Call of Duty Vanguard – Test

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    Mit Call of Duty Vanguard erschien kürzlich der neuste Ableger der erfolgreichen Dauerserie auf dem Markt. Ob der Shooter neue Wege einschlägt oder doch alles beim Alten bleibt, das erklären wir euch hier in unserem Test!

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    Für diesen Test spielten wir Call of Duty Vanguard auf Playstation 5 und PC

    Der zweite Weltkrieg diente schon oft als Szenario für unzählige Shooter. Mit Vanguard wagt sich die Call of Duty Reihe bereits zum vierten Mal in die blutrünstige Hölle der frühen 1940er Jahre. Dennoch ist das weniger oft, als man meinen könnte, schließlich erscheint seit 2003 konsequent jedes Jahr ein neuer Teil. Das für sich genommen spricht schon für den globalen Erfolg der Serie.

    Die Kampagne in Call of Duty Vanguard

    Die Solo-Kampagne ist in mehrere Stränge unterteilt. Wir sind Teil einer multinationalen Fünfer-Truppe: Arthur Kingsley, Lucas Riggs, Wade Jackson, Novak und Polina Petrova. Jeder und jede aus einem anderen Teil der Erde , aber alle mit dem gleichen Motiv. Sie alle sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und sollen, wie könnte es anders sein, all ihr Können vereinen, um den Nazis empfindlich zu schaden.

    Mit diesem ehrbaren Motiv starten wir im Spiel bei einem Entermanöver eines Zuges, der auf dem Weg nach Hamburg ist. Während wir uns Wagon für Wagon vorkämpfen, lernen wir hierbei auch zeitgleich die Steuerungsmechaniken. Nichts, was man nicht kennt, aber es soll ja auch solche geben, die nicht so vertraut sind in Sachen CoD. In Hamburg angekommen stoßen wir auf ein Projekt namens Phönix, von dem nicht so recht klar ist, was es damit auf sich hat. Sicher ist nur, dass es kriegsentscheidend sein kann. Doch dann misslingt das Unternehmen und unser Team aus Special Forces wird festgenommen. In Berlin treffen wir im Verhörraum auf einen Nazi namens Richter, der möglichst viele Fetzen aus uns rauspressen möchte. Hier setzen dann die Einzelerzählungen aller Protagonisten in einer Retrospektive an, die uns im fortlaufenden Spiel rund um den Globus führen.

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    Begonnen wird bei der Landung in der Normandie, wo ihr alleine hinter der feindlichen Linie landet. Wer die vorab gezeigten offiziellen Gameplay Videos kennt, der wird sich sofort an die Farm erinnern. Was im gezeigten Video sehr smooth und durchdacht wirkte, erweist sich im finalen Spiel dann doch eher als plump. Zumindest geht es hier weitaus weniger um Stealth, als man denken sollte. Die Mission lebt von Triggerpunkten, die man möglichst alle auslösen sollte, um in den vollen Genuss aller Script-Ereignisse zu kommen. Aber, und deshalb ist es eben banaler, könnt ihr auch einfach alle Feinde ganz gewöhnlich umnieten. Der zweite Teil handelt dann von einem Angriff auf eine Artillerie-Stellung. Wenn es ein generisches Szenario aus WW2-Shootern gibt, dann wohl dieses.

    Deutlich spaßiger wird es in Stalingrad, den wir mit Polina durchkämmen. Hier wird sogar ein Stück weit auf einige familiäre Hintergründe eingegangen. Die junge Frau wird dadurch nicht so austauschbar wie andere Figuren, man kann deutlich stärker ihre Motive und Emotionen mitempfinden. Das Level spielt sich sehr dynamisch, hat einen guten Mix aus Schleichen bzw. dem unentdeckten Vorgehen und knallharter Konfrontation. Obendrein kommen starke Sniper-Passagen zum Tragen. Für Spannung sorgt die mitreißende Levelstruktur, die keine Wünsche offen lässt und viel Atmosphäre versprüht.

    Weiter geht es Richtung Pazifik, wo die Schlacht um Midway wartet. Nervig hier: Held Wade verkörpert den prototypischen Patriotismus-Amerikaner, den man einfach nicht mehr ertragen kann. Egal, denn dafür ist das Szenario rund um ihn deutlich cooler. Schneller, als man denkt, sitzt man im Cockpit und macht Jagd auf feindliche Zeros samt deren Flugzeugträger. Nach einem Absturz muss dann eine asiatische Flakstellung gesprengt werden. Moment, da war doch was… Allein diese Mission hätte man deutlich spannender abliefern können. Einfach den zweiten Teil rauslassen und mehr Action in der Luft hätten es wirklich sein dürfen. Man fragt sich auch, warum die Macher nicht mehr Kapital aus dem Luftabenteuer geschlagen haben. Denn die Steuerung spielt sich exzellent und steht einer waschechten Flug-Sim in nichts nach. Der erste Missionsabschnitt ist vielleicht das Highlight der Kampagne, es spielt sich wirklich großartig!

    Afrika darf natürlich nicht als Einsatzort fehlen, konkret geht es nach El-Alamein. Der finale Ort der Kampagne zählt auch eher zum bekannten Muster. Wir schleichen also, kämpfen an verstreuten Stützpunkten und sind im grand final Teil der legendären Panzerschlacht. Den Schlussakt bildet ein Szenario mitten in Berlin, wo es natürlich von Nazis nur so wimmelt. Ein Level voller nonstop Action, bei der wir uns langsam vortasten und immer wieder von anstürmenden Stahlhelmträgern belästigt werden. Nur eine Sache bleibt uns Activision schuldig: Wenn wir schon einen Raketenwerfer so prominent ganz am Ende erhalten, dann wollen wir diesen auch bitte schön so benutzen, wie wir es möchten. Spielt das Level, ihr werdet dann verstehen.

    Für die Kampagne im Singleplayer solltet ihr zwischen 6 und 8 Stunden Spielzeit einplanen. Sie hat ihre Höhen und ihre Tiefen, pendelt sich letztlich irgendwo im Mittelmaß ein. Bis auf Stalingrad und Midway bekommt ihr ganz klassische Call of Duty Kost serviert, Activision wagt hier im Grunde nur wenige Experimente. Unterhaltsam ist die Kampagne, das muss man ihr zugestehen. Aber sie ist eben leider auch nichts Besonderes. In wenigen Wochen werden wir wahrscheinlich schon nicht mehr wissen, wo wir überhaupt überall unterwegs waren.

    Im folgenden Video bekommt ihr einen guten Überblick über die Kampagne, die Charaktere und die Einsatzorte:

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    Der Multiplayer von Call of Duty Vanguard

    Der eigentliche Kaufgrund für viele ist natürlich der Multiplayer. Auch hier fehlt waschechter Mut zu Neuem, Im Grunde sind es dezente Anpassungen an die unterschiedlichen Modi und natürlich neue Karten. Ein Grundsatz schwebt aber über allem, was den Multiplayer ausmacht: Es wird schnell, die Time-to-kill ist mitunter extrem niedrig.

    Es ist wirklich egal, welchen Modus ihr spielt: Stellung, Herrschaft oder das allseits beliebte Team Deathmatch. Ihr werdet haufenweise Matches erleben, in denen ihr binnen weniger Sekunden den virtuellen Tod sterbt, nur um in noch kürzerer Zeit wieder auf der Map zu spawnen. In den Einstellungen findet sich extra dafür die Option namens Taktik, bei der es gemächlicher zugehen soll. Zumindest in der Theorie, denn in der Praxis merkt man kaum einen Unterschied zu den anderen Varianten. Die schnellste Variante nennt sich übrigens Blitz und macht seinem Namen wirklich alle Ehre.

    Blitz versetzt euch unter Dauerstrom, selten haben wir Multiplayer-Gefechte gehabt, die so energiegeladen waren. Die Formel geht nur deshalb nicht auf, weil sie schlichtweg überdreht. Es gipfelt mehr in einem Chaos und hat im Grunde nichts mehr mit einer echten Dynamik zu tun. Es sei denn, ihr habt wirklich Spaß daran, Sekunden nach einem Spawn schon wieder Tod zu sein. Wer als Konsolero Crossplay aktiviert hat, der schaut gleich doppelt in die Röhre. PC-Spielerinnen und Spieler sind mit der Maus beim Aiming innerhalb von Blitz extrem deutlich im Vorteil und haben sichtlich bessere Karten, immerhin 10 Sekunden überleben zu können.

    Deutlich spannender und entspannter geht es bei der Patrouille zu. Gleiches gilt für Champion Hill, wo die Knappheit an Tickets für strategisches Vorgehen belohnt und Duelle bzw. Gefechte einen echten Mehrwert erhalten. Man ärgert sich für jedes unnötige Ableben, ganz im Gegenteil zum eben erwähnten Blitz. Die kleinen Teams sorgen für Zusammenhalt, schließlich möchte man am Ende als Sieger auf dem Podest aller 24 Spielerinnen und Spieler stehen. Patrouille bietet das spannende Element, dass sich die zu bewachende Zone stetig über die Map bewegt. Hier kommt knackiges Teamplay zum Tragen, eingespielte Kleingruppen können wahre Wunder bewirken. Ebenso sind Kenntnisse zur Karte natürlich immer ein Vorteil. gebt also nicht direkt auf, wenn ihr anfangs noch keine Erfolgserlebnisse habt, sondern probiert es ein paar Runden aus. Der Erfolg stellt sich mit der Zeit ein, versprochen.

