Outriders – Test

    Was bleibt hängen?

    Dank Crossplay ist man in Outriders nie alleine unterwegs, sofern man es denn möchte. Es gibt in jeder Basis einen Punkt, an dem ihr euch mit Spielern treffen könnt und fortan gemeinsam ins Gemetzel zieht. Der Schweregrad ist hier dann adaptiv und bietet immer eine gute Herausforderung.

    Die ist aus deshalb so gut, weil sich die KI wirklich oft geschickt anstellt. Regelmäßig geratet ihr in Gefechte, bei denen euch die feindlichen Schergen recht klug ans Leder wollen. So werdet ihr flankiert oder ein paar Einheiten geben Sperrfeuer, während andere zur nächsten Deckung vorrücken. Gelegentlich muss man sogar mal den kurzen Rückzug antreten, wenn gegnerische Granaten in der Nähe landen, während aus dem Hinterhalt Scharfschützen nur darauf warten, dass wir aus der Deckung huschen. Es bleibt aber dabei, dass aggressives Vorgehen immer besser belohnt wird als das pure Abwarten hinter Sandsäcken. Außerdem gibt es die knackige und präzise Steuerung gut her, dass man sich auch einfach mal blank aus der Deckung traut und mit einer Schnellfeuerwaffe mehrere Gegner unter Beschuss nimmt. Kombiniert man das Blei mit den Fähigkeiten als Veränderter, dann fühlt man sich hier und da so übermenschlich, wie es uns das Spiel glauben machen möchte.

    Technisch macht Outriders einen sehr stimmigen Gesamteindruck. Bis auf die Ladezeit zum Spielstart (Serververbindung & Anmeldung) sind Ladescreens nur wenige Sekunden sichtbar. Selbst dann, wenn man das Gebiet komplett wechselt, sitzt man nicht länger als 5 Sekunden untätig vor der Mattscheibe. Die Spielversion für die neuen Konsolen Xbox Series X und Playstation 5 bieten adaptive Auflösungen in bis zu 4k. In ruhigen Momenten sollte man kurz inne halten und einen Blick in die Ferne schweifen lassen. Die Ferndarstellung ist grandios und der Blick über vorausliegende Gebiete mitunter atemberaubend schön. Schön apokalyptisch! All das spielt sich in 60 Fps auch noch butterweich, wobei wir an einer Hand voll Passagen leichte Framedrops bemerkten. Solche Kleinigkeiten packen wir allerdings eher in die Schublade der Kinderkrankheiten, da ein solch großes Projekt nahezu nie 100%ig fehlerfrei seinen Weg auf die Konsolen schafft. In naher Zukunft werden daher mit Sicherheit noch einige Bugfixes ihren Weg auf die Konsolen finden. Etwaige Patchnotes werden üblicherweise zeitnah via Twitter verkündet.

    VG-Tech vergleicht die Performance von Outriders auf PS5, Xbox Series X und S

    Fazit

    Zum Schluss hin stellt sich immer die eine entscheidende Frage. Macht das Spiel Spaß? Diese Frage können wir mit einem klaren Ja beantworten, Outriders weiß tatsächlich gut vor der Mattscheibe zu fesseln. Und das ist gar nicht mal so selbstverständlich, denn bis auf das Szenario kommen einem etliche Spielansätze aus anderen Games bekannt vor. Der vielleicht größte Unterschied zu vergleichbaren Titeln ist, dass ihr für aktives Vordringen belohnt werdet und nicht dafür, dass ihr euch hinter Kisten verkrümelt.

    In der Summe aller bewertbaren Faktoren ist Outriders sicherlich kein Ausnahmespiel, aber muss es das auch sein? Die Entwickler bauen auf sicher funktionierende Mechaniken, streuen hier und da neue Elemente mit rein und ihnen gelingt so ein Mix, der sich gleichzeitig bekannt und doch neu anfühlt.

    Wer Spaß und Freude an 3rd-Person-Deckungsshootern hat und gerne im Team (aber auch solo) sein übernatürliches Ich entfesseln möchte, der kommt definitiv auf seine Kosten. Und jetzt: Auf zum Loot!

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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur