King’s Quest: A Knight To Remember [Kapitel 1] – Test / Review

    Mit Wayward Manor hatte die Odd Gentleman ja nicht unbedingt einen Hit gelandet. Nun kam das erste Kapitel von King’s Quest an den Start und wir wollten unbedingt auch mal Ritter sein. So richtig mit Flair und Herz – aber auch einem starken Arm. Eben alles was einen Ritter so ausmacht.

    Wir hatten das Vergnügen Chris Lundeen auf der Gamescom spontan in ein Gespräch zu verwickeln und werden in diesem Test zu King’s Quest auch auf diese Inhalte eingehen. Nichts Neues für uns aber eventuell für euch: Zwar ist Sierra Entertainment der Publisher hinter diesem Spieletitel, Activision Blizzard steht hierzulande als Distributor zur Verfügung.

    King's Quest - A Knight To Remember
    Mal wieder eine brenzlige Situation für Graham. Der Drache hat ihn als Eindringling in seine Höhle entdeckt.

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    … ein Distributor?

    Vielleicht liegt es am Alter, aber es gibt bestimmt welche unter euch die das nicht wissen. Am einfachsten lässt sich das so beschreiben: Der Entwickler legt sich ins Zeug und macht uns alles was wir haben wollen – im besten Falle. Ist die Entwicklung beendet kommt der Publisher ins Spiel. Gerade bei PC Spielen auch mal früher. Das sind dann die lustigen Early Access Dinger die dann irgendwann eingestampft werden weil sie keiner spielt. Und weil es davon soviele gibt riskieren die Spieler weniger.

    „Achtung: Nicht ausrutschen. Der Boden auf dem sie laufen ist mit Sarkasmus gepflegt worden. [Wir haben uns an den Witz des hier getesteten Spiels gehalten]“

    Er kümmert sich darum das alle die Ware bekommen. Macht dafür manchmal sogar Werbung, die heutzutage gerne mal mehr verspricht als sie einhalten kann, da könnte man glatt fragen: Wer hat mehr Fantasy? Die Entwickler oder die Publisher? Ein bisschen Ironie darf ja sein.
    Will sich der Publisher das Leben ein wenig erleichtern nimmt er sich Distributoren. Diese „Verteiler“ erhalten ihre Regionen und überwachen in diesem Bereich alles. Von der eigentlichen Bestellung bis zur Bezahlung.
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    Witz, Charme und sogar mit Melone … zumindest könnte es eine sein

    "Hallo ist jemand da unten? Ich heiße Graham."
    „Hallo ist jemand da unten? Ich heiße Graham.“

    Graham – und ja da draußen mag es vielleicht noch einen Großvater geben der so heißt, aber das tut hier nichts zur Sache – ist eine… ja… sagen wir mal eher hagere Erscheinung. Vermutlich hätte er mehr auf dem Kasten, wenn sein Glaube an sich selbst stärker ausgeprägt wäre.
    Aber! Er hat einen Plan. Er will Ritter werden und das angeschlagene Daventry zu neuem Glanz erstrahlen lassen.

    Das erlebt der Spieler aus einer Erzählperspektive die Graham selbst als zufriedener alter Mann im Rentner Status seiner Enkelin erzählt. Aber – eins nach dem anderen. Beginnen wir beim Kauf von King’s Quests erstem Kapitel beziehungsweise der Reihe insgesamt. Wer sich King’s Quest nicht entgehen lassen möchte zahlt für alle Episoden knappe 40 Euro oder pro Episode fast 10 Euro. Wer also die komplette Edition kauft spart 10 Euro.

    Denn die Serie wird ähnlich wie die von Telltale Games Serien aufbereitet sein und in 5 Kapitel erscheinen. Wir raten zum Kauf der Komplettfassung, da man hier einfach mehr erwarten kann. Insofern die Folge Kapitel den gleichen Inhalt gewähren wie der Einsteiger. In diesem Teil und um einen gewissen Zusammenhalt zu den alten Teilen zu gewähren, gestaltet The Odd Gentlemen Grahams Geschichte als eine Art Rückschau auf seine Ritterkarriere.

    Schweigen ist silber, Reden ist gold

    Jetzt ist laufen angesagt. Der Drache hat Graham entdeckt und sieht in als Eindringling in seiner Höhle... seinem zuhause.
    Jetzt ist laufen angesagt. Der Drache hat Graham entdeckt und sieht in als Eindringling in seiner Höhle… seinem zuhause.

    Natürlich wird, wie es sich für ein Abenteuerspiel gehört, ordentlich Dialog geführt. Vor allem der Humor veranstaltet hier ordentlich Streiche. Auf der einen Seite hat Graham seine gewissen Pläne, auf der anderen Seite spontan hinzu kommende Planer, scheitert aber oftmals daran, dass er selbst von seinen Kontrahenten überholt wird, erhält auf der anderen Seite dafür optionale Gelegenheiten und legt meist noch 3 Augen d’rauf. Und wir meinen das praktisch.

    Die deutsche Syncronisation ist durchaus passabel. Daran gibt es nichts auszusetzen. Die Originalversion springt dagegen über 2 Felsen weiter. Vor allem Christopher Lloyd, wer kennt ihn nicht aus „Back to the Future“, entspricht seiner bekannten Rolle in allen Maßen.

    Die Erzähl- und damit die Spielweise ist der Clou an sich. Wer an Passagen scheitert steigt einfach an diesem Punkt wieder ein. Die Erzählstruktur kompensiert das meist auf humorvolle Art und Weise. Kings‘ Quest besteht zwar hauptsächlich aus Rätsel- und Sprechdialogen, schweift aber immer wieder leicht zu Strategie- und Kampf-Simulationen über. Zwar meist simpel, dennoch sehr stimmungsvoll gestaltet.

    Wie geht es denn voran Kumpel?

    Graham in gehobenem Alter. Er ist genau der richtige für diese Geschichte an seine Enkelin. Den Witz an der Geschichte hat sie schnell begriffen und fiebert mit.
    Graham in gehobenem Alter. Er ist genau der richtige für diese Geschichte an seine Enkelin. Den Witz an der Geschichte hat sie schnell begriffen und fiebert mit.

    Die Steuerung ist klar definiert. Zugegebenermaßen ist diese per Tastatur teils hakelig, daher raten wir eher zum Gamepad. Hier darf man sich zurücklehnen und den Spielfluß genießen. Wer dennoch die andere Variante vorzieht sieht seine Maus kaum in Anspruch genommen, es seidenn es darf gerade per Pfeil und Bogen geschossen werden. Aber selbst in diesem Fall wird die Leertaste die eigentliche Aktionstaste.

    Nach einem gut ins Detail gebrachten aber immer linear gebliebenen Beginn, wird King’s Quest teils zu einer wahren Kilometer Orgie. Zum Glück unterliegt das lokale Finanzamt nicht den Standard-Deutschen Regeln. Ansonsten könnte Graham wahrer Reichtum erwarten. In A Knight To Remember erleben wir damit auch viele Botengänge. Viele Leute wollen uns helfen, der eine schickt uns zum anderen, der tut dann aber auch nur etwas insofern eine Gegenleistung eintritt. Ergo: Laufmuskeln sind vorprogrammiert.

    Das Interface selbst bleibt recht unauffällig. Das fördert das Spielgefühl. Wird dennoch etwas interessant wird dies im rechten unteren Rand dargestellt. Auch das Inventar ist zumeist recht übersichtlich und besteht nur aus den Komponenten die eben benötigt werden.

    Graham wird im Laufe der Realisierung seiner Pläne Entscheidungen treffen müssen. Wir bezweifeln zwar, dass diese gewichtigen Einfluß auf die Episoden Nachfolger haben wird, dennoch sind sie zu geringen Teilen irgendwie tragisch. Moralische Dilämma wie in Life is Strange stellen sich deswegen dennoch nicht ganz ein.

    Maßstäbe sind nicht gleich Stabmaße

    "Hey Kleiner. Kannst du mir helfen meinen Wagen zu reparieren? Ich würde dich auch niemals über's Knie legen und verarschen. Du würdest dir eine brauchbare Belohnung verdienen."
    „Hey Kleiner. Kannst du mir helfen meinen Wagen zu reparieren? Ich würde dich auch niemals über’s Knie legen und verarschen. Du würdest dir eine brauchbare Belohnung verdienen.“

    Grafisch setzt King’s Quest: A Knight To Remember und sicherlich auch die Folge Kapitel neue Maßstäbe. Wie wir durch Chris Lundeen auf der Gamescom erfahren haben wurden sämtliche Darstellungen zuerst per Wasserfarben gezeichnet und anschließend digitalisiert. Das dürfte manche grobschlächtige Texturen erklären, aber auch die Hintergründe und die Tatsache warum sie durchaus in einem Attellier zu sehen sein könnten. Ein wahrer Hingucker eben.

    Im Vergleich zum Humor. Hier werden die Spieler sicherlich deutlich zwei Lager genieren – irgendwie zwischen Monthy Python und Robin Hood. Man sollte sich jedes Bild fast schon einmeißeln. Vor allem wenn Gardisten in knallbunten Socken daher latschen und natürlich die Brückentrolle welche sich stets und ausführlich über ihre Rücken beschweren müssen.

    Fazit

    Nicht oft hat man den Spaß ein Spiel wie King’s Quest testen zu dürfen. Aus der Versenkung geht es direkt in die Lachmuskeln. Während Graham an manch witzigen Charakter wie den Doc aus aus Back to the Future (nicht nur) erinnert, wird man sicherlich auch teils etwas gestresst von den Laufwegen sein. Das nächste Kapitel kann nicht schnell genug kommen, um zu sehen wie Grahams Pläne in die Realität umgesetzt werden und wie sehr sein Willen dies zu erreichen von den irrwitzigen Kontrahenten noch ausgenutzt wird bevor er wie eine Kanonenkugeln zerspringt.

    award_88_08_2015.pngBitte beachtet:
    Aufgrund der zügigen Veröffentlichung der einzelnen Kapitel geben wir heute schon Bewertung. Diese kann sich je nach fortschreitender Entwicklung aber noch verändern.

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    Mit Game2Gether habe ich vor einigen Jahren meine ersten Erfahrungen im Bereich "Spiele Redakteur" gesammelt. Mit diesem Team konnte ich weiterhin darauf aufbauen und aus einem Hobby eine kleine Berufung entstehen lassen. An dieser Stelle: Danke dafür! Heute spiele und arbeite ich, mit eigenem Projekt im Hintergrund, Hand in Hand mit diesen Geegs zusammen und freue mich besonders über die internationale Community, die sich dank manchen Projekten und mehrsprachigen Artikeln eingefunden hat.