    Die Waffen, Aufsätze und all den Schnick-Schnack, den ihr mit dem Erhalt der Erfahrungspunkte freischalten könnt, entsprechen dem absoluten Standard. Frei dem Motto: Kennst du ein COD, kennst du alle, gibt es hier soweit nichts Neues.

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    Zombiemodus in Call of Duty Vanguard

    Der Zombie-Modus hat sich mittlerweile als echte Größe in der Call of Duty Reihe etabliert. Manch einer forderte unlängst, diesen Modus als separates und eigenständiges Spiel fortzuführen. Bleibt abzuwarten, ob der Hype auch nach Vanguard noch Bestand hat. Denn dieser Modus musste mittlerweile schon harte Kritik ertragen. Kern des Anstoßes ist der mangelnde Inhalt, so simpel das auch klingt.

    Und tatsächlich, Fans von diesem Modus werden sich wohl die Augen reiben, wenn man einen Blick auf die Inhalte wirft. Wenige Perks gibt es und mangelnde Talentbäume für Waffen fehlen schmerzlich, ebenso wurden die rundenbasierenden Karten gestrichen. Da hatten die Entwickler von Sledgehammer aber etwas ganz anderes im Vorfeld versprochen, oder wie soll man den langanhaltenden Spielspaß mit den Zombies sonst definieren? Immerhin will man nachliefern, die Kritik kam an und wahrscheinlich laufen im Hintergrund schon alle auf Hochtouren, um möglichst bald frischen Zusatz zu bringen.

    Was dagegen sehr gut ankommt ist das Hub-System, in diesem Falle Stalingrad, von dem aus ihr per Portal in die unterschiedlichen Level reisen könnt. Wer die Kampagne gespielt hat, der wird sich an viele Orte wieder erinnern, denn sie gleichen stark eben jenen. Mitunter sind es sogar genau die gleichen. Je nach Map bekommt ihr ein klares Ziel definiert, dem ihr dann hinterher jagt. Der Kampf gegen Zombies macht als (Koop) PvE-Geplänkel schon Spaß, auch wenn es eher wenig zu tun gibt. Ein paar mehr Rätsel dürften es aber sein und die wenigen Puzzles, die man eingebaut hat, sind nicht wirklich fordernd.

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    Fazit Playstation 5: Christoph

    Die Kampagne macht Laune, soviel steht fest. Activision kann ohnehin Shooter ziemlich gut inszenieren, von daher hatte ich rund 8 Stunden meinen Spaß. Auf der Haben-Seite muss man aber festhalten, dass es für Einzelspieler im Grunde nichts neues gibt. Eine Ansammlung mehr oder minder generischer Level, die uns rund um den Globus führen, mehr ist es eigentlich nicht. Einen Wiederspielwert hat die Kampagne jedenfalls nicht.

    Der Multiplayer ist absolute Geschmackssache – meinen trifft er nicht. Über allen Gefechten schwebt eine Hektik, die mir persönlich oft den Spielspaß raubte. Zumal man auf der Playstation 5 und Xbox tunlichst schnell das Crossplay deaktivieren sollte. Niemand hat Spaß daran, nach 5 Sekunden schon direkt wieder tot umzufallen. Champion Hill und Patrouille hingegen sind da schon etwas relaxter zu.

    Beim Zombie-Modus hoffe ich auf weitere Inhalte. Momentan ist dieser Modus eher seelenlos, aber man versprach ja bereits, dass noch vieles an content nachgeliefert wird.

    Im Grunde ist Vanguard ein Call of Duty, dass sich tadellos in die Spieleserie einreiht. Weder wird es mir besonders gut in Erinnerung bleiben, noch als schlecht. Multiplayer-Fans greifen wohl ohnehin blind zu.

    Fazit PC: Patrick

    Nach der Multiplayer Beta war ich richtig hyped auf den neuen Call of Duty Ableger, doch dann kam alles anders. Die Kampagne ist zwar sehr solide, für eine Kampagne meiner Meinung nach allerdings viel zu Hektik in Szene gesetzt. Einmal durchgespielt reicht dann auch.

    Der Multiplayer ist jedes Jahr aufs Neue immer das Highlight zum Ende des Jahres, auch die Beta konnte wie gesagt überzeugen. Mir ist nicht ganz bewusst, wieso die finale Version nun eher genau das Gegenteil ist…. Auch hier viel zu viel Hektik für einen Shooter, welcher im Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist. Maps, die wie so oft extrem camperfreundlich aufgebaut sind, die Anzahl der Spieler passt bei manchen Maps einfach nicht. Hier fliegen gerade im Hardcore Modus gefühlt 500 Granaten in der Minute über die Map….

    Der Zombiemodus braucht in jedem Fall mehr Content, so viel steht fest, denn das bisher Gebotene ist eher mau.

    Ob die Lust zur Prestigejagd noch entfacht wird, weiß ich persönlich an dieser Stelle noch nicht, aber sag niemals nie.

     

    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur