The Elder Scrolls V: Skyrim Special Edition – Test / Review

    So langsam ebbt die Flut an Remastered merklich ab, da macht sich ein wahrer Riese dran, dem Ganzen nochmal Schwung zu verleihen. The Elder Scrolls V oder einfach nur kurz Skyrim ist wohl eines dieser epischen Ausnahmespiele, um die man nur schwer einen Bogen machen konnte. Wir haben uns noch einmal in die phantastische Spielwelt aufgemacht und die Skyrim Special Edition für Playstation 4 angespielt.

     

    Trotz einer Spielzeit von nunmehr über 20 Stunden mit der Skyrim Special Edition können wir tatsächlich nur von angespielt sprechen. Das Spiel bietet einen so dermaßen großen Umfang, dass wir für diese Review nicht den kompletten Durchlauf mit allen Quests machen konnten. Und wir waren auch nicht an allen Enden der Spielwelt. Auch wenn wir das per Drachen erledigen könnten? Verdammt ja, auf Drachen reiten! Daher möchten wir uns nur auf die wesentlichen Inhalte dieser überarbeiteten Version von Skyrim beschäftigen. Unseren Test der ursprünglichen Version findet ihr hier: Review Skyrim

    Schaut man noch einmal fünf Jahre zurück auf den damaligen Release von Skyrim für Playstation 3 und Xbox 360, dann bleibt die Erinnerung haften, dass das Spiel die damaligen Konsolen an den Rand des Möglichen gebracht hat. Vielleicht gab es in diesem Jahr kein anderes Spiel, wo die Differenz bei der Optik zwischen Konsole und PC so dermaßen klaffte wie hier. Und das zu einem Zeitpunkt, wo in aller Munde war, dass sich Konsolen und PC immer weiter annäherten. Skyrim war die klare Ausnahme und zauberte PC-Spielern nur ein müdes Lächeln ins Gesicht, wenn sie zu den Konsoleros rüberblickten. Einzig bei der Steuerung via Gamepad schien man als Konsolenspieler die Nase vorn zu haben, da Maus und Tastatur bzw. das ursprüngliche Buttonlayout nicht ganz optimal waren.

    Wo die PC’ler schon damals optisch eine kleine Pracht präsentiert bekamen, ist jetzt also erneut die Fraktion der Konsolenspieler dran. Und so zeigt sich Skyrim auf Playstation 4 dann jetzt auch sehr viel schöner und weicher, als noch damals auf PS4 – logisch. In erster Linie sind deutlich klarere und sauberere Texturen zu erkennen, die Wassereffekte wurden sichtlich überarbeitet und man erblickt eine ganze Menge mehr Licht- und Schatteneffekte. Weniger Treppeneffekte, weniger Artefakte, schärfere Weitsicht. Das sind nur einige Punkte, wo man für die Skyrim Special Edition den Feinschliff angesetzt hat. Beeindruckend ist in jedem Falle die ohnehin schon umwerfende Spielwelt. Während man für gewöhnlich bei Rollenspielen von Quest zu Quest rennt, lädt Skyrim wahrhaftig dazu ein, einfach ohne Ziel quer durch die Landschaft zu wandern. Skyrim schafft es sehr klug, durch Berge, Täler und weite Felder ein ungemeines Gefühl von Größe auf den Spieler einprasseln zu lassen. Hier ist die Spielwelt, hier bist du, mach was draus – so begrüßt und das Spiel in seiner ganz eigenen Form.

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    Große Bedenken hatten wir, weil die Komplett-Editionen von Spielen aus dem Hause Bethesda für Konsolen nicht immer den besten Ruf genießen. Man erinnere sich da beispielsweise an Fallout 3 und New Vegas, was seiner Zeit auf Playstation 3 nahezu unspielbar war und die Konsole regelmäßig zum Absturz brachte. In Skyrim ist uns kein einziger Absturz passiert – Juche! Es geht also doch. Obendrein läuft die ganze Geschichte auch noch bemerkenswert sauber. Bugs sind uns keine aufgefallen und selbst berüchtigte Clippingfehler, die in einer solch großen Welt voller Elemente einfach mal vorkommen, haben wir nur an einem einzigen Felsen entdeckt.

    Ein weiteres Plus dieser Version ist die Unterstützung von Mods. Natürlich ist die Auswahl noch nicht annähernd so groß wie für den PC, aber immerhin eröffnet man Konsoleros die Option, sich für Mods zu entscheiden. Vornehmlich muss man sich derzeit noch mit neuen Quests begnügen. Mods für eine verbesserte Technik wie etwa Texturen lassen derzeit noch auf sich warten. Harren wir der Dinge und warten mal ab, was die Modder dieser Welt da noch alles aus ihren Hüten zaubern werden. Hervorragend ist das Handling der Mods: Via Übersicht wählt, installiert, aktiviert oder deaktiviert seine Mods der Wahl. Das geht schnell und unkompliziert. Bedenkt aber, dass der Support für Trophäen und Achievements im Falle einer aktivierten Mods allerdings wegfällt. Man sollte in diesem Atemzuge nicht vergessen, dass Skyrim gerade wegen seiner Mods bei den Spielern auf PC auch heute noch ein sehr beliebtes RPG ist. Hoffen wir also, dass man für Konsole einen ähnlich langen Lebenszyklus erwarten darf.

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    Fazit

    Bei der Skyrim Special Edition stellt sich eine grundlegende Frage. Hat man Skyrim noch nie gespielt, dann geht sofort in den nächsten Laden und besorgt euch dieses großartige Stückchen Spielgeschichte. Aber lohnt sich auch die Anschaffung, wenn man es zum damaligen Release schon gespielt hat?

    Das muss man in der Tat für sich selbst entscheiden. Alleine die DLCs, die Unterstützung für Mods und die stark aufpolierte Optik sind sinnvolle Argumente für einen Kauf. Und jetzt, ein paar Tage nach Release, sind auch schon die ersten Patches draußen, um gröbste Schnitzer auszubügeln. Gegen eine Anschaffung spricht eigentlich nur der Preis. Skyrim wird als Vollpreistitel verkauft und dementsprechend tief müsst ihr in die Tasche greifen. Zum Glück purzeln die Preise für Spiele ja aber auch nach einiger Zeit und bis dahin stehen dann auch mehr Mods zur Verfügung.

    Wertung 5 stern

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    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur