Need for Speed Heat – Test / Review

    Dieses Jahr beschert uns EA ein neues Need for Speed mit dem Titel Need for Speed Heat. Ob wir das Ding auch wirklich so heiß und besser als den Vorgänger Payback finden, erfahrt ihr in dieser Review.

    Arcade-Racer und Story

    Man könnte sich gleich zu Beginn fragen: braucht ein Arcade-Racer denn überhaupt eine Story? Nun, prinzipiell nicht, da Rennen und Fahrzeuge den Spieler fesseln sollten, aber mittlerweile können auch Racing-Games Geschichten erzählen, oder?

    Zugegeben, die Story von Need for Speed Heat ist nichts Besonderes: junge/r unbekannte/r Fahrer/in kommt nach Palm City (angelehnt an Miami) und möchte sich einen Namen in der Untergrund-Racing-Szene machen. Allerdings herrscht in Palm City eine erhöhte Aufmerksamkeit der Polizei auf Street-Racer. Mit Frank Mercer als Leiter der Einsatzkräfte des Palm City PD wurde besonderes Augenmerk auf illegale Straßenrennen gelegt, um diese aus dem Verkehr zu ziehen, koste es was es wolle.

    So versuchen wir uns tagsüber mit offiziellen und legalen Straßenrennen etwas Geld zu verdienen, während es in der Nacht um unseren Ruf geht … .

    Die Geschichte wird immer wieder durch Zwischensequenzen erzählt, in denen die verschiedenen Figuren auftreten, sich merkwürdig bewegen und etwas peinliche Dialoge führen. Das hätte auch vermieden werden können.

    You know how to drive? – Das Gameplay

    Das Spiel wirft uns recht schnell hinter das Steuer. Nach dem obligatorischen ersten Rennen in einem Super-Schlitten, fängt das richtige Spiel an und wir können uns ein Starterfahrzeug auswählen. Gesagt getan und wird können auf der Straße durchstarten. Los geht es mit ein paar Rennen am Tag und später dann in der Nacht.

    Der Wechsel vom Tag- in den Nacht-Modus und umgekehrt geht einfach per Knopfdruck und funktioniert tadellos. Wie oben schon angesprochen, nehmen wir tagsüber an offiziellen und legalen Rennen teil. Damit verdienen wir unser Geld, womit wir unseren Wagen tunen können.

    Let’s tune!

    Das Tuning kommt dabei nicht zu kurz: wir haben die seit dem 2015er Need for Speed üppige Auswahl an optischen Tuning-Möglichkeiten. Die „Loot-Boxen“ aus dem Vorgänger entfallen, sodass wir entscheiden, was wir an unserem Fahrzeug aufrüsten wollen. Allerdings haben wir uns hin und wieder gefragt, was manches Design von Tuning-Teilen soll, denn manch Spoiler sieht einfach fehl am Platz aus.

    Insgesamt fällt aber die Auswahl von Tuning recht groß aus, beispielsweise haben wir die Auswahl aus über 100 Felgen, die dann jeweils wieder etwas angepasst werden können. Von der Lackierungsvielfalt brauchen wir gar nicht sprechen. Hier gibt es eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten über unterschiedliche Layer, usw.

    Wechseln wir in die Nacht, dann sieht die Welt etwas anders aus: Neonfarben erleuchten hier und da die Straßen und Strecken. In der Nacht verdienen wir uns unseren Ruf. Dieser steigt mit Rennen und Verfolgungsjagden, je rasanter letztere ist, desto mehr Ruf gibt es und unser Heat-Level steigt.

    Cops und Racing

    Das Heat-Level ist sozusagen unser Polizei-Level, je höher, desto aggressiver werden die Gesetzeshüter und desto schwerer ist es für uns zu entkommen. Während wir anfangs noch recht schnell unbemerkt entkommen wird es mit höherem Heat-Level zunehmend schwerer. Ganz zu schweigen davon die Verfolger auszuschalten.
    Werden wir geschnappt wirkt sich das auf unseren Ruf sowie unser Geld aus. So kann hart Verdientes wieder schnell verschwinden.

    Das alles klingt jetzt schon mal nicht schlecht, das Konzept ist auch gut, allerdings gibt es dennoch einige Pannen. Zunächst dauert es gefühlt eine Ewigkeit, bis wir uns einen Namen gemacht haben, sprich einen Ruf aufgebaut haben, damit wir an neue und bessere Fahrzeuge sowie Teile kommen. Außerdem kann unser Ruf durch einmal erwischt werden in den Keller fallen und muss wieder aufgebaut werden.

    Doch was ist mit den Rennen und das Racing-Gefühl? Naja, es braucht etwas Eingewöhnung, bis man den Dreh raus hat. Denn nicht immer waren wir uns sicher warum unser Heck genau jetzt in der Kurve ausschlägt, obwohl wir keinen Drift provoziert haben. Viel schlimmer ist allerdings das Checkpoint-System in den Rennen. Dieses setzt voraus, dass der Spieler durch bestimmte Checkpoints fährt, um nicht unfair abzukürzen. Das können wir nachvollziehen, jedoch sollten dann die Checkpoints vernünftig gesetzt werden und nicht mitten auf einer Kreuzung, die davor eine einladende Abbiegespur hat.

    In Need for Speed Heat treffen wir, wenn wir online sind, auf andere Spieler, die in Palm City herumkurven. Wir haben hier also eine Shared World. Hat natürlich den Nachteil, dass das Spiel dann nicht pausiert werden kann.
    Rennen können dann entweder gegen die KI oder menschliche Spieler gefahren werden. Jedoch ist das mit Vorsicht zu genießen, da Spieler mit unterschiedlich starker Motorisierung gegeneinander antreten, was zu etwas unfairen Erfahrungen führen kann.

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    Gustav Knaub
    Film- und Computerspielbegeisterter, der mit MediaField anfing und damit nun hier im Bereich für Spiele- und Filmtrailer gelandet ist.