Wie Gamer heute spielen: Zwischen Motivation, Plattform und Genre

(Bildquelle: Pixabay)

Shooter-Typ oder nur Aufbauspiele? Genres dienen als schnelle Orientierung, sowohl für Spieler als auch für Plattformen und Redaktionen. Doch rigorose Einteilungen in Spielertypen greifen oft zu kurz, denn viele Spieler bewegen sich heute ganz selbstverständlich zwischen unterschiedlichen Spieltypen, wechseln je nach Situation das Genre oder kombinieren verschiedene Vorlieben. Die Frage liegt nahe, ob sich Gamer heute überhaupt noch sinnvoll in feste Kategorien einordnen lassen. Ein Blick auf das tatsächliche Spielverhalten zeigt: Entscheidend ist nicht nur das Spiel selbst, sondern auch die Motivation und Nutzungssituation.

Genre als Orientierung

Genres sind und bleiben die Basis, wenn es um die Strukturierung von Spielen geht. Stores, Plattformen und Redaktionen nutzen sie, um Inhalte zu sortieren und auffindbar zu machen. Für Spieler sind sie ein schneller Einstiegspunkt, um sich im Angebot zurechtzufinden.

Allerdings ist ebenso bekannt, dass viele Spiele nicht eindeutig einem einzelnen Genre zugeordnet werden können. Überschneidungen gehören seit Jahren dazu. Begriffe wie Action-RPG oder Action-Adventure zeigen, dass Kombinationen verschiedener Elemente ein fester Bestandteil der Spieleentwicklung sind. Ein Spiel kann gleichzeitig Kampfsysteme, Fortschrittsmechaniken und offene Spielwelten verbinden, ohne sich klar einer Kategorie unterzuordnen.

Ein Bereich, in dem Genre-Zuordnungen weiterhin vergleichsweise stabil sind, ist der kompetitive E-Sport. Spiele wie Counter-Strike 2 oder League of Legends sind klar umrissen – sowohl in ihren Regeln als auch in ihrer spielerischen Ausrichtung. Spieler spezialisieren sich auf ein Spiel, trainieren gezielt und bewegen sich innerhalb fester Systeme. Diese Struktur sorgt dafür, dass die Verbindung zwischen Genre und Spielweise hier besonders greifbar bleibt.

Außerhalb dieses Bereichs zeigt sich jedoch eine größere Bandbreite. Viele Spieler nutzen unterschiedliche Genres, je nach Interesse oder Situation. Genre bleibt damit ein verlässliches Werkzeug, um Spiele zu beschreiben – für Spieler selbst ist die Einordnung oft weniger eindeutig.

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Motivation, Plattform und Nutzungssituation

Um Spielverhalten genauer zu beschreiben, wird in der Forschung häufig ein weiterer Ansatz genutzt: die Betrachtung von Motivation. Modelle wie die Bartle-Typologie unterscheiden Spieler danach, welche Ziele oder Erfahrungen sie im Spiel suchen.

Typische Motivationen reichen von Wettbewerb und Leistungssteigerung über Exploration und Story-Erleben bis hin zu Kreativität, Gestaltung sowie sozialer Interaktion oder Entspannung. Diese Motive sind nicht an einzelne Genres gebunden. Wettbewerb findet sich in Shootern ebenso wie in Sport- oder Strategiespielen, während kreative Ansätze sowohl in Sandbox-Titeln als auch in Aufbau- oder Simulationsspielen eine Rolle spielen.

Ein weiterer Punkt, der das Spielverhalten stark beeinflusst, ist die Nutzung über verschiedene Plattformen hinweg. Gaming findet heute nicht mehr nur auf einem System statt. Viele Spieler nutzen parallel PC, Konsole und mobile Geräte. Mit diesen Plattformen gehen unterschiedliche Nutzungssituationen einher. Kurze Spielphasen unterwegs unterscheiden sich deutlich von längeren Sessions zuhause. Entsprechend verändert sich auch die Auswahl der Spiele.

Zugangsmodelle wie Abonnement-Dienste oder Free-to-Play-Angebote erleichtern es zudem, neue Spiele auszuprobieren. Dadurch bewegen sich viele Spieler zwischen verschiedenen Genres, ohne sich dauerhaft festzulegen. So kann etwa unterwegs ein kurzes Mobile-Game gespielt werden, während abends längere Sessions auf Konsole oder PC stattfinden.

Doch auch die Plattform-Modelle und Konsolen-Typen allein begrenzen das Spielverhalten nicht, denn auch XboxUser interessieren sich mitunter für Slot Games, und auf der Nintendo Switch werden zwischendurch eher kurze, leicht zugängliche Titel gespielt, obwohl sonst klassische Konsolen-Games im Fokus stehen. Hinzu kommt beispielsweise bei iGaming Formaten, dass sie nur bei entsprechenden Anbietern verfügbar sind. Aber auch darüber hinaus kann durch Lizenzen eingeschränkte Verfügbarkeit Einfluss nehmen.

Es zeigt sich im Alltag insgesamt das Bedürfnis nach einer großen Flexibilität. Die Wahl des Spiels hängt häufig davon ab, wie viel Zeit zur Verfügung steht und welche Art von Spielerlebnis gerade gesucht wird.

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Spieler zwischen mehreren Profilen

Die Einteilung in Gamer-Typen ist weiterhin gängig und hilft dabei, das Spielverhalten greifbarer zu machen und Inhalte besser auszurichten. Gleichzeitig zeigt sich, dass diese Kategorien je nach Ansatz unterschiedlich ausfallen. Mal stehen Genres im Mittelpunkt, mal Motivation oder konkrete Nutzungsmuster. Jede dieser Perspektiven liefert sinnvolle Einblicke, bildet aber nur einen Ausschnitt ab.

Im Alltag lässt sich das gut beobachten: Viele Spieler bewegen sich nicht klar innerhalb einer Kategorie, sondern kombinieren verschiedene Spielweisen. Je nach Situation, Zeit oder Interesse wechseln sie zwischen unterschiedlichen Genres und Ansätzen.

Genres bleiben dabei eine wichtige Grundlage, werden aber durch weitere Faktoren ergänzt. Motivation, Plattform und Nutzungssituation tragen dazu bei, Unterschiede zwischen Spielern genauer zu erfassen. Während der E-Sport zeigt, dass klare Strukturen unter bestimmten Bedingungen weiterhin funktionieren, ist das Gesamtbild im Alltag deutlich offener.

Sammy
Bis 2010 war ich in einer anderen Redaktion tätig, welche mich mit meinen Ideen und Vorhaben zu sehr einschränkte. Mit der Gründung von game2gether wurde die Idee umgesetzt ein Magazin zu schaffen welches für alle viel Spielraum und Freiheiten beinhaltet. Viele Redakteure sind mittlerweile seit über 10 Jahren dabei was bestätigt das der Grundgedanke funktioniert. Neben der Vermarktung von game2gether streame ich in der Freizeit gerne auf twitch.tv/sami4m