Nvidia GeForce NOW – Erfahrungsbericht

Einleitung:..

GeForce Now befand sich mehrere Jahre im Beta-Status und hat es endlich geschafft und hat sich der öffentlichkeit geöffnet. GeForce Now verspricht Cloud Gaming zu einem fairen Preis und das beste daran, ihr könnt eure Games direkt über eure Steam, U-Play, Origin etc. pp Accounts nutzen und müsst diese nicht wie bei Google Stadia erneut kaufen. Klingt doch eigentlich ziemlich gut, oder gibt es da etwa doch einen Haken? Wir haben GeForce Now mit einem kostenlosen- sowie mit einem Founders Account ausgiebig getestet und werden euch nun unsere gesammelten Erfahrungen präsentieren. Viel Spaß mit unserem kleinen Einblick in den Cloud Gaming Dienst GeForce Now.

Vielen Dank an Nvidia für das Bereitstellen eines Founders Account. An dieser Stelle möchten wir explizit erwähnen, dass die Bereitstellung zu keinem Zeitpunkt des Tests beeinflusst hat.

Voraussetzungen:..

Kommen wir erst einmal zu den Kleinigkeiten die im Vorfeld geklärt werden müssen, bevor man sich entscheidet GeForce Now zu testen. Denn es gibt wie bei jedem Cloud Gaming Anbieter diverse Systemvoraussetzungen, die ihr einhalten solltet, damit ihr auch echtes Gaming erleben könnt.

Nutzbar ist GeForce Now aktuell auf PC, Mac, Android und dem Shield TV. Weitere Plattformen sind in Zukunft durchaus denkbar. Für 720p Gaming solltet ihr mindestens über eine Internetanbindung mit 15 Mbit/s verfügen. Für 1080p werden schon 25 Mbit/s fällig, wenn man beides jeweils in 60 FPS genießen möchte. Traffic fallen hier zwischen 4 und 15 GB pro Stunde an. Im Datensparmodus sind es nur 4 GB und dies richtet sich speziell an Nutzer, die unterwegs sind. Der wettbewerbsorientierte Modus verschlingt schlappe 6 GB die Stunde und soll mit geringer Latenz glänzen. Wenn man benutzerdefiniert seine eigenen Einstellungen vornimmt, falls bis zu 15 GB die Stunde an. 1920 x 1080, 60 FPS, 50 Mbit Leitung und V-Sync ist dann komplett mit an Board.

Kostenpflichtiger Account ist nicht notwendig, wenn man das Ganze einfach nur mal testen möchte. Ihr habt die Möglichkeit, ganz unverbindlich zu testen. Einfach registrieren und die kostenlose Mitgliedschaft testen. Doch dies hat natürlich auch ein paar Nachteile. Die jeweilige Spiele-Session ist auf eine Dauer von einer Stunde begrenzt. Ihr habt kein RTX Support und wenn viel los ist, kann es auch eine Weile dauern bis ein RIG frei wird, mit dem ihr dann los zocken könnt.

Preis und Verfügbarkeit:..

GeForce Now ist bereits für alle Verfügbar die interessiert sind, sich Cloud Gaming anzuschauen, und hat zwei Accounteinstufungen. Zum einen die eben schon kurz erwähnte kostenlose Mitgliedschaft und zum anderen das Gründerpaket. Mit beiden Accountvarianten hat der Nutzer die Möglichkeit, Spiele aus ihrer bereits bestehenden Spielebibliothek zu spielen. Dies ist vermutlich auch einer der größten Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Mit dem Gründerpaket könnt ihr ganze 6 Stunden am Stück zocken bevor der Cloud Dienst euer Spiel ausmacht. Wenn dies passiert nicht direkt in Panik verfallen, einfach das Spiel wieder neustarten und ihr könnt direkt wieder bis zu 6 Stunden über GeForce Now zocken.

Preislich ist GeForce Now aktuell ungeschlagen auf dem ersten Platz. Entscheidet ihr euch, noch ein Gründer zu werden, so werden schmale 5,49 Euro pro Monat fällig. Dieses Angebot wird allerdings nicht ewig geben. Das Beste am aktuellen Gründeraccount sind neben dem geringen Preis noch die 90 Tage kostenlose Einführungsphase. Es gibt eine Preisgarantie von 12 Monaten, was der Dienst in einem Jahr kosten wird, steht zur Zeit noch nicht fest. Aber realistisch könnten zwischen 9,99 Euro und 12,99 Euro sein. Hier muss man abwarten wie sich das Ganze in diesen 12 Monaten entwickelt.

Design:..

Die GeForce Now Software ist schlanke 325 MB klein und sehr simpel gehalten. In der Übersicht könnt ihr euer Spiel auswählen, welches ihr oben über die Suche in eure GeForce Now „Bibliothek“ eintragen habt. Einfach das Spiel starten und der passende Launcher wird gestartet. Nach dem Login bei Steam, Origin, Uplay oder den anderen Launchern, startet das Spiel automatisch und ihr müsst nur kurz warten bis ihr im Menü vom Spiel angekommen seid. Ihr müsst aber nicht zwingend direkt die Spiele in GeForce Now verknüpfen, hier reicht es auch wenn ihr die Anwendungen, wie zum Beispiel Steam auswählt. Wenn ihr Steam in der Übersichtsbibliothek hinzufügt, startet Steam und nicht direkt ein Spiel. Der Vorteil ist hierbei, dass das Ganze wie wir finden noch komfortabler ist.

Wenn ihr ein Spiel beendet, so seid ihr eben im Spiele-Launcher mit euren Games und nicht immer wieder im GeForce Now Programm. Einzige bisher gefundene Nachteil ist der, dass ihr nicht wisst welche Spiele bisher supported werden. In der Benutzeroberfläche von GeForce Now gibt es oben ein Suchfeld, wo auch nur die Spiele angezeigt werden die schon supported werden, und genau diese Funktion habt ihr nicht mehr, wenn ich Steam als Verknüpfung anlegt. Wir haben zur Zeit knapp 3200 Spiele in Steam und hatten dann etliche Titel versucht zu starten, welche nicht auf der aktuellen Liste von GeForce Now stehen und diese werfen euch auch direkt eine Fehlermeldung auf den Bildschirm. Wenn ihr auf der sicheren Seite sein wollt, dann tragt die Spiele einfach in die GeForce Now Übersicht ein.

In der GeForce Now Software lassen sich detailreiche Einstellungen vornehmen. Neben drei Voreinstellungen könnt ihr auch ein benutzerdefiniertes Profil einstellen. Dazu haben wir aber schon weiter oben etwas geschrieben.

Wie Zukunftssicher ist GeForce Now?:..

Diese Frage ist aktuell wirklich schwer zu beantworten, denn vor kurzen haben Publisher wie Activision, Bethesda und 2K Games die Spiele bei GeForce Now entfernen lassen und somit könnt ihr bis auf wenige Ausnahmen keines der Spiele dieser Publisher spielen. Hauptgrund seien scheinbar Missverständnisse, da es keine neuen Verhandlungen gegeben hat, als GeForce NOW in die finale Runde ging und für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde. Ob dies nun der wirkliche Grund ist, oder aber einfach Geldgier dahinter steckt, darüber kann man nur spekulieren.

Hier wird es am Ende zwei Lager geben, daher möchten wir hier auch gar nicht die große Diskussion starten. Zum einen bezahlt man für seine Spiele, um diese dann per GeForce NOW zu spielen, weil man aktuell keine gute Hardware hat, um diese direkt am heimischen Rechner zu zocken, und auf der anderen Seite gibt es das „Beispiel Google Stadia“ wo man für die Games noch mal extra in Tasche greifen muss. Ein Schelm wer hier Böses denkt. Wir hoffen an dieser Stelle, dass das ganze Thema mit den Publishern geklärt werden kann und das diese sich entscheiden wieder bei GeForce NOW mitzuwirken. Man kann nur hoffen das andere Publisher nicht denselben Schritt gehen.

Fazit:..

Nvidia’s GeForce NOW Streaming Dienst funktioniert besser als die der Konkurrenz. GeForce NOW bietet darüber hinaus einen kostenlosen Account zum Reinschnuppern auch sonst ist GeForce NOW aktuell sehr günstig. Ein Gründer-Account bekommt ihr für schlappe 5,49 Euro und habt in den ersten 90 Tagen sogar kostenfreien Zugang, danach werden für die 12 Monate Abo, jeden Monat eben 5,49 Euro fällig. Somit ist GeForce NOW deutlich günstiger als andere Streaming Dienste. Man muss auch keine Spiele erneut kaufen, denn man kann ganz bequem seine Steam, Uplay, Origin und weitere nutzen.

Das Gamingerlebnis mit GeForce NOW war eher positiv als negativ. Klar gab es Spiele bei denen man deutlich den Delay gespürt hat, als Beispiel wäre hier das aktuell Call of Duty Modern Warfare 2019. Wir konnten diesen Titel noch ein paar Tage testen, bevor sich Activision entschieden hat, die Spiele aus dem GeForce NOW Support zu streichen. Gerade bei schnellen Titeln kann es durch den h.264/h.265 Codec zu Artefaktmatsch kommen, dass soeht man aber auch bei Streamern, welcher auf Twitch mit schlechten Settings zu schnelle Spiele streamen. Das Ergebnis ist in etwa das gleiche. Bei Singleplayer Spielen, die nicht zu schnell sind, ist das Spielerlebnis aber perfekt und dank RTX Support, kann man auch Spiele auch mal ganz anders erleben, denn nicht jeder hat RTX fähige Hardware Zuhause verbaut.

Wir hoffen das sich GeForce NOW weiter durchsetzen wird und das die drei Publisher wieder zurückkehren werden und das viele weitere Spiele supported werden, denn aktuell gibt es doch noch viele Spiele die man nicht Spielen kann. Wir haben aktuell rund 3200 Spiele im Steam-Account und haben selbstverständlich viele Titel dabei, die aktuell noch nicht supported werden. Hier heißt es also stay tuned.

Kurz gesagt, faires Preismodell, solide Performance, besser als die Konkurrenz

Pro:..
+ Für jeden zugänglich
+ kostenloser Account möglich
+ Aktuell günstiger Gründer-Account
+ Spiele deine Bibliothek
+ Support von diversen Launchern
+ Streamingqualität Einstellbar
+ Immer mehr Spiele werden hinzugefügt

Con:..
– Kann stocken (eher selten)
– Bei sehr schnellen Games ist der Delay spürbar
– 3 Publisher sind gegangen

Patrick
Nun bin ich knapp 5 Jahre bei game2gether als Redakteur tätig und berichte über aktuelle Spiele und teste diese auch. Die Projektleitung teile ich mir mit meiner Kollegin Kathrin. Mein Hauptaufgabenbereich ist hier die Hardware-Redaktion und das PR-Managment. Online erkennt man mich unter dem Pseudonym "eXilitY" oder RaketenJohnny.