Der UV-Drucker eufyMake E1 im Test – Teil 1: Überblick und erste Drucke

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    Der eufyMake E1 ist ein kompakter UV-Drucker, der sich an Kreative, Maker sowie kleinere Gewerbebetriebe richtet. Er kombiniert klassische UV-Drucktechnologie mit der Möglichkeit, nicht nur farbige Motive auf unterschiedlichste Materialien aufzubringen, sondern auch fühlbare Strukturen zu erzeugen. Damit positioniert sich das Gerät als vielseitige Lösung für personalisierte Produkte und kleinere Produktionsserien im Desktop-Format. Vor gut einem Jahr startete der eufyMake E1 auf Kickstarter und mauserte sich mit 17.822 Unterstützenden und einem Umsatz von 46,7 Millionen US-Dollar zum bislang erfolgreichsten Kickstarter-Projekt. Seit dem 6. Mai 2026 ist der E1 nun auch frei bestellbar.

    Aufgrund des breiten Funktionsumfangs und der unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten wird diese Review nicht in einem einzelnen Beitrag zusammengefasst, sondern in mehrere Teile gegliedert. Jeder Abschnitt beleuchtet einen konkreten Anwendungsbereich des Geräts:

    • Teil 1: Allgemeines zum Gerät sowie erste Drucke auf dem Flachbett (u. a. Leinwand, Untersetzer, Klemmbausteine)
    • Teil 2: Drucke auf runden Oberflächen mithilfe der Rotationseinheit
    • Teil 3: Stickerdrucke im UV-DTF-Verfahren
    • Teil 4: Weitere Projekte und Anwendungsszenarien

    Diese Aufteilung ermöglicht es, die jeweiligen Funktionen und Ergebnisse differenziert zu betrachten und praxisnah zu bewerten.

    Ausstattung und Features

    Der eufyMake E1 ist als modulares All-in-One-System aufgebaut und vereint mehrere Druckverfahren in einem Gerät. Neben klassischem Flachbettdruck unterstützt er auch Erweiterungen wie Rotationsdruck für zylindrische Objekte sowie UV-DTF-Druckverfahren für Transferfolien. Eine zentrale Funktion ist die sogenannte Amass3D™-Technologie, mit der sich neben flachen Motiven auch reliefartige Strukturen mit spürbarer Höhe erzeugen lassen. Dadurch können Drucke nicht nur visuell, sondern auch haptisch wirken. Für die Farbdarstellung kommt die ColorMaestro™-Technologie zum Einsatz, die laut Hersteller eine hohe Farbgenauigkeit mit bis zu 1440 dpi Auflösung ermöglicht. Ergänzt wird dies durch UV-härtende Tinten, die eine hohe Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen wie Licht oder Feuchtigkeit bieten sollen.

    Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Materialvielfalt: Der Drucker ist kompatibel mit über 300 Materialien, darunter Holz, Metall, Glas, Acryl, Keramik, Leder, Stoff oder Leinwand. Dadurch eignet sich das Gerät für eine breite Palette an Anwendungen im DIY- und Produktionsbereich. Zur Unterstützung des Workflows integriert der E1 mehrere Automatisierungsfunktionen. Dazu zählen eine präzise automatische Positionierung der Druckobjekte sowie ein Selbstreinigungssystem („JetClean™“), das Wartungsaufwand reduzieren soll. Zusätzlich bietet der Drucker eine maximale Drucklänge von bis zu 10 Metern bei entsprechenden Medien sowie verschiedene Sicherheits- und Komfortfunktionen, darunter ein Luftfiltersystem zur Reduktion von Emissionen und ein Gehäuse zur Abschirmung von UV-Strahlung.

    Abgerundet wird das System durch softwareseitige Funktionen wie Vorlagenbibliotheken und KI-gestützte Designoptionen, die den Einstieg erleichtern und kreative Prozesse beschleunigen sollen. Für die Bedienung steht eine eigens entwickelte Software für Windows und Mac sowie eine App für mobile Geräte zur Verfügung.

    Merkmal Spezifikation
    Drucktechnologie UV-Druck mit UV-härtender Tinte
    Besondere Technologie Amass3D™ (3D-Textur-/Reliefdruck)
    Farbsystem CMYK + Weiß + Glossy (UV-Tinte)
    Maximale Auflösung Bis zu 1440 dpi
    Maximale Druckfläche (Flachbett) ca. 330 × 420 mm
    Maximale Druckhöhe (Relief) Bis zu 5 mm)
    Maximale Drucklänge (Rolle) Bis zu 10 Meter)
    Unterstützte Druckmodi Flachbett, Mini-Flachbett, Rotationseinheit, Roll-to-Film / UV-DTF
    Materialkompatibilität Über 300 Materialien (u. a. Holz, Glas, Metall, Acryl, Leder, Stoff)
    Automatisierung Automatische Positionierung, Kameraunterstützung
    Wartungssystem JetClean™ Selbstreinigung
    Software KI-gestützter Workflow, Vorlagenbibliothek
    Sicherheitsfunktionen Luftfiltersystem, UV-Abschirmung (>90 %)
    Einsatzbereich DIY, Prototyping, Kleinserienproduktion
    Bauform Kompaktes Desktop-Gerät (All-in-One, modular)

    Über eufyMake

    EufyMake ist eine vergleichsweise junge Marke, die seit 2022 kreative Fertigungstechnologien für den Consumer- und Semi-Profi-Bereich entwickelt. Das Unternehmen gehört zum Umfeld von Anker Innovations und fokussiert sich auf Geräte, die professionelle Produktionsmethoden in ein kompakteres, zugänglicheres Format bringen. Im Mittelpunkt stehen dabei Tools, mit denen Nutzer individuelle Designs mit 3D-Texturen und präziser Farbdarstellung umsetzen können. Ziel von eufyMake ist es, Kreativen weltweit den Zugang zu personalisierten Produktionsprozessen zu erleichtern und neue Anwendungsmöglichkeiten im DIY- und Kleinserienbereich zu eröffnen.

    Was ist überhaupt UV-Druck?

    Das UV-Druckverfahren unterscheidet sich grundlegend von klassischen Drucktechniken wie dem Tintenstrahl- oder Solventdruck. Während herkömmliche Verfahren mit wasser- oder lösungsmittelbasierten Tinten arbeiten, die erst trocknen müssen, kommen beim UV-Druck spezielle UV-härtende Tinten zum Einsatz. Diese werden direkt nach dem Auftragen mithilfe von UV-Licht ausgehärtet, wodurch der Druckprozess in einem einzigen Arbeitsschritt erfolgt.

    Im Kern basiert UV-Druck auf der Piezo-Inkjet-Technologie. Dabei wird die Tinte berührungslos in sehr feinen Tröpfchen präzise auf die Oberfläche des Materials aufgebracht. Durch dieses kontaktlose Verfahren lassen sich nicht nur klassische Druckmedien wie Papier, sondern auch zahlreiche andere Materialien bedrucken – darunter Glas, Metall, Holz, Kunststoff oder Keramik.

    Ein zentrales Merkmal ist die sofortige Aushärtung der Tinte. Spezielle Bestandteile in der UV-Tinte reagieren auf das Licht von UV-LEDs und härten innerhalb von Sekunden aus. Dadurch entfällt eine Trocknungszeit, und die Drucke sind direkt nach dem Prozess weiterverarbeitbar. Gleichzeitig sorgt dieses Verfahren für eine hohe Beständigkeit gegenüber Kratzern, Feuchtigkeit und UV-Strahlung.

    Auch beim Farbaufbau gibt es Besonderheiten: Üblicherweise wird mit dem CMYK-Farbsystem gearbeitet, ergänzt durch Weißtinte und optional einen transparenten Lack (Gloss). Gerade die Weißschicht spielt eine wichtige Rolle, etwa bei dunklen oder transparenten Materialien. Zusätzlich ermöglicht der schichtweise Auftrag von Tinte den Aufbau von Strukturen, wodurch neben rein visuellen auch haptische Effekte realisiert werden können.

    Insgesamt zeichnet sich der UV-Druck durch seine Vielseitigkeit aus: Er kombiniert hohe Druckqualität mit breiter Materialkompatibilität und eröffnet dadurch Anwendungen, die mit klassischen Druckverfahren nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sind.

    Merkmal Klassischer Druck UV-Druck
    Druckverfahren Wasser- oder lösungsmittelbasierte Tinten, mehrstufiger Druck mit anschließender Trocknung UV-härtende Tinten, Aushärtung direkt während des Drucks
    Trocknung / Aushärtung Trocknung durch Luft oder Wärme, benötigt Zeit Sofortige Aushärtung durch UV-Licht
    Materialien (Substrate) Vorwiegend Papier und Karton Sehr breite Materialpalette (z. B. Glas, Holz, Metall, Kunststoff, Keramik)
    Druckqualität Gute Farbwiedergabe, Einschränkungen auf transparenten oder dunklen Materialien Hohe Schärfe und Farbgenauigkeit, auch auf transparenten oder farbigen Oberflächen
    Zusatzfarben Meist CMYK CMYK + Weiß + optional Gloss (Lack)
    Effekte / Veredelung Begrenzt (z. B. Laminierung notwendig) Direktdruck mit Spezialeffekten wie Weißdruck, Lack und Reliefstrukturen
    Druckgeschwindigkeit Eher langsamer durch Trocknungszeit Schneller, da keine separate Trocknung erforderlich
    Umweltaspekte Häufig Einsatz von Lösungsmitteln (VOCs möglich) UV-Tinten in der Regel VOC-arm
    Kostenstruktur Günstigere Geräte und Tinten Höhere Anschaffungs- und Tintenkosten
    Einsatzbereich Standarddruck (Dokumente, Verpackung, Printprodukte) Personalisierung, Werbetechnik, industrielle Anwendungen, DIY

    Verpackung und Lieferumfang

    Geliefert wird der eufyMake E1 in einer großformatigen Umverpackung. Diese zeigt auf der Vorderseite eine Abbildung des Druckers und Hinweise auf einige Features. Ringsum finden sich dann noch viele Beispiele von Druckprojekten und weiterführende Informationen. Der obere Teil der Umverpackung wird mit Spannbändern und Klettverschlüssen mit dem unteren Teil verbunden. So ergibt sich ein stabiler, wiederverschließbarer Karton, der sich auch langfristig für einen geschützten Transport eignet. Im Inneren findet sich der Ducker geschützt von einem Folienbeutel. Hinter dem Drucker steht eine flache, großformatige Kartonage, in der sich das große Druckbett befindet. Der Lieferumfang hängt insgesamt vom gewählten Bundle ab, in der Kartonage des Druckers befinden sich nebem dem E1 an sich noch ein kleines und großes Druckbett samt einer Haftmatte. Dazu liegen noch das Netzkabel, eine UV-Schutzbrille und drei rechteckige Kühlschrankmagnete für erste Druckversuche bei.

    Design und Verarbeitung

    Der eufyMake E1 ist als kompaktes Desktop-Gerät konzipiert und hebt sich optisch klar von klassischen Industrie-UV-Druckern ab. Statt offener, technischer Bauweise setzt der Hersteller auf ein geschlossenes Gehäuse mit vergleichsweise aufgeräumtem, modernem Design, das eher an ein Studio- oder Consumer-Gerät erinnert. Ziel ist es professionelle Drucktechnik in ein Format und eine Optik zu bringen, die auch in kleineren Arbeitsumgebungen Platz finden. Das Gehäuse lässt sich nach vorne und hinten öffnen. Für die Bedienung gibt es lediglich einen Ein-/Ausschalter links unten beim Netzkabelanschluss und einen Startknopf für die Druckvorgänge an der Oberseite. Alles andere wird direkt über die App bedient.

    Die Bauweise folgt einem modularen All-in-One-Konzept: Der Drucker bildet die zentrale Einheit, während Erweiterungen wie Rotationseinheit oder DTF-Modul angedockt werden können. Dadurch wirkt das Gerät im Grundzustand relativ kompakt, wächst aber je nach Einsatzbereich funktional mit.

    In Bezug auf die Verarbeitung vermittelt der E1 insgesamt den Eindruck eines geschlossenen Systems mit Fokus auf Bedienkomfort. Elemente wie integrierte Kamera, Lasersensoren zur Positionierung und automatische Wartungsfunktionen sind direkt in das Gehäuse integriert, was die externe Verkabelung und zusätzliche Komponenten reduziert. Besonders unauffällig ist der Betrieb mit der kleinen Druckplattform, da so mit geschlossenem Gehäuse gedruckt werden kann.

    Anschluss und Erstinbetriebnahme

    Die Inbetriebnahme des eufyMake E1 ist darauf ausgelegt, möglichst unkompliziert zu verlaufen und auch ohne Vorkenntnisse im UV-Druck durchgeführt werden zu können. Im großen und ganzen gibt es gar nicht mal so viele Unterschiede im Vergleich zu einem typischen Tintenstrahldrucker. Nach dem Auspacken muss das Gerät zunächst an einem stabilen, ausreichend großen und gut belüfteten Arbeitsplatz positioniert werden, da es aufgrund von Gewicht und Bauweise eher stationär genutzt wird.

    Der Anschluss beschränkt sich im Wesentlichen auf das Verbinden mit dem Stromnetz sowie die Kopplung mit einem kabelgebundenen Netzwerk oder via WLAN. Für die Bedienung benötigt man dabei entweder die PC/MAC-Software oder die mobile App. Am einfachsten ist die Erstinbetriebnahme über die Smartphone-App durchzuführen.

    Im nächsten Schritt erfolgt die Einrichtung der Tinten- und Reinigungskartuschen. Diese werden in die vorgesehenen Slots eingesetzt und vom Gerät automatisch erkannt. Die Reinigungskassette ist an der rechten Seite einzusetzen. Wichtig: Die roten Verschlusskappen müssen vorher entfernt werden. Darüber hinaus muss nach oben an der Vorderseite der Luftfilter eingebaut werden. Anschließend startet der Drucker einen initialen Kalibrierungs- und Reinigungsprozess, bei dem unter anderem die Druckköpfe vorbereitet werden. Dieser Vorgang kann bis zu 30 Minuten in Anspruch nehmen und läuft weitgehend automatisiert ab.

    Die Steuerung erfolgt über die „Make It Real“-Software, die durch die ersten Schritte führt. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung des Geräts, erste Testdrucke sowie grundlegende Einstellungen für Material und Druckparameter. Insgesamt ist der Einrichtungsprozess klar strukturiert und stark softwaregeführt, sodass der Einstieg auch für Nutzer ohne Erfahrung im UV-Druck vergleichsweise zugänglich ist.

    Bedienung via Software und App

    Die Steuerung des eufyMake E1 erfolgt primär über die hauseigene Software „Make It Real“, die als zentrale Schnittstelle zwischen Nutzer und Gerät dient. Sie ist sowohl für Desktop-Systeme als auch in einer mobilen Variante verfügbar und führt weitgehend strukturiert durch den gesamten Workflow, von der Motivvorbereitung bis zum fertigen Druck.

    Im Mittelpunkt steht die Projektverwaltung und Druckvorbereitung. Nutzende können eigene Designs importieren oder auf integrierte Vorlagen zurückgreifen. Die Platzierung des Motivs erfolgt visuell auf einer digitalen Arbeitsfläche, die das reale Druckbett abbildet. Unterstützt wird dies durch die integrierte Kamera des Druckers, die eine Vorschau des eingelegten Objekts liefert und so die Positionierung erleichtert.

    Ein wichtiger Bestandteil ist das Material- und Druckprofil-Management. Je nach Substrat lassen sich passende Einstellungen auswählen, etwa für Tintenauftrag, Schichtanzahl oder Weißunterlegung. Viele dieser Parameter sind bereits vordefiniert, können aber bei Bedarf angepasst werden. Dadurch richtet sich das System sowohl an Einsteiger als auch an Nutzer, die gezielt in den Druckprozess eingreifen möchten.

    Für fortgeschrittene Anwendungen bietet die Software Funktionen wie mehrlagigen Druck, etwa für Weiß- oder Lackschichten, sowie die Möglichkeit, Reliefstrukturen gezielt zu steuern. Hier wird sichtbar, dass Hard- und Software eng zusammenspielen: Die Software berechnet die notwendigen Schichten, während der Drucker diese präzise umsetzt.

    Die App-Anbindung erweitert den Funktionsumfang um eine flexiblere Bedienung, etwa für das Starten von Druckjobs, das Überwachen des Gerätestatus oder den Zugriff auf Vorlagenbibliotheken. Der Fokus liegt dabei weniger auf vollständiger Projektbearbeitung, sondern eher auf Steuerung und Kontrolle.

    Insgesamt ist die Bedienung stark softwaregeführt und darauf ausgelegt, den Einstieg zu erleichtern. Viele Prozesse sind automatisiert oder werden Schritt für Schritt begleitet, gleichzeitig bleibt genügend Spielraum für individuelle Anpassungen. Für ernsthafe Anwendungen ist die PC/MAC-Software die erste Wahl, die mobile App eigent sich mehr für die Überwachung und einen schnellen Druck zwischendurch.

    Was kann man alles bedrucken?

    Ein zentraler Vorteil des UV-Druckverfahrens, und damit auch des eufyMake E1, ist die sehr breite Materialkompatibilität. Durch das berührungslose Druckprinzip und die sofortige Aushärtung der Tinte lassen sich nicht nur klassische Druckmedien, sondern auch viele feste und teilweise unebene Oberflächen direkt bedrucken.

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    Typische Materialien sind unter anderem:

    • Holz (z. B. Schilder, Dekoelemente, Sperrholz)
    • Metall (z. B. Aluminiumplatten, beschichtete Oberflächen)
    • Glas und Acryl (z. B. Schilder, Displays, Dekorobjekte)
    • Kunststoffe (z. B. Gehäuse, Bauteile, Gadgets)
    • Keramik (z. B. Fliesen, Tassen – ggf. mit Rotationseinheit)
    • Leder und Kunstleder
    • Stoffe und Leinwand
    • Papier und Karton (für klassische Anwendungen)

    Darüber hinaus lassen sich auch fertige Objekte direkt individualisieren, etwa:

    • Untersetzer, Schlüsselanhänger oder Handyhüllen
    • Verpackungen oder Produktgehäuse
    • Dekorationsartikel und personalisierte Geschenke
    • Bauteile oder Modelle (z. B. Klemmbausteine)

    Mit optionalem Zubehör erweitert sich das Spektrum zusätzlich. Die Rotationseinheit ermöglicht das Bedrucken zylindrischer Objekte wie Flaschen, Gläser oder Becher. Über das UV-DTF-Verfahren können zudem Motive zunächst auf eine Transferfolie gedruckt und anschließend auf andere Oberflächen übertragen werden, auch dort, wo ein Direktdruck schwierig ist.

    In der Praxis gilt jedoch: Trotz der hohen Materialvielfalt hängt das Ergebnis stark von der Oberflächenbeschaffenheit ab. Glatte, saubere und gegebenenfalls vorbehandelte Materialien liefern in der Regel die besten Resultate, während stark strukturierte oder sehr weiche Oberflächen Einschränkungen mit sich bringen können.

    Praxistest – Teil 1: Erste Drucke auf dem Flachbett

    Nach den grundlegenden Eindrücken zu Aufbau, Technik und Bedienung folgt im ersten Praxisteil der Blick auf die eigentliche Kernfunktion des Geräts: den Flachbettdruck. Dieser stellt die Basisanwendung des eufyMake E1 dar und dürfte für viele Nutzer den häufigsten Einsatzbereich abbilden.

    Für den Einstieg wurden bewusst unterschiedliche Materialien gewählt, um ein erstes Gefühl für die Stärken und Grenzen des Druckers zu bekommen. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Leinwand, Untersetzer sowie Klemmbausteine, also Materialien mit unterschiedlichen Oberflächen, Farben und Strukturen. Ziel ist es, sowohl die Druckqualität als auch die Handhabung bei typischen DIY- und Personalisierungsprojekten zu bewerten.

    Im Fokus stehen dabei mehrere Aspekte: die Vorbereitung der Drucke, die Positionierung auf dem Druckbett, die Qualität der Farbwiedergabe sowie die Haftung und Wirkung der Tinte auf den jeweiligen Materialien. Auch erste Eindrücke zur Reproduzierbarkeit und zum Zusammenspiel von Software und Hardware fließen in die Bewertung ein.

    Dieser erste Teil bildet damit die Grundlage für die weiteren Abschnitte der Review, in denen speziellere Anwendungen wie Runddruck oder UV-DTF-Verfahren im Detail betrachtet werden.

    Erste Tests mit Kühlschrankmagneten und Untersetzern

    Für die ersten Druckversuche kamen Kühlschrankmagnete und Untersetzer aus dem Materialsortiment von eufyMake zum Einsatz. Beide eignen sich gut für den Einstieg, da sie flache, weitgehend gleichmäßige Oberflächen bieten und typische Anwendungsfälle im DIY- und Personalisierungsbereich abbilden. Zudem eignen sie sich perfekt als kleines Geschenk oder Mitbringsel.

    Die Druckvorbereitung gestaltet sich dabei unkompliziert: Die Objekte werden auf der Haftmatte positioniert und der Druck über die Software ausgerichtet. Je zentrischer das Objekt platziert wird, desto präsziser ist die Positionierung möglich. Gerade bei kleineren Objekten ist es zudem sinnvoll, mehrere Teile gleichzeitig zu platzieren, um die verfügbare Fläche effizient zu nutzen. Man kann natürlich auch Rahmen oder Markierungen nutzen, um eine wiederholbare Platzierung zu ermöglichen, doch dazu mehr im vierten Teil der Review. Die Druckergebnisse zeigen eine saubere Farbwiedergabe und gute Haftung. Gegebenfalls sollte man das Motiv vorher etwas aufhellen, da der Druck etwas dunkler wirkt.

    Ein wichtiger Punkt, der sich bereits bei diesen ersten Tests zeigt, ist der Umgang mit Drucken mit Überstand. Wird das Motiv bewusst oder unbewusst über die Kanten des Objekts hinaus gedruckt, landet überschüssige Tinte auf der Haftmatte. Diese lässt sich zwar grundsätzlich mittels Abschaben entfernen, kann bei häufiger Wiederholung jedoch zu sichtbarer Verschmutzung oder sogar zu Beschädigungen führen. Nicht entfernt reduziert sich die Haftung und Objekte liegen uneben auf.

    In der Praxis gibt es dafür mehrere Lösungsansätze. Eine funktionale Methode besteht darin, Bluetape (Malerkrepp) mit der klebenden Seite nach oben auf die betroffenen Bereiche der Haftmatte aufzubringen. Die Drucke haften weiterhin zuverlässig, gleichzeitig lässt sich überschüssige Tinte deutlich einfacher entfernen, ohne die eigentliche Matte zu beanspruchen. Gerade bei wiederholten Projekten mit randlosen Motiven oder bewusstem Überdrucken lohnt es sich daher, frühzeitig Maßnahmen zum Schutz der Haftmatte zu treffen.

    Leinwand mit verschiedenen Schichtdicken

    Ein weiterer Test erfolgte auf Leinwand, wobei gezielt mit unterschiedlichen Schichtdicken gearbeitet wurde, um sowohl klassische Drucke als auch strukturierte Oberflächen zu beurteilen. Auf der originalen eufyMake-Leinwand funktioniert der Druck insgesamt sehr zuverlässig. Sowohl einfache, flache Motive als auch mehrlagige Drucke mit spürbarer Struktur werden sauber umgesetzt. Die Haftung der Tinte ist gut, und auch bei höherem Materialauftrag bleiben die Ergebnisse stabil und gleichmäßig. Die Leinwände sind straff bespannt und hochwertig verarbeitet.

    Anders verhält es sich bei günstigen Leinwänden aus dem Discounter-Bereich. Diese sind häufig weniger straff bespannt, was sich insbesondere bei dickeren Farbschichten bemerkbar macht. Durch den höheren Tintenauftrag kann sich die Oberfläche leicht wölben, was sich wiederum auf die Druckqualität und die Gleichmäßigkeit der Struktur auswirkt. Teilweise kommt es hier auch zum Verwischen. Für einfache, einschichtige Drucke sind solche Leinwände jedoch durchaus nutzbar.

    Im Hinblick auf strukturierte Drucke bietet das Gerät mehrere Möglichkeiten. Neben einem einfachen, leicht erhöhten Auftrag lassen sich durch mehrfaches Drucken gezielt Reliefstrukturen aufbauen. Dabei können bestimmte Bildbereiche stärker hervorgehoben werden, etwa Konturen oder einzelne Elemente eines Motivs. Auch Kombinationen aus flachen und erhöhten Bereichen sind möglich, wodurch eine deutliche Tiefenwirkung entsteht. Die Software kann hier einmal farbbasiert strukturien, wobei dunkle Elemente tiefer und helle Elemente höher umgesetzt werden oder mittels KI das Bild analyisieren und in ein 3D-Relief überführen. Zusätzlich kann mit unterschiedlichen Schichtstrategien gearbeitet werden, etwa durch den gezielten Einsatz von Weißtinte als Basis für Höhenaufbau oder durch abschließende Lackschichten für optische Effekte. Je nach Motiv reicht das Spektrum von dezenten, leicht fühlbaren Strukturen bis hin zu deutlich ausgeprägten Reliefs. Besonders in Verbindung mit KI-gestützter Generierung von Tiefenkarten entstehen optisch sehr ansprechende Ergebnisse mit klarer Staffelung und plastischer Wirkung.

    Ein wesentlicher Nachteil dieser Technik ist jedoch der deutlich erhöhte Materialeinsatz. Je nach gewählter Strukturhöhe und Motiv kann der Farbverbrauch um ein Vielfaches steigen, in der Praxis etwa um den Faktor 20 bis 50 im Vergleich zu einem einfachen, einschichtigen Druck. Damit sind strukturierte Drucke zwar visuell sehr eindrucksvoll, müssen aber hinsichtlich Kosten und Effizienz bewusst eingeplant werden. Auch bei den Leinwänden gilt es mit leichtem Überstand zu drucken. Für die kleinen Leinwände haben wir in der Regel die Bluetape-Variante genutzt, bei der großen Leinwand ist es deutlich einfacher den Rand abzukleben.

    Der Leinwanddruck eignet sich nicht nur für Fotos und eigene Grafiken, auch Ingame-Screenshots lassen sich so in kleine Kunstwerke verwandeln. Unser Ingame-Screenshot aus World of Warcraft wurde dank des Relief-Drucks zu einem wahren Blickfang.

    Klemmbausteine

    Ein ebenso interessanter Anwendungsfall ist der Druck auf Klemmbausteinen, der im Test insgesamt sehr überzeugend funktioniert. Durch die präzise Positionierung und den kontaktlosen Druckauftrag lassen sich auch kleine Bauteile zuverlässig individualisieren, ohne dass die typische Geometrie der Steine beeinträchtigt wird.

    Der eufyMake E1 ermöglicht es dabei, eigene Motive direkt auf einzelne Steine oder über mehrere Bausteine hinweg zu drucken. Letzteres ist insbesondere für größere zusammenhängende Designs interessant, etwa für Mosaike oder zusammengesetzte Flächenbilder. Die Steine lassen sich nach dem Druck problemlos wieder trennen, ohne dass die Druckschicht sichtbar leidet oder ausreißt.

    Die Druckqualität ist dabei ausreichend hoch, um auch feine und maßstabsgetreue Details sauber abzubilden. Gerade bei kleineren Schriftzügen, Linien oder technischen Motiven zeigt sich eine gute Präzision, sofern das Ausgangsdesign entsprechend vorbereitet ist. Die Haftung der Tinte auf der Kunststoffoberfläche ist stabil, sodass auch bei häufiger Handhabung keine sofortigen Abnutzungsspuren sichtbar sind.

    Ein erstes Fazit

    Der eufyMake E1 hinterlässt nach den ersten Eindrücken einen vielseitigen und technisch ausgereiften Eindruck. Besonders auffällig ist die Umsetzung der UV-Drucktechnologie in einem kompakten, vergleichsweise nutzerfreundlichen Desktop-System, das Anwendungen von einfachen DIY-Projekten bis hin zu kleineren produktionsnahen Einsätzen abdeckt.

    Im Praxisteil zeigt sich vor allem die Stärke in der Material- und Anwendungsvielfalt. Flachbettdrucke wie Untersetzer, Kühlschrankmagnete oder Klemmbausteine gelingen zuverlässig mit konsistenter Qualität. Auch strukturierte Drucke auf Leinwand funktionieren gut und reichen von einfachen bis zu komplexen, mehrlagigen Motiven. Besonders die softwaregestützte Erstellung von Reliefstrukturen hebt das System deutlich von klassischen Drucklösungen ab. Gleichzeitig werden erste Einschränkungen sichtbar. Überdrucke auf der Haftmatte erfordern Sorgfalt und teilweise Schutzmaßnahmen, um Verschmutzung oder Verschleiß zu vermeiden. Zudem fällt bei strukturierten Drucken ein deutlich erhöhter Materialverbrauch auf, der wirtschaftlich eingeplant werden sollte.

    Preislich bewegt sich der E1 mit etwa 2.300 bis 3.300 Euro je nach Bundle im oberen Segment für Desktop-Systeme. Damit liegt er klar über Hobbydruckern, bleibt aber deutlich unter industriellen UV-Lösungen. Die Preis-Leistung ist entsprechend stark anwendungsabhängig. Für gelegentliche Heimprojekte ist der Einstieg teuer, insbesondere durch laufende Kosten für Tinte und Zubehör. Für Maker, kleine Studios oder Kleinserien kann sich das System hingegen wirtschaftlich darstellen, vor allem bei personalisierten Produkten.

    Insgesamt ist der E1 weniger ein klassischer Consumer-Drucker, sondern eher ein kreatives Produktionswerkzeug mit potenziellem Business-Einsatz. Die Bewertung der Preis-Leistung hängt daher stark davon ab, ob er als Hobbygerät oder als produktives Arbeitsmittel eingesetzt wird.

    In den folgenden Teilen der Review wird dieses Bild weiter vertieft:

    • Teil 2 widmet sich dem Druck auf runden Objekten mit der Rotationseinheit,
    • Teil 3 beleuchtet das UV-DTF-Verfahren für Sticker und Transfers,
    • Teil 4 behandelt weiterführende Projekte und praxisnahe Anwendungsszenarien.

    Damit wird sich zeigen, wie gut sich das System auch außerhalb klassischer Flachbettanwendungen im Alltag und in kreativen Workflows behauptet.

    Der UV-Drucker eufyMake E1 wurde Game2Gether von Anker Innovations für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers oder Händlers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Alexander Schaaf
    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich bin hier eigentlich in allen Bereich aktiv. Mit einem Schwerpunkt auf Hardware.