Valkyria Chronicles Remastered – Test / Review

    Valkyria Chronicles Remastered in der Europa Edition ist, wie man bereits am Namen erkennen kann, die Neuauflage des Strategiespiels aus Fernost. Wie uns der frische Aufguss gefallen hat, das könnt ihr hier in unserem Test nachlesen.

     

    Asiatische Spiele haben hier in Europa auf dem Konsolenmarkt einen schweren Stand. Mit Valkyria Chronicles bewies Sega vor rund 8 Jahren aber, dass man ein sehr kluges und ausgereiftes Taktikspiel durchaus breit über die hiesigen Konsolen schwemmen kann. Die nun neu aufgelegte Remastered Version ist dabei weitaus mehr, als nur eine Auffrischung:

    • Valkyria Chronicles Hauptspiel
    • alle DLCs (Hard EX Mode, Edy’s Mission, Selvaria’s Mission und Challenge of the Edy Detachment)
    • 1080p Full-HD mit 60 Frames
    • Trophäen

    Die Strategen unter uns kennen natürlich Valkyria Chronicles. Das damals für Playstation 3 erschienene Strategiespiel im Rundenmechanismus forderte selbst erfahrenen Taktikern eine ganze Menge ab und galt damals als harte Nuss.

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    Story

    Die Story ist angesiedelt im fiktiven Europa im Jahre 1935. Wir werden reingerissen in den Zweiten Europäischen Krieg, der lose auf dem realen WW II basiert. Es tobt ein erbitterter Krieg zwischen der westlichen Föderation und dem östlichen Imperium, in dem nicht nur territoriale Eroberungen anstehen, sondern auch das wertvolle Mineral Ragnite. Genau zwischen den beiden Fronten liegt der beschauliche Staat Gallia, der dank reicher Vorkomnisse von Ragnite plötzlich im Fokus des Imperiums steht.

    Mit diesen Tatsachen im Hinterkopf schlüpfen wir in die Hauptfigur des Spiels, Welkin Gunther. Dieser kehrt zurück in seine Heimat Gallia und wird mitten in den drohenden Konflikt hineingezogen. Gemeinsam mit seiner Schwester und der taffen Alicia gründet er das Squad 7 und startet damit den Freiheitskampf von Gallia gegen das Imperium.

    Die Geschichte allein für sich genommen ist fesselnd und mitreißend zugleich, da sie teils fiktiv, teils auf realen Geschehnissen basiert. Wenn das Volk der Darcsen vorgestellt wird und man plötzlich realisiert, dass diese in Anlehnung an die damaligen Juden und deren Vertreibung implementiert wurden, dann packt den Spieler schon die blanke Wut auf das Imperium und deren Gefolgschaft. Trotz aller Anspielungen muss man aber auch betonen, dass Valkyria Chronicles als Asia-Werk den für dieses Genre typischen Pathos und die Tränendrückerei zum Besten gibt.

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    Gameplay

    Wie es sich für Rundenstrategie gehört, spielt man in Valkyria Chronicles die einzelnen Spielzüge immer abwechselnd mit dem Gegner. Dabei präsentiert sich uns das Geschehen immer aus der Schräg-Hinten-Perspektive der ausgewählten Einheit. Um stets den Überblick zu haben, reicht ein Buttondruck, um in die große Übersichtskarte zu wechseln, die das bereits erkundete Areal weitläufig aufdeckt. Der Wechsel ist besonders bei Kämpfen in Stadtzentren oder engen Umgebungen wichtig, da man nur in der Übersicht auch alles im Blick hat, was hinter der nächsten Ecke an Gefahren lauern könnte.

    Vor jedem Einsatz wird man in das jeweilige Szenario eingewiesen. Man weiß also grob, welche Art von Gegnertypen auf den Spieler warten. Und genau danach sollte sich auch die Auswahl unserer Truppe richten, denn Valkyria Chronicles setzt recht eindeutig auf das Stein-Papier-Schere-Prinzip. Sprich: Jede Einheit ist besonders gut im Kampf gegen eine, hat dafür aber auch einen dicken Nachteil bei einer anderen. Das simpelste Beispiel ist wohl, dass man Einheiten mit Raketenwerfern besser gegen schwere Maschinen einsetzen sollte und weniger gegen flinke und leicht gepanzerte Fußsoldaten. Diese hingegen sind leichtes Spiel für unsere Standardaufklärer, wohingegen sie gegen Panzerungen mit den Gewehren kaum sichtbare Schäden hinterlassen.

    Und so zieht man also nach und nach seine Einheiten möglichst geschickt über die Map. Jede Truppe hat dabei eigene Aktionspunkte zur Verfügung, die für die laufende Runde eingesetzt werden können. Zuerst wird die Einheit bewegt und anschließend, sofern noch genug Punkte übrig bleiben, kann attackiert werden. Besonders reizvoll sind die Zusatzfeatures wie Artillerieangriffe oder das Stellen von Fallen.

    Das Spielsystem ist leicht zu verstehen und doch schwer zu meistern. Während man durch die ersten Missionen noch relativ locker durchmarschiert, ziehen gegnerische KI und taktische Variabilität schnell an. Und genau hier liegt ein großer Reiz in Valkyria Chronicles, denn das Spiel ist alles andere als easy going. Und mitunter geht es dem Spieler auch beim Ableben eines virtuellen Kameraden ein bisschen ans Herz, denn man ist schnell im Einklang mit den Helden von Squad 7.

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    Grafik & Sound

    Der zweite große Pluspunkt des Spiels ist seine Visualisierung. Valkyria Chronicles wurde einst liebevoll als Pastell-Spiel betitelt, was nicht von ungefähr kommt. Die sanfte Farbgebung und viele weiche Filter geben dem Spiel ein nahezu einzigartiges Flair. Dazu gesellen sich dann die teils harten und kantigen Ausdrucksformen, die einem Manga so typisch sind und obwohl man hier eigentlich von Gegensätzen sprechen müsste, harmoniert doch alles so wunderbar. Ein klein wenig wird der Spaß durch die mäßige Vertonung getrübt, die dem Spiel nicht gerecht wird. Sound und Synchronsprecher sind keinesfalls schlecht, aber sie werden eben dem hohen Standard, den Valkyria Chronicles an den Tag legt, nicht zu 100% gerecht.

     

    Fazit

    Valkyria Chronicles Remastered ist für Fans von (Runden-) Strategie ein Fest! Ab der ersten Sekunde kann man sich dem Charme des Spiels nur schwer entziehen. Am besten sollte man das erst gar nicht versuchen, sondern sich voll und ganz auf das Abenteuer rund um Squad 7 einlassen. Dann nämlich bekommt man eine mitreißende und teils sehr bewegende Geschichte erzählt und bekommt mit den taktischen Gefechten obendrein auch noch jede Menge Denksport geboten. Durch die mitgelieferten DLCs bekommt man einen beachtlichen Umfang geboten und wer damals auf der PS3 das Spiel nicht spielen konnte, der sollte spätestens jetzt zugreifen!

    Wertung 5 stern

     

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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur