Sniper Elite 3 Ultimate Edition (Switch) – Test

    Sniper Elite 3 erschien kürzlich in der Ultimate Edition für Nintendo Switch. Wie sich Scharfschütze Karl Fairburne auf der mobilen Konsole schlägt, das verraten wir Euch in unserem Test.

    Für diesen Test spielten wir Sniper Elite 3 Ultimate Edition auf Nintendo Switch

     

    Hinter der feindlichen Linie

    Die Sniper Elite Spielserie ist mittlerweile eine geschätzte Marke. Mit anfänglichen Schwierigkeiten ging sie damals an den Start, avancierte zur Reihe mit treuer Fangemeinde und landete auf aktuellen Systemen bereits vor einigen Monaten in der vierten Runde. Bislang hatten Spieler auf Nintendo-Konsolen immer das Nachsehen. Und das ist nun Geschichte, denn sowohl Sniper Elite V2, als auch das hier vorliegende Sniper Elite 3 schaffen den Sprung auf die aktuelle Konsole von Big N. Im Falle von Sniper Elite 3 sogar in der Ultimate Edition, was letztlich bedeutet, dass alle erschienenen DLC-Inhalte mit am Start sind.

    Solltet ihr nicht mit den Grundzügen von Sniper Elite 3 vertraut sein, so empfehlen wir Euch unseren damaligen Test: Test Sniper Elite 3. Hier bekommt ihr im Detail erklärt, was Sache ist. In unserem aktuellen Test wollen wir uns vornehmlich auf die Eigenschaften der Version für Switch beschäftigen.

    Sniper Elite spielte sich schon immer völlig anders als ähnliche Vertreter des Genres. Wer hier seine Waffe auspackt und einfach drauf los marschiert, der segnet meist binnen weniger Spielminuten das Zeitliche. Schleichen und verdeckt operieren, das sind die Schlagworte, mit denen ihr arbeiten solltet. Karl ist bestens ausgebildet mit dem Umgang diverser Scharfschützengewehre. Zwar kann man im Notfall auch zum MG oder der Pistole greifen, aber das sollte wirklich nur in Ausnahmefällen passieren. Das hier ist schließlich kein Call of Duty.

     

    Alleine in Afrika 1942

    Statt dessen erkunden wir vorsichtig die Gegend, markieren patroullierende Nazis mit dem Fernglas und suchen uns anschließend einen geeigneten Unterschlupf, von dem aus wir die Feinde nacheinander dezimieren. Anhöhen sind hier ein guter Freund, ansonsten sind Verstecke aller Art immer gern gesehen.

    Damit der Schuss auch sein Ziel findet, kann Karl per Buttondruck die Zeit verlangsamen bzw. die Luft anhalten. Dabei zoomt das Zielrohr noch ein Stück weiter heran, so dass man sämtliche Körperteile des Feindes anvisieren kann. Und das ist auch wichtig, denn nicht jeder einzelne Treffer bedeutet auch gleichsam den direkten Tod des Gegners. Kopfschüsse oder Treffer an lebenswichtigen Stellen sind ein Garant dafür, dass der Uniformierte nicht wieder aufsteht. Auf der Switch erhält man dank HD-Rumble ein tolles Feedback von Karls Herzschlag, so dass man nicht nur visuell, sondern auch haptisch Rückmeldung bekommt, wie lange die Zeitlupe noch anhält.

    Was nach dem Drücken des Triggers geschieht, ist fast schon legendär. Landet man einen wuchtigen Treffer, dann schwenkt die Kamera um und verfolgt in Zeitlupe das Projektil. Beim Einschlag ins gegnerische Fleisch zeigt eine anatomische ‚Röntgenansicht‘, was das Geschoss so alles zerlegt. Diese Funktion ist ein Markenzeichen der Sniper Elite Serie und so schick sie auch aussieht, sie wird vielleicht dem ein oder anderen irgendwann zuviel des Guten. Auf Wunsch lässt sie sich in den Optionen deaktivieren. Ebenfalls gut geglückt ist das Motion Aiming, wobei das Zielen per Bewegung statt Stick sicherlich Geschmackssache ist. Gerade in der mobilen Version der Switch bietet es jedoch eine schicke Alternative, da die Sticks der Joy-Cons bekanntlich etwas fummelig sind.

    Sofern der erlegte Feind nicht allein unterwegs war, scheucht der laute Knall alle Feinde nahe bei auf. In diesem Fall sollte man zur nächsten Deckung schleichen oder abwarten, bis sich die Gegner wieder beruhigt haben. Fliegt die Tarnung mal komplett auf, dann zeigt eine Silhouette den Punkt an, an dem wir ertappt wurden. Meist mündet es darin, dass sich die Nazis dann auf den Weg dorthin machen und wir als Spieler sollten schleunigst die Füße in die Hand nehmen und verschwinden. Denn, wie oben schon erwähnt, kann man zwar auch im Nahkampf bestehen, aber hier unterliegt Karl ganz fix einigen wenigen Gegnern.

     

    Das Komplettpaket

    Der Ultimate Edition von Sniper Elite 3 liegen noch ein paar DLCs mit bei. Das Glanzstück ist die Mission „Rettet Churchill“, in der wir, man ahnt es, den königlichen Minister am Leben halten muss. Dieser kleine Feldzug unterteilt sich in drei Akte (es gibt insgesamt 4 neue Einzelspielermissionen) und pusht die Spiellänge noch ein Stück nach vorne. Am Schießstand kann man seine Skills verfeinern, während neue Maps den Multiplayer abwechslungsreicher gestalten. Ferner sind noch ein paar neue Schießeisen im DLC mit von der Partie.

    Sämtliche Missionen lassen sich solo oder im Koop spielen. Das klingt nicht nur gut, das macht auch verdammt viel Spaß. Bei uns im Test klappe der Multiplayer sowohl lokal, als auch online, ohne weitere Probleme. Neben dem Koop gibt es auch diverse kompetitive Modi, wie z.B. Deathmatch und Capture the Flag. In diesem Falle machte in der Vergangenheit die fehlende Spielerschaft einen Strich durch die Rechnung, so dass Online bereits wenige Monate nach Release nicht mehr ganz so viel los war. Also sollte man sich in Zukunft auch längere Wartezeiten einstellen.

    Grafisch macht Sniper Elite 3 im stationären, als auch mobilen Modus echt was her. Das erstaunt, denn im Handheld-Modus schrumpft die Auflösung auf 720p und dennoch schafft es das Spiel, einen optisch wirklich sauberen Eindruck zu hinterlassen. Auch das filigrane Zielen in großen Distanzen funktioniert absolut problemlos, man ist also überall und jederzeit treffsicher. Einzig das Alter vermiest dem Ganzen ein klein wenig die Suppe, denn man trifft in regelmäßigen Abständen auch sehr kantige Texturen oder erlebt in der Fernsicht oft unsaubere Verwaschungen und dezentes Tearing.

     

    Fazit

    Sniper Elite 3 Ultimate Edition ist ein richtig schicker Port für Nintendo Switch geworden. Für den schmalen Taler gibt es hier rund 20 Stunden Action satt, die sich kein Freund gepflegter Scharfschützenspiele entgehen lassen darf. Vor allen Dingen nicht, wenn man bisher die Serie links liegen lassen musste, da sie schlichtweg nicht für Nintendo-Konsolen erschienen ist. Vom Start weg schafft es Sniper Elite 3, den Spieler zu motivieren und gelungene Treffer dank schicker Kill-Cam cineastisch zu inszenieren.

    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur