STRAFE – Test / Review

    Geiler Oldschool-Shooter oder totale Katastrophe?

    Voller Vorfreude, habe ich den STRAFE Steam-Key entgegen genommen, um wieder ein wenig in einem Oldschool-Shooter zu versinken. In meiner Jugend gab es Spiele wie Doom, Duke Nukem 3D, Quake und Unreal Torunament, obwohl letzteres im Jahr 1999 herauskam und im Vergleich zu den anderen Titeln, schon recht modern war.

    Natürlich habe ich auf eine Hommage an diverse Genre-Veteranen gehofft, doch kann das Spiel STRAFE hier überzeugen?

    Wir werden wir euch, den Oldschool Pixel-Shooter testen und schauen, ob in der heutigen Zeit, Roguelike-Elemente und zufallsgenerierte Levels für einen Indietitel ausreichend sind.

    Die Story :..

    Eine Story, die ist immer interessant, doch im Spiel STRAFE werdet ihr diese ziemlich vergeblich suchen. Hier soll schließlich der Eindruck von damaligen Spielen im Vordergrund stehen, also wie ein Spiel das zum Beispiel 1996 auf den Markt gekommen ist. Damals stand der Fokus eher auf das Gameplay und nicht auf supertolle und spannende oder sogar tiefgründige Storys.

    Der Start erfolgt mit der Auswahl der Primärwaffe: Hier stehen euch eine Schrotflinte, ein Maschinengewehr und eine Railgun zur Verfügung. Wenn ihr eine Waffe ausgewählt habt, begibt ihr euch auch schon in eine zufallsgenerierte Level, die mit zahlreichen Gegnerhorden vollgestopft ist. Richtig, dass einzige Ziel ist es, sich von Level zu Level zu ballern.

    Power und Pick-ups :..

    Während man sich fröhlich durch die Monstermengen ballert, findet man immer wieder kleine Power und Pick-ups, sobald man diese in der Hand hält und quasi losballert, merkt man leider erst, was genau der Zweck dieser Power und Pick-ups ist. Denn eine Erklärung im Vorfeld gibt es hier nicht.

    Dann gibt es noch, naja nennen wir es mal den Schrott, denn wenn ihr all den anderen Kram aufsammelt, könnt ihr diesen Schrott immerhin bei speziellen Terminals gegen Munition oder Waffenupgrades eintauschen.

    Waffenupgrades :..

    Habt ihr genug Schrott gesammelt und für ein Waffenupgrade eingetauscht, kann es theoretisch ordentlich abgehen im Spiel, wenn da nicht dieser nervige Zufallsprinzip zuschlagen würde. Denn nicht immer bekommen wir ein sinnvolles Waffenupgrade, doch wenn man dann zum Beispiel, endlich das Glück hatte, seine Schrotflinte zu einem extrem starken Granatwerfer umzubauen.

    Endlich alles ohne Wenn und Aber über den Haufen ballern :..

    So schön, solch ein Waffenupgrade wie der Granatwerfer auch sein mag, die Chance so ein starkes Upgrade zu erhalten, ist schwindend gering. Gut, damit kann man theoretisch ja noch leben, wenn da nicht diese eine Kleinigkeit wäre, die den Titel „Game Over“ trägt. Denn, beißt man mal ins Gras, ist alles weg, wirklich alles. Oldschool halt, hier gibt es keine Blaupausen um sich ein erspieltes Upgrade direkt wiederzubeschaffen, nein, man fängt wieder bei Null an.

    Klar, in den ersten paar Minuten eventuell auch Stunden können die zufallsgenerierten Areale meistens noch überzeugen, doch leider tritt hier schnell der Déjà-vu Effekt ein. Schnell wird man immer wieder die gleichen Wände und Gänge sehen, dass ist sehr schade, denn es gibt wirklich keinen einzigen Schockmoment, wie ein plötzlich auftauchender Boss oder Sonstiges.

    Immerhin scheint STRAFE ein flottes Spiel zu sein, wenn da nicht die vielen Stellen wären, die einen so enorm ausbremsen, dass der ganze Playflow kaputtgemacht wird. Sicherlich kann man die Schuld den zufallsgenerierten Levels in die Schuhe schieben.

    Die Idee einen flotten Shooter auf die Beine zu stellen, war ja durchaus gegeben, wenn da wie gesagt nicht diese Ecken und Kanten und schmalen Gänge wären. Dies nimmt sehr viel von der Geschwindigkeit aus dem Spiel, denn man muss ja zudem auch noch ständig auf der Hut sein, damit man nicht einen schnellen Tod erleidet. Also heißt es auch hier, man kann sich nicht Hals über Kopf in feinster Bunny-Hopping Manier durch die Levels ballern, sondern man geht schon fast taktisch vor und huscht von der einen Ecke zur nächsten und schaut, welche Menge an Gegner man dort trifft.

    Dies führt sehr schnell zu Frustration, und man denkt sich, mach mal lieber aus und spiele morgen an der Stelle weiter. Moment mal, da war, doch was, richtig, es gibt, keine Checkpoints in dem Spiel und ein Perma-Death-System… Es ist ja nicht so, dass STRAFE einem nicht schon genug Steine in den Weg gelegt hat. Wer vorankommen will in STRAFE, der muss quasi zur Strafe an einem Stück einfach durchziehen. Was echt schade ist, denn das Spiel hat durchaus potenzial.

    Das Spiel im Spiel WHAT?! :..

    Man könnte nun meinen, dass die Entwickler keine Lust mehr hatten, ihr eigenes Spiel fertig zu programmieren. Klickt man nämlich im Menu auf den zweiten Computer, öffnet sich ein ganz klassisches DOS-Prompt-Fenster, in dem „Murderzone.exe“ eintippen kann. Hmmm, Murderzone, was das nun schon wieder zu bedeuten hat?

    Was sollen wir dazu sagen, es gibt einen weiteren Spielmodi in STRAFE, dieser fällt allerdings sehr klein und spartanisch aus. Das Ziel in der Murderzone ist schier das überleben in einer Arena. Schafft man eine Arena, geht es auch direkt in einer anderen Arena weiter. Wooow, auch wieder voll spannend.

    Fazit :..

    Schlimmer geht es bekannterweise ja immer. Zumindest im Jahr 2017 bisher ein Tiefpunkt erreicht, der seines gleichen sucht.

    Als alter Hase und Fan von Shooter-Klassikern, habe ich mich tierisch gefreut, als STRAFE angekündigt wurde. Die Freude hielt allerdings nur bis zum starten des Spiels. Der geringe Spielspaß hält im besten Fall zwei Stunden an und dann ist der Frustrationsgrad so hoch, dass man es am liebsten löschen würde.

    Viel verschenktes Potenzial, denn einen rasanten Shooter den man aber leider langsam spielen muss, damit man mit dem wenig Leben seine hart erkämpften Upgrades sichern will, ist noch so ganz das, was das Spiel im Vorfeld übermittelt hat.

    Wir hätten uns hier einen Titel gewünscht, der ohne zufallgenerierte Level entwickelt wird, um den ganzen den besonderen Pfiff zu geben. Doch so ist es einfach nur ein Shooter unter vielen, der den klassischen Look nachempfunden ist, aber leider nicht so gut gelungen ist.

    Einen Award werden wir an dieser Stelle nicht verteilen, da die nötige Wertung nicht ausreicht. Aber wir vergeben 2 von 5 Sternen.

    Pro
    • guter Soundtrack
    • Hommage an Shooter-Klassiker
    • ordentliches Waffenarsenal
    • Waffen-Upgrades
    • ansich flottes Gameplay
    Contra
    • zufallsgenerierte Level sorgen für Frustmomente
    • fehlerhaftes Trefferfeedback
    • teils nervige Bugs
    • keine Speicherpunkte
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    Patrick Heinemann
    Nun bin ich knapp über zwei Jahre bei Game2Gether als Redakteur tätig und berichte über aktuelle Spiele und teste diese auch. Doch nun hat sich mein Aufgabenspektrum erweitert und somit leite ich mit meiner Kollegin Kathrin das Projekt. Des Weiteren kümmere ich mich auch um PR-Angelegenheiten. Zukünftig werde ich noch die Hardware-Redaktion leiten. Hoffen wir auf ein schönes Jahr 2017. Online treibe ich mein Unwesen unter dem Pseudonym "[DDoS]Dr. Radical, eXilitY oder gerne mal auch als RaketenJohnny"