Saints Row: The Third – The Full Package – Test

    Abgedrehter wird es vorerst nicht mehr auf der Switch. Mit Saints Row: The Third in der Full Package Edition kommt das vielleicht verrückteste open-world Spiel auf Nintendos portable Konsole. Wir haben uns den Spaß für unterwegs gegönnt und unsere Eindrücke erfahrt ihr hier im Test zu Saints Row: The Third – The Full Package.

    Die Saints Row Serie wollte ursprünglich vom Ruhm des weltbekannten Grand Theft Auto, kurz GTA, etwas abhaben. Erst später entwickelte man seinen eigenen Stil, der sich dann doch merklich vom Vorbild abgrenzte. Und das war auch schlussendlich die beste Waffe, die die Entwickler dem Spiel gönnen konnten. Und so steht die Saints Row Reihe mittlerweile nicht nur für brachiale Action, sondern auch für den wirrsten Humor, den ein open-world Spiel vielleicht jemals erleben durfte. Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass die berühmteste Waffe des Spiels den Beinamen Dildo hat. Im Grund genommen wurde es immer schriller, immer bunter und immer abgefuckter. Und genau dieses Paket schnürte man kürzlich in einem festlichen Bundle. Mit der hier vorliegenden Spielversion gibt es eben nicht nur das Grundspiel Saints Row: The Third, sondern eben auch alle jemals erschienenen DLCs. Gut 30 Stück sind es, wow.

    Kaum ein Bild wäre treffender für Saints Row: The Third

     

    Inhalt hui …

    Saints Row: The Third ist schon ein wenig betagt. Das Spiel erschien ursprünglich 2011 für PC, Xbox 360 und Playstation 3. Nintendo ging leer aus, was natürlich einerseits an der Leistungsfähigkeit der Wii lag, andererseits aber auch vielleicht an der familienfreundlichen Spielepolitik der Japaner. Ein Saints Row in all seiner Abgedrehtheit wäre ein echter Exot gewesen. Wie auch immer, wir wollen an dieser Stelle weniger detailliert auf die Inhalte eingehen, die denn haben wir damals an anderer Stelle bereits ausführlich beleuchtet. Viel mehr soll es hier um die technische Umsetzung für die Hybridkonsole Switch gehen.

    Als Mitglied einer Gang pochen wir auf mehr Macht und Einfluss in der Spielstadt Steelport. Natürlich stehen uns dabei rivalisierende Banden im Weg, die seinerseits ihr Monopol ausbauen möchten. Und so kommt es quasi an jeder Ecke der Stadt zu Auseinandersetzungen, die meist blutig enden. Das alles wird wie bereits geschrieben in einen aberwitzigen Humor und in irre Szenarien gepackt. Möchte man es auf das Kürzeste herunterbrechen, müsste man Saints Row: The Third wohl als „GTA in Verrückt“ übersetzen.

    Die integrierten DLCs sind dabei ganz unterschiedlicher Art. Einige bieten neue Klamotten, andere durchgeknallte Fahrzeuge, wieder andere neue Missionen, die die Story erweitern. Besonders funky ist der DLC „Genkibowl VII“, der eine weitere Spielshow integriert, an der man teilnehmen kann. Die hier zu erledigenden Aufträge sind einfach herrlich abgedreht.

    Oder doch, dieses hier vielleicht

     

    … Technik pfui

    Das Spiel an sich ist zwar großartig, an der technischen Umsetzung gibt es jedoch Mängel. Klar sollte sein, dass man hier in die Jahre gekommene Grafiken geboten bekommt. Das Full Package erhielt keine Texturenupgrades, so dass man immer wieder auf unschöne Kanten und Objekte trifft. So war es eben damals um die Grafik bestellt und einige Jahre später wirkt es eben ungewohnt. Beim Schwenk mit der Kamera fällt ein permanentes Kantenflimmern auf. Bei schnellen Sequenzen, also besonders bei Autofahrten, gelangen hier und da urplötzlich Objekte ins Sichtfeld. Die genannten Unsauberkeiten sind sowohl im Dock- als auch im Handheld-Modus merkbar. Bei der Steuerung empfehlen wir dringend zum Pro Controller zu greifen. Die kleinen Sticks der JoyCons erlauben weniger sauberes Zielen bei den Kämpfen und durch die ununterbrochene Action entstehen so oft brenzlige Situationen. Mit dem Pro Controller ist man jedenfalls deutlich filigraner unterwegs und jederzeit Herr der Lage.

    Zum Abschluss noch ein kleines Highlight: Saints Row: The Third besitzt einen Koop-Modus. Dieser kann on- und offline gespielt werden, sofern der Mitspieler ebenfalls im Besitz des Spiels ist. Der Couch-Koop machte uns richtig viel Spaß und geht absolut problemlos von der Hand.

    Ein ganz normaler Tag

     

    Fazit

    Inhaltlich ist Saints Row: The Thrid – The Full Package über alles erhaben. So viel irrwitzige Action in einem Paket gab es nur selten. Technisch ist leider nicht alles sauber, so dass man hier und da mit teils deutlichen Abstrichen rechnen muss. Saints Row für Switch bleibt jedoch der beste GTA-Klon und da es für Nintendos Mitnehm-Konsole so gut wie keine Alternative gibt, bleibt das Full Package das Spiel der Wahl. Sofern man mit den grafischen Unsauberkeiten leben kann, bleibt es auch eine absolut gute Wahl, wenn man zum Spiel greift. Wer abgedrehten Humor und noch verrücktere Waffen erleben möchte, der kommt um Saints Row: The Third einfach gar nicht umher.

    Christoph
    Kind der 70er. Seit '84 Musiker, seit '85 Hobby-Jedi, seit '86 Zocker und seit 2011 hier Redakteur