Der Wunderweltenbaum Filmkritik

    Verleih von LEONINE Studios

    Handlung: Als Polly Thompson (Claire Foy) ihrem Mann Tim (Andrew Garfield) eröffnet, dass sie ihren Job gekündigt hat, fällt eine gemeinsame Entscheidung: Die Familie verlässt die Stadt und zieht aufs Land, zurück in Tims alte Heimat. Für die drei Kinder Beth (Delilah Bennett-Cardy), Joe (Phoenix Laroche) und die kleine Fran (Billie Gadsdon) bedeutet das vor allem eines einen Kulturschock. Beth und Joe, beide aufgewachsen mit Tablets, Handys und Spielekonsolen in Dauerbetrieb, tun sich schwer mit der plötzlichen Stille und Abgeschiedenheit.

    Tim hat einen Plan: Er will Tomaten anbauen und damit die legendäre Tomatensoße seiner Familie herstellen. Mit dem Verkaufserlös soll der Neuanfang finanziert werden.

    Den Wendepunkt bringt die jüngste Tochter Fran. Eines Morgens entdeckt sie in ihrem Bett einen geheimnisvollen Brief, der sie in den nahe gelegenen Wald lockt. Wo wundersame Sachen auf sie warten.

    Eine Welt voller Farben und halbherziger Bedrohungen

    Der Wunderweltenbaum ist ein charmanter, herzlicher Familienfilm, der auf Enid Blytons gleichnamiger Kinderbuchreihe basiert. Regisseur Ben Gregor inszeniert eine farbenprächtige Fantasiewelt mit liebevoll-detailreicher Ausstattung und einem echten Gespür für märchenhafte Atmosphäre. Andrew Garfield und Claire Foy spielen die Eltern Tim und Polly Thompson, die mit ihren drei Kindern von London aufs Land ziehen  und dahinter einen magischen Wald entdecken. Die Chemie zwischen Garfield und Foy funktioniert gut, und Garfield verleiht seiner Figur eine beinahe melancholische Leichtigkeit, die dem Film wohltuend Tiefe gibt.

    Das Beste am Film

    Die Baumbewohner sind der eigentliche Herzschlag des Films. Nicola Coughlan als Fee Seidenhaar, Nonso Anozie als Mondgesicht und Oliver Chris als Mr. Watzisname bringen genau den schräg-witzigen Ton mit, den Blytons Vorlage verlangt. Die verschiedenen Wunderwelten  vom Land der Süßigkeiten bis zur Geburtstagswelt –sind visuell eindrucksvoll und unterhalten Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Für all diese Stärken gebührt dem Film echter Applaus.

    Das größte Problem: Madam Soap bleibt ein Schatten

    Die Bösewichtin wird erst spät im Film eingeführt und dann durch das hastig erzählte Finale geradezu abgehandelt. Das Drehbuch lässt ihrer Figur schlicht keinen Raum zur Entfaltung. Was bleibt, ist ein Versprechen kein vollständiger Charakter. Mehrere Kritiker teilen diesen Eindruck: „They waste Rebecca Ferguson as the villain“, schreibt ein englischer Rezensent, und eine Letterboxd-Kritikerin bemängelt, dass Madam Snap dadurch „underdeveloped“ und wie nachträglich eingesetzt wirkt.

    Dabei hätte die Figur im Original im Englischen noch unter dem furchteinflößenderen Namen „Dame Slap“ bekannt das Zeug zu einem echten Albtraum gehabt. Die Entscheidung, ihr die Ecken und Kanten wegzupolieren und sie kaum Screentime zu geben, macht den Film sicherer aber auch weicher, zahmer und letztendlich weniger unvergesslich.

    Fazit

    Der Wunderweltenbaum ist kein schlechter Film er ist ein netter, zu netter Film. Er hat Herz, er hat Bilder, er hat Andrew Garfield in Bestform. Doch er traut sich nicht genug. Ein Bösewicht, der wirklich bedrohlich ist und den man fürchtet, hätte dem Märchen die fehlende dramatische Spannung gegeben. Rebecca Ferguson war bereit dafür. Das Drehbuch war es nicht. Was bleibt, ist ein sympathisches Familienkinoerlebnis das leider vergisst, dass auch Märchen Zähne brauchen.

    Luca Ram
    Es hat begonnen 2014 auf der PS4 und ich kam nie wieder davon weg mich faszinieren Spiele sehr egal ob Rollenspiel oder Shooter ich bin für fast alles zu haben für mich sind Spiele eine eigene Kunstform neben Filmen usw.