Yakuza Kiwami 3 & Dark Ties – Test / Review

    Es wird Zeit, erneut in die Rolle des legendären Kiryu Kazuma zu schlüpfen. In Yakuza Kiwami 3: Dark Ties erleben Spieler eine überarbeitete Version von Yakuza 3, die um die Geschichte „Dark Ties“ erweitert wurde. Was sich alles verändert hat, wie sich Kiwami 3 spielt und ob sich ein Kauf lohnt, haben wir uns in der Redaktion von Game2Gether genauer angeschaut.

    Story

    Die Geschichte von Yakuza Kiwami 3 & Dark Ties knüpft unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers an und teilt sich im Wesentlichen in zwei Hauptstränge auf. Nachdem man in Teil 2 den Angriff der Omi-Allianz und des Drachen von Kansai, Ryuji Goda, auf Kamurocho abgewehrt hat, zieht sich Protagonist Kiryu Kazuma gemeinsam mit seiner Ziehtochter Haruka aus Tokio zurück. Stattdessen möchte er in Okinawa ein friedliches Leben als Leiter des Waisenhauses Morning Glory führen.

    Doch leider währt der Frieden nicht lange, denn Kiryus neue Bleibe befindet sich auf einem attraktiven Grundstück, was sowohl Politiker als auch Yakuza auf den Plan ruft. Als dann auch noch ein scheinbar totgeglaubter Charakter zurückzukehren scheint, tauscht Kiryu das Hawaiihemd gegen seinen ikonischen Anzug und sagt der Bedrohung den Kampf an.

    Die Geschichte ist weitestgehend unverändert geblieben, jedoch gibt es einige Änderungen, die dazu führen, dass Yakuza 4 und 5 nach aktuellem Stand nicht logisch darauf aufbauen können. Ob dieses Logikloch durch ein potenzielles Kiwami 4 geschlossen wird ist leider derzeit nicht absehbar.

    Nach den vielen Kämpfen sucht Kiryu das friedliche Leben in Okinawa

    Neben Kiryus Geschichte gibt es mit Dark Ties jedoch noch ein eigenständiges Spiel. Hier folgt man Yoshitaka Mine und erlebt eine Geschichte, die unmittelbar vor und nach Kiwami 3 angesiedelt ist. Spieler erleben hier Mines Aufstieg und seine Beweggründe für seine Rolle in Kiwami 3.

    Abseits der packenden Hauptgeschichten warten – neben kleineren Nebengeschichten – auch zwei größere Sidestories auf die Spieler. Insgesamt ist Yakuza Kiwami 3 jedoch deutlich kürzer als seine Vorgänger. Wer stringent der Hauptgeschichte folgt, beendet das Spiel bereits nach rund 12 Stunden. Wer hingegen alles erleben und jedem Achievement nachjagen möchte, kann etwa 50 bis 55 Stunden einplanen.

    Dark Ties verfügt über noch weniger Inhalt. Die Geschichte um Mine wurde im Vorfeld als ein Spiel in der Größenordnung von Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name angepriesen, lässt sich jedoch inklusive Nebencontent in unter zehn Stunden durchspielen. Dennoch ist es für Fans des Franchise und ihrer Lore eine nette Dreingabe.

    In Dark Ties schlüpfen wir in die Rolle von Mine

    Gameplay

    Spielerisch bietet Yakuza Kiwami 3: Dark Ties das gewohnte actiongeladene Kampfsystem, gepaart mit unzähligen Minigames. Im Kampf setzt Kiryu auf zwei Kampfstile: den Drachen-von-Dojima-Stil, bei dem er mit seinen Fäusten leichte und schwere Schläge austeilt, sowie den Ryukyu-Stil, der auf den Einsatz verschiedener Waffen wie Tonfas, Nunchakus oder Paddel setzt.

    Die Kampfstile spielen sich sehr unterschiedlich: So eignet sich der Drachen-Stil vor allem im Kampf gegen kleinere Gruppen oder im Eins-gegen-eins, während sich der Ryukyu-Stil besonders für große Gruppen und Crowd Control anbietet. Beide können über den Fähigkeitenbaum im Austausch gegen Yen und Punkte ausgebaut und verbessert werden. Auch Kiryus grundlegende Angriffskraft und Lebensenergie lassen sich hier steigern, allerdings muss man dafür tief in die Yen-Börse greifen.

    Der Ryukyu-Stil bringt frischen Wind ins Kampfgeschehen

    Denn anders als etwa im direkten Vorgänger erhält man für bestandene Kämpfe keine Punkte, die sich reinvestieren lassen, sondern kleinere Geldsummen, die für Upgrades angespart werden müssen. Insgesamt fühlt sich der Fortschritt dadurch deutlich langsamer an.

    Wie bereits erwähnt, wartet auch Kiwami 3 mit zwei größeren Sidestories auf. Während man im Vorgänger etwa einen Hostessen-Club leitete oder als „Vorarbeiter“ von Majima Construction Gangster verprügelte, könnten die Stories im dritten Teil kaum gegensätzlicher sein. Zum einen wäre da die neue Haisai-Girls-Questreihe, bei der ihr die Leitung einer Motorradgang übernehmt. Hier müsst ihr neue Mitglieder anwerben, den Club ausbauen oder verfeindete Gangs in Kämpfen – die etwas an Musou-Games à la Dynasty Warriors erinnern – aus Okinawa vertreiben.

    In der Bad Boy Dragon Storyline führen wir an der Seite der Haisai Girls Krieg gegen verfeindete Motorrad Gangs

    In der zweiten Sidestory übernehmen wir Aufgaben im Waisenhaus Morning Glory – und hier wandelt sich Yakuza Kiwami 3 in ein waschechtes Cozy-Farming-Game. Wir fangen Insekten, gehen Speerfischen, sammeln Müll vom Strand auf, bauen Gemüse an, helfen den Kindern bei ihren Hausaufgaben und kochen Gerichte.

    Außerdem können wir über den Laden des Waisenhauses unsere gesammelten Ressourcen und Erzeugnisse an Vertreter der Nachbarschaft verkaufen. Mit den Einnahmen lässt sich dann unter anderem der Garten verbessern. Darüber hinaus gibt es für jedes Kind eine eigene kleine Geschichte, die wir mit steigender Zuneigung freischalten.

    Kürzungen & Minigames

    Neben den großen Nebenmissionen gibt es auch wieder zahlreiche kleinere Geschichten. Hier gibt es jedoch einen kleinen Wermutstropfen, denn diese wurden im Remake massiv gekürzt. Von den ursprünglich 119 Geschichten sind in Kiwami 3 nur noch 31 übriggeblieben. Es sei jedoch angemerkt, dass diese massive Reduktion nicht nur auf das Entfernen von Content zurückzuführen ist, denn einige der Geschichten, die oft über mehrere Nebenmissionen erzählt wurden, sind nun in ein oder zwei Missionen zusammengefasst.

    Außerdem sei erwähnt, dass manche Geschichten herausgeschnitten wurden, weil sie im Original weder eine besonders gute Handlung noch nennenswerte Tiefe oder Mehrwert boten. Wer jedoch gehofft hatte, das komplette Yakuza 3-Erlebnis in neuem Gewand zu erleben, wird an dieser Stelle womöglich enttäuscht sein.

    Abseits des storylastigen Contents können wir serientypisch auch wieder einige Minispiele spielen, etwa Pool, Darts oder Karaoke sowie verschiedene Glücksspiele wie Poker oder Cho Han. Auch diverse Sega-Klassiker lassen sich ingame zocken – entweder im städtischen Arcade oder auf dem Game Gear des Waisenhauses. Zu den Klassikern gehören unter anderem The GG Shinobi, Sonic & Tails, Pac-Man oder G-LOC.

    Auch die Beziehung zu Ziehtochter Haruka steht erneut im Fokus

    Ton & Technik

    Yakuza Kiwami 3: Dark Ties setzt wie seine Vorgänger erneut auf die Dragon Engine, die sich vor allem durch sehr realistische Gesichter auszeichnet. Insgesamt präsentieren sich beide Spiele in einem sehr hübschen Gewand. Die Orte Ryukyu und Kamurocho sind erneut recht detailreich gestaltet und laden trotz ihrer Kompaktheit zum Erkunden ein. Leider ist die Optik stellenweise von unscharfen Texturen geplagt, die sowohl Gegenstände als auch NPCs betreffen und somit das Gesamtbild spürbar mindern.

    Diese Ambivalenz zeigt sich auch in der Qualität der Animationen. Während einige Zwischensequenzen mit gelungenen Gesichtsanimationen aufwarten, wirken die Charaktere in anderen Szenen deutlich steifer und lebloser. Eine durchgehend gleichbleibende Qualität wurde hier leider nicht erreicht.

    Die neue Region in Okinawa vermittelt Urlaubsfeeling und lädt zum Erkunden ein.

    Das Spiel ist in drei Sprachen vertont: Englisch, Japanisch und Chinesisch. Dazu gibt es Texte in insgesamt zwölf Sprachen – darunter Deutsch.

    Das Spiel stellt keine hohen Anforderungen an die Hardware. Wer sich in die Neuinterpretation von Kiryus Abenteuern wagen möchte, sollte auf dem PC folgende Voraussetzungen mitbringen:

    Mindestanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 11
    • Prozessor: Intel Core i3-8100, AMD Ryzen 3 2300X
    • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
    • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 1650. AMD Radeon RX 6400, Intel Arc A380
    • Speicherplatz: 58 GB verfügbarer Speicherplatz

    Empfohlene Systemanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 11
    • Prozessor: Intel Core i5-8700K, AMD Ryzen 5 2600X
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafikkarte: NVIDIA GeForce RTX 3060. AMD Radeon RX 7600, Intel Arc A770
    • Speicherplatz: 58 GB verfügbarer Speicherplatz

    Abseits der Texturfehler sind während unseres Tests keine nennenswerten Bugs aufgetreten. Getestet wurde das Spiel sowohl auf dem PC als auch auf dem Steam Deck. Auch auf Valves Handheld liefert Yakuza Kiwami 3: Dark Ties eine solide Performance und lässt sich auf mittleren Einstellungen bequem bei 60 FPS spielen.
    Seitens Steam hat Yakuza Kiwami 3: Dark Ties daher bereits die entsprechende Verifizierung erhalten.

    Fazit

    Insgesamt liefert Yakuza Kiwami 3 & Dark Ties zwar ein unterhaltsames Spiel. Jedoch wird dieses von den inhaltlichen Änderungen, technischen Schwierigkeiten oder dem kürzer als angepriesenen Dark Ties gemindert.

    Wer die volle Yakuza 3 Erfahrung sucht, dem würden wir stattdessen Yakuza 3 Remastered empfehlen. Wem die Einschnitte in den optionalen Content nicht so wichtig sind und wer die Geschichte des dritten Serienablegers mit modernen Mechaniken erleben möchte, der kann problemlos zu Yakuza Kiwami 3 greifen.

    Ob und wie es mit der Kiwami-Remake-Reihe nach dem eher durchwachsenen dritten Teil weitergeht bleibt abzuwarten. Denn einer ersten Aussage von Masayoshi Yokoyama (Head of Ryu Ga Gotoku Studio) habe die Kiwami Reihe ihr Ende erreicht und man wolle sich neuen Projekten zuwenden.

    Yakuza 3 Kiwami & Dark Ties ist seit dem 11. Februar 2026 für PC, Nintendo Switch 2, PS4, PS5 sowie Xbox Series S/X erhältlich. Neugierig? Anbei haben wir auch den aktuellen Trailer für euch:

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    Mehr Informationen

    Bildquelle: SEGA, Ryu Ga Gotoku Studio

    Wir bedanken uns bei SEGA und Ryu Ga Gotoku Studio für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens Entwickler oder Publisher ist nicht erfolgt.

    Dennis Witzmann
    Seit meiner Jugend bin ich begeisterter Spieler. Ob PC oder Konsolen, ich bin überall Zuhause. Doch in den Bereichen MMO und JRPG findet man mich am meisten.