Pokémon Pokopia – Test / Review –

    Pokémon Pokopia

    Das Rezept klingt recht einfach: Man nehme eine Handvoll beliebter Figuren, vermenge das Ganze mit einer ordentlichen Portion bekannter Mechaniken der verschiedenen aktuellen Lebens- bzw. Aufbausimulationen. Dann pack die Mischung in eine riesige Spielwelt und würze alles mit einer kleinen, aber auch spannenden Story. Zum Schluss erlaube, dass die Spieler selbst viel Kreativität einbringen dürfen und schon ist ein Spielehit fertig. Bei Pokémon Pokopia stellen wir uns eigentlich nur eine Frage: Warum hat das so lange gedauert, bis es dieses Spiel gab?

    Wir haben uns jetzt schon etliche Stunden in der Spielewelt von Pokopia getummelt, viele neue Freunde gefunden, allerhand gebaut, abgebaut und wiederverwertet. Begleitet uns doch ein kleines Stückchen in die bunte Welt der Pokémon mit unserer Review.

    Pokémon Pokopia

    In Pokémon Pokopia schlüpft Ihr in die ungewöhnliche Rolle eines Dittos, das die Gestalt seines verschwundenen Trainers angenommen hat. Auf einer zerstörten Version der Kanto-Region beginnt Ihr damit, die Welt wieder aufzubauen und sowohl Menschen als auch die Pokémon zurückzubringen.

    Die Geschichte bleibt lange subtil und wird vor allem über die Umgebung erzählt. Alte Ruinen, zurückgelassene Notizen der Menschen und bekannte Orte dürften gerade bei Fans für emotionale Momente sorgen. Trotz der eher ruhigen Erzählweise entwickelt sich ein überraschend tiefgründiges Mysterium, das Euch über viele Stunden motiviert. Denn über allem schwebt natürlich die Frage nach dem „Warum“.

    Riesige Spielwelt

    Die enorme Größe der Spielwelt zeigt sich erst nach und nach. Die Spielwelt selbst ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Erst nach dem Erfüllen gewisser Voraussetzungen könnt Ihr die zunächst verschlossenen Tore öffnen und Euch an den Wiederaufbau der einzelnen Bereiche machen.

    Je mehr Lebensräume Ihr erschafft, umso mehr Pokémon kehren zurück und unterstützen Euch mit neuen Aufgaben, aber verhelfen Euch auch zu neuen Fähigkeiten, während Ihr die Landschaft ganz nach Euren Vorlieben gestaltet.

    Steuerung

    Die Steuerung geht leicht von der Hand und orientiert sich an Genre-Standards. Ressourcen sammeln, bauen und craften funktioniert recht intuitiv. Ditto kann einiges an Materialien und Gegenständen mit sich herumtragen und auf Knopfdruck platzieren. Allerdings zeigen sich hier auch ein paar kleinere Schwächen. So lassen sich Objekte nicht immer präzise platzieren. Besonders in engen Räumen müsst Ihr schon mal den Blickwinkel der Kamera verändern oder auch Eure eigene Standposition anpassen. Hier vermisst man schnell so manche, bereits durch Genrevertreter etablierte Komfortfunktionen.

    Ebenfalls umständlich ist das Lagerkistensystem. Ihr könnt verschiedene Lagerkisten oder später auch Schränke und ähnliches herstellen und Eure gesammelten Ressourcen einlagern. Hier ist allerdings eine gute Planung Eurerseits erforderlich, da Ihr Euch merken müsst, wo Ihr was eingelagert habt. Ein zentraler Zugriff auf alle Eure Lagerkisten ist aktuell eben nicht möglich. Wenn das nicht nach einem Update wie es auch Animal Crossing erhalten hat schreit … In der Zwischenzeit müsst Ihr hierfür eben auch selbst kreativ werden.

    Gameplay

    Das Herzstück ist die Mischung aus Lebenssimulation, Sandbox-Bau und Pokémon-Interaktion. Als Ditto nutzt Ihr die Fähigkeiten anderer Pokémon um die Welt zu revitalisieren und neue Gebiete zu erschließen.

    Ein besonderer Clou sind dabei die Habitate. Damit sind kleine Lebensräume gemeint, in denen sich die verschiedenen Pokémon ansiedeln. Das können zunächst ganz simple Gras- oder Blumenflächen sein. Später nehmen aber die Bedingungen zu und werden durchaus komplexer. Nur wenn alles stimmt, also Umgebung, Objekte und Umweltbedingung aufeinander angepasst sind, kommen neue Pokémon-Freunde dazu. Das sorgt für einen starken Sammel- und Experimentiertrieb, wobei Euch auch glitzernde Hinweise auf die Spur neuer Pokémon bringen können. Hilfreich hierbei ist Euer Pokédex, der sich langsam aber stetig füllt und alle Informationen bezüglich der Pokémon, aber auch der Habitate enthält.

    Der Gameplay-Loop aus Sammeln, Bauen und Optimieren funktioniert hervorragend und entwickelt schnell Suchtpotenzial. Besonders motivierend ist es, neue Pokémon anzulocken und ihre individuellen Fähigkeiten sinnvoll einzusetzen.

    Noch lange nicht alles

    Gegend aufbauen und wieder mit Leben füllen. Doch damit ist es noch nicht getan, denn die Monsterchen sind durchaus anspruchsvoll. So solltet Ihr, nach erfolgreicher Anlockung der neuen Freunde, denen auch das Leben angenehm machen und Euch nach deren Wünschen erkundigen. Neben Nahrung und Spielzeug solltet Ihr Euch dann an die Errichtung von Behausungen samt Einrichtung machen. Ihr merkt schon: das Spiel wird zunehmend fordernder. Letztlich gestaltet Ihr die gesamte Region neu, baut Häuser, verlegt Stromleitungen oder erschafft Felder für Lebensmittel, kümmert Euch um die Pokémon, baut Ressourcen ab und entdeckt neue Bastelanleitungen. Es gibt enorm viel zu tun!

    Ihr könnt Euch bei den vielfältigen Aufgaben aber auch tatkräftig durch Mitspieler unterstützen lassen. Der Multiplayer funktioniert sowohl online, als auch im Couch-Koop. Unterstützt Euch gegenseitig und baut gemeinsam Eure eigene kleine Pokémon-Welt.

    Grafik und Sound

    Der Artstyle ist charmant und fängt den typischen Pokémon- und Cozy-Look gut ein. Animationen, vor allem von Ditto und den Pokémon, sind liebevoll umgesetzt.

    Technisch gibt es jedoch kleinere Abzüge: So wirkt die geringe Sichtweite und detailarme Umgebungen stellenweise veraltet. Dafür läuft das Spiel stabil und flüssig mit solider Performance auf der Switch 2.

    Der Soundtrack hingegen überzeugt mit stimmungsvollen Kompositionen und nostalgischen Anklängen an klassische Pokémon-Melodien. Die Musik unterstützt sowohl die entspannte Atmosphäre als auch emotionale Storymomente hervorragend.

    Fazit

    Pokémon Pokopia ist genau das Cozy-Spiel, das sich viele Fans seit Jahren gewünscht haben. Die Kombination aus Lebenssimulation, Bauen und Pokémon funktioniert überraschend gut und bringt frischen Wind ins Franchise. Insbesondere das clevere Habitat-System, aber auch die charmante Mechanik des Hauptprotagonisten Ditto, verleihen dem Spiel seinen besonderen Reiz.

    Trotz technischer Schwächen und einiger Komfortprobleme im Management bleibt ein extrem motivierendes Spielerlebnis mit enormem Umfang und beinahe ebensoviel Herz.

    Wenn Ihr gerne baut, sammelt und Euch in eine entspannte, lebendige Welt vertiefen wollt, werdet Ihr hier dutzende Stunden verlieren, natürlich nur im besten Sinne.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Pokémon Pokopia ist seit dem 05.03.2026 exklusiv auf der Nintendo Switch 2 erhältlich.

    Wir bedanken uns bei Nintendo für die kostenlose Bereitstellung eines Testmusters.

    Bildquelle: Nintendo

    Dagmar Götschl
    Ich bin Nintendo-Fan der ersten Stunde und darf mich hier bei den Spieletests und in der News-Sektion austoben. Ich spiele mich gerne durch meine Retrogames-Sammlung, erfreue mich aber auch an den neuesten Spielen für meine Nintendo Switch.