Back4Blood – Review

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    Back-4-Blood Titelbild

    Entwickler Turtle Rock Studios hat mit Back4Blood den inhaltlichen Nachfolger der hauseigenen Left4Dead Reihe geschaffen und tritt damit in selbstgemachte große Fußspuren. Wir haben uns das Spiel sehr genau angeschaut und verraten euch, wie sich das Action Shooter so geschlagen hat.

    Spielkonzept von Back4Blood

    Der Kern des Spiels ist schnell erklärt. Ihr schlagt euch mit 3 weiteren Überlebenden durch eine in vier Akte aufgeteilte Story. Dabei sammelt ihr allerlei Waffen, Waffenanbauteile und Gimmicks, die euch den Kampf gegen die Zombiehorden leichter machen. Wie in Left4Dead auch, gibt es aber immer wieder spezielle Zombies, die alle auf ihre ganz eigene Art besiegt werden wollen und euer Team vor Herausforderungen stellen.

    Was bis hierhin bekannt klingt wird noch einmal komplexer, sobald man sich die einzelnen Fähigkeiten der spielbaren Helden und das Decksystem des Spiels anschaut. Richtig gelesen. In Back4Blood sammelt ihr im Koop-Modus für erfolgreich abgeschlossene Missionen Punkte, die ihr dann in „Nachschublinien“ investieren und so Karten freischalten könnt. Diese Karten stellt ihr dann zu Decks mit bis zu 15 Karten zusammen, um idealerweise euren individuellen Spielstil zu unterstützen. So könnt ihr Karten freischalten die spezielle Waffentypen verstärken, für mehr Munition sorgen oder eure Wiederstände erhöhen. Interessant dabei ist, dass die Karten mit den größten Boni, auch immer mit einem Nachteil kommen. Ihr werdet also nicht einfach nur stärker und besser durch die Karten, sondern in anderen Belangen wie Ausdauer und Co. schlechter. Das bringt einiges an Tiefe ins Spiel.

    Die Story

    Leider bleibt bei all den Neuerungen die Story von Back4Blood auf der Strecke. Zwar gibt es reichlich Cutscenes die uns immer wieder auf die Level einstimmen oder uns für den Abschluss eines solchen belohnen. Man hat auch einen roten Faden eingebaut der erklärt wieso man jetzt das tut was man tut, aber eine Erläuterung zur Spielwelt, dem Ausbruch der „Infektion“ oder den Hintergründen der Spielfiguren sucht man vergeblich.

    Lediglich ein paar zufällige Dialoge zwischen den Charakteren gibt es, die die Hintergründe der Figuren ein wenig mehr beleuchten. „Wer alle Elemente der Story erfahren möchte, muss mit allen Charakteren das Spiel spielen.“; so die Entwickler sinngemäß. Am Ende heißt dass aber nur, dass man sich aus den losen Kommentaren und Sticheleien ein eigenes Bild basteln darf. Niemand erklärt uns wie es zu dem Ausbruch kam und wo das Spiel in Relations zu Left4Dead einzuordnen ist.

    Auch der Dreh- und Angelpunkt der Expeditionen, Fort Hope, findet zwar reichlich Anspielungen in Kritzeleien und Karten an den Wänden in den Missionen, ist aber ansonsten einfach nur ein begehbares Menü ohne weitere Relevanz für den Hintergrund. Man wäre zum jetzigen Zeitpunkt auch einfach nur ohne ausgekommen. Schade. Sowas nennt man dann eine verpasste Chance auf mehr Tiefe.

    Grafik und Sounds

    Hier haben wir in unseren Testspielen nichts auszusetzen. Egal mit welchen Settings, egal in welchen Helligkeitsverhältnissen: Das Spiel sieht einfach nur gut aus und hört sich gut. Immer wieder haben wir uns dabei erwischt, wie wir trotz nahender Gegner einfach mal stehen geblieben sind und uns die Landschaft angeschaut haben.

    Die Entwickler haben es wirklich geschafft, dass sich die Spielwelt nahtlos in das Scenario einfügt, ohne selbiges zu überlagern. Will heißen, die Stimmung in den Leveln beruht nicht nur auf dem Bedrohungsfaktor durch die Infizierten, sondern auch auf der Stimmung die durch Beleuchtung, Farbgebung und Co geschaffen wird. Und da liegt Back4Blood wirklich ganz weit vorne. Wenn man bei anderen Spielen das Gefühl hat „…dieses Set an Texturen und Gegenständen schon einmal gesehen zu haben…“ schafft es Entwickler Turtle Rock Studios, dass sich kein Gefühl von Wiederholung einstellt. Und das ist nicht zu Letzt der guten Ausleuchtung und Texturqualität zu verdanken.

    Leichte Probleme mit AutoAim

    Nicht weltverändert, aber dennoch relevant sind die Schwierigkeiten, vor die ihr in Verbindung mit dem AutoAim-Feature auf den Konsolen gestellt werdet. Hier kommt es oft genug vor, dass ihr unfreiwillig eure Teamkollegen anschießt, nur weil die Konsole im Hintergrund einen Zombie erkannt hat. Was auf dem untersten Schwierigkeitsgrad belanglos erschienen mag, kann schnell den Spielspaß ruinieren, sobald der Teambeschuss im Spiel an ist. Dann ist es nämlich gar nicht mehr so witzig wenn man den Kollegen mit jedem Schuss grob ein Fünftel ihrer Lebenspunkte abzieht.

    Back4Blood unser Fazit

    Unterm Strich hat Back4Blood alle Erwartungen erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Die schiere fülle an Missionen sorgt dafür, dass man sich gar nicht satt spielen kann. Und die unterschiedlichen Charaktere und Spielkarten laden zu immer wieder neuen Kombinationen von Fähigkeiten und Waffen ein. Einzig die Story bleibt bei Back4Blood ein wenig auf der Strecke. Und der aktuelle Kaufpreis von 60 € für die Standartversion lässt das Lächeln ein wenig schwinden und sorgt für einen nur geringen Andrang bei Verkaufsstart.

    Pro

    • Steigender Schwierigkeitsgrad
    • Hohe Wiederspielbarkeit
    • Gute Grafik
    • Großer Spaßfaktor im Koop

    Contra

    • Stark Teamabhängig
    • Hohe Ladezeiten auf Konsolen
    • Wenig bis keine Story
    • Verhältnismäßig teuer

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    Das Spiel wurde uns zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Beeinflussung des Reviews durch den Hersteller/Publisher hat nicht stattgefunden.

    Variety Gamer seit rund 20 Jahren. Bei allem zuhause was RPG-Elemente hat oder competitive ist. In der Freizeit auch gerne mal in Gambeson und Kettenhemd auf Larp-Events unterwegs. Allerdings bisher immer auf Seite der Schurken. *diabolisches Händereiben*