Fireside – Test / Review

    Fireside: Review zum neuen Cozy Game von Emergo Entertainment

    Cozy Games erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – und das zurecht, denn wer mag es nicht gemütlich? Mit Fireside schickt uns das deutsche Entwicklerteam Emergo Entertainment auf eine friedliche Reise und verspricht Spielern zugleich eine inspirierende Geschichte. Worum es in Fireside geht und wie es sich spielt haben wir uns in der Redaktion von Game2Gether einmal genauer angeschaut.

    Story: Schiffbruch und merkwürdige Gestalten

    In Fireside übernehmen wir die Rolle eines schiffbrüchigen Händlers, den wir zunächst einmal voreingestellt Knick getauft haben. Spieler können den Namen ihres knubbeligen Händlers allerdings frei wählen. Nachdem das Schiff gekentert ist, erwacht Knick am Strand und wird von einem Mann namens Costa begrüßt. Dieser verrät uns wo wir uns befinden und wie das Leben auf der Insel von statten geht.

    Fireside kommt hier mit einem einzigartigen Twist daher, denn obwohl das Spiel ein Adventure ist, sehen wir das eigentliche Abenteuer nicht. Stattdessen erleben Spieler sozusagen die Geschichten dazwischen, wenn sich die Charaktere abends um das Lagerfeuer tummeln. Und so begleiten wir den schiffbrüchigen Händler auf seiner Reise von Lagerfeuer zu Lagerfeuer und handeln mit den Bewohnern der Insel. Die dafür benötigten Gegenstände erhält Knick entweder durch das Durchstreifen von Arealen oder eben durch den Tauschhandel mit den Insulanern.

    Die Bewohner sind nicht nur optisch sehr abwechslungsreich, wie etwa mein persönlicher Favorit, der Wassertropfen Kevin, sondern sie haben alle auch Individuelle Bedürfnisse und erzählen zum Teil interessante Geschichten.

    Fireside, Review zum neuem Cozy Game
    Gestrandet im Fluss Delta, müssen wir uns zunächst orientieren. Zum Glück ist Costa an unserer Seite

    Gameplay

    Fireside ist sehr Dialoglastig – setzt also eure Lesebrille auf. Spieler können den Gesprächsverlauf durch eine Vorauswahl von verschiedenen Antwortmöglichkeiten auch aktiv steuern.

    Nach dem kurzen Einführungsgespräch mit Costa erhalten Spieler ein umfangreiches Tutorial, wie man Fireside eigentlich spielt. Einmal an einem Lagerplatz angekommen lernen wir immer wieder neue Charaktere kennen, wie etwa Beth, die verzweifelt auf der Suche nach einer neuen Decke ist. Hier kommt eine der Kernmechaniken von Fireside ins Spiel – der Handel. Haben wir den entsprechenden Gegenstand, wie in diesem Fall eine Decke, können wir sie Beth zum Tausch anbieten. Die entsprechenden Handelsgegenstände findet unser kleiner blauer Händler entweder unterwegs, durch crafting bzw. kochen oder durch die Annahme von Quests. Hinzu kommt noch, dass jeder Gegenstand einen bestimmten Wert hat. Man hat also auch die Möglichkeit mit einem Gegenstand, mehrere Andere Items von seinem Gegenüber zu fordern. Das gleiche gilt jedoch auch andersherum.

    Mit einigen Antwortmöglichkeiten können wir Einfluss auf das Gespräch nehmen.

    An den Lagerplätzen finden wir außerdem Schreine, mit denen sich der kleine Händler zu seinem Haus bzw. durch das Seelengeflecht teleportieren kann. Auch Gegenstände können damit transportiert und im Haus eingelagert werden. Weitere Schreine stellen wir mit „Seelenenergie“ her.

    Diese erhält man, indem man anderen Menschen und Wesen mit einem Handel hilft.  Wenn die Insulaner das Gefühl haben ein gutes Geschäft gemacht zu haben, wird Knick mit Seelenenergie belohnt. Es lohnt sich also kein raffgieriger Händler zu sein. Diese Zusammenkünfte bilden den Kern des Zaubers von Fireside und fördern ein tiefes Gefühl der Kameradschaft und Verbundenheit zwischen den Charakteren.

    Haben Spieler das Seelenreich freigeschaltet greift eine weitere Mechanik des Spiels. Denn fortan haben wir für unseren Handel nur eine bestimmte Anzahl an Tagen Zeit, bevor wir nach Hause zurück gerufen werden.

    Der Handel bildet das Kerngameplay von Fireside.

    Am letzten Tag können Spieler noch ein bis zwei Gegenstände aus ihrem Inventar auswählen, die sie mitnehmen können – der Rest geht verloren. Es ist also ratsam, stets zu überlegen, welche Gegenstände man für den Handel bei sich trägt und welche man ins Haus sendet. Die eingelagerten Gegenstände können dann wiederum genutzt werden, um das Haus und umliegende Bereiche wieder herzurichten.

    Neben dem Handel und Teleport können Spieler an den Lagerplätzen auch Quests annehmen, bei denen etwa eine Anzahl bestimmter Gegenstände zusammengesammelt werden müssen. Im Gegenzug werden dann beispielsweise neue Regionen erschlossen.

    Alle Mechaniken werden dem Spieler mit umfangreichenden Tutorial-Texten näher gebracht und erklärt. Das macht Fireside auch für Spiele-Neulinge sehr zugänglich.

    Technik

    Technisch liefert Fireside einen putzigen gezeichneten Grafikstil. Ein besonderes Highlight sind die abwechslungsreichen Charakterdesigns. Von Costa der ein Fass als Kleidung trägt, Meerjungfrauen oder eben den kleinen Tropfen Kevin. Alles am Spiel ist niedlich gestaltet und unterstreicht die ruhige Atmosphäre des Spieles.

    Fireside glänzt mit einem knuffig-gezeichnetem Artstyle

    Getestet wurde das Spiel sowohl auf dem PC als auch auf dem Steam Deck. Und auch auf Valves Handheld läuft das Spiel ohne Ruckler oder Performance Probleme. Aber auch auf dem PC läuft das Spiel sehr gut. Während unseres Tests sind keinerlei Ruckler, FPS-Einbrüche oder Abstürze aufgetreten. Fireside hat keine hohen Systemanforderungen, wer die kuriosen Inselbewohner kennenlernen möchte, sollte auf dem PC folgendes mitbringen:

    Minimale Systemanforderungen

    • Betriebssystem: Windows 10
    • Prozessor: Intel Core i3-2130
    • Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
    • Grafik: Intel UHD Graphics 620
    • Speicherplatz: 4 GB

    Empfohlene Systemanforderung

    • Betriebssystem: Windows 10
    • Prozessor: Intel Core i3-2130
    • Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
    • Grafik: NVIDIA GeForce GTX 660 Ti
    • Speicherplatz 4GB

    Ton

    Fireside ist abgesehen von einigen Sounds wie lachen oder seufzen nicht vertont. Spieler müssen sich darauf einstellen viel zu lesen. Die Texte sind in 8 Sprachen verfügbar, darunter deutsch. Musikalisch trifft Fireside den Cozy Faktor. Die Musik ist seicht und angenehm und Umgebungsgeräusche wie etwa das Knistern des Lagerfeuers, unterstreichen die gemütliche Atmosphäre.

    Dennoch hätte dem Spiel eine Vertonung gutgetan, da durch die Mengen an Text leichte Ermüdungserscheinungen auftreten können. Auch eine Accessibility-Option, bei der die Texte von einer Computerstimme vorgelesen werden, würde Fireside zugänglicher machen.

    In unserem Notizbuch halten wir nicht nur alle Quests fest, sondern auch alle Charaktere, denen wir begegnet sind.

    Fazit

    Alles in allem ist Fireside eine solide und gemütliche Erfahrung mit viel Herz. Die Geschichten der einzelnen Charaktere sind gut und emotional geschrieben. Das Gameplay ist nicht sehr fordernd und eignet sich perfekt für einen gemütlichen Abend. Das große Highlight sind jedoch der putzige Grafikstil und die Designs und Charakteristika der Insulaner. Fans von Cozy Games kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten.

    Dennis Witzmann
    Seit meiner Jugend bin ich begeisterter Spieler. Ob PC oder Konsolen, ich bin überall Zuhause. Doch in den Bereichen MMO und JRPG findet man mich am meisten.