Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name – Test/Review

    Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name - Review zium Yakuza Spinoff

    Kazuma Kiryu ist zurück. Mit „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ erscheint ein Spin-Off der Yakuza-Reihe, welche die Geschichte des beliebten gutherzigen Ex-Yakuzas weitererzählt. Nach Aussage von Director Masayoshi Yokohama war das Spiel ursprünglich als Erweiterung für das 2024 erscheinende „Like a Dragon: Infinite Wealth“ geplant. Da die Entwicklung jedoch blitzschnell voran schritt, entschied sich das Ryu Ga Gotoku Studio, es als eigenständiges Spiel zu veröffentlichen. Wir haben uns Kiryus neustes Abenteuer in der Redaktion von Game2Gether angeschaut und verraten euch, was in „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ steckt, wie gut die Story ist und ob sich ein Kauf lohnt.

    Story: Kiryu… äh Joryu is back

    Storytechnisch knüpft „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ an die Ereignisse von „Yakuza 6: The Song of Life” an. Nach dem Sturm auf den Millenium-Tower täuscht Protagonist Kazuma Kiryu seinen Tod vor, um seine Freunde und Familie zu schützen. Fortan lebt und arbeitet er für Kihei Hanawa und die Daidoji unter dem falschen Namen Joryu. Getarnt mit einer Brille – Clark Kent lässt grüßen –  führt Joryu verschiedene Jobs für die Daidoji aus, wie etwa Personenschutz. Als ein vermeintlich einfacher Job schief läuft und Joryu von den Angreifern wieder erkannt wird, setzen diese alles daran Kazuma Kiryu ins Leben zurück zu holen. Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, da das Spiel mit ca. 15 Stunden Spielzeit eine für die Yakuza-Reihe vergleichsweise kurze Story besitzt.

    Neben der Hauptstory können Spieler jedoch auch wieder zahlreichen Nebenaktivitäten nachgehen. Von einfachen Dingen wie Darts, Billiard, Golf, Karaoke oder dem zocken alter Sega Titel in Arcade Hallen bis hin zu einem Kolosseum, wo Spieler und Joryu ihre Kampffertigkeiten unter Beweis stellen können. Es gibt auch einige Nebenmissionen, welche über die neue Begleiterin Akame angenommen werden können.

    Wie bereits erwähnt werden Spieler mit der Story ca. 15 Stunden beschäftigt sein, wer alles erleben will, sollte jedoch einiges mehr Zeit einplanen. Im Vergleich zu den anderen Serienteilen ist das zwar deutlich weniger, jedoch steht die Geschichte denen der Hauptserie in keiner Weise nach. Ein großes Plus: „Like a Dragon Gaiden“ kann auch ohne jegliches Vorwissen der bisherigen Teile gespielt werden. Das Spiel füllt mittels Rückblenden etwaige Wissenslücken und eignet sich somit auch als perfekten Einstiegspunkt in die Welt der „Yakuza-Reihe“.

    Kazuma Kiryu ist zurück!

    Gameplay

    Auch spielerisch kann „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ überzeugen. Als Kazuma Kiryu aka „Joryu“ prügeln wir uns von Mission zu Mission oder unternehmen eine der zahlreichen Nebenaktivitäten. Im Kampf setzt Joryu auf zwei grundlegende Kampfstile, die im Laufe der Story gegen Geld und sogenannte „Akame-Punkte“ aufgelevelt und erweitert werden können. Der Yakuza-Stil setzt auf wuchtige Attacken, teilt massiven schaden aus und eignet sich vor allem für Einzel- oder Bosskämpfe. Der Agenten-Stil ist demgegenüber deutlich agiler und setzt neben schnellen Schlägen und Tritten auch auf nützliche Gadgets wie Fäden, die aus einer Uhr abgeschossen werden, um Gegner an weiteren Bewegungen zu hindern. Der Agenten-Stil ist gerade bei größeren Gegnergruppen nützlich.

    Die Kampfsystem ist der Kern und zugleich die größte Stärke des Spiels

    Daneben warten auch zahlreiche Nebenmissionen, die ergänzende kleine und teils sehr humorvolle Geschichten erzählen sowie einige Minigames, auf die Spieler. Gehen Spieler etwa in eine Karaoke Bar können Sie, während Joryu singt, ein typisches Rhythmus-Minispiel ala Guitar Hero und Co. spielen. Auch Golf oder Dart folgt der klassischen Gameplay-Formel. Eine kleines Schmankerl für Retro Fans verbirgt sich in den Arcade Hallen. Hier können Spieler „SEGA RACING CLASSIC 2“ spielen. Hinter dem Namen verbirgt sich der Rennspiel-Klassiker „Daytona USA“ aus dem Jahre 1994. Auch der Kampfspiel-Klassiker „Fighting Vipers 2“, welcher 1995 auf dem Sega Model 3 erschien, kann in „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ gespielt werden.

    Auch können Spieler erneut die Hostessen-Clubs aufsuchen. Hier warten Zwischensequenzen mit realen Schauspielern, darunter Streamerin und Youtuberin Kson. Den Hostessen könnt ihr verschiedene Fragen stellen und selbst einige beantworten. Diese sind zum Teil sehr absurd, aber witzig geschrieben. Ihr könnt im Anschluss den Damen auch Geschenke machen, um ihnen näher zu kommen. „Like a Dragon Gaiden“ besitzt damit auch eine Art Romanzen-System.

    Nach einem harten Tag wird auf dem Golfplatz entspannt

     

    Steuerung: So wird gespielt

    Insgesamt ist das Kampfsystem nicht kompliziert gestrickt. Per Tastendruck wechselt Kiryu zwischen leichten und schweren Schlägen oder nutzt verschiedene Gadgets im Kampf. Das System ist recht eingängig und schnell zu meistern. Die Kämpfe machen Spaß und in ihnen wird Kazuma Kiryu als Einmann-Maschine seinem Namen „Der Drache von Dojima“ gerecht.

    Auch die Steuerungen der Minigames sind recht eingängig und werden durch eine Einblendung des Controller-Layouts vor Beginn des Spieles eingehend erklärt.

    Technik

    „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ setzt auf keine tatsächliche Open World, sondern wie auch die anderen Serienteile, auf mehrere freierkundbare Areale, die zum Teil echten Vierteln in japanischen Städten nachempfunden sind. Das Unterhaltungsviertel Sotenbori ist etwa dem echten Stadtteil Dōtonbori in Osaka nachempfunden. Neben den zahlreichen Aktivitäten besitzt Sotenbori auch viele Shops, Restaurants und Imbissbuden. Kurzum: In Sotenbori brummt das Leben. Die Straßen sind gefüllt von Menschen, die ihrem Alltag nachgehen, Gangs, die Joryu ans Leder wollen und Obdachlosen, die Hilfe benötigen. Auch wenn sich die Charaktermodelle hier oft wiederholen, wirkt das Ganze nie eintönig.

    Sotenbori glänzt durch bunte Tafeln und japanisches Flair

    Die zweite Große Location, die Spieler im Laufe der Geschichte besuchen ist „die Burg“. Dabei handelt es sich, um ein gigantisches Containerschiff. Hier haben die Yakuza eine eigene Stadt aus Casinos errichtet. Das kriminelle Leben herrscht hier. Ein besonderes Highlight ist das Kolosseum, wo Spieler gegen verschiedene Gegner antreten können. Besitzer der Digital Deluxe Edition können hier außerdem in die Haut von legendären Kämpfern des Yakuza-Franchise schlüpfen – darunter Goro Majima (Yakuza 0, Yakuza: Dead Souls, Yakuza Kiwami 2), Daigo Dojima (Yakuza Kiwami 2, Yakuza 2, 3, 5, 6, Yakuza Like a Dragon) und Taiga Saejima (Yakuza 4, 5, 6, Yakuza: Like a Dragon).

    User Interface (UI) ist minimal und übersichtlich gehalten. An der linken oberen Ecke des Bildschirmrandes findet sich die Leben- und Heat-Leiste ein Kreissymbol, aus dem sich der ausgewählte Kampfstil entnehmen lässt. An der linken unteren Ecke finden Spieler eine Minimap, wo Gegner, Aktivitäten und Sammelgegenstände angezeigt werden. Am rechten unteren Bildschirmrand finden sich hingegen Einblendungen verschiedener Buttons, sodass Spieler immer im Blick haben, welche Knöpfe sie für Kombis etc. verwenden können.

    Das UI ist auch im Kampf sehr übersichtlich gehalten.

    „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ hat sehr moderate Systemanforderungen. Wer die die neusten Abenteuer von Kazuma Kiryu erleben möchte, sollte auf dem PC folgendes mitbringen:

    Minimale Systemanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 10 1903 (OS Build 18362)
    • Prozessor: AMD Ryzen 3 1200 (3,1 GHz), Intel Core i5-3470 (3,2 GHz)
    • Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
    • Grafik: AMD Radeon RX 460 (4GB), NVIDIA GeForce GTX 960 (4GB), Intel Arc A380 (6GB)
    • DirectX: Version 12
    • Speicherplatz: 98 GB verfügbarer Speicherplatz

    Empfohlene Systemanforderung

    • Betriebssystem: Windows 10 1903 (OS Build 18362)
    • Prozessor: AMD Ryzen 5 1600 (3,2 GHz), Intel i7-4790 (3,6 GHz)
    • Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
    • Grafik: AMD Radeon RX 5700 (8GB), NVIDIA GeForce RTX 2060 (6GB), Intel Arc A750 (8GB)
    • DirectX: Version 12
    • Speicherplatz: 98 GB verfügbarer Speicherplatz

    Getestet wurde das Spiel am PC und auf dem Steam Deck. Auch auf Valves kleinem Handheld läuft „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“  absolut problemfrei bei 30 – 40 Fps auf mittleren Einstellungen. Das Spiel wird von Valve als „verifiziert“ eingestuft. Das Spiel läuft auf beiden Plattformen rund. Während unseres Tests sind weder auf dem PC noch auf dem Steam Deck Grafik-Bugs, Framerate-Drops oder Abstürze aufgetreten.

    Ton

    Die Dialoge und Zwischensequenzen sind in japanischer Sprache vertont, eine englische Tonspur soll nachgereicht werden. Eine deutsche Vertonung existiert nicht, dafür gibt es jedoch entsprechende Untertitel. In der Rolle von Kazuma Kiryu glänzt erneut Synchronsprecher Takaya Kuroda aber auch der restliche Cast liefert eine solide Arbeit ab. Die Dialoge sind allesamt glaub- und lebhaft vermittelt.

    Die Areale in Like a Dragon Gaiden sind allesamt glaubhaft

    Welche Editionen gibt es?

    „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ bietet zwei Editionen an.

    Standard-Edition (49,99€):

    • Basisspiel

    Digital Deluxe Edition (54,99€):

    • Basisspiel
    • „Legendärer Kämpfer“-Paket

    Das „Legendäre Kämper“-Paket kann außerdem separat für 7,99€ erworben werden.

    Schlüpft im Kolosseum in die Rolle legendärer Yakuza-Charaktere

    Ein Blick in die Zukunft

    Wer „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ durchgespielt hat, darf außerdem einen Blick in das nächste Abenteuer der Yakuza-Serie werfen. Das Spiel kommt mit einer zweiteiligen Demo zu „Like a Dragon: Infinite Wealth“, welches im Januar 2024 erscheinen soll. Darin können wir zum einen die ersten 45 Minuten der Story spielen als auch im Adventure Mode ein von Hawaii inspiriertes Inselparadies erkunden.

    Fazit zu „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“

    „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ ist ein würdiges, wenn auch storytechnisch kurzes, Spin-Off zur Yakuza-Reihe. Das Spiel erzählt eine spannende Geschichte, die zum einen die Brücke zu Yakuza: Like a Dragon schlägt und zum anderen die Story für „Like a Dragon: Infinite Wealth“ vorbereitet. Das Kampfsystem ist einfach zu beherrschen und es macht Spaß sich als übermächtiger Joryu durch Horden von Gegnern zu prügeln. Auch die Areale Sotenbori und die Burg sind liebevoll gestaltet und laden zum Erkunden ein. Die zahlreichen Nebenquests und Aktivitäten runden das Spielerlebnis ab, vor allem die Minigames und die Kämpfe im Kolosseum machen sehr viel Spaß. Fans der Serie, kommen bei „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ auf jeden Fall auf ihre Kosten. Und auch für Neulinge eignet sich das Spiel als perfekter Einstieg ins Franchise. Klare Empfehlung!

    „Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name“ ist seit dem 8. November 2023 für PC, PS4, PS5, Xbox One sowie Xbox Series X/S erhältlich.

    Neugierig? Anbei haben wir den aktuellen Trailer für euch:

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    Mehr Informationen

    Bildquelle: Ryu Ga Gotoku Studio, Sega

    Wir bedanken uns bei den Ryu Ga Gotoku Studio und Sega für die Bereitstellung eines kostenlosen Keys. Eine Einflussnahme seitens Entwickler ist nicht erfolgt.

     

    Dennis Witzmann
    Seit meiner Jugend bin ich begeisterter Spieler. Ob PC oder Konsolen, ich bin überall Zuhause. Doch in den Bereichen MMO und JRPG findet man mich am meisten.