Age of Empires 2: Definitive Edition (Xbox) – Test/Review

    Kaum ein Titel hat die Welt der Echtzeit-Strategie so geprägt, wie Age of Empires. So zählt diese Videospielserie nicht ohne Grund zu den verkaufsstärksten aller Zeiten. Ursprünglich konnten wir in Age of Empires II bereits 1999 die Herrschaft in der Welt des Mittelalters übernehmen. Zwanzig Jahre später gönnte Microsoft dem beliebten Titel eine Frischzellenkur und veröffentlichte mit der Definitive Edition eine überarbeitete Version mit höherer Auflösung und weiteren Verbesserungen. Nun ist es so weit, Age of Empires II findet in der Definitive Edition den Weg auf die Xbox One und Xbox Series X|S. Getestet haben wir die Version für die Xbox Series X.

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    Das Spielprinzip von Age of Empires:

    Zumindest in der älteren Generation der Spielenden wird es kaum jemanden geben, der noch nie Age of Empires gespielt hat. Für alle anderen gehen wir zunächst kurz auf das zu gründe liegende Spielprinzip ein. Aus der Vogelperspektive übernehmen wir die Kontrolle über ein zuvor ausgewähltes Volk. Jedes Volk besitzt gewisse Vorteile, wie zum Beispiel besondere Einheiten (englische Langbogenschützen usw.).

    Unsere Aufgabe ist es nun unser Volk durch die Zeitalter zu führen, im Fall von Age of Empires II geht es durch die Zeitalter des Mittelalters. Dabei startet man zunächst mit nur einem Dorfzentrum und ein paar Dorfbewohnern. Jetzt müssen wir beginnen die Ressourcen Nahrung, Holz, Stein und Gold abzubauen, diese finden wir verteilt in der Landschaft. Nahrung gibt es in Form von Beerensträuchern, Landtieren und Fischen oder auf Feldern. Für unsere Dorfbewohner müssen wir, genau wie für alle militärischen Einheiten, Platz in Wohnhäusern vorhalten. Diese müssen gewissermaßen nur vorhanden sein und benötigen keinen Anschluss an ein Straßennetz oder sonstige Versorgung. Um unseren Rohstoffabbau zu beschleunigen, können wir in der Nähe der Vorkommen noch passende Lagergebäude errichten. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Gebäude, wie ein Kloster (Heilung für die eigenen Einheiten, Bekehrung feindlicher Einheiten) oder einen Marktplatz (Handel mit befreundeten Spielern). So wächst nach und nach unser Dorf.

    Da die Menschheit bekanntlich kriegerisch veranlagt ist, spielen militärische Gebäude eine große Bedeutung. In der Kaserne können wir Nahkämpfer ausbilden, die zu Fuß unterwegs sind, in den Ställen können wir unsere Kavallerie aufbauen und in der Bogenschießanlage Bogenschützen zu Fuß und zu Pferd. Darüber hinaus gibt es noch Gebäude für Belagerungswaffen und ggf. vorhandene Spezialeinheiten. Unsere Einheiten können wir über die jeweiligen Gebäude und die Schmiede aufwerten und verbessern, aus Milizen werden beispielsweise Schwertkämpfer. Um unser Dorf zu schützen, können wir es mit Mauern und Türmen verbarrikadieren. Wenn einem die Gegner genug Zeit lassen, können wir so eine beinahe uneinnehmbare Festung errichten.

    Echtzeit-Strategie mit dem Controller?

    Das Besondere an der neuen Konsolen-Version von Age of Empires II: Definitive Edition ist die Steuerung. Eigentlich handelt es sich bei Age of Empires um eine PC-Spielserie, die natürlich für die Steuerung mit Maus und Tastatur konzipiert ist. So kann man über Mausklicks die Einheiten anwählen und bewegen und über die Tastatur Shortcuts aufrufen, Einheiten gruppieren, die Karte verschieben und vieles mehr. Da es sich nun aber um einen Konsolen-Release handelt, erfolgt die Steuerung über den Controller. Hierzu sind diverse Anpassungen erforderlich, auf die wir jetzt eingehen wollen.

    Tasten und Menüs:

    So nutzen wir die Sticks, um die Karte zu verschieben und den Cursor zu bewegen. Mit der A-Taste kann man einzelne Einheiten, alle gleiche Einheitentypen in einer gewissen Umgebung und Einheitengruppen auswählen. Die gewählten Einheiten kann man nun zu einem Ziel schicken und ihnen auch weitere Anweisungen erteilen. Dorfbewohnern gibt man beispielsweise den Auftrag Gebäude zu errichten oder Ressourcen abzubauen und im Fall von Militäreinheiten kann man auch ein Ziel vorgeben und die Einheiten anweisen alle Gegner auf dem Weg dorthin zu attackieren. Die Bau- und Einheiten-Menüs sind kreisförmig strukturiert und lassen sich über einen Tastendruck aufrufen, über den Stick wählt man dann zwischen den kreisförmig angeordneten Optionen aus. Gewisse Aufträge lassen sich auch bei Auswahl einer Einheit oder eines Gebäudes als Schnellwahl direkt aufrufen. Auch die Formation von Einheitengruppen und weitere Details zu deren Verhalten lassen sich so anpassen.

    Daneben gibt es über das Steuerkreuz auch ein paar Direktwahloptionen, mit denen wir direkt zu Militäreinheiten, dem Dorfzentrum oder einem Dorfbewohner springen können. Je nach Mission können die Optionen hier variieren. Für unsere Dorfbewohner gibt es auch die ein oder andere Automatisierungsfunktion. So können wir sie zum Beispiel anweisen, verteilt alle Ressourcen abzubauen. So werden automatisch neue Felder gebaut und auch neu erschaffene Dorfbewohner beginnen automatisch mit der Arbeit.

    Erfahrungen im Spiel:

    Während unseres Tests waren wir überrascht, wie eingängig die Menüstruktur und Tastenbelegung ist. In den einzelnen Menüs findet man schnell die gewünschten Dinge und auch die Orientierung auf der Karte funktioniert sehr gut. Als Age of Empires II Veteran vermisst man jedoch eins, man kann keine Gruppen erstellen. Dies kann besonders im Gefecht hinderlichen werden, da man gemischte Einheitengruppen immer umständlich neu markieren muss und so nicht mit einem Tastenklick zwischen seinen Angriffsformationen wechseln kann. Das kostet durchaus die ein oder andere wertvolle Sekunde und damit auch Einheiten. Je nach der persönlichen Spielweise wirkt sich dieser Effekt unterschiedlich aus.

    Der Einstieg ins Spiel:

    Für alle Neueinsteiger und Umsteiger gibt es eine ausführliche Tutorial-Kampagne, die sich um die Geschichte von William Wallace, dem berühmten schottischen Freiheitskämpfer, dreht. Hier führen wir also die Schotten im Kampf gegen die Engländer. In dieser wird man nicht nur in die Spielmechanik eingeführt, auch die Besonderheiten und Funktionen der neuen Steuerung werden hier erläutert. Die Erklärung erfolgt sowohl gesprochen als auch in Textform. Man wird hier wirklich kleinschrittig und ausführlich durch die Menüs geführt. So muss man nicht lange suchen und findet direkt die jeweiligen Funktionen. Sollte man mal nach einer längeren Pause wieder Startprobleme haben, kann man die einzelnen Missionen neu starten.

    Spielmodi:

    Neben der Tutorial-Kampagne gibt es natürlich noch weitere Kampagnen. Diese kann man alleine, aber auch im Koop-Modus bestreiten. Möchte man alle Kampagnen bestreiten, sollte man sich auf über 200 Stunden Kampagnen-Gameplay einstellen. Allerdings benötigt man hier teilweise einen kostenpflichtigen DLC. Darüber hinaus können wir im Einzelspieler-Modus gegen KI-Gegner antreten und dabei sehr detailliert die Spielvorgaben, wie Anzahl der Gegner, die Völker, die Spielwelt (Größe und Gestalt) und vieles weitere anpassen. Bei der Auswahl der Völker gibt es volksspezifische Besonderheiten und spezielle Einheiten zu bedenken, je nach persönlicher Spielweise sind hier andere Völker zu empfehlen. Einige Völker sind jedoch auch nur über DLCs verfügbar. Neben dem KI-Gegner können wir auch gegen menschliche Gegner im Multiplayer antreten.

    Grafik und Sound:

    Optisch hatte Age of Empires II mit der Definitive Edition für den PC bereits eine Frischzellenkur erfahren. Auch auf der Konsole wirkt der Titel nun optisch sehr gut und bietet eine deutlich höher aufgelöste Grafik. Dennoch bleibt die klassische Optik weiter zu erkennen. Der klassische Sound ist ebenfalls erhalten geblieben.

    Fazit:

    Als Spiel an sich war Age of Empires II: Definitive Edition natürlich kein neuer Titel für uns, schließlich begleitet uns Age of Empires schon seit unserer Gaming-Anfänge. Die grafische Aufwertung der Definitive Edition gefällt uns auch auf der Konsole sehr gut. Man erkennt weiterhin das klassische Age of Empires II, ohne dass man die einzelnen Bildpunkte zählen kann. Ein gelungener Mix aus klassischer und moderner Grafik. Ein weiterer Vorteil der überarbeiteten Version ist das größere Einheitenlimit, sodass wir uns ein noch größerer Heer erschaffen können.

    Die Steuerung mittels Controller ist dank des ausführlichen Tutorials und der logischen Struktur überraschend einfach zu erlernen und auch sehr präzise. Besonders die Schnellwahloptionen helfen im Angriffsfall dabei schnell zu reagieren. Verglichen mit dem klassischen Age of Empires II sind die Automatisierungen wirklich sehr komfortabel. Denn wie schnell waren damals unsere Dorfbewohner arbeitslos, da wir mal wieder vergessen hatten neue Felder zu erschließen. Insgesamt sollte man so eine ähnliche Schnelligkeit in der Bedienung erreichen, wie es in der PC-Version möglich ist. Man sollte hier aber auch nicht unerwähnt lassen, dass man auch auf der Xbox Age of Empires II mit Tastatur und Maus spielen kann.

    Die Xbox-Series-Version von Age of Empires II: Definitive Edition wurde Game2Gether für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Publishers oder Entwicklers auf den Testbericht hat nicht stattgefunden.

    Alexander Schaaf
    Seit der Jugend bin ich von PC-Hardware begeistert und habe Systeme in den verschiedensten Hardware-Generationen gebaut. Mit der Zeit kamen dann auch Videokonsolen dazu. Ich bin hier eigentlich in allen Bereich aktiv. Mit einem Schwerpunkt auf Hardware.