Spellforce 3 Test / Review

    Lange haben Spellforce Fans warten müssen, nun ist es endlich so weit. Mit Teil 3 der Spellforce Saga erscheint nach über 10 Jahren Wartezeit endlich ein Nachfolger des geliebten Strategie und Rollenspiel Mixes, doch leider schicken uns die Entwickler durch ein unfertiges und fehlerbehaftetes Abenteuer.

    Eine Reise mit Hindernissen.

    Leider ärgere ich mich immer wieder über Quests, die fehlerhaft sind. Meistens sind das nur kleinere Probleme, wie hängende Dialoge oder Charaktere die erst nach dem xten mal klicken mit uns interagieren. Ab und zu kommt es aber leider auch vor das sich Quests gar nicht abschließen lassen, weil der dazugehörige NPC einfach fehlt oder der Questlog sich nicht aktualisiert hat. Auch englische Texte in der sonst so guten Deutschen Übersetzung tauchen hin und wieder mal auf, was aber noch das geringste Übel ist.

    Zwar haben die Entwickler mittlerweile einige Updates ausgeliefert, den ein oder anderen Major Bug, also ein Fehler der einen daran hindert in der Story weiter zu kommen, ist leider immer noch mit dabei. Hier hilft es dann meistens nur einen älteren Spielstand zu laden und die Daumen zu drücken, damit der Bug nicht noch einmal auftritt. Das kann natürlich ziemlich frustrierend sein und stört den Spielfluss komplett.

    Unser erstes Abenteuer, starten wir im klassischen Rollenspiel Modus.

    Alles hätte so schön sein können.

    Das ganze Dilemma mit den Bugs ist wirklich sehr ärgerlich, denn im Kern ist Spellforce 3 wirklich ein tolles Spiel. Die Story ist definitiv gut gelungen, so finden wir uns mehrere Hundert Jahre vor dem ersten Teil wieder. Man befindet sich in der Zeit der Magierkriege, welche durch einen blutigen Kreuzzug der königlichen Armee beendet werden und fortan sämtliche Magie verbietet und jagt auf die restlich verbliebenen Magier macht.

    Das Spiel schmeißt einen selbst direkt ins Geschehen, gebrandmarkt als Magier und Kind eines Verräters, verbringt man seine ersten Spielstunden damit einer mysteriösen magischen Seuche auf den Grund zu gehen. Schon in den ersten Quests trifft man auf viele gut ausgearbeitet Charaktere und erlebt eine spannende Story mit vielen Facetten und Wendungen. Hierbei ist vor allem die exzellente deutsche Vollvertonung hervorzuheben.

    RTS gemischt mit RPG.

    Das aus den alten Spellforce Teilen bekannte Prinzip, Rollenspiel Elemente mit Echtzeitstrategie zu verbinden, funktioniert auch in Spellforce 3 meistens sehr gut. So kann man sich relativ frei als Heldengruppe über die Spielwelt bewegen, Nebenquests erledigen, kleine Monstergruppen jagen, um XP und neue Gegenstände zu sammeln oder in einen der Dörfer und Städte handel treiben und sich für das nächste Abenteuer auszurüsten. Dabei können die einzelnen Helden in klassischer Rollenspiel Manier, verschiedene Fähigkeiten lernen, die dann auch ihre Rolle in der Gruppe definieren und natürlich einzelne Statuspunkte verteilen.

    Auf der Reise durch die Welt, findet man natürlich immer wieder neue Gegenstände, mit denen man die jeweiligen Klassen nochmal verbessern kann. Benötigt man für eine Quest eine etwas größere Schlagkraft, kann man mit dem errichten einer Basis nahtlos in den Strategie Teil des Spiels übergehen. Dort sammelt man dann wie in klassischen RTS Spielen Ressourcen, baut neue Gebäude und bildet seine Streitmacht aus, welche dann zusammen mit der eigentlichen Heldengruppe in die Schlacht zieht.

    Das Menü zum verwalten unserer Heldentruppe, ist typisch für Oldschool Rollenspiele.

    Abwechslungsreiches Missions Designe mit Kanten.

    Spellforce 3 bietet ein durchaus gelungenes Missions Designe, das mit den regelmäßigen wechsel zwischen Rollenspiel und Strategie Part für eine ordentliche Abwechslung im Spielfluss sorgt. Allerdings wirken manche Missionen nicht ganz so gut durchdacht, so kann man manche Nebenquests einfach links liegen lassen und den ohnehin viel zu schwachen Feind, auch ohne die Verstärkung, welche man eben in dieser Nebenmission erhalten würde platt machen. Ein anderes Mal trifft man plötzlich auf kaum bezwingbare Gegnerhorden, nur um zum Abschluss der Mission gegen einen fast schon lächerlich leichten Endboss zu kämpfen. Die Schwierigkeits-Kurve des Spiels stimmt hier leider oft vorn und hinten nicht, hier hätten die Entwickler in die an sich guten Missionen mehr Feintuning stecken müssen.

    Die Story Missionen sind gut erzählt und motivieren zum weiter spielen, hier geht es gegen ein Elfenlager das uns den Durchgang verwehrt.

    Multiplayer und Skirmish.

    Habt ihr die Story des Spiels durch, oder wollt zwischendrin einfach mal eine Pause davon haben, bietet euch das Spiel die Möglichkeit eines Multiplayers, beziehungsweise den Skirmish Modus. Hier beginnt man anfangs wie in einen klassischen Strategiespiel ala Age of Empires mit einem Hauptgebäude und einer Handvoll Arbeitern. Mit diesen sammelt man dann eben die benötigten Ressourcen und baut diverse Gebäude, welche in 3 Technologie Gruppen unterteilt sind und teils aufeinander aufbauen.

    Hat man dies so weit gemeistert, kann man einen Gottesstein errichten, welcher wiederum die Möglichkeit besitzt, einen beziehungsweise später mehrere Heldencharaktere zu beschwören. Diesen benötigt man auch dringend, denn eines der Primärziele im Strategie Teil des Spiels ist die eroberung von Außenposten, um sein Territorium zu vergrößern und mehr Ressourcen zu gewinnen.

    Das alles ist sicher für einige Runden gegen menschliche Gegner im Internet, beziehungsweise dem Computer im Skirmish Modus ganz lustig, allerdings wird man schnell merken, dass das Spiel hier zu wenig Tiefe bietet um wirklich über längere Zeit zu motivieren. Auch am Balancing der einzelnen Einheiten sollte hier noch gefeilt werden, so trifft man aktuell immer wieder auf denselben “Überstarken” Helden, was das ganze taktisch natürlich noch einmal einschränkt.

    In alter RTS Manier, bauen wir unsere Basis aus und sammeln Rohstoffe für neue Einheiten.

    Fazit:

    Spellforce 3 setzt genau das um, was sich Fans der alten Teile gewünscht haben. Es verbindet Echtzeitstrategie und Rollenspiel gekonnt miteinander und bietet dadurch ein abwechslungsreiches Missions Design. Auch Story Technisch kann sich das Spiel durchaus sehen lassen, die Hauptgeschichte ist spannend inszeniert und motiviert mit vielen unerwarteten Wendungen zum weiterspielen.

    Alles könnte so schön sein, wenn die Entwickler nicht so einer verbuggte und fehlerbehaftet Vollversion abgeliefert hätten. Denn immer wieder, wenn das Spiel sein volles Talent ausspielt und man es einfach genießen will, stößt man auf den ein oder anderen Bug, der einen dann wieder völlig aus dem Spielgeschehen reißt. Eine Story kann noch so gut erzählt und spannend sein, wenn ich zum 3. mal einen alten Spielstand laden muss, um einen Teil der Mission zu wiederholen, weil mal wieder der NPC zum abschließen der Quest nicht auftaucht ist dies einfach ernüchternd.

    Immerhin hat der Entwickler mittlerweile reagiert und bringt im Wochentakt neue Updates um die schlimmsten Fehler zu fixen. So darf man die Hoffnung nicht aufgeben, das Spellforce 3 in ein paar Wochen vielleicht doch noch das Spiel sein wird, was es eigentlich schon zum Release hätte sein sollen.

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