Shadow Warrior 2 – Test / Review

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    Shadow Warrior 2 entpuppt sich nicht gerade als eine simple Fortsetzung des doch eigentlich sehr bewährten Konzepts aus dem ersten Teil. Im zweiten Teil von Shadow Warrior wurde vieles mehr als nur kurz und knapp umgekrempelt. Denn man wollte den Wiederspielwert im Vergleich zum ersten Teil deutlich steigern. Zum einen wurden wesentlich mehr Rollenspielelemente in das Spiel implementiert, zum anderen gibt es eine random generierte Umgebung und als ein ganz neuer Faktor spielt hierbei der Kooperativ-Modus eine große Rolle. Dies ist definitiv ein Schritt, der durchaus nicht üblich ist, doch wir werden herausfinden, ob all diese Änderungen dem neuen Ableger von Shadow Warrior gut tun oder nicht. Viel Spaß beim Lesen des Tests.

    Grafisch ist die Road Hog Engine aus dem Hause Flying Wild Hog hübsch anzuschauen, doch könnte man sich hier und da noch ein wenig mehr wünschen. Der Vorteil der Engine ist, dass sie nicht allzu hardwarehungrig daher kommt. Mit aktuellen Grafikkarten ist es daher kein Problem, das Spiel in vollen 60 FPS zu genießen. Doch Obacht, sollte eure Grafikkarte nicht die stärkste sein und ihr müsst mit FPS Einbrüchen spielen, kann man hier an dieser Stelle schon schreiben, dass das den Spielspaß doch ein wenig mehr mindert. Daher lieber schauen, an welchen Einstellungen man etwas herunterschrauben kann.

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    Wang with the Big Bang

    Im ersten Teil gab es nur eine Handvoll Waffen und die haben viel Spielspaß bereitet, während man sich gegen die schier nicht endende Gegnermasse ballerte. Doch in Shadow Warrior 2 gibt es gleich ganze 70 Waffen und diese lassen sich noch mit Upgrades modifizieren. Durch das neue Loot-Systems hat man sehr viele Möglichkeiten beim Waffen Modifizieren und dies hat auch einen tieferen Grund, also nur, „weil“ man es kann.

    Komplett neu ist die Idee der Mechanik keineswegs. Schon im ersten Teil gab es die Möglichkeit, seine Waffen upzugraden, allerdings konnte man im ersten Teil die Waffenupgrades kaufen und hat dann zum Beispiel aus einer UZI eine Akimbo Kombination freigeschaltet. Doch in Shadow Warrior 2 wurde das System durchweg umgekrempelt, jede Waffe hat nun drei freie Upgrade-Slots, in denen man die verschiedensten Upgrades einsetzen kann. Diese ermöglichen uns, der Waffe mehr kritischen Schaden, kritische Trefferchance, Eisschaden, Feuerschaden, Giftschaden etc. pp zu spendieren. Für jedes Element und für jeden kritischen Wert, wie auch Nachlade- und Feuergeschwindigkeiten, findet man im Spiel diverse Upgrades.

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    Dies macht das Spiel durchaus spannender, denn es gibt viele Gegner, die eine gewisse Resistenz gegen gewisse Schadensarten besitzen, oder sogar komplett immun dagegen sind. Hier kommt somit ein weiterer Faktor zum Spiel dazu, es wird Zeit, seinen Kopf hier und da ein wenig zu benutzen und nicht nur sinnlos durch die Gegner nach und nach zu splattern.

    Das bedeutet allerdings auch, dass man kaum wie in Teil 1 seine Favoritenwaffe hat und diese in jeder Situation nutzen kann, denn durch die Resistenzen und Immunitäten wird man quasi dazu gezwungen, verschiedene Waffen zu spielen und diese auch in einem aktiven Kampf mit einer großen Anzahl an Gegnern immer mal wieder zu wechseln.

    Doch all diese Upgrades haben natürlich auch den Vorteil gegenüber Gegnern, die besonders anfällig für diverse Schadensarten sind, gerade im Kooperativ-Modi merkt man dies. Aber dazu später mehr. Sollte man aber doch alleine unterwegs sein, kann man jederzeit im Inventar die Upgrades herausnehmen und tauschen, falls man eine Waffe hat, die besonders stark ist, aber in einer aktuellen Situation leider die falschen Elementarschadenupgrades hat.

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    Aber was ist mit den Spielern, die einfach nur Pech beim Loot haben? Auch hier wurde daran gedacht, jedem tolle Upgrades zu ermöglichen, naja, wenn sie das nötige Kleingeld besitzen, denn es gibt Händler, bei denen man sich Waffen kaufen kann oder eben teure Upgrades. Der Vorteil beim Händler ist, dass man hier das komplette Sortiment gegen eine extra Gebühr neu erstellen lassen kann. Hier kann man schnell mal das eine andere sehr starke Upgrade bekommen.

    Durch das schnelle Gameplay und die Kombination von Dash und Doppelsprung bekommt der Nah- und Fernkampf gleich eine ganze neue Spielweise. Man ist mit dem Dash und dem Sprung mehr als nur mobil, hiermit lässt es sich superleicht gegnerischen Angriffen auszuweichen. Nicht nur wir als Lo Wang profitieren von diesen tollen Neuerungen, auch die Gegner sind teilweise schneller und können sich teleportieren, oder aber kleinere Verbündete rufen, die man dann als Erstes töten muss, bevor man den Beschwörer weiter zugrunde richten kann. In großen Schlachten mit vielen Dämonen, kann das sehr schnell sehr unübersichtlich werden, gerade dann, wenn man viel mit dem Dash und Doppelsprung arbeitet. In jedem Fall, eine extreme Steigerung im Vergleich zum ersten Teil vom Remake.

    Grafisch muss sich Shadow Warrior 2 sicherlich nicht verstecken. Gerade die Masse an Nebeneffekten wie Explosionen und anderen Effekten sorgen für einen Augenschmaus. Natürlich sieht man bei den Texturen, dass diese durchaus mehr im Detail verkraften könnten, allerdings könnte sich dann der 4-Spieler Kooperativ-Modus als sehr schwer gestalten lassen. Und wie gesagt, die Grafik ist nur auf den zweiten Blick nicht die super modernste. Da wir hier aber über Shadow Warrior 2 reden, muss man auch fairerweise dazu sagen, dass es hier um Ballern und Splattern geht, und Zweiteres verteilt dermaßen viel Blut, dass der Blick auf grafische Texturen nahezu nicht möglich ist. Die blutige Splatterparty lenkt einfach mal gut ab, und das soll nun kein Negativpunkt sein.

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    Ein wichtiger Faktor, der heutzutage für viele Spieler wichtig ist, ist der Wiederspielwert. Auch wenn man mit Shadow Warrior 2 einen Titel bekommt, der fernab vom Triple AAA Preise erwerbbar ist und weitaus mehr Story-Spielzeit liefert als manch Vollpreistitel, ist dies trotzdem eine berechtigte Frage. Für Shadow Warrior 2 hat man sich hier zu folgendem Schritt entschlossen, dass die Level prozedural generieren, dies soll dafür sorgen, dass sich die Level, sofern man eine Mission mehrmals spielt, nicht exakt gleich spielen lassen. Dies zumindest zur Idee, leider ist diese nicht ganz perfekt umgesetzt wurden.

    Gerade wenn man viel Spielzeit investiert hat, wird man schnell das Recycling von vielen Bausteinen erkennen. Ein weiter Nachteil dieser generierten Welt sind Levelbereiche, in denen man ins Nichts rennt und sich fragt, sollte hier nun etwas Interessantes zu entdecken sein? Am Anfang macht das Erkunden noch deutlich Spaß, denn so lassen sich gut und gerne Secrets finden, doch irgendwann wird es ein wenig Öde und man spielt nur noch die schnelle Variante, rennen von Punkt A nach B, um zu Punkt C zu kommen.

    Who want’s some Wang?

    Der Sprüche klopfende Protagonist Lo Wang neigt gerne mal dazu, anzufangen zu singen, oder aber einen seiner zahlreichen Peniswitze zu reißen. Ach und dann wären dort noch unpassende Sprüche, die zwar immer wieder sehr lustig sind, allerdings bei einer Spielzeit von Rund 15 Stunden, kann das sehr sehr anstrengend werden. Großkotzig in jeder Lebenslage, ein Spruch einfach nur mal so kein Problem, man lädt die Waffe nach und es hagelt einen lockeren Spruch. Nicht selten sind die Sprüche beleidigend, obszön, primitiv und naja die klassischen Penisthemen halt.

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    Ist Lo Wang noch zurechnungsfähig?

    Das ist eine ziemlich gute Frage, wie ich finde, denn hat Lo Wang wirklich die Welt gerettet, oder sind dies nur wilde Fantasien? Denn wenn man sich den Storyverlauf einmal genauer anschaut und bemerkt, dass wir gegen Monster kämpfen, nur um ein Mädchen zu retten, welches eigentlich nur in unserem Kopf existiert, macht das das Ganze ein wenig fragwürdig.

    Geballte Kooperativ-Modi Power

    Ein netter Bonus ist in jedem Fall der Multiplayer Koop Modus, welcher es uns ermöglicht, uns mit bis zu vier Spieler auf eine feuchtfröhliche und geballte Actiontour zu begeben. Die Gegnerstärke lässt sich hier variabel einstellen, so kann man mit voller vier Mann Stärke gegen Gegner antreten, die auch für vier Spieler ausgelegt sind, oder aber man spielt zu zweit gegen Gegner, die für vier Spieler ausgelegt sind, oder aber genau umgekehrt, wenn man es etwas ruhiger angehen lassen möchte.

    Je schwerer man das Spiel einstellt, je besser fällt allerdings auch der Loot aus. Dies wird allerdings oft eine knackige Angelegenheit, aber hier muss man halt abwägen, was einem lieber ist, besserer Loot und schwere Gegner oder aber leichtere Gegner und nicht ganz so guter Loot.

    Mit seinen drei Mitspielern kann man also die komplette Kampagne erleben und spielt selbst immer aus der Sicht von Lo Wang. Wenn man die Wahl hat zwischen Singleplayer und Multiplayer, sollte man sich definitiv für den Multiplayer entscheiden, denn hier macht es einfach noch eine Ecke mehr Spaß. Auch ist die Frage, wenn man das Spiel alleine durchzockt, ob man danach noch die Motivation hat, das Ganze im Koop noch mal zu spielen.

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    Fazit:

    Shadow Warrior 2 ist eine actiongeladene Ballerorgie, die ihres gleichen sucht. Ballern und Schnetzeln sind hier die Tagesordnung, auch die so geliebten dummen Sprüche und Peniswitze kommen nicht zu kurz. Wo hier bei Teil 1 schon viele der besagten Penis Sprüche gekloppt wurden, hat man noch eine ordentliche Schippe in Teil 2 draufgelegt.

    Aber HELL YEAH, scheiß drauf, trifft es ganz gut, denn ich habe in den letzten Jahren kaum ein Shooter gespielt, der mir so viel Spaß und Freude bereitet hat. Sicherlich könnte die Grafik etwas schöner sein, aber in den wichtigen Bereichen macht das Spiel vieles mehr als nur richtig und kann sich gegen die große Konkurrenz durchsetzen.

    In Shadow Warrior 2 bekommt man atemberaubendes, schnelles Gameplay, eine Vielfalt an Waffen und Gegnern und tolle Gesangseinlagen vom Protagonisten „Lo Wang“, naja und halt Penissprüche.

    Gerade die Vielfalt der Waffen in Kombination mit den Upgrades, die man im Laufe des Spiels bekommt, ermöglicht es einem durchaus gestörte und kranke Waffen zu bekommen.

    In puncto Leveldesign gibt es nichts zu meckern, außer dass es bestimmte Areale gibt, die sich wiederholen. Aber darüber hinaus sind alle Levels sehr detailliert und liebevoll gestaltet und glänzend mit einer weitaus besseren Performance gegenüber dem ersten Teil.

    Singleplayer vs. Coop, ja was soll man dazu sagen, etwas, was alleine schon so viel Spaß bereitet, muss doch auch im Coop, Lust auf mehr bereiten oder? Ein ganz dickes „JA“, richtig Spaß macht der Multiplayer Coop Modus erst recht, wenn man die volle Spieleranzahl erreicht. Die Gegner sind zwar deutlich knackiger, als wenn man alleine spielt, aber dafür kann man seine Waffen aufeinander abstimmen. Auch taktisch macht der Multiplayer viel mehr Spaß.

    Für knapp unter 40€ bekommt man hier also einen super Ego-Shooter mit wenigen Schwächen und viel Spielspaß, denn die Story dauert locker 12 Stunden und mehr, wenn man wirklich jede noch so kleine Ecke auf der Karte erkundet.

    Ich würde mich freuen, wenn die Serie zum Beispiel im Jahr 2018/2019 um einen dritten Teil erweitert wird.

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    Patrick Heinemann
    Nun bin ich knapp über zwei Jahre bei Game2Gether als Redakteur tätig und berichte über aktuelle Spiele und teste diese auch. Doch nun hat sich mein Aufgabenspektrum erweitert und somit leite ich mit meiner Kollegin Kathrin das Projekt. Des Weiteren kümmere ich mich auch um PR-Angelegenheiten. Zukünftig werde ich noch die Hardware-Redaktion leiten. Hoffen wir auf ein schönes Jahr 2017. Online treibe ich mein Unwesen unter dem Pseudonym "[DDoS]Dr. Radical, eXilitY oder gerne mal auch als RaketenJohnny"