondern die Welt sichtbar heilt. Wenn die Hântu sich nicht nur niedlich anfühlen, sondern spielerisch wichtig sind. Und wenn Ausweichen, Blocken, Kontern, Bewegung und Fortschritt diesen Flow erzeugen, den gute Roguelites einfach brauchen.

    Noch bleibt vieles abzuwarten, vor allem beim Balancing, Kampffeeling und der Abwechslung der Runs. Aber die Richtung stimmt. Wilderings wirkt wie ein Spiel für alle, die Roguelites mögen, aber sich dabei etwas mehr Herz, Atmosphäre und Naturmagie wünschen. Oder anders gesagt: ein kleines Abenteuer, bei dem man nicht nur stärker werden will, sondern vielleicht auch einfach gerne sieht, wie die Welt wieder grün wird.

    Danke an Herobeat Studios und Kabam Games, Inc. für die Bereitstellung des Beta-Keys.

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    Jessi
    Hi, ich bin Jessi! Schon seit meiner Kindheit begleitet mich Gaming und für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als in die verschiedensten Welten einzutauchen und die verrücktesten Geschichten zu erleben. Ob Shooter, RPG, Roguelike oder Visual Novel – vor mir ist kein Genre sicher.