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Just Dance 2015 – Test / Review

 

 
Zusammenfassung
 

Spielname:
 
Publisher:
 
Developer:
 
Plattform: , , , , ,
 
Genre: ,
 
Altersfreigabe:
 
Release:
 
Gameplay
86%


 
Story
0%


 
Sound
85%


 
Grafik
74%


 
Spielzeit
87%


 
Multiplayer
96%


 
Total
86%


 
Total Score
73%


User Rating
1 total rating

 

Positives


viele Spielmodi, ansprechende Trackliste, viele neue Moves, spaßige Teameinlagen, saubere Umsetzung der Bewegungen mittels Kamera

Negatives


grafisch nichts neues, zu starker Fokus auf Online-Elemente


0
Posted 21. Oktober 2014 by

Der eine mag sie, der andere kann mit ihnen gar nichts anfangen. Wir meinen natürlich Tanz- und Rhythmusspiele, die den Couchpotato zum Tanzbeinschwinger werden lassen. Die erfolgreichste Tanzspielmarke bekommt mit Just Dance 2015 eine Frischekur spendiert und für uns war das Anlass genug, uns auf die virtuelle Bühne zu schwingen.

Launch Trailer

 

Just Dance 2015 erscheint am 23. Oktober 2014 für Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One, Wii und Wii U. Das Spiel benötigt für alle Konsolen die jeweilige Kamera des Systems, für die vergangene Generation teilweise auch die entsprechenden Bewegungscontroller (Move, Wiimote). Unsere Rezension bezieht sich auf die Spielversion für Xbox One.

Fans und Anhänger von Musikspielen sind vielleicht nicht besonders stark unter den Zockern vertreten, aber sie zählen zur treusten Schicht aller Videospieler. Im Hinblick auf den Anspruch, den wir (ja, wir, denn ich zähle mich bekennend dazu) haben, müssten uns Publisher und Entwickler ziemlich dankbar sein. Uns muss man nicht im Rekordtempo neue Supergrafiken, riesige Spielwelten und kinoreife Action präsentieren. Nein, bei uns heißt es da schon viel eher: Packt ins Spiel einfach neue Tracks und die Sache läuft. Vielleicht dürfen es noch ein paar modifizierte Spielmodi sein, aber bitte bloß nichts grundsätzlich neues. Denn das Spielprinzip funktioniert seit Jahren ohne großartige Änderungen. Bei SingStar tut es das, bei Guitar Hero und Rockband tat es das bis zum Einstampfen der Serie – und bei Just Dance klappt es eben auch. Denn der Name ist schlicht und einfach auch Programm: Es wird getanzt. Auf Wunsch auch noch gesungen, denn ein Karaoke Modus wird gleich mitgeliefert.

Alles, was man dazu braucht, ist die Konsole mit entsprechender Kamera. Dem Controller gönnen wir die komplette Spielsession über die verdiente Pause, alles wird mittels Handgesten und der Kamera gesteuert. Menüs, Songauswahl, völlig egal: Mit einem Wisch wird geblättert und bestätigt. Das Intro empfängt uns mit einem Feuerwerk an Farb- und Blitzlichteffekten und zeigt jede Menge Menschen, die anscheinend viel Spaß dabei haben, mit ihren Hüften in Just Dance 2015 zu wackeln. Gestyle Models, waschbrettbäuchige Kerle und kein Tropfen Schweiß. Schon nach 10 Sekunden des Einstiegsfilmes ist mir klar, dass diese bewegten Bilder eine blanke Lüge sind. Ich werde schwitzen, meine Mitspieler werden es und jeder Spieler da draußen wird es.

Das Wichtigste für ein neues Spiel in diesem Genre ist oben genannte Titelauswahl. Just Dance 2015 geht mit über 40 Songs (Trackliste) keinerlei Kompromisse ein und bietet ein breit gefächertes Repertoire an. Von aktuellen Charthits, angefangen bei dem omnipräsenten „Happy“ (Pharrell Williams), über 80er Jahre Pop ala „Holding Out For A Hero“ (Bonnie Tyler) bis hin zu Spaß-Songs im Stile von „Mahna Mahna“ (Frankie Bostello) bietet die Tracklist für Jung und Alt gleichermaßen Spaß mit hohem Wiedererkennungswert. Und im Grunde war es das für den Einzelspieler. Man sucht sich seinen favorisierten Track aus und tanzt bekanntlich möglichst synchron die unten rechts einlaufenden Bewegungen nach.

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Im Solo Modus hat der Spieler die komplette Bühne für sich

 

Für mich ist Just Dance aber nie ein Spiel gewesen, das ich alleine daheim spiele. Viel eher hat es den Namen eines waschechten Partyspiels, frei nach dem Motto: Je mehr Mitspieler, umso besser. Zu Zweit ist es schon eine Gaudi, zu Viert aber scheint sich der Spaßfaktor gleich mehrfach zu multiplizieren. Man muss daheim nur für Platz sorgen, damit die Kamera auch alle Spieler zuverlässig verfolgen kann. Als Maß dienen die ausgestreckten Arme als Grundfläche. Für Xbox One wird die Spieleranzahl sogar auf 6 erhöht, online auf satte 8. In Worten, Acht. Das ist gut gemeint von Ubisoft, scheitert aber wohl nicht nur bei uns an der Praxis. Um mit 8 Leuten zeitgleich Just Dance 2015 spielen zu können, benötigt man 1. enorm viel Platz und 2. einen Beamer oder extrem großen Fernseher, damit die Spieler aufgrund des Abstands zum TV noch etwas vom Spiel erkennen können. Ansonsten artet es in purem Chaos aus. Das kann mitunter sehr amüsant sein, schießt letztlich aber am Spielziel vorbei. Also haben wir uns auf Partien mit 2 und 4 Spielern bevorzugt ausgepowert und das klappte dann auch immer anstandslos gut. Die Kinect Kamera hat alle Mitspieler zu jedem Zeitpunkt im Blick gehabt und Bewegungen sauber aufgenommen.

Bei den Choreographien hat man einen Mix aus bekannten und neuen Moves ins Spiel gebracht. Wer schon zu den  vergangenen Just Dance Spielen gezappelt hat, wird sich schnell zurecht finden. Neueinsteiger sind anfangs überfordert, finden aber mit etwas Rhythmusgefühl und einer Brise Repitation schnell ins Spiel. Bei Duetten und generell im Multiplayer wurde mehr Fokus auf Gruppenaktivitäten gelegt und das ist gleichermaßen abwechslungsreicher, aber auch einen Hauch anspruchsvoller. Bewegungen, wie etwa sich rückwärts in die Arme des Mitspielers fallen zu lassen, sind ungewohnt, aber bereits im zweiten Anlauf fiebert man solchen Moves schon fast entgegen.

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Die Choreos im 2-Spieler Modus sind längst nicht mehr so statisch wie früher

 

Bei der Auswahl an Spielmodi hat sich Ubisoft nicht lumpen lassen. Im letzten Jahr wurde erstmals eine Onlinefunktion eingepflegt und Just Dance 2015 baut diese Funktion enorm aus. Zum Testzeitpunkt waren diese Features noch nicht spielbar, da der Release erst am 23.10. ist. Aber wenn das alles so klappt, wie Ubisoft es verspricht, dann deutet es auf eine Menge Spaß mit Spielern weltweit hin. Die Funktionen für den Online-Multiplayer fassen wir zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle nochmals explizit auf.

Nenneswert ist beispielsweise das Community Remix Feature. Wer sich für besonders begnadet hält, kann seine Performance filmen und das Video der Spielerschaft online zur Verfügung stellen. Quasi als eine Art Coach, Detlef D! Soost wäre vermutlich nicht immer mit meiner Leistung einverstanden gewesen. In einem Voting können dann andere Spieler Punkte verteilen und so wird letztlich ein Remix aus allen gewählten Tänzern zum jeweiligen Song daraus gemixt.

Keinen Tanzpartner daheim? Macht nichts, dank nahtloser Onlineanbindung kann jederzeit ein Mitspieler in den Weiten des Spieleruniversums gefunden werden und man performt dann eben an getrennten Bildschirmen daheim. Für Mitspieler auf der Freundesliste dürfen die Challenges sogar asynchron gespielt werden: Ist der Mitspieler gerade nicht an der Konsole, wird das Video aufgezeichnet und der Freund enthält beim nächsten Spielstart eine entsprechende Meldung.

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„Tetris“ von Dancing Bros. bietet abgefahrene Team-Moves

 

Während des Songs läuft natürlich die Kamera die ganze Zeit und filmt das Geschehen mit. Sie überträgt also nicht nur die Bewegungen, sondern speichert das komplette Video. Der Sinn ist natürlich, dass man am Schluss einen kurzen Clip der Performance gezeigt bekommt. Auch ein Upload auf Facebook ist möglich. Und außerdem wird das Video für oben erwähnte Onlinefunktionen benötigt. Im Zeitalter, wo der Datenschutz eine neue Dimension erfährt, ist das ein sicherlich nicht ganz unkritischer Aspekt des Spiels. An dieser Stelle sei aber zur Entwarnung erwähnt, dass sich die Speicherfunktion komplett deaktivieren lässt. Es ginge auch nicht anders, sonst kämen Spieler mit langsamer Internetverbindung mit der Masse an Videomaterial ja gar nicht mehr mit dem Upload hinterher. Die abschließend gezeigten Clips haben übrigens eine gute Qualität und laufen stets flüssig ab.

Eine weitere Neuerung: Just Dance 2015 hat eine App spendiert bekommen. Dieser neue Trend der mobilen Begleiter hat also auch in ein Tanzspiel seinen Einzug gehalten. Ob man es braucht oder nicht, lassen wir an dieser Stelle offen, denn das ist Geschmackssache. Eine nette Geste ist es allemal, denn in seinen Grundfunktionen ist die App zunächst völlig gratis. Funktionieren tut das mit dem Smartphone dann so: Nachdem die App installiert wurde (Link für Android / Link für iOS), verbindet man das Smartphone mit dem Bildschirm, surfte die Spielseite an und kann loslegen. Das Smartphone fungiert dabei als Kamera und zeichnet die Moves des Spielers auf. Der Clou ist, dass es keine Maximalanzahl an Mitspielern gibt. Auch hier gibt es natürlich die Teilen-Funktion via Social Media und ein paar nette Statistiken. Wer Spaß an der App hat, der wird früher oder später nicht um die obligatorischen ingame Käufe herumkommen, im Falle von Just Dance 2015 natürlich in Form von neuen Tracks. Abhilfe schafft hier der VIP Pass, mit dem es dann regelmäßig Nachschub an neuen Songs gibt. Technisch klappt die Free-Version ohne Probleme, wir haben die Android-Version auf dem OnePlus One mit Android 4.4.4 getestet. Benötigt wird allerdings nur Android 2.3 aufwärts, man kann also auch mit älteren Geräten seinen mobilen Tanzspaß haben.

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Mit der App (iOS & Android) geht der Tanzspaß auch mobil weiter

 

 

Fazit

Der Name ist Programm, es wird getanzt, bis der Schweiß in Strömen fließt. Just Dance 2015 bietet viel Bekanntes, aber auch einige neue Features. Den größten Fokus legte man augenscheinlich auf die reichhaltigen Online-Funktionen, die in ihrem Umfang stark zugenommen haben. An jeder Ecke kann geteilt und hochgeladen werden. Wer sich ausgiebig in der Just Dance Community austoben möchte oder Facebook sein zweites Zuhause nennt, für den ist das sicherlich ein echter Mehrwert. Gleichwohl dürfte die Anbindung auch Einzelspieler aus ihren Löchern locken, denn es war wohl nie einfacher gewesen, auf die Schnelle einen Tanzpartner im Web zu finden. Für Freunde des Datenschutzes sei nochmals erwähnt: Auf Wunsch lassen sich diverse Funktionen einfach deaktivieren und man muss sich keine Sorgen darum machen, dass die privaten, manchmal wohl auch etwas peinlichen, Videos auf irgendeinem Server gespeichert werden.

Besonders der Koop hat es uns angetant, die neuen Team Moves und Choreographien machen alle richtig viel Spaß und sitzen schon im zweiten Anlauf fast perfekt. Der lokale Multiplayer  ist unserer Meinung nach auch irgendwie das Herzstück von Just Dance 2015, denn es gibt wenige Partyspiele, die einen solch hohen Spaßfaktor besitzen wie die Just Dance Serie. Von traditionellen Tanzeinlagen bis hin zu wahnwitzigen Teamaktionen ist alles geboten und gerade in einer geselligen Runde kann man viele lustige Stunden gemeinsam verbringen. Die neue App ist ein logischer Schritt in Richtung Modernisierung und sie bietet ein nettes, wenn auch in der kostenlosen Version funktionsarmes, Feature für unterwegs.

Fest steht: Just Dance 2015 ist auch weiterhin der Platzhirsch unter den Tanzspielen.

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Christoph

 
Christoph
Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur


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