Mount & Blade: Napoleonic Wars – Regiment Prinz Maximilian

Historische Gegebenheiten wie der 1. Weltkrieg oder der Amerikanische Bürgerkrieg sind nun wirklich den wenigsten fremd. Zwar ist das Interesse in unseren Landen nicht unbedingt hoch, zumindest im Anliegen dieser Kolumne, unterschätzen sollte man die Anzahl der Fans dennoch nicht.

Und natürlich bedurfte es der Zeit entsprechend gerade in militärischen Dingen diszipliniertem Gehorsam und gut anwendbaren Befehlen. Im Gefecht Regimenter, Kompanien oder Divisionen zu bewegen ist eine Herausforderung, der entsprechende Kommandeure gegenüber stehen müssen.

Infanterieregiment Prinz Maximilian_IRPM

Dies ist nur ein Punkt der mich stark vom Regiment Prinz Maximilian überzeugt hat. Abseits der Artikel und Testberichte konnte ich durch die „Community Spiele“ Bekanntschaft mit der Regimentsführung machen und war bei näherer Betrachtung sehr fasziniert von Spaß, Disziplin und Originalität. Zuerst aber ein wenig über…

Die Geschichte des Regimentes

  • 1759 wurde das Regiment für den damals geborenen Prinz Maximilian von Sachsen (1759-1838) gegründet, dieser übernahm allerdings nicht den Kommandeursposten.
  • 1778 übernahm es die führende Rolle im „Glauchauer Krieg“, indem es in Glauchau einmarschierte, die dortige Compagnie zur Streckung der Waffen brachte und den Grafen von Schönburg-Glauchau arretierte.
  • 1794 nahm es an der Reichsexekution gegen Frankreich teil.
  • 1806 kämpfte es an der Seite Preußens in den Schlachten von Jena und Auerstedt gegen Frankreich. Vor allem das Grenadierbatallion von Spiegel tat sich mit einem Karree gegen die napoleonischen Truppen hervor. Damit deckte es den Rückzug der preußischen Truppen.
  • 1807 nahm das Regiment an der Seite Frankreichs bei der Belagerung von Danzig teil.
  • 1809 nahm es an der Schlacht bei Wagram teil.

  • 1812/13 Der Russlandfeldzug Napoleons. Vom Regiment Prinz Maximilian und Regiment von Rechten waren zunächst nur die Grenadiere mobilgemacht, welche das Grenadierbataillon von Spiegel bildeten. Im Russlandfeldzug nahmen sie zum Beispiel an dem Gefecht bei Podobna, Woltowyst und am Überfall bei Kalisch teil. Von den 800 Mann starken Bataillon kehrten nur ca. 50 Mann aus den Gefechten in Russland zurück. Die Musketiere des Regiments bleiben als Deckungstruppe im deutschen Norden. Die Reste des Regiments Prinz Maximilian kämpfen im neu formierten 2.provisorischen Linieninfanterieregiment an der Seite Frankreichs weiter.
  • 1813 im Gefecht und Kapitulation von Lüneburg hat man nicht nur die verlorene Schlacht zu betrauern, sondern auch den Verlust der Fahne. Die Musketiere werden in den zahlreichen Gefechten und Überfällen fast gänzlich aufgerieben. Ein Teil der Gefangenen des Regiments bildet später die Russisch-Deutsche Legion. Am 12.05.1813 wird die Festung Torgau an die Franzosen übergeben. Das Regiment war mit zum Bau der Festung befohlen. Im Sommer existiert vom Regiment Prinz Maximilian nur noch das Grenadierbataillion von Spiegel. Dieses focht bei den Gefechten von Großbeeren, Dennewitz, Wartenburg und der Völkerschlacht bei Leipzig.
  • 1814 bis 1816 in Folge der Anfang November 1813 eingetretenen Neuformierung der Armee nahm es an dem Feldzug in Flandern teil und focht bei Camp de Nousies oder beim Ausfalls-Gefecht bei Affevent. Anschließend verblieb das Regiment von 1816 bis Ende 1818 als Besatzungstruppe in Frankreich.

Was zeichnet das Regiment Prinz Maximilian heute aus?

Nachdem ich mich selbst mittlerweile seit Wochen unter diesen Soldaten bewege, konnte ich auch einige Hintergründe kennenlernen. So spielen einige von ihnen tatsächlich auch bei sogenannten Real-Life Schlachten (nachgestellte historisch übermittelte Gefechte) mit und übernehmen auch hier gewichtige kommandierende Rollen. Wenn ihr euch einen Eindruck verschaffen wollt, schaut ihr euch untenstehendes Video an.

Sowohl Spaß wie auch Disziplin stehen groß im Vordergrund. Durch wöchentliche Regimentsübungen soll sichergestellt werden, dass in sogenannten Line Battles (Liniengefechte) Befehle exakt ausgeführt werden können. Ich kann durchaus bestätigen, dass – und in dieser Hinsicht geht das echte Leben natürlich immer vor – fehlende Übungseinheiten zu Unordnung führen.

Wer sich einen Überblick verschaffen möchte ist jederzeit eingeladen, die Homepage des Regimentes zu besuchen. Hier finden sich viele Informationen. Die aussagekräftigen Befehlsbeschreibungen geben einen ersten Anhaltspunkt, dass die umgesetzte Originalität natürlich auch nicht immer einfach ist.

Die Homepage des IRPM in eindrucksvollem Gewand. (klicken um auf die Homepage zu gelangen)
Die Homepage des IRPM in eindrucksvollem Gewand. (klicken um auf die Homepage zu gelangen)

Natürlich kennt sich gerade die Regimentsführung bestens in den Formationsbefehlen aus. Die regelmäßigen Übungen sollen letztlich nicht nur gewährleisten, dass Liniengefechte entsprechend koordiniert ablaufen, sondern auch jedem Soldaten gewähren, an Erfahrung zu gewinnen und fortsetzend höhere Ränge belegen und damit auch irgendwann das erste Unterkommando zu führen.

Formationen

Wobei so gesehen jeder die Chance hat im Rang zu steigen. Mit höheren Rängen bedürfen Beförderungen allerdings gewissen Prüfungen. Diese werden während den Regiments Übungen abgenommen. Natürlich sind nur hier die entsprechenden Soldaten anwesend, um die Formationsbefehle korrekt umzusetzen. In den nächsten Bildern bekommt ihr einen ersten Eindruck der Formationen, die es beispielsweise geben kann.

Linienformationen in mehreren Gliedern. Die Soldaten sind noch nicht feuerbereit.
Linienformationen in mehreren Gliedern. Die Soldaten sind noch nicht feuerbereit.

Linienformationen sind vermutlich die gängigsten Gefechtsformationen. Das nebenstehende Bild zeigt wie Linienformationen aussehen können. Nach der historisch genauen Überlieferung würden Soldaten vor dem Feuerbefehl allerdings erst noch versetzt werden. Abhängig davon, ob die Reihen aus mehreren Gliedern bestehen oder nicht.

Ansonsten wäre es lediglich eine Anreihung von Soldaten, denen Bewegungskommandos erteilt werden würden.

Erreicht die Truppen der Befehl „Chargiert!“ würden die  entsprechenden Glieder sich abknien, leicht versetzen oder einfach nur feuern.

 

 

[toggle_box title=“Feuern in 2-3 Gliedern“ width=“Width of toggle box“] „Chargiert!“ (in der 2 gliedrigen Linie)

Das 2. Glied der Linie macht einen halben Schritt nach rechts, um so zwischen den Männern des 1. Gliedes das Gewehr auf Befehl in den Anschlag bringen zu können.

„Chargiert!“ (in der 3 gliedrigen Linie)

Das 1. Glied der Linie kniet umgehend ab. Das 2. Glied der Linie verweilt an Ort und Stelle um das Gewehr auf Befehl über den Köpfen des 1. Gliedes in Anschlag bringen zu können. Das 3. Glied der Linie macht einen halben Schritt nach rechts, um es auf Befehl zwischen den Männern des 2. Gliedes in Anschlag bringen zu können!

„Rotten richt euch aus!“ (in der 2 gliedrigen Linie)

Auf diesen Befehl macht das 2. Glied wieder einen Schritt nach links, um so wieder genau hinter dem 1. Glied zu stehen.

„Rotten richt euch aus!“ (in der 3 gliedrigen Linie)

Auf diesen Befehl steht das 1. Glied umgehend auf. Die Soldaten des 2. Gliedes bleiben an Ort und Stelle stehen. Das 3. Glied macht einen Schritt nach links, um sich so wieder direkt hinter den ersten 2 Glieder einzuordnen. [/toggle_box]

Eine 2-gliedrige Gefechtslinie im Anschlag.
Eine 2-gliedrige Gefechtslinie im Anschlag.

Bewerben

Näheren Eindruck dürft ihr euch gerne verschaffen. Dazu könnt ihr die Videos zum Regiment anschauen oder auch einfach mal im TeamSpeak (TS IP: 62.104.20.72:10125) vorbeikommen. Wer sich sicher ist gewecktes Interesse zu verspüren, der darf sich gerne auf der Homepage melden. Einfach das Kontaktformular ausfüllen.

Michael Bellia
Mit Game2Gether habe ich vor einigen Jahren meine ersten Erfahrungen im Bereich "Spiele Redakteur" gesammelt. Mit diesem Team konnte ich weiterhin darauf aufbauen und aus einem Hobby eine kleine Berufung entstehen lassen. An dieser Stelle: Danke dafür! Heute spiele und arbeite ich, mit eigenem Projekt im Hintergrund, Hand in Hand mit diesen Geegs zusammen und freue mich besonders über die internationale Community, die sich dank manchen Projekten und mehrsprachigen Artikeln eingefunden hat.