The Crew: Calling All Units – Test / Review

    Es gibt etwas, was es in The Crew bisher noch nicht gegeben hat und das sind wilde Polizeiverfolgungsjagden, und damit meinen wir nicht die langweilige Polizei KI mit den 150PS Autos. The Crew wird mit dem DLC Calling All Units erweitert und verspricht zumindest auf den ersten Blick viel neue Action.

    Knapp zwei Jahre ist es nun her, dass The Crew auf den Markt gekommen ist, in dieser Zeit gab es schon einige kleine DLCs mit Autos, die man auch über den Season Pass bekommen hat. Darüber hinaus gab es im Jahre 2015 die erste große Erweiterung „Wild Run“ und nun knapp ein Jahr nach dem Erscheinen von Wild Run folgt prompt ein weiteres kostenpflichtiges DLC namens „Calling All Units“. Es ist echt sehr bemerkenswert, dass nach all dieser Zeit seitens Ubisoft noch ein großes DLC herauskommt. Den Umfang von Calling All Units werden wir nun überprüfen, denn dieser kostet immerhin stolze 25 Euro, und somit ist die Erwartungshaltung recht hoch angesiedelt. Für Spieler, die bisher nur das Grundspiel besitzen, ist es aber immerhin recht günstig, wenn man bedenkt, dass man das DLC „Wild Run“ inklusive hat.

    Kommen wir zunächst zur großen Neuerung bei Calling All Units. Wie schon oben geschrieben, gab es bisher keine wirklichen Polizeiverfolgungsjagden, doch genau hier kommt das neue DLC ins Spiel. In dem neuen DLC schlüpfen wir in die Rolle der Polizistin Clara Washington und können mit ihr am Steuer auf Verbrecherjagd gehen. Clara Washington bekommt eine separate Storyline spendiert, die allerdings nicht sonderlich viel bietet, denn wer hier tolle Storyelemente aus dem Basisspiel und Videosequenzen erwartet, wird an dieser Stelle bitter enttäuscht. Die Storyline bezieht sich darauf, dass man eine Reihe an Storymissionen starten kann, wo wir böse Gangmitglieder verhaften müssen, oder gegen andere Polizeiautos ein kleines Rennen bewältigen müssen. Und wie es in The Crew üblich ist, leveln wir dabei den Spielerlevel und die Tuningteile der Fahrzeuge. Allerdings gibt es pro Autokategorie nicht mal eine Handvoll Polizeimissionen, denn es gibt nur 12 Polizeimissionen, die auch noch unterteilt sind in die einzelnen Fahrzeugkategorien. Sprich, man fährt einen Geländewagen und hat mit Glück zwei Missionen, die man dann mit diesem Boliden fahren kann.

    Um alle Polizeimissionen spielen zu können, braucht man für diverse Events natürlich einen passenden Untersatz in Form von entsprechenden Tuning-Kits (Circuit, Performance, Raid etc. pp). Zur Auswahl stehen hier ganze ELF Polizeifahrzeuge, darunter ein Motorrad. Da man nun diverse Events nur mit dem passenden Untersatz freischaltet und man nicht, wie bei klassischen Autos, ein Fahrzeug kauft und dann einfach das Tuning-Kit dazunimmt, müssen wir dieses Mal direkt ein komplett neues Fahrzeug kaufen… und das wird nicht gerade günstig, wenn man sich hier die Preise anschaut, gehen die stellenweise bis über 1.000.000 Bucks. Für Pauschaltouristen in The Crew ist dies eine Menge Holz.

    Ein Ausflug, fernab von der Storyline:

    Doch was gibt es noch spannendes Neues in Calling All Units, neben den doch sehr wenigen Polizeimissionen? Die Kistenlieferungen in Bronze, Silber und Gold sind eine weitere Bereicherung von dem neuen DLC, der in der Theorie sehr spannend sein könnte. Denn auf der einen Seite gibt es Street Racer, die von Position A nach B eine Kiste ausliefern müssen, um am Ende Tuningteile zu bekommen und obendrein gibt es noch die Chance, Parts für Fahrzeuge zu bekommen, oder aber eben extra Geld, dies hat mit den Schwierigkeitsstufen Bronze, Silber und Gold zu tun. Bei Bronze liegt die Chance, einen Fahrzeugpart zu bekommen, gerade einmal bei 25%, bei Silber immerhin schon 50% und bei Gold – wie könnte es nur anders sein – ganze 75%. Doch dies ist noch keine Garantie, dass ihr am Ende einen Fahrzeugpart ergattern könnt.

    Doch wie kommen dort nun die Polizeifahrzeuge zum Einsatz? Ganz einfach, man kann sich mit dem Polizeifahrzeug in Auslieferungsfahrten anderer einlinken und den Street Racern versuchen in die Suppe zu spucken. Dank der neuen Spezialfähigkeiten, wie eine Flashbang, Beschleunigungsstopper oder einen EMP-Impuls-Schock, kann dies durchaus zu einem spanenden Duell führen. Der Street Racer hat natürlich auch Abwehrmaßnahmen, sonst wäre das Ganze ziemlich unfair. Doch leider klingt dies besser und spannender als es am Ende nun ist.

    Action gibt es stellenweise natürlich, zumindest dann, wenn das totale Verkehrschaos ausbricht. Doch leider gibt es auch gerne mal KI Polizisten, die einen an der Verfolgung hindern, weil sie ohne Sinn und Verstand nach dem Verlassen der Strecke einfach wieder auf die Straße brettern, egal ob da ein Pagani oder Lamborghini Cop mit 400km/h angeschossen kommt.

    Doch wie hindert man einen Street Racer nun genau an der Auslieferung der Fracht? Wie schon beschrieben gibt es die Spezialfähigkeiten, mit diesen müsst ihr den Street Racer verlangsamen und von der Straße drängen, um dann für ganze sieben Sekunden in seiner Nähe zu fahren, damit seine Auslieferungsfahrt fehlschlägt.

    Leider gibt es für die Spezialfähigkeiten keine direkte Zielanzeige. Man sieht zwar mögliche Ziele, aber nicht wann diese nah genug sind, damit die Attacke auch trifft. Doch mit ein paar Übungsfahrten findet man das schnell genug heraus. Denn wo wäre die Action und der Spaß, wenn einem wirklich alles angezeigt werden würde.

    In unserem Test kam es aber so gut wie nie vor, dass wir von einem Spielerpolizisten in unserer Auslieferungsfahrt gestört wurden, in neunzig Prozent der Fälle konnten wir das Ding, ganz locker und flockig dank schwächelnder KI, nach Hause fahren. Man muss hier also schon selber Hand anlegen und einfach irgendwelche Spieler in die Party einladen, mit ein wenig Glück erwischt man sogar einen Polizisten, der einem dann das Leben zur Hölle macht.

    Nachdem nun geklärt ist, dass der Polizeiinhalt nett gemeint ist, aber mit wenig Umfang glänzt, schauen wir, was es noch Neues gibt. Denn es gibt diesmal neben neuen Autos und Motorrädern auch noch eine weitere Sache, die dazu kommt. Bislang konnte man das Spielerlevel maximal auf 50 bringen, doch mit dem DLC „Calling All Units“ kann man diesen auf LvL60 erhöhen. Auch die Tuningteile für Fahrzeuge kann man von einem bisherigen Maximal-Level von 1299 auf ganze 1497 bringen. Hier könnte man sich nun denken, wo soll das ganze Enden, denn auch auf LvL50 und einem Boliden mit der Stufe 1299 waren Fahrten jenseits der 400km/h keine Sonderheit. Eigentlich sind die neuen Level, einfach nur Level, damit man das Gefühl hat, man kann etwas Neues erreichen im Spiel. Eine direkte Auswirkung auf die Fahrzeuge hat das Ganze nicht. Denn alle Tuningteile über 1299 bringen lediglich einen kleinen Beschleunigungsboni mit sich. Auch hier wieder nett gemeintes Feature, doch leider nicht vollendet.

    Natürlich kam auch ein Overall Patch mit dem Release von Calling All Units heraus. Mit diesem Patch hat man das Handling diverser Fahrzeuge verbessert. Auch das Verhalten des normalen KI-Verkehrs hat man ein wenig überarbeitet. Mit einigen Fahrzeugen hatten wir aber in bestimmten Abschnitten leichte Audiobugs, diese treten allerdings nun, knapp eine Woche nach Release, nicht mehr auf. Jedenfalls ist uns nun nach dem Wochenende nichts mehr aufgefallen, was auf einen Audiobug hinweisen könnte.

    Fazit:

    Nachdem uns vor zwei Jahren The Crew mit seiner offenen Spielwelt doch viel Freude bereitet hat und auch das erste große DLC Wild Run uns sehr viel Spaß beschert hat, müssen wir nun natürlich auch das aktuelle DLC Calling All Units bewerten.

    Doch hier sind wir uns nicht ganz sicher, einerseits macht es immer wieder Spaß durch die einzelnen Staaten zu heizen und hier und da spannende Aufträge zu erledigen, aber hier geht es ja einzig und allein um die Wertung zum DLC.

    Das neue DLC Calling All Unit wirkt nicht fertig durchdacht, es hat stellenweise viel Potenzial in den Sand gesetzt. Klar gibt es neue Storymissionen, die aber keinerlei Sequenzen haben oder sonstiges Spannendes erzählen, das ist wirklich sehr schade.

    Darüber hinaus ist der Content halt schnell ausgelutscht, denn immer wieder fahren wir Auslieferungsfahrten, die spätestens nach gefühlten vierzig Fahrten immer und immer öder werden, außer es verirrt sich doch mal ein Spieler mit einem Polizeiauto in unsere Mission. Nette kleine Gimmicks wie die Spezialfähigkeiten werten das Ganze zwar etwas auf, aber naja.

    Für 25 Euro bekommt man Calling All Units zu kaufen, was für den Umfang, welches es bietet, in unseren Augen ein wenig hoch gegriffen ist. 14,99 Euro wären ein deutlich besserer und passender Preis für das DLC. Wer allerdings noch kein The Crew besitzt, sollte sich dennoch überlegen, mal einen Blick zu riskieren, denn für knapp 50 Euro bekommt man das Basisspiel + beide DLC’s und das ist ein ziemlich fairer Preis. Und man hat mit dem Komplettpaket etliche Stunden Spielspaß.

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    Patrick Heinemann
    Nun bin ich knapp über zwei Jahre bei Game2Gether als Redakteur tätig und berichte über aktuelle Spiele und teste diese auch. Doch nun hat sich mein Aufgabenspektrum erweitert und somit leite ich mit meiner Kollegin Kathrin das Projekt. Des Weiteren kümmere ich mich auch um PR-Angelegenheiten. Zukünftig werde ich noch die Hardware-Redaktion leiten. Hoffen wir auf ein schönes Jahr 2017. Online treibe ich mein Unwesen unter dem Pseudonym "[DDoS]Dr. Radical, eXilitY oder gerne mal auch als RaketenJohnny"