WRC 6 – Test / Review

    Der neue Ableger der World Rally Championchip ist nun seit ein paar Tagen erhältlich, doch wie herausfordernd und realistisch lässt es sich im Vergleich zum echten Leben fahren? Denn schließlich ist WRC6 ein offizielles FIA lizenziertes Spiel, da kann man doch einiges erwarten, oder doch nicht? Wir werden dies nun für euch herausfinden.

    Doch ist dann alles neu, was glänzt?

    Beim neuen Ableger WRC 6 merkt man auf den ersten Blick durchaus, an welchen Bereichen „Kylotonn Games“ Verbesserungen vorgenommen hat, auch wenn man dies nicht in allen Bereichen direkt sieht. Was aber feststeht, ist die Tatsache, dass man sich hier viele Dinge zu Herzen genommen hat, die im Vorgänger eher missraten sind.

    Kommen wir zum Menudesign, optisch hat sich hier im Großen und Ganzen nicht viel verändert. Auch wenn man hier etwas mehr in Richtung Funktion über Design umgestaltet hat, muss man sagen, dass alles etwas übersichtlicher ausschaut im Vergleich zum Vorgänger. Nicht unbedingt ein Augenschmaus, aber dennoch leicht zu verstehen und es lässt sich schnell navigieren.

    Einer der größten Kritikpunkte in WRC5 war der Streckenaufbau, die Spieler bemängelten, dass die Strecken zu leicht zu fahren sind, da sie viel zu breit gestaltet wurden, hier hat mit einer der größten Änderungen stattgefunden, denn hier hat der Entwickler ordentlich gepfeilt. Im Direkt-Vergleich bei einigen Strecken zwischen WRC 5 und WRC 6 erkennt man manche Strecken kaum wieder. Man hat sich die Worte der Spieler zu Herzen genommen und hat die Strecken knackiger und enger gestaltet, damit man hier eine größere Herausforderung vor sich hat. Doch das ist nicht alles, was letzten Endes verändert wurde, man hat auch die Fahrzeuge und deren Fahrverhalten umgestaltet, um alles ein wenig mehr in Richtung Simulation zu drängen, doch hier sollte man vom Simulationsaspekt aus gesehen nun kein Dirt Rally erwarten. Doch man merkt deutlich, dass man hier weniger Arcade hat als im Vorgänger und das belebt den ganzen Spielspaß. Man kann auch schnell in Frust verfallen, da einige Passagen sehr knackig zu fahren sind und es sich ohne Fahrhilfen stellenweise schwierig gestalten lässt, eine perfekte Runde ohne Strafzeiten zu absolvieren. Aber das Frustpotenzial ist deutlich geringer als beim Spiel Dirt Rally.

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    Beim Karrieremodus hat sich wenig verändert und er spiegelt den üblichen Werdegang eines Rallyefahrers dar. Dies ist wie üblich der Start in der kleinsten Rallyeklasse, im Fall von WRC6 die WRC Junior Klasse, hier steigert man sich dann nach und nach durch die WRC2 bis hin zur größten Klasse der WRC. Auch üblich wie in anderen Spielen, werdet ihr hier Verträge mit Teams abschließen, die auch gewisse Ergebnisse von euch als Fahrer fordern. Doch welches Team ihr am Ende wählt, spielt leider kaum eine Rolle, denn es zählen nur die Zeiten, die ihr am Ende herausfahrt. Der Karrieremodus ist daher ziemlich spartanisch gestaltet, man fährt hier eine Etappe nach der anderen und das war es auch schon.

    Es wurde vieles nachgebessert, doch man sollte nicht ein komplett anderes Spiel erwarten. Die Performance in den einzelnen Rennen ist deutlich besser geworden, aber grafisch wirkt das Spiel nicht ganz zeitgemäß. Auch die Physik ist an manchen Stellen sehr fragwürdig, so ist es uns passiert, frontal gegen eine kleine Zaunabsperrung zu krachen und der Zaun blieb einfach unbeeindruckt stehen. Als wir dann aber im Drift um die Kurve fahren wollten und mit dem Heck den Zaun leicht berührten, fiel dieser allerdings um. Frameprobleme hatten wir bisher keine feststellen können.

    Doch fernab von Grafik und Physik wurde hier und da ja einiges nachgebessert, so sind die Pop-Ups auf der Strecke bei weiten nicht mehr so nervig wie im Vorgänger. Die Umgebungsgrafik ist recht solide geworden, auch wenn man leichte Schwächen bei Nebel und Schnee feststellt.

    Eine sehr positive Änderung ist hingegen der Schaden, den der Bolide bekommen kann, denn hier gibt es keine zufälligen Schäden mehr, die man einfach bekommt, weil man auf der Strecke ist. Nein hier ist es nun so, dass man wirklich nur dann Schaden am Fahrzeug bekommt, wenn man etwas rammt oder aber zu hart in jeder Kurve anbremst, oder man über etwas größere Steine brettert. Hier und da leidet dann das Fahrwerk oder die Reifen an der brachialen und aggressiven Fahrweise.

    Kommen wir nun zur KI in WRC6, doch Moment mal, welche KI eigentlich, schließlich finden Rallyerennen ja auf Etappen statt, die man quasi alleine absolviert. Ja das ist schon richtig, aber auch hier fährt man ja um Bestzeiten und diese sind manchmal sehr fragwürdig gestaltet.

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    Hier wird nach einem Schema gearbeitet, die Gegner passen sich zum einen eurer Leistung an und zum anderen spielen die Missionsziele eine große Rolle. Denn gibt es eine Etappe, wo ihr Dritter oder Vierter werden sollt, werdet ihr dies auch, egal ob ihr wie ein Gott über die Piste jagt oder hier und da ein paar Fehler gemacht habt. Dies ist doch schon sehr ernüchternd und nimmt dem einen oder anderen spätestens da auch ein wenig den Fahrspaß. Hier kann man sich nur wünschen, dass man hier mit einem Patch etwas nachbessern wird. Denn wozu soll ich perfekt fahren, wenn ich am Ende eh die Position erfahre, die als Minimum gefordert wird.

    Somit kann man sagen, dass die Kampagne recht wenig zu bieten hat, auch wenn man hier wie in der echten WRC den gleichen und exakten Rennkalender absolviert, ist es sehr stumpf einfach ohne Besonderheiten die einzelnen Etappen abzufahren und möglichst zu gewinnen. Aber es gibt natürlich auch noch den Multiplayer und andere Spielmodi, die ihr fahren könnt. Und hier ist durchaus etwas Interessantes dabei.

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    Im Multiplayer könnt ihr sowohl synchrone als auch asynchrone Modi bestreiten und könnt eure Ergebnisse am Ende noch in eine Topliste hochladen. um sie mit anderen Fahrer weltweit zu vergleichen.

    Es gibt tolle und spannende Driftrennen, in dem ihr euer Geschick mit der Handbremse auf die Probe stellen könnt, doch jeder Abstecher von der Strecke gibt saftige Minuspunkte. Aber in jedem Fall eine Mordsgaudi.

    Der synchrone Modus ermöglicht es euch direkt mit anderen gleichzeitig die Etappen zu fahren, allerdings seht ihr eure Gegner nur als Geister, sonst wäre das Ganze auch schwer zu gestalten, da die Strecken kaum breit genug sind, um andere Fahrzeuge zu überholen, aber hier kriegt ihr direkt vermittelt, wie gut oder schlecht ihr fahrt.

    Dann gibt es noch einen offline Multiplayer, in dem ihr mit euren Freunden an einem PC oder an der Konsole über einen Fernseher im Splitscreen über die Piste jagen könnt. In unserem Fall haben wir das auf einem 60″ Fernseher getestet und es hat höllischen Spaß gemacht. Bei kleinen Fernsehern ist dies aber eventuell schon wieder ganz anders. Man sollte also nicht zwingend auf einem 32″ Fernseher oder 24″ TFT den Splitscreen spielen.

    Nun kommt vor dem Fazit noch ein echter Knaller, denn es wird bald einen eSports WRC Modi geben, in dem die Rennen jeweils an den Tagen wie die echte WRC stattfinden und man an einem Wettbewerb teilnehmen kann. Das Beste daran ist, der beste Fahrer gewinnt am Ende nicht nur im Spiel die Meisterschaft, sondern bekommt einen Hyundai i20 im Wert von knapp 20.000 Euro. Also wenn das kein Grund ist zu üben, doch es sei gesagt, die Konkurrenz ist groß.

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    Tja, da sind wir auch schon beim Fazit angekommen. WRC 6 ist in jedem Fall eine recht gut gelungene Weiterentwicklung im Vergleich zum Vorgänger, auch wenn es hier und da immer noch kleine Schwächen und Krankheiten parat hält. Die Strecken sind knackiger gestaltet und lassen sich schwerer fahren als vorher in WRC5 und das ist auch gut so, denn in WRC5 war es keine Herausforderung die Strecken zu meistern. Auch hat man ein wenig das Fahrverhalten in Richtung Simulation gedrückt, was nicht verkehrt ist, allerdings hält sich diese Veränderung in Grenzen.

    Technisch gerade im Bereich Grafik und Physik ist noch reichlich Luft nach oben, wobei die Physik hier das größere Problem darstellt.

    Die KI braucht dringend eine Überarbeitung, denn bei manchen Rennen weiß man vorher schon, welche Platzierung man wohl am Ende einnehmen wird, und das nimmt einem deutlich zu viel den Spielspaß.

    Aber fernab von einigen negativen Aspekten, macht WRC6 doch vieles richtig und vor allen Dingen besser. Man kann durchaus sehr viel Spaß haben, wenn man auf der Strecke ist und der recht gelungene Multiplayer rundet den vorhandenen Spielspaß noch ein wenig ab.

    Wir bedanken uns bei bigben interactive für das Pressemuster zu WRC 6! [PC]

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    Patrick Heinemann
    Nun bin ich knapp über zwei Jahre bei Game2Gether als Redakteur tätig und berichte über aktuelle Spiele und teste diese auch. Doch nun hat sich mein Aufgabenspektrum erweitert und somit leite ich mit meiner Kollegin Kathrin das Projekt. Des Weiteren kümmere ich mich auch um PR-Angelegenheiten. Zukünftig werde ich noch die Hardware-Redaktion leiten. Hoffen wir auf ein schönes Jahr 2017. Online treibe ich mein Unwesen unter dem Pseudonym "[DDoS]Dr. Radical, eXilitY oder gerne mal auch als RaketenJohnny"