Warhammer: Vermintide 2 – Test

    Mit Warhammer: Vermintide 2 geht der spaßige Koop-Shooter in die zweite Runde. Und das ist gut so, wie unser Test zeigt.

     

     

    Dieser Test basiert auf der Spielversion für Playstation 4, die erst kürzlich an den Start ging. Warhammer: Vermintide 2 ist für PC und Xbox One bereits im Laufe von 2018 erschienen. 

     

    4 Helden sollt ihr sein

    Es gibt etliche Videospiele, die im Warhammer Universum angesiedelt sind. Als jedoch Vermintide 2015 das virtuelle Licht der Welt erblickte, wusste noch niemand, dass das Spiel ein Überraschungshit werden würde. Der große Pluspunkt von Warhammer: Vermintide war der Vergleich zum Genre-Primus Left 4 Dead von Valve. Während bei der Konkurrenz ein dritter Teil seit gefühlten Ewigkeiten auf sich warten ließ (und nach wie vor auch lässt), machten Games Workshop mit dem Entwicklerteam Fatshark einfach Nägel mit Köpfen. Heraus kam damals ein kurzweiliger und spaßbringender Koop-Shooter mit bekannten Figuren und Orten aus Warhammer. Und nun, also drei Jahre später, setzt Vermintide 2 dort an, wo man aufgehört hat. Zwischenzeitlich ist von einem neuen Left 4 Dead noch immer keine Spur zu finden und so tut es richtig gut, dass Warhammer: Vermintide 2 ein deftiger Brocken geworden ist.

    Vermintide 2 setzt ziemlich genau dort an, wo Teil 1 endete. Gemeinsam mit drei weiteren Helden, die wahlweise von anderen Spielern oder von Bots gespielt werden, begebt ihr euch ins Abenteuer. Die Story ist wie so oft nur ein Mittel zum Zweck, damit man einen Grund hat, warum man sich in den kommenden Stunden durch Heerscharen an Gegnern metzelt: Die Welt Ubersreik steht am apokalyptischen Abgrund, nachdem sich dort die Chaos-Fraktion gemeinsam mit dem Rattenvolk breit gemacht haben. Und, wie könnte es anders sein, es liegt natürlich an uns, dieses Albtraum-Szenario im letzten Moment noch abzuwehren.

    Das mag im ersten Moment dumpf klingen. Dennoch schmückt das Spiel die einzelnen Figuren sehr hübsch aus, bietet jedem seine Daseinsberechtigung und unterschiedliche Motive samt Charakterzügen. In der Summe passt alles ganz hervorragend ins fantasievolle und sehr stimmige Setting. Zur Entledigung aller Pelzwesen und Widersacher bietet uns das Spiel 13 stattliche Level an, die nicht nur groß und ausschweifend sind, sondern uns auch durch die komplette Bandbreite an Burgen, Dungeons und Wälder führen. Viel Spaß und Abwechslung ist garantiert, auch wenn das Leveldesign naturgemäß sehr schlauchartig ist.

    Die 5 wählbaren Helden spiegeln dabei die genre-typischen Klassen wieder: Tank, Fernkämpfer, Magier. Neu ist, dass man jeden einzelnen Charakter auf seinem Heldenpfad völlig frei leveln darf. Dafür werden Talentpunkte benötigt, die man mit erfolgreich absolvierten Missionen dann im Talentbaum setzen kann. Vermintide 2 bietet hier erstaunlich kreative Möglichkeiten, so dass man nicht starr an eine Rolle gebunden ist. So wird auch ganz schnell aus einem Magier ein mächtiger Nahkämpfer, wenn es die Situation erfordert.

     

    Kämpfen, Looten, Kämpfen

    An das Kampfsystem aus der Ich-Perspektive muss mich sich dahingehend etwas gewöhnen, weil man 1. ziemlich oft im Nahkampf unterwegs ist und sich 2. alle Hämmer, Schwerter und Äxte recht behäbig schwingen lassen. Es ist kein „Ich drück den Trigger und mein Gegenüber ist Geschichte“. Viel eher sorgt die Verzögerung der Nahkampf-Attacken dafür, dass man schon etwas planmäßig und übersichtlich in die Kämpfe stürzen sollte. Dafür wird man mit einem schicken Treffer-Feedback umgarnt, das seine Stärke auch bei Fern- und Magieangriffen ausspielt.

    Dazu gesellen sich Blocks, Ausweichschritte und Paraden, die je nach Figur und Waffenset mit leichten Unterschieden daherkommen. Es sind mitunter nur dezente Unterschiede, die allerdings dazu führen, dass man oben genannte Talentpunkte immer wieder neu setzt, um neue Kombos auszuprobieren.

    Diese Möglichkeiten beim Charakterbuilding plus Loot, den man in allen Ecken des Spiels findet, führen dazu, dass Vermintide 2 auch nach dem Durchspielen Lust auf mehr macht. Selbst nach mehreren Durchläufen ist man nicht satt, weil es immer noch mehr zu entdecken und erforschen gibt. Das Den-Spieler-bei-der-Stange-halten ist dem Spiel jedenfalls großartig gelungen. Letztlich sorgen auch die unterschiedlichen Schweregrade dafür, dass man den Spielens nie so richtig müde wird. Beim Thema Loot ist Vermintide 2 fast schon zu gutmütig.

    Nicht nur, dass am Ende jeder der rund 20-minütigen Runden eine Kiste voller Loot auf die Spieler wartet. Unterwegs findet man ebenfalls Loot und jede absolvierte Challenge bringt noch mehr Loot. Es artet fast schon aus und man verbringt etwas zu viel Zeit mit der Sortierung. Immerhin kann man überschüssiges Zeugs dann vercraften, wodurch der Sammelwahn dann doch noch einen guten Zweck erfüllt.

    Auf der technischen Zeite bleibt Warhammer: Vermintide 2 erfreulich unauffällig. Eine Party mit vier Spielern war schnell gefüllt und es gab keine Verbindungsabbrüche. Die Ladezeiten sind human und die Menüs selbsterklärend und ordentlich geordnet. Grafisch gab es hier und da ein paar Clippingfehler bei umherfliegenden Kavadern, sonst lief alles paletti. Der Sound untermalt das Geschehen auf der Mattscheibe dynamisch passend.

     

    Fazit

    Warhammer: Vermintide 2 bringt den gleichen Spaß eines Left 4 Dead und bietet darüber hinaus noch leichtfüßige RPG-Anteile. Im Grunde ist Teil 2 ein „Größer“ und ein „Mehr“ von dem, was uns Teil 1 bereits geboten hat. Die plumpe Story wird durch ausgeschmückte Figuren gerettet, von denen jeder eigene Talentbäume besitzt. Durch das hohe Maß an Loot und die freie Gestaltung der Fähigkeiten kommt so schnell keine Langeweile auf. In der Summe ein brutaler und treibender Koop-Spaß, der nicht nur Fans des Warhammer-Universums Freude bereitet.

     

    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur