Gaming ist längst ein globales Massenphänomen, doch eine neue Analyse macht deutlich, dass moderne Videospiele auch einen wachsenden ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Laut einer aktuellen Auswertung von PlayersTime zählt Gaming im Jahr 2026 zu den energieintensivsten digitalen Freizeitbeschäftigungen, insbesondere auf dem PC. Die Untersuchung basiert auf offiziellen Hardware Spezifikationen, Nutzungsdaten von Spielern sowie Engagement Zahlen aus Quellen wie Newzoo und HowLongToBeat. Der CO₂ Ausstoß wurde mithilfe des Greenhouse Gas Equivalencies Calculators der US Umweltbehörde EPA berechnet.
PC Gaming als größter Emittent
Besonders deutlich fällt das Ergebnis für PC Gaming aus. Hardcore Spieler verursachen laut Studie bis zu 261 Kilogramm CO₂ pro Jahr, allein durch das Spielen. Das entspricht in etwa dem Strombedarf von über 21.000 Smartphone Ladevorgängen oder zusätzlichen Stromkosten von rund 120 US Dollar jährlich. Da laut DFC Intelligence weltweit rund 1,86 Milliarden PC Spieler existieren und etwa ein Viertel davon als Hardcore Gamer gilt, summiert sich der jährliche CO₂ Ausstoß dieser Gruppe auf über 121 Millionen Tonnen. Das entspricht in etwa den Jahresemissionen von mehr als 26 Millionen Autos. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Hardware. Rund 92 Prozent aller Gaming PCs nutzen NVIDIA Grafikkarten, was zwar hohe Leistung ermöglicht, gleichzeitig aber auch den Energieverbrauch deutlich nach oben treibt.
Spiele mit besonders hohem Energieverbrauch
Einige besonders populäre Titel stechen durch ihren hohen CO₂ Ausstoß hervor. Vor allem Spiele mit extrem hoher Spielzeit und kompetitiver Ausrichtung treiben den Verbrauch in die Höhe.
PC Spiele mit dem größten CO₂ Fußabdruck pro einer Million Spieler
Dota 2 mit rund 200.000 Tonnen CO₂
League of Legends mit rund 199.000 Tonnen CO₂
Counter Strike 2 mit rund 31.800 Tonnen CO₂
Valorant mit rund 18.700 Tonnen CO₂
Minecraft mit rund 13.400 Tonnen CO₂
Fortnite mit rund 11.500 Tonnen CO₂
Vor allem E Sports Schwergewichte wie Dota 2 und League of Legends erreichen diese Werte durch extrem hohe durchschnittliche Spielzeiten von teils über 1.200 Stunden pro Spieler.
Konsolen schneiden besser ab, aber nicht unproblematisch
Auch Konsolen Gaming ist keineswegs emissionsfrei. Besonders energiehungrige Systeme wie PlayStation 5 Pro und ältere Xbox Generationen können bei Vielspielern über 100 Kilogramm CO₂ pro Jahr verursachen.
Konsolenspiele mit hohem Energieverbrauch
ROBLOX mit rund 2.500 Tonnen CO₂
Fortnite mit rund 2.100 Tonnen CO₂
Minecraft mit rund 1.800 Tonnen CO₂
Grand Theft Auto V mit rund 802 Tonnen CO₂
Auffällig ist, dass sogenannte Social Games wie ROBLOX, Fortnite und Minecraft besonders stark ins Gewicht fallen. Sie fungieren nicht nur als Spiele, sondern auch als soziale Treffpunkte und kreative Plattformen, was zu sehr hohen Engagement Zeiten führt, vor allem bei Gen Z und Gen Alpha. Deutlich besser schneiden mobile und Handheld Systeme ab. Geräte wie die Nintendo Switch, Steam Deck oder Nintendo 3DS erzeugen selbst bei intensiver Nutzung lediglich zwischen drei und neun Kilogramm CO₂ pro Jahr. Das entspricht ungefähr einer Autofahrt von rund 35 Kilometern.
Ein wachsendes Thema für die Branche
Die Analyse zeigt, dass Gaming nicht mehr nur kulturell und wirtschaftlich relevant ist, sondern zunehmend auch aus ökologischer Sicht betrachtet werden muss. Mit steigender Leistungsfähigkeit der Hardware, wachsender Spielerzahl und immer längeren Spielzeiten wird der Energieverbrauch weiter steigen. Für Publisher, Hardware Hersteller und Plattformbetreiber dürfte das Thema Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren daher deutlich an Bedeutung gewinnen. Effizientere Hardware, optimierte Software und ein bewussteres Nutzungsverhalten könnten künftig eine zentrale Rolle spielen. Um den ökologischen Fußabdruck der Branche zu reduzieren.

