Test: Final Fantasy 7 Remake Intergrade auf Switch 2 – Die Rückkehr des Königs

    Lange mussten Nintendo-Fans warten. Fast 30 Jahre nach dem historischen Wechsel von Square zu Sony kehrt Cloud Strife mit einem Paukenschlag auf eine Nintendo-Konsole zurück. Doch kann die neue Nintendo Switch 2 das grafikintensive „Final Fantasy 7 Remake Intergrade“ wirklich stemmen? Unser Test zeigt: Es ist ein technisches Wunderwerk mit einem gewichtigen Haken.

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    Man muss die Geschichte kaum noch erzählen: 1997 verließ Final Fantasy die Nintendo-Plattformen, weil das N64 zu wenig Speicherplatz bot. Dass ausgerechnet das Remake dieses legendären Titels nun auf einer Cartridge-basierten Nintendo-Konsole läuft, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Doch Square Enix liefert hier keinen lieblosen Port ab. Die Switch 2-Version ist ein faszinierender Hybrid, der technisch zwischen den Generationen tanzt und dank DLSS-Magie das Unmögliche möglich macht.

    Die Story & Intergrade: Das volle Paket

    Wer das Original von 1997 kennt, wird sich sofort zu Hause fühlen – und doch wieder nicht. Das Remake deckt den Midgar-Abschnitt ab, streckt diesen aber auf satte 35 bis 40 Stunden. Was früher vorgerenderte Hintergründe waren, sind heute lebendige Stadtteile. Die Slums von Sektor 7, der belebte Wall Market oder die bedrohlichen Reaktoren: Midgar atmet.

    Da es sich um die Intergrade-Version handelt, ist die Episode INTERmission direkt enthalten. Hier schlüpft ihr in die Rolle der Ninja Yuffie Kisaragi. Ihr Kampfstil ist deutlich schneller und luftiger als der von Cloud. Besonders die Synergie-Angriffe mit ihrem Partner Sonon zeigen, wie sich das Kampfsystem weiterentwickelt hat.

    FF7 Remake Switch 2 Version im Test
    Die Switch 2 Version ist technisch nicht dir beste Version des Spiels, aber dennoch sehr beeindruckend.

    Technik-Analyse: DLSS rettet den Tag

    Kommen wir zum Elefanten im Raum: Wie läuft es auf der Switch 2? Die Antwort ist beeindruckend, wenn auch nicht kompromisslos.

    • Bildqualität dank DLSS: Square Enix nutzt Nintendos DLSS-Implementierung (Deep Learning Super Sampling). Das Spiel wird intern niedriger berechnet und per KI hochskaliert. Das Ergebnis ist verblüffend: Die Texturqualität liegt deutlich über der alten PS4-Version und oft gleichauf mit der Xbox Series S. Besonders Kleidungstexturen und Hautoberflächen wirken gestochen scharf.

    • Die 30-FPS-Grenze: Hier müssen Abstriche gemacht werden. Während PS5 und PC 60 FPS bieten, ist die Switch 2 auf stabile 30 FPS limitiert. Die gute Nachricht: Diese werden eisern gehalten. Selbst in effektgewaltigen Kämpfen gibt es kein Ruckeln. Das saubere Frame-Pacing sorgt für ein flüssiges Spielgefühl.

    • Handheld vs. TV: Im Docked-Modus am 4K-TV fällt die rekonstruierte Auflösung manchmal durch leichte Unschärfe auf. Im Handheld-Modus hingegen ist das Spiel eine Augenweide. Das Display der Switch 2 lässt die Neonlichter von Midgar fantastisch leuchten.

    Lohnt sich der „Double Dip“? (Für PS4/PS5 Besitzer)

    Viele von euch haben das Spiel sicher schon auf der PlayStation durchgespielt. Lohnt sich der erneute Kauf? Die Antwort lautet: Ja, aber nur für den Handheld-Faktor. Wenn ihr das Spiel primär am Fernseher erleben wollt, bleibt die PS5-Version mit ihren 60 FPS und der höheren Auflösung das Maß aller Dinge. Wer aber davon träumt, Midgar im Bett, in der Bahn oder im Urlaub zu erkunden, bekommt hier die beste portable Version auf dem Markt. Sie läuft stabiler und unkomplizierter als auf dem Steam Deck und sieht dabei fantastisch aus. Für Fans, die das Abenteuer immer dabei haben wollen, ist die Switch 2-Fassung ein Traum.

    FF7 Remake
    Auch auf der Switch 2 sehen die Effekte in den Kämpfen toll aus.

    Der Speicher-Haken und Preisgestaltung

    Ein großer Kritikpunkt bleibt der Umgang mit dem physischen Medium. Das Spiel ist gigantisch (ca. 90 GB). Selbst beim Kauf im Laden erhaltet ihr oft nur eine „Game Key Card“ in der Hülle oder eine Cartridge, die einen massiven Zusatz-Download erfordert. Eine große, schnelle SD-Karte ist also Pflicht.

    Positiv überrascht hingegen der Preis. Square Enix ruft für die Standard Edition faire 49,99 € auf. Wer zusätzliche Ingame-Items und ein digitales Artbook möchte, greift zur Digital Deluxe Edition für 69,99 €. Angesichts des massiven Umfangs und der technischen Qualität ist der Einstiegspreis von knapp 50 Euro eine echte Kampfansage und tröstet etwas über den Speicherplatz-Hunger hinweg.

    Fazit: Ein Pflichtkauf mit SD-Karte

    Final Fantasy 7 Remake Intergrade auf der Switch 2 ist ein technisches Ausrufezeichen. Es beweist, dass die neue Nintendo-Konsole im Konzert der Großen mitspielen kann. Für Nintendo-Only-Spieler ist dies die Erfüllung eines lang gehegten Traums. Das Spiel sieht fantastisch aus, läuft stabil und bietet mit der Yuffie-Episode ein sattes Umfangspaket. Wer über den riesigen Download-Zwang und die 30 FPS hinwegsehen kann, bekommt eines der besten Action-RPGs der letzten Jahre nun endlich auch „to go“.


    Das hat uns gefallen:

    • Grandioses Kampfsystem: Perfekter Mix aus Echtzeit und Taktik.

    • DLSS-Wunder: Texturen oft schärfer als auf der PS4.

    • Yuffie-DLC inklusive: INTERmission direkt an Bord.

    • Preis-Leistung: Mit 49,99 € sehr fair bepreist.

    • Stabile Performance: Felsenfest verankerte 30 FPS.

    Das hat uns gestört:

    • Speicherhunger: Ca. 90 GB – Download auch bei physischem Kauf oft nötig (Game Key Card).

    • Kein 60 FPS Modus: Im direkten Vergleich zur PS5 fühlt es sich träger an.

    • Hintergrund-Details: Manche Skyboxen wirken im Vergleich zum Vordergrund detailarm.

    g2g award in silber für Final Fantasy 7 remake