Crash Drive 3 – Test

    Während ernstzunehmende Rennsimulationen immer realistischer werden, geht Crash Drive 3 einen komplett anderen Weg. Hier geht es um den puren Spaß, die schnelle Runde und den unkomplizierten Einstieg für Jedermann. Also angeschnallt und ab rein in unseren Test!

    Für diesen Test spielten wir Crash Drive 3 auf Nintendo Switch und Playstation 5

     

    Moment mal… ein Trailer für die Xbox und ein Test über die Spielversion von Switch und Playstation? Was eher ungewöhnlich scheint, ist bei Crash Drive 3 ein Feature. Denn das Spiel ist quasi der Inbegriff dessen, was man unter Crossplay versteht. Oder besser gesagt, es bietet genau die Art von Crossplay, die man sich als Spieler eigentlich wünscht. Nämlich völlig wertfrei von irgendwelchen Plattform-Kriegen oder Technik-Ideologien. Crash Drive 3 soll ein Spiel für alle sein und dank Crossplay auf 9 (!) Plattformen ist es das auch. Spielt den Racer einfach immer und überall: PC, Smartphone, Xbox, Playstation, Switch. Während der Arcadespaß für Konsolen knapp 20€ kostet, könnt ihr auf Handy und Tablet zur kostenlosen Version im jeweiligen Store greifen:

    Play Store (Android)
    App Store (iOS)

    Die beiden oben genannten Spielversionen sind  per se kostenfrei, bieten allerdings die unbeliebten ingame-Käufe an. Hierbei handelt es sich meist um kosmetische Items, die dementsprechend nicht notwendig sind.

     

    Arcade pur

    Crash Drive 3 bietet Spielerinnen und Spielern einen großen Sandkasten und zig verschiedene Fahrzeuge. Anfangs stehen uns natürlich nicht alle Zonen und Vehikel zur Auswahl, diese müssen ganz traditionell durch das Erreichen von Zielen schrittweise freigespielt werden. Innerhalb der Level befinden sich unzählige Sprungrampen, Loopings und sonstige Hindernisse, mit denen man seinen Spaß haben kann. Stunts passieren hier quasi im Dauerakkord, mal gezielt, mal aber auch ganz unabsichtlich, was umso lustiger ist.

    Im Spiel angekommen, startet nach wenigen Augenblicken auch schon das erste Event. Mit einer kurzen Ankündigung habt ihr dann 30 Sekunden Zeit, euch in Position zu bringen. Die Wahl des jeweiligen Events ist nicht wählbar, sondern wird vom Spiel selbst vorgegeben. Dabei gibt es eher traditionelle Ereignisse wie z.B. Checkpoint-Rennen oder Punkte per Stunts sammeln, aber auch ausgefallene. Vom Münzregen, bei dem ihr möglichst viele Münzen innerhalb der Zeit einsammeln müsst bis dazu, einen übergroßen Ball zum Platzen zu bringen ist hier einiges an Abwechslung geboten. Sehr unterhaltsam ist das Räuber und Gendarm Event, das man noch aus der Kindheit kennt. Ähnlich dem Fangen nach muss werden die Spieler hierbei in Räuber und Polizisten eingeteilt. Durch Berühren versuchen dann die Polizisten alle Räuber zu fangen. Klingt auf dem Papier vielleicht stupide, macht im Spiel aber wirklich Freude.

    Um in neues Gebiet zu gelangen, müsst ihr 8 grüne Ringe im Areal finden, die quer über die Map verteilt sind. Manche erreicht ihr ziemlich einfach, andere hingegen erfordern etwas Geschick, um durch sie durchzufliegen. Habt ihr alle ergattert, dann schaltet ihr das nächste Level frei. Begonnen wird in einem Abschnitt mit kleineren Wäldern und Siedlungen, während in der Mitte eine riesige (und auch befahrbare) Burg thront. Danach geht es dann hinaus in andere Welten, sei es eine steppenartige Tundra oder sogar auf den Mond.

    Während der gesamten Spielzeit sammeln wir Punkte. Das geschieht fast schon unwillkürlich, in dem man reihenweise Stunts schafft oder innerhalb der Events eine gute Platzierung erreicht. Besonders effektiv ist das Aneinanderreihen von waghalsigen Manövern, denn dadurch schaltet man Multiplikatoren frei und die gesammelten Punkte können sich verdreifachen. Hat man genügend Points alias Credits gesammelt, lohnt sich ein Ausflug in die Garage, wo man das gesammelte Kleingeld in neue Wagen investieren darf.

     

    Vom Familienvan bis zum Panzer

    Hier warten eine ganze Reihe teils normaler und teils ulkiger Vehikel auf ihre neuen Fahrer:innen. Von Straßenwagen über Musclecars, bis hin zu Schulbussen, Eiswagen oder gar Panzern ist ein sehr breites Spektrum an möglichen Vierrädern geboten. Alle stehen allerdings nicht direkt zum Kauf frei. Ihr müsst ein paar vorangegangene Autos besitzen, um die wirklich coolen Fahrzeuge besitzen zu dürfen. Die Ausnahme hierbei bilden eine Hand voll Sonderfahrzeuge: Wollt ihr diese euer Eigen nennen, müsst ihr Sammelstücke finden, die meist gut versteckt irgendwo im Level sitzen. Die Panzer bringen dann auch gleich ein ganz neues Spielerlebnis mit sich. Ihr tummelt euch mit den Mitspielern auf einer Karte, auf der ausschließlich Brücken sind und der Abgrund aus Lava besteht. Das Ziel ist es, die Gegner ordentlich mit Geschossen zu nerven, bis diese dann in den Abgrund stürzen.

    Das Fahrverhalten aller Fahrzeuge ist nahezu identisch und absolut arcade-lastig. Dementsprechend gibt es auch nur wenige Buttons, die ihr nutzen müsst. Gas geben und bremsen, boosten und Handbremse, und natürlich noch lenken, das war es. Mit dem rechten Analogstick könnt ihr die Kamera minimal schwenken, was absolut dämlich gelöst ist. Einen wirklichen Überblick bekommt man mit ihr nie, sofern man sich kurz umsehen möchtet. Ebenso schwerfällig läuft die Rückwärtsfahrt, die mehr Frust als Lust ist. Insgesamt benötigt ihr schon ein wenig Spielzeit, um euch an das Fahrverhalten der Autos zu gewöhnen, da Driften zu Crash Drive 3 gehört wie eine Kirsche auf die Sahne. Mitunter knabbert die dezent verwaschene Lenkung auch am Spielspaß. Beispielsweise dann, wenn man knapp eine Rampe verpasst hat, den Rückwärtsgang einlegt und neuen Schwung zu holen, dieser aber so verkorkst ist, dass man für einfachste Kurzstrecken gleich mehrere Anläufe benötigt.

    Im Hinblick auf die Verschiedenen Spielversionen gibt es auch Auffälligkeiten. Während wir an der Playstation 5 schon nach einer kurzen Ladesequenz hinter dem Steuer saßen, dauerte der Verbindungsaufbau über die Nintendo Switch knapp 4x länger. Im Spiel selbst läuft die Version der PS5 natürlich deutlich weicher und nie unter der 60 Frames Rate. Auf der Switch muss man sich mit der halben Bildwiederholungsfrequenz begnügen und das merkt man sehr deutlich. Es ruckelt zwar nicht, aber gerade im direkten Vergleich würde man nie die Switch-Version vorziehen, sofern man die Wahl hat.

     

    Fazit

    Crash Drive 3 bietet schnelle Unterhaltung und knackige Arcade-Action. Dank unkompliziertem Crossplay steht das unterhaltsame Spiel nahezu allen Spielerinnen und Spielern weltweit offen. Der Umfang ist durchaus umfangreich, einzig der Tiefgang fehlt. Das ist aber auch gar nicht die Kernkompetenz von Crash Drive 3, hier steht der unkomplizierte Einstieg und der pure Unterhaltungswert im Vordergrund. Crash Drive 3 gehört zu den Titeln, die man immer mal wieder gerne spielt, selbst dann, wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht.

    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur