Pokémon Schwert und Schild – Test/Review

    Pokémon Schwert und Schild

    Wochen vor Release spaltete die Kontroverse um Pokémon Schwert und Schild die Community wie bei keinem anderen Titel zuvor. Doch ist die Kritik einiger Fans am Entwickler Game Freak zu voreilig? Ob der Übergang der Pokémon-Hauptreihe auf die Heimkonsole an einer umstrittenen Änderung scheitert, beleuchten wir in unserem Test.

    Story

    Alles beim Alten?

    Bevor wir zum Kern der Kontroverse vordringen, beginnen wir mit ein paar allgemeinen Worten zur Story – aber keine Angst, natürlich wollen wir keine wichtigen Elemente spoilern. Die Geschichte hebt sich zwar nicht nennenswert vom Grundgerüst vorhergehender Teile ab, sie ist aber frisch und innovativ genug, um den Spieler zu unterhalten und hin und wieder sogar ein wenig zu überraschen. Besonders der Beginn des Spiels ist etwas anders als gewohnt und macht schnell Lust auf Mehr. Die Story an sich ist zwar nicht unendlich tiefgreifend, doch es werden interessante Thematiken wie das Erwachsenwerden, Verantwortung und Geschwisterrivalität angesprochen. Das Setting ist ebenso gelungen und, wie aus dem Trailer ersichtlich, an Großbritannien angelehnt.

    Galar, die Spielwelt, ist von Großbritannien inspiriert.

    Dasselbe lässt sich auch über die Charaktere im Spiel sagen. Die wichtigsten NPCs erkennt man sofort wieder und die meisten überzeugen mit abwechslungsreichen Eigenheiten und Charaktereigenschaften. Einzig unser Rivale erinnert unserer Meinung nach zu stark an vergangene Gegenspieler und ist von Zeit zu Zeit einfach etwas langweilig. Unglücklicherweise sind wir doch sehr häufig mit ihm konfrontiert, was einige Begegnungen ein wenig lang erscheinen lässt. Erst gegen Mitte des Spiels wird er langsam interessanter. Schade, denn ansonsten sind die kurzen Videos im Spiel sehr ansehnlich gestaltet und laden zum Mitfiebern ein!

    Die Arenakämpfe sind so episch wie nie zuvor!

    Neues sorgt für Kontroversen

    Wo wir gerade bei Charakteren waren – die wichtigsten Charaktere im Spiel sind sicher die Pokémon selbst. Nicht umsonst fiebern Fans vor Release monatelang auf die Enthüllung neuer Monster hin. In Schwert und Schild kommen etwa 100 weitere Pokémon hinzu, was die Zahl des Nationalen Pokédex auf 400 hebt. „400?“, werden sich treue Fans der Serie fragen. Denn tatsächlich existieren mittlerweile fast 900 Pokémon, allerdings sind diese nicht alle in Schwert und Schild erhältlich. Natürlich waren auch in vorherigen Editionen nicht alle Pokémon im Spiel fangbar; sehr wohl aber bestand die Möglichkeit, alle Monster von anderen Spielen oder der Pokébank zu transferieren. Diese Zeit ist nun vorüber: In der neuen Edition sind nicht mehr alle Pokémon einprogrammiert. Die Fancommunity nahm diese Ankündigung mit großer Entrüstung auf und gab ihr den treffenden Namen „Dexit“.

    Zum Zeitpunkt des Beginns dieser Review stehen Schwert und Schild dadurch auf Metacritic bei einer User-Bewertung von 3/10. Auch auf Twitter und Reddit sorgte die Änderung für Unmut und für einige Zeit erreichte #GameFreakLied Platz eins in Trending. Grund dafür war die Äußerung vonseiten des Entwicklers, die Konvertierung der Models vom 3DS auf Nintendo Switch sei der Grund für das Wegbleiben von über 50% der beliebten Monster. Bei genauerer Betrachtung scheint sich aber herauszustellen, dass die Models fast unverändert übernommen wurden.

    Fast 100 neue Pokémon bevölkern die Spielwelt.

    Es ist schwer zu sagen, was der wahre Grund für die verringerte Zahl an Pokémon ist. Und auch wenn es verständlich ist, dass viele Fans den Verlust ihrer Lieblingsmonster (zumindest für die Dauer eines Spiels) bedauern, bringt die Entscheidung auch einige Vorteile: Für alle, die gerne einmal den Pokédex einer Edition komplettieren möchten, stellt dies eine attraktive Chance dar. Unter den entfernten Pokémon befinden sich nämlich die meisten der legendären Pokémon vergangener Editionen, die oft schwer erhältlich sind. Auch die Competitive-Szene wird durch die Änderung endlich wieder einmal aufgemischt. Möglicherweise verschaffte der verringerte Arbeitsaufwand (selbst wenn die Models nicht alle neu erstellt werden mussten) Game Freak tatsächlich mehr Zeit für andere Features und die Gestaltung der Spielwelt, die einen großen Sprung vom Handheld auf die Heimkonsole machte.

    Letztendlich wirkt sich der Dexcut als isolierte Änderung nicht wesentlich auf das Spielgefühl aus. Ganz im Gegenteil, Schild und Schwert stecken voller neuer und alter Pokémon, von denen man schon sehr früh im Spiel eine riesige Auswahl erhalten kann. Für uns machen die neuen Features und grafischen Verbesserungen, wie in den nächsten Abschnitten erläutert, die fehlenden Monster allemal wett.

    Gotta catch ‚em all?! Zum ersten Mal enthält der Pokédex nicht alle der beliebten Monster.

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    Kathrin
    Hallo, ich heiße Kathrin und bin 25 Jahre alt. Zu Game2Gether brachte mich sowohl mein Interesse am Schreiben, als auch Begeisterung fürs Gaming. Ich bin offen für alle möglichen Spielegenres, besonders gerne spiele ich aber (Fantasy)RPGs, Puzzle-Games, Survivalspiele und Sidescroller.