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Posted 14. Mai 2013 by Christoph in Hardwarereviews
 
 

Testbericht: Apitek CarCamcorder X-mini

Aiptek-Car-Camcorder-X-mini
Aiptek-Car-Camcorder-X-mini

CarCamcorder, also kleine Kameras für das Auto, zählen zu der Art von Gadgets, mit denen man durchaus viel Spaß haben kann. Auf Videoplattformen wie Youtube und Co. tummeln sich seit vielen Monaten zahlreiche Videos, die kuriose Szenen aus dem Verkehrsalltag zeigen und uns oft zum Schmunzeln bringen. Neben dem Spaßfaktor sind die Kameras aber auch durchaus nützlich, z.B. dann, wenn man brenzlige Situationen oder gar Unfälle dokumentieren und so zur Aufklärung beisteuern kann.

In diese Nische schlägt Aiptek mit dem CarCamcorder X-mini, das wird schon beim einleitenden Satz der Werbung deutlich:

Lückenlose Aufklärung: Aipteks „Car Camcorder X-mini“ sichert das Straßengeschehen während der Autofahrt automatisch in HD / Mit G-Sensor und LED-Licht zeichnet sie Unfälle auf / Der eingebaute Akku und die Bewegungserkennung schützen auch das parkende Fahrzeug

Die Randdaten des X-mini lesen sich ganz fein:

  • Aufzeichnung in 1080p FullHD oder 720p HD-Ready
  • Steckplatzerweiterung durch micro-SDHC bis zu 32 GB
  • 128° Weitwinkel Linse
  • Notfallaufnahme
  • Automatische Aufnahme durch integrierten G-Sensor
  • Fotofunktion (5 Megapixel)
  • 6″ LCD Display
  • Integrierte Lautsprecher und Mikrofon

Im Lieferumfang bedindet sich fast alles, was man zum Starten benötigt. Deshalb nur fast, weil man eine Speicherkarte separat erwerben muss. Diese ist zwingend notwenig, da der X-mini keinen integrierten Speicher besitzt. Allerdings gibt es mittlerweile ja micro SD Karten schon sehr günstig, von daher muss man zwar ein paar Euro mehr einplanen, aber die Kosten halten sich eben in Grenzen. Neben dem eigentlichen CarCamcorder liegt dem Paket ein Saugnapf für die Montage an der Frontscheibe bei, außerdem ein Ladekabel (12V Zigarettenanzünder) und eine CD mit den üblichen PDFs.

Am CarCamcorder selbst befinden sich 2 Möglichkeiten zur Befestigung am Saugnapf. Gut, dass es sich hier um das standardisierte 1/4 Zoll Gewinde handelt, was man von Fotostativen her kennt. Somit passt das Gerät auch auf alle möglichen sonstigen Schraubgewinde, falls man darauf angewiesen sein sollte. Was uns ebenfalls gefällt: Sowohl an Ober-, als auch an der Unterseite befindet sich ein Gewinde, so dass man den X-mini ziemlich flexibel handhaben kann. Das bedeutet, dass man die Kamera sowohl hängend, als auch stehend gleichermaßen betreiben kann.

Neben dem Kameraobjektiv befindet sich an der Frontseite eine kleine LED Leuchte, mit der man in Dunkelheit die Umgebung etwas ausleuchten kann. Im reinen Fahrbetrieb macht diese keinen Sinn, da sich der geworfene Lichtkegel in der Scheibe wiederspiegelt und man die Aufnahme somit knicken kann. Sinnvoll ist der Einsatz der LED eben dann, wenn man mit der Kamera andersweitig unterwegs ist, um z.B. in Dunkelheit etwas filmen oder fotografieren zu wollen.

Der integrierte Akku ist ein  Lithium-Polymer-Akku und benötigt zur vollständigen Ladung etwa 60 Minuten. Im vollgetankten Zustand ermöglicht dieser den Betrieb von rund 45 Minuten. Das ist recht wenig, wäre da nicht das beiliegende Ladekabel. Praktisch ist die Kabellänge mit satten 3,5m Länge, so dass man das Kabel niemals auf zug hat und die Kabelführung gediegen an der Armatur verlegen kann. Die kurze Akkudauer führt aber eigentlich zwangsweise dazu, dass man das Ladekabel immer im Auto mitführen muss, sonst wird man wenig Freude am Gerät haben.

Auf der Rückseite nimmt das Display den Löwenanteil an Platz ein. Mit 6″ Durchmesser weist das LCD Display eine Auflösung von 480 x 234 Pixel auf. Darunter befinden sich 4 Tasten mit gutem Druckpunkt: Zurück, Hoch, Runter und OK. Mit diesen Knöpfen navigieren wir durch das übersichtliche Menü, löschen Daten oder kümmern uns um die Grundeinstellungen wie Uhrzeit und Aufnahmemodus.

Zur Linken befindet sich der Slot für die micro SD Karte, darunter liegt der quadratische Ein-Aus-Schalter. Hochgefahren – und damit direkt auch einsatzbereit – ist die Kamera übrigens in genau 2,8 Sekunden. Auf der rechten Außenseite liegen die beiden Verbindungsstecker für HDMI (Ausgang) und der Mini USB Platz zur Verbindung an den PC. Der weiter unten liegende Reset-Knopf ist selbsterklärend.

Mit einem Eigengewicht von 115 Gramm ist der X-mini ein kleines Fliegengewicht. Die Montage im Auto ist problemlos und wir hatten die Kamera in wenigen Minuten einsatzbereit. Eine Aufnahme findet ihr weiter unten in unserem Video. 10 Minuten Fahrt an der Mosel entlang bei Koblenz bis hin zur Lahn:

Im Video sieht man deutlich, dass die Kamera ein Weitwinkelobjektiv nutzt, mit 128° ist dieses auch gut bemessen und zeigt das gesamte Spektrum, was sich vor der Motorhaube abspielt. Obwohl das integrierte Mikrofon zur Übersteuerung neigt, klingen Motorgeräusche angenehm leise und fallen im Video kaum auf.

Mit einer 32 GB Speicherkarte kann man knapp 8h Videomaterial aufzeichnen

Die fertigen Videos werden im MOV-Format gespeichert, Fotos als JPG. Damit sind sie in jedem Falle für eine weitere Verarbeitung am PC geeignet und man spart sich lästiges Konvertieren von exotischen Formaten. Die Verbindung zum PC hat übrigens ihre Tücken. Während die Kamera unter Windows XP und 7 in der 32bit Variante problemlos als Massenspeicher erkannt wurden, verweigerte das Gerät jegliche Dienste unter Windows 7 64bit. Hier half weder das Wechseln des USB Steckplatzes am PC, noch sonst ein alternativer Weg, es ging schlichtweg nicht. Aiptek bietet auch keinerlei Treiber an, so dass man im Falle eines 64bit Betriebssystems auf einen Kartenleseadapter zurückgreifen muss.

Fotos und Videos werden in getrennte Ordner abgelegt, wobei sich die Videodaten bei der Endlosaufnahme splitten, nach 200MB Dateigröße folgt der Cut und die nächste Datei wird angelegt.

Wozu wir hier keine Aussage treffen können, ist die Notfallaufnahme. Verständlich, denn dieses Feature bezieht sich auf Unfälle und demnach mag man es uns verzeihen, wenn wir sogar glücklich darüber sind, dass wir nicht in den „Genuss“ dieses Vorteils des X-mini kamen. Im Prinzip geht es aber darum, dass sich die Kamera durch den integrierten G-Sensor selbstständig aktiviert und die Gefahrensituation automatisch aufzeichnet. Wir vertrauen an dieser Stelle dem Hersteller Aiptek einfach mal und hoffen, dass möglichst wenige Benutzer dieses Element benötigen werden.

Sieht man sich die entstandenen Videos an, so wird schnell klar, dass die Aufnahmen nicht der höchstmöglichen Qualität entsprechen. Gerade bei Bewegungen fällt eine Unschärfe auf, die durch ungünstige Lichtverhältnisse (direkte Sonneneinstrahlung / zu wenig Licht im Tunnel) noch mehr zum Tragen kommt. Für die Aufnahme zwischendurch ist das Bild jedoch im Gesamten gut und vor allen Dingen dienlich, denn in jedem Falle kann man die nötigen Details alle problemlos erkennen und wären im Falle eines Falles auch klar ersichtlich. Aiptek setzt den Fokus auf die Dokumentation von Gefahrensituationen und hierfür reicht die Qualität allemal aus.

 

Fazit

G2G_Silber_AwardDer CarCamcorder X-mini von Aiptek tut, was er soll und das auch noch unkompliziert und einfach zu bedienen. Es wäre in der Tat völlig egal, ob man einen Fahranfänger oder einen betagten Senior an das Gerät setzen würde, beiden Typen Autofahrer könnten die Kamera leicht bedienen. Die schnelle Startzeit und die sinnvollen Funktionen könnten den X-mini tatsächlich zu einem wertvollen Begleiter machen. Wir haben zwar keine Statistiken zur Hand, aber im Falle eines Unfalls liefert der CarCamcorder vielleicht essentielle Videobeweise und kann so zur Aufklärung beisteuern. Der Umfang des Pakets ist ausreichend und die Erstinstallation ist mit wenigen Handgriffen abgeschlossen. Dank des flexiblen Saugnapfes und der Einstellungsmöglichkeiten kann die Kamera nahezu überall angebracht werden und zeichnet mit nur einem Knopfdruck alles vor der Linse auf. Abzug gibt es durch die Unschärfe bei Bewegungen, bei suboptimalen Lichtverhältnissen und durch die geringe Akkuleistung. Alles in allem ist der Aiptek CarCamcorder eine feine Sache und sorgt mit den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gleichermaßen für Spaß und Sicherheit.


Christoph

 
Christoph
Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur