Pokémon Ultrasonne & Ultramond – Test / Review

    Pokémon Ultrasonne

    In Deutschland dürfen wir seit knapp 18 Jahren den Hype um Pokémon miterleben. Mit Pokémon Sonne und Mond erschien im letzten Jahr bereits die 7. Generation für die 3DS-Familie. In diesem Jahr dürften wir mit Pokémon Ultrasonne und Ultramond erneut in die Alola-Region eintauchen.

    In der Tradition der Pokémon-Reihe gab es in den meisten Fällen zu jeder Generation eine Spezial-Edition. Sei es Pokémon Gelb, Kristall, Smaragd oder Platin. Erst mit der 5. Generation (Pokémon Schwarz & Weiß) gab es ein Bruch in der Tradition. Mit Pokémon Schwarz 2 & Weiß 2 gab es zum ersten Mal eine Ziffer im Titel und einen direkten Nachfolger, welcher die 5. Generation deutlich verbesserte. Als Pokémon X & Y erschienen, war es für die meisten Fans nur eine Frage der Zeit bis Pokémon Z erscheint. Auch hier brach Nintendo und Gamefreak die Tradition und veröffentlichten weder eine Spezial-Edition, noch einen direkten Nachfolger. Doch mit Pokémon Ultrasonne & Ultramond folgen nicht nur zwei Spezial-Editionen zur 7. Generation, sondern die letzten Pokémon-Editionen für die 3DS-Familie.

    Der Beginn einer langen Wanderschaft

    Die Geschichte beginnt damit, dass wir mit unserer Mutter von der Kanto- in die Alola-Region umziehen. genauer gesagt auf die Insel Mele-Mele in der Nähe des Dorfes Lili’i. Nach dem Start und des Verlassens unseres eigenen Hauses erhalten wir von Professor Kukui eines von drei Starter-Pokémon. Wie üblich können wir uns für ein Feuer-, Wasser- oder Pflanzen-Pokémon entscheiden. In der 7. Generation haben wir die Wahl zwischen der Pflanzen-Eule Bauz, der Feuer-Katze Flamiau und der Wasser-Robbe Robball. Nach einem kurzen Kampf gegen ein wildes Pokémon begegnen wir zum ersten Mal Lilly und deren Wölkchen. Bei einem Rettungsversuch erhalten wir die Unterstützung von Kapu-Riki, der Schutzpatron der Insel. Nach diesem erinnerungswürdigen Ereignis befinden wir uns wieder im eigenen Heim. Am nächsten Morgen erhalten wir vom Inselkönig Hala ein Z-Ring.

    Cosmog aka Wölkchen

    Mit der Inselwanderschaft und deren Prüfungen wurden in der 7. Generation die Arenaleiter ersetzt. Ab dem elften Lebensjahr dürften die Kinder auf diese Wanderschaft gehen und müssen die eine oder andere Prüfungen von Captains meistern. Wurde eine Prüfung abgeschlossen, erhalten wir einen Z-Kristall. Sind alle Prüfungen einer Insel bestanden, erhalten wir die Chance gegen den Inselkönig im Poke anzutreten. Sind alle Inselkönige besiegt, dürfen wir uns an der neugegründeten Top4 versuchen.

    v.l. Bauz, Flamiau & Robball

    Z-Ring, Z-Kristalle, Z-Kräfte, Z- was?

    Wie in den Pokémon-Spielen üblich kämpfen wir weiterhin in Runden mit unseren Taschenmonstern. In der 7. Generation haben wir nun die Möglichkeit Z-Kräfte mit Hilfe des Z-Rings und den Z-Kristallen auszuführen. Die Z-Kristalle sind typenspezifisch und können von den Pokémon getragen werden, um eine Z-Kraft zu aktivieren. Pro Kampf kann eine einzige Z-Kraft genutzt werden. Auch die nervigen VM’s wurden in der aktuellen Generation entfernt. Stattdessen können wir verschiedene Pokémon um Hilfe rufen, um zu fliegen, surfen oder Steine aus dem Weg zu räumen. Neu in Pokémon Ultrasonne & Ultramond ist das Wellenreiten mit dem Rochen-Pokémon Mantax. Mit dessen Hilfe können wir von Insel zu Insel surfen und können beim Wellenreiten Stunts absolvieren, um Punkte zu sammeln, die wiederum gegen besondere Items getauscht werden können.

    Wellenreiten mit Mantax

    Die ersten 20 Stunden kommen uns doch bekannt vor?

    Doch was hat sich im Gegensatz zu den vorigen Teilen Pokémon Sonne und Mond verändert, um einen Kauf zu rechtfertigen?

    Zu Beginn werden wir das Gefühl nicht los, dass die Editionen sich 1:1 gleichen. Doch der Teufel liegt im Detail. Die Augen des Pokedex Rotoms leuchten in einigen Zeitabständen. Tippen wir auf seine Augen, erhalten wir im Zufallsprinzip Belohnungen. Zum Beispiel können wir Items erhalten, die die Schlüpfzeit der Eier verringert oder uns kurzzeitig mehr EP in Kämpfen gewährt. Auch die Kämpfe fallen etwas schwerer aus. So wurden bei einigen Trainern die Pokémon ausgetauscht, so besitzt unser Rivale und Freund Tali nun ein starkes eF-eM. Dieser Austausch wurde auch bei den Herrscher-Pokémon durchgeführt. So treffen wir auf dem Wela-Vulkan nicht mehr auf das Gift-Feuer-Pokemon Amfira, sondern auf ein Alola-Knogga.

    Die Neuerungen in Pokémon Ultrasonne und Ultramond sehen wir in der Umgebung nicht auf den ersten Blick. Dies hat den Grund, dass nur wenige Details wie etwa neu platzierte Bäume hinzugekommen sind. Zusätzlich gibt es neue Orte wie etwa das Pikachu-Tal. In Pokémon Sonne und Mond konnten wir Zygarde-Würfel sammeln. Dies wurde aus Pokémon Ultrasonne und Ultramond entfernt. Nun können wir mit goldglänzenden Herrschersticker, welche an (Haus-)Wänden kleben, neue Objekte sammeln. Haben wir genug Sticker gesammelt, können wir diese bei einem braungebrannten Professor Eich gegen Pokémon tauschen.

    Mehr Inhalt für danach!

    In Pokémon Sonne und Mond hat es vor allem am Endgame gefehlt. Dies wurde nun bei Pokémon Ultrasonne und Ultramond geändert. Nach dem Meistern der Top4 haben wir noch einige Herausforderungen zu absolvieren. So tritt der alte Boss von Team Rocket Giovanni auf und macht mit seiner neugegründeten Gruppe Team Rainbow Rocket neuen Ärger. Mit dabei sind alte Bosse wie zum Beispiel Adrian (Team Aqua), Zyrus (Team Galaktik) und G-Cis (Team Plasma). Zusätzlich wartet das mysteriöse Pokémon Necrozma darauf entdeckt zu werden.

    Mit Pokémon Ultrasonne und Ultramond steht auf der Verpackung nicht nur Ultra drauf, sondern es steckt auch (zu) viel Ultra drin. Ein Ultraforschungsteam, eine Ultradimension, neue Ultrabestien, Ultrapforten und die Ultrametropolis warten darauf entdeckt zu werden. Einfallsreich sind die Namen zwar nicht, aber diese bieten im Gegensatz zu Pokémon Sonne und Mond einige Neuerungen, welche das Endgame füllt. Wie auch in Pokémon Omega Rubin und Alpha Saphire können wir nun auch in Kombination von Pokémon Ultrasonne und Ultramond alle legendären Pokémon und Ultrabestien fangen.

    Das Ultraforschungsteam

    In Pokémon Sonne und Mond gab es noch den sogenannten Kampfbaum, dieser wurde nun gegen die Kampfagentur ersetzt. Hier können wir mit bis zu drei Leih-Pokémon, welche wir von Trainern aus unserem Festival-Plaza erhalten, gegen andere Spieler – auch „Agenten“ genannt antreten.

    In Pokémon Sonne und Mond wurden die Alola-Formen eingeführt, welche einige Pokémon älterer Generationen anders dargestellt hatte. Leider kamen zu den neuen zwei Editionen keine weitere neuen Formen hinzu, schade!

    Für die Schnellen unter euch!
    Alle Besitzer von Pokémon Ultrasonne und Ultramond können sich bis zum 10. Januar 2018 ein Wuffels per Download schnappen. Dieses besondere Wuffels kann sich zu einer Zwielicht-Variante von Wolwerock entwickeln.

    Wolwerock in der Zwielichtform

    Präsentation

    Im Kampf selber haben wir nun auch ein etwas entschlanktes Menü, welches nicht mehr so überladen aussieht. Leider sieht man nun auch die Grenzen des (New) 3DS. Sind mehr als zwei Pokémon auf dem Kampffeld kommt es immer wieder zu Rucklern. Zusätzlich ist die Grafik – auch für ein Pokémon – nicht mehr Zeitgemäß. Dies dürfte auch Nintendo und Game Freak bemerkt haben und lagern die Serie auf die Nintendo Switch aus. Trotz der mangelnden Technik haben die Editionen noch ihren Charm.

    Fazit

    Bei Pokemon Sonne & Mond wurde man als Spieler regelrecht an die Hand genommen und alle 5 Minuten gab es ein Dialog. Dies hat sich mit Pokémon Ultrasonne & Ultramond leider nicht geändert. Auch zu Beginn merkte ich kaum einen Unterschied zu den vorigen Editionen. Erst nach knapp 20 Stunden wandelte sich das Spiel und nahm Fahrt auf. Vor dieser 20 Stunden Grenze liegt der Hauptunterschied in der Schwierigkeit. Mit neuen Pokémon für einige Trainer wurden die Kämpfe leicht angezogen. Doch die größte Neuerung liegt im Endgame. Hier haben Nintendo und Game Freak einige neue Funktionen, Geheimnisse und Geschichten hinterlegt.
    Diejenigen unter euch, welche Pokémon Sonne & Mond noch nicht gespielt haben, sollten gleich zu Pokémon Ultrasonne & Ultramond greifen und die vorigen Editionen überspringen. Wer hingegen bereits Pokémon Sonne & Mond gespielt hat, sollte sich genauestens überlegen, ob ihm die Neuerungen 40€ Wert sind.

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    Domenik Eichberger

    Bereits seit den Anfängen von Game2gether darf ich mich als ein Teil der Familie zählen. Während ich mein Bachelor-Studium in Technische Informatik abgeschlossen habe, habe ich bereits die verschiedensten Artikel im Bereich der PC-, Nintendo- und PS4-Spiele sowie in der Hardware-Sektion verfasst